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Schutz vor Pneumokokken
für ältere Kinder


Infos über die Impfung
für Kinder ab dem
2. bis zum 5. Geburtstag
 
Liebe Eltern!
 
 
Mit der Pneumokokken-Impfung kann ihr Kind auch nach dem 2. Geburtstag noch gegen weitere gefährliche Erkrankungen geschützt werden, wenn diese Impfung bis dahin noch nicht erfolgt ist.

Welche Krankheiten werden durch Pneumokokken verursacht?

Die Pneumokokken-Bakterien sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Erkrankungen bei Kindern. Vor Einführung der allgemeinen Impfung im August 2006 waren mindestens 800 Kinder bis 5 Jahre in Deutschland pro Jahr davon betroffen und am häufigsten die Kinder unter 2 Jahren. Besonders gefährliche Krankheiten durch Pneumokokken sind die Meningitis (Hirnhautentzündung) und die mit einer Sepsis (Blutvergiftung) einhergehende schwere Lungenentzündung. Etwa 20 Kinder starben an dieser schweren Pneumokokken-Infektion pro Jahr. Weitere 20 Kinder behalten schwere bleibende Hörschäden oder neurologische Schäden zurück.1
 
Pneumokokken sind aber auch für über 30% der Mittelohrentzündungen verantwortlich und verursachen Nasennebenhöhlen-Entzündungen, die manchmal ebenfalls schwere Folgen haben können. Pneumokokken-Infektionen sind zwar mit Antibiotika zu behandeln, bei schweren Infektionen kommt aber die Behandlung nicht selten zu spät.2 Ein Problem ist auch die zunehmende Unempfindlichkeit (Resistenz) der Pneumokokken gegen die üblichen Antibiotika.
 
Bereits 1 Jahr nach Beginn der allgemeinen Impfung auch in Deutschland sahen wir den erwarteten Rückgang dieser bedrohlichen Krankheiten.

Wie viele Krankheiten kann man mit der Impfung verhindern?

Mit der Impfung lassen sich auch bei den 2 bis 5 Jährigen über 90% der schwersten Pneumokokken- Infektionen verhindern. Auch die durch Pneumokokken verursachten Mittelohrentzündungen werden mit dem neuen erweiterten Impfstoff um mehr als die bisher beobachteten 34% abnehmen.
 
Die Impfung gegen Pneumokokken schützt aber nicht nur Ihr geimpftes Kind sondern auch Sie selber und weitere Kontaktpersonen wie z.B. Oma und Opa, für die gerade Pneumokokken auch ein hohes Risiko darstellen. Denn aufgrund der geimpften Kinder kommt es zu einer Herdenimmunität: Kontaktpersonen können sich weniger anstecken. Auch das hat sich bereits eindrucksvoll in wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt.

Wie gut wird der Kinder-Impfstoff gegen Pneumokokken vertragen?

Wie alle modernen Impfstoffe wird auch der neue Pneumokokken- Konjugatimpfstoff sehr gut vertragen und es kommt nur selten zu ungefährlichen Nebenwirkungen wie Unleidlichkeit, Appetitmangel, Schläfrigkeit und Fieber, das nur sehr selten über 39 Grad lag. Die Verträglichkeit des 13-valenten Impfstoffs ist genauso gut wie die des 7-valenten, denn er wird identisch und auf Basis des gleichen Trägerproteins hergestellt. Seit 2000 ist der bisherige Impfstoff in den USA und seit 2001 auch in Europa verfügbar und mehrere Millionen Mal in über 100 Ländern der Welt verimpft worden, ohne dass schwerere Nebenwirkungen aufgetreten wären.

Wie kann ich mein Kind auch nach dem 2. Geburtstag noch gegen Pneumokokken schützen?

Die nachstehende Grafik zeigt, dass eine Pneumokokken-Erkrankung in Deutschland auch bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren häufig auftritt.
 
Pneumokokken Erkrankungen
 
Es gibt also gute Gründe, auch die älteren Kinder mit einer Impfung zu schützen. Denn nicht nur für die Kleinsten sondern auch für größere Kinder besteht bei ihren vielen Kontakten zu anderen Kindern das Risiko einer Pneumokokken-Infektion. So kann bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren das Risiko einer Pneumokokken-Infektion um das Dreifache erhöht sein, wenn sie einen Kindergarten oder eine Krippe besuchen. Die Pneumokokken-Übertragung kann überall passieren, die Bakterien werden nach Hause geschleppt und können Geschwisterkinder, Eltern und Großeltern gefährden.
 
Wenn ihr Kind bis zum 2.Geburtstag noch nicht geimpft ist, dann können Sie den

Impfschutz gegen Pneumokokken mit 1 Dosis nachholen

Kinder mit speziellem Risiko im Alter von 2 bis 5 Jahren profitieren von einer Gabe des 13-valenten Impfstoffes, wenn sie ungeimpft sind oder bisher ausschließlich mit dem 7-valenten Impfstoff geimpft wurden. In diesem besonderen Fall wird Sie ihr Kinderarzt speziell informieren.

Wird die Impfung von der Krankenkasse bezahlt ?

Da die STIKO die Impfung gegen Pneumokokken jenseits des 2. Geburtstags nur bei Kindern mit erhöhtem Risiko empfiehlt, bezahlen sie leider viele Krankenkassen ab diesem Alter auch nur für diese spezielle Gruppe. Zu ihr gehören Kinder mit angeborenem oder erworbenem Immundefekt, sowie Kinder mit chronischen Erkrankungen. Dazu zählen z.B. Atemwegserkrankungen wie vor allem Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen sowie Nierenerkrankungen.

Ist die Pneumokokken-Impfung auch für mein Kind zu empfehlen ?

Da eine Infektion auch bei einem sonst gesunden Kind wie oben beschrieben zu einer schweren Erkrankung oder gar zu einer Behinderung oder zum Tod führen kann, empfehle ich Ihnen, Ihr Kind mit dieser gut verträglichen Impfung dagegen zu schützen, auch wenn Sie diese selbst bezahlen müssen. Auf jeden Fall sollten Sie sich bezüglich einer eventuellen nachträglichen Erstattung der Kosten an Ihre Krankenkasse wenden.

Was kostet die Impfung mit dem neuen Pneumokokken-Konjugatimpfstoff ?

Falls Ihre Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, müssten Sie für die eine Impfung für den Impfstoff ca. 80 Euro bezahlen, dazu kommen die Kosten für die Impfung nach der Gebührenordnung für Ärzte. Insgesamt ergibt sich also ein Betrag in Höhe von ca. 92 Euro.

Wenn Sie Ihr Kind impfen lassen möchten oder auch weitere Fragen haben ...

dann drucken Sie sich diese Seite bitte aus und nehmen sie mit zu Ihrem Kinderarzt.
 
Allgemeine Fragen zur Pneumokokken-Impfung können Sie auch in unserem Impfforum stellen.
 
 
1 Epi Bull 28/2001, Epi Bull 31/2006
2 Dupont et al., Evolving microbiology of complicated acute otitis media before and after introduction of the pneumococcal conjugate vaccine in France, 25. April 2010,
MMWR, Prevention of Pneumococcal Disease: Recommendations of the Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP), April 1997

 
 
 
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Kinderarzt Dr.med. Andreas Busse

Erklärung
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