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Milchzähne richtig pflegen - worauf muss man achten?

Milchzähne richtig pflegen

Milchzähne müssen nicht ein Leben lang halten und sind nicht so widerstandsfähig wie die bleibenden Zähne. Dennoch erfüllen sie eine wichtige Funktion, nicht nur als Kauwerkzeug sondern als Platzhalter für das spätere Gebiss.

Gehen die Milchzähne zu früh verloren, finden die nachrückenden Zähne nicht optimal ihren Platz. Sind sie krank und von Kariesbakterien infiziert, können sie die bleibenden Zähne anstecken. Insofern sollte man gut auf die Milchzähne achten, selbst wenn sie sich bald einer nach dem anderen wieder verabschieden werden. Eltern sollten sich entsprechend von Anfang an gut um die Zahngesundheit Ihres Kindes kümmern und Ihrem Kind nach und nach die richtige Zahnpflege vermitteln.

Milchzähne brauchen besonderen Schutz

Milchzähne sind nicht nur kleiner, sondern auch empfindlicher als die bleibenden Zähne. Der Zahnschmelz hat einen geringeren Mineralgehalt und ist dünner, dadurch nutzt er sich schneller ab. So kann Karies die Milchzähne schneller durchdringen und erreicht früher den Zahnnerv. Deshalb ist gerade bei beginnender Milchzahnkaries schnelles Handeln gefordert. Die beste Vorsorge, damit es gar nicht erst dazu kommt, ist regelmäßiges Zähneputzen - vom ersten Zähnchen an - und das Wahrnehmen der Vorsorgetermine beim Zahnarzt.

Zähneputzen bei Babys und Kleinkindern

Zahnärzte raten: Sobald der Zahn da ist, soll er auch geputzt werden! In der Zeit des Zahndurchbruchs ist die Zahnleiste allerdings häufig geschwollen und sehr empfindlich. Die ersten Zähnchen putzen Sie deshalb am besten mit einem Tuch oder mit dem Waschlappen. Sind die Zähnchen richtig durchgebrochen, können Sie auf eine weiche Baby- oder Kinderzahnbürste umsteigen. Am besten legen Sie sich Ihr Kind zum Zähneputzen in den Arm (wie zum Füttern oder Stillen) oder nehmen es auf den Schoß. Dass Kleinkinder dabei irgendwann nach der Zahnbürste greifen und "selber machen" wollen, ist ganz normal. Halten Sie dafür eine extra Zahnbürste bereit, auf der Ihr Kind nach Herzenslust herumkauen darf. Dass Sie trotzdem nachputzen, versteht sich von selbst.

Leider ist es gerade in der kleinkindlichen Trotzphase nicht immer ganz leicht, die Kleinen zum Mundaufmachen zu bewegen. Bleiben Sie trotzdem konsequent. Ein lustiges Kitzelspiel, ein Zahnputzreim oder die ZahnHeldenapp hilft über die Zeit hinweg. Wichtig auch: Gehen Sie selber mit gutem Beispiel voran und putzen Sie Ihre eigenen Zähne im Beisein Ihres Kindes, denn am besten lernt es durch Nachahmung. Damit das Zähneputzen irgendwann so selbstverständlich wird wie Essen und Trinken.

Die richtige Pflege des Milchzahn-Gebisses

Naturgemäß haben Eltern viele Fragen, wenn es ums richtige Zähneputzen geht. Hier finden Sie das Wichtigste zusammengefasst:

Wann wird geputzt?

Mindestens zweimal täglich nach den Mahlzeiten. Optimaler Weise nach jeder Mahlzeit. Besonders wichtig ist das Putzen abends vor dem Schlafen gehen, damit Bakterien über Nacht keine Chance haben.

Was ist die optimale Putztechnik?

Auch Milchzähne sollen schon nach der KAI-Regel geputzt werden. KAI steht als Abkürzung für: erst die Kauflächen putzen, dann die Außenflächen und zuletzt die Innenflächen der Zähne.

Wie lange sollte man nachputzen?

Kinder sind von ihrer Feinmotorik her erst mit 8 bis 10 Jahren in der Lage, ihre Zähne alleine wirklich gründlich zu reinigen. Bis dahin müssen Sie nachputzen.

Welche Zahnbürste ist die richtige?

Im Handel gibt es lustige Zahnbürsten für jedes Alter. Achten Sie auf die Altersangabe. Generell sollte eine Kinderzahnbürste weich sein und abgerundete Borsten haben, damit am empfindlichen Zahnschmelz der Milchzähne keine Putzrillen entstehen. Lassen Sie Ihr Kind unter den geeigneten Bürsten die Zahnbürste aussuchen, dann ist die Motivation beim Putzen größer.

Elektrische Zahnbürste für Kinder?

Kein Problem. Viele Kinder finden das Brummen der elektrischen Zahnbürste toll, vor allem wenn die Eltern elektrisch putzen. Hier gibt es verschiedene Varianten und Preisklassen: mit automatischer Putzzeitmessung, mit integrierter Kamera, mit Schnittstelle zu einer App und Vieles mehr. Grundsätzlich gilt: Nach der KAI-Regel vorgehen (siehe oben) und die Eltern sollten immer nachputzen. Noch mehr Spaß macht das Putzen mit der kostenfreien ZahnHeldenapp.

Wie oft sollte die Zahnbürste ausgetauscht werden?

Alle 6 bis 8 Wochen ist eine neue Zahnbürste fällig - oder immer dann, wenn sie aussieht wie ein "explodierter Besenstiel". Bei elektrischen Zahnbürsten sollte entsprechend das Aufsatzbürstchen gewechselt werden.

Welche Zahnpasta für kleine Kinder?

Zahnärzte empfehlen ab dem Durchbruch der ersten Zähne eine leicht fluoridierte Kinderzahnpasta zu verwenden (500 ppm Fluorid) - bis zum 2. Lebensjahr einmal täglich, dann bis zum 6. Lebensjahr zweimal täglich. Bitte verwenden Sie immer nur eine erbsengroße Menge. Das verhindert eine Überdosierung von Fluor. Verzichten Sie besser auf Zahnpasten mit Frucht- oder Bonbongeschmack, um Ihrem Kind keinen Anreiz zum Hinunterschlucken zu geben.

Fluorid - ein wichtiger Helfer für gesunde Zähne

Das Mineral Fluorid ist der wichtigste Helfer im Kampf gegen Karies. Es kräftigt die Zähne, macht sie widerstandsfähig und hilft sogar, minimale Schäden am Zahnschmelz wieder zu reparieren. Fluorid wirkt am allerbesten an Ort und Stelle, deshalb ist auch der Weg über die Zahnpasta der einfachste und beste. Bekommt Ihr Kind Fluoridtabletten, sollten diese gelutscht und nicht heruntergeschluckt werden. Zu viel Fluorid ist allerdings schädlich, deshalb sollte Ihr Kind nicht beides gleichzeitig - fluoridhaltige Zahnpasta und Tabletten - bekommen. Aus demselben Grund sollten kleine Kinder, die ab und zu mal die Zahnpasta runterschlucken, nicht die Zahnpasta für Erwachsene verwenden, die einen wesentlich höheren Fluoridgehalt hat.

Dauernuckeln vermeiden...

... ist einer der wichtigsten Aspekte zur Vermeidung von Zahnkrankheiten wie Karies! Überlassen Sie Ihrem Baby oder Kleinkind nicht die Flasche zum Dauernuckeln zur Beruhigung. Besonders schädlich ist das natürlich bei zucker- und säurehaltigen Getränken wie beispielsweise Apfelsaft. Aber auch das ständige Spülen mit reinem Wasser kann bereits Schäden an den Zähnen verursachen, da der Speichel verdünnt wird und seine wichtige Funktion bei der Remineralisierung der Zähne nicht erfüllen kann. Am besten bieten Sie Ihrem Baby Getränke so früh wie möglich im Becher an.

Der erste Besuch beim Zahnarzt

Für Ihr Kind sollte ein Besuch beim Zahnarzt genauso selbstverständlich sein wie beim Kinderarzt. Um das zu erreichen, ist früher Kontakt wichtig. Beide, Kind und Zahnarzt, müssen sich ganz entspannt kennen lernen. Mit anderen Worten: Sie sollten nicht erst hingehen, wenn die Zähne schon Schaden genommen haben und der Zahnarzt eine Behandlung durchführen muss. Beim ersten Besuch wird der Zahnarzt Ihr Kind vielleicht nur mit dem Behandlungsstuhl rauf und runter fahren lassen und einmal die "Wasserdusche" und den "Schlürfi-Schlauch" vorführen. Wenn es sich in den Mund schauen lässt, ist es gut, wenn nicht, dann eben beim nächsten Mal. Das Wichtigste dabei ist, dass Ihr Kind von Anfang an ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zum Zahnarzt aufbaut. Abgesehen davon ist ein erster früher Besuch sinnvoll, um sich die richtige Zahnpflege zeigen zu lassen.

Neu: Vorsorgetermine zur Vermeidung von frühkindlichen Zahnschäden

Jedes 10. Kind in Deutschland im Alter bis 3 Jahre leidet an Milchzahnkaries. Um diesen frühkindlichen Zahnschäden vorzubeugen, sind inzwischen entsprechende Hinweise in das gelbe Kinderuntersuchungsheft aufgenommen worden. So werden nicht nur die regelmäßigen Vorsorgetermine bei Ihrem Kinderarzt, die U-Untersuchungen, dokumentiert, sondern Eltern auch auf die zahnärztliche Vorsorgetermine hingewiesen, auf die Ihr Kind Anspruch hat. Diese sind:

U5 6. - 7. Lebensmonat In der Zahnarztpraxis Zahnpflege-Beratung
U6 10. - 12. Lebensmonat In der Zahnarztpraxis Zahnpflege-Beratung
U7 Ca. 30. Lebensmonat In der Zahnarztpraxis Einschätzung des Kariesrisikos und Beratung zur Mundhygiene
U7a Um den 2. Geburtstag In der Zahnarztpraxis Untersuchung und Beratung
U8 Um den 4. Geburtstag In der Zahnarztpraxis Einschätzung Kieferfehlstellung und Kariesrisiko

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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