Die Geburt Die Geburt
Geschrieben von dringendhilfegesucht am 28.07.2017, 19:31 Uhrzurück

Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Hallo,

ich suche dringend Hilfe für die bevorstehende Geburt:
lange hat es gedauert, bis ich überhaupt wusste, was mit mir los ist. Nun weiß ich, dass ich eine Retraumatisierung eines Missbrauchs vor mehr als 13 Jahren, erlebe. Das Thema Schwangerschaft und bevorstehende Geburt haben dies ausgelöst.
Auf Grund dessen, muss es definitiv für mich auch eine Kaiserschnitt-Geburt werden. Normalerweise war ich immer eine Verfächterin der ganz natürlichen Geburt, welche ich auch bei meinem Sohn erleben durfte. Diese war aber noch vor dem Missbrauch. Die Retraumatisierung lässt eine Spontangeburt nun aber auf keinen Fall mehr bei mir zu. Es geht gar nichts mehr in diese Richtung. Nicht mal mehr eine gyn. Untersuchung...
Und bitte nun keine Kommentare wie "ja wie ist denn das Kind hier rein gekommen". 1. hatte ich bis zur Schwangerschaft überhaupt keine wirkliche Erinnerung an den Missbrauch und 2. kommt ein Kind durch eine mir total vertraute Person, die ich liebe, mit Gefühlen, Spaß und vorallem Einvernehmlichkeit da rein.
Auch Hinweise zu einer Therapie braucht bitte keiner zu geben, denn diese findet man so schnell nicht und selbst wenn, kann man es so schnell nicht therapieren und verarbeiten.
Der Kaiserschnitt an sich, ist auf Grund der psychischen Indikation auch kein Problem durchführen zu lassen. Jedoch ist der springende und ganz gravierende Punkt, dass ich definitv auch dabei keinerlei Eingriff in meinem Intimbereich dulden kann. Ich suche daher eine Klinik, die keinen Blasenkatheter, keine unnötige und nicht-medizinisch-relevante Einläufe macht... Es geht nicht um Schmerzen oder das Spüren, es geht bei mir nur um das Wissen, dass mich jemand, zu dem ich keine Gefühle habe, da berührt, anfasst und begutachtet. Also, das Problem ist nicht damit aus der Welt geschafft, dass das unter der Narkose gemacht werden würde. Ich würde danach nicht mehr klar kommen mit diesen Vorstellungen alleine.
Es gab hier auch schon Frauen, die von Kliniken berichteten, die dies grundsätzlich nicht mehr durchführen. Nur leider sind diese Einträge schon sehr alt und ich bekomme von diesen Frauen keine Antwort mehr.
Wer mir irgendwie helfen kann, ich stehe nämlich zur Zeit die Hölle durch, dem danke ich jetzt bereits sehr.
Kliniken im Bereich Rheinland-Pfalz und Umgebung wären zwar super, jedoch bin ich für alles offen. Und ich würde mich für meinen Seelenfrieden und auch dem des kleinen Zwergs, auf eine lange Reise begeben.

Vielen Dank.

(Zur Info, falls das eine Rolle spielen sollte: der Kaiserschnitt wird unter Vollnarkose gemacht!)

 
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*36 Antworten:

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Nenilein am 28.07.2017, 20:33 Uhr

Keine Klinik darf Dinge durchführen, denen du nicht zustimmst. Einfach einen Termin zur Anmeldung ausmachen und darüber sprechen.

Wenn's ums restliche Thema geht kannst du mir eine PN schreiben, wenn du möchtest.

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Bäumchen85 am 29.07.2017, 13:51 Uhr

Gibt es vielleicht Kliniken die auf Frauen nach sexuellem Missbrauch spezialisiert sind? Also Kliniken, wo man viel Erfahrung mit traumatisierten Patientinnen hat?

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 29.07.2017, 17:59 Uhr

Ich hatte ein Gespräch mit einem schon sehr verständnisvollen Arzt in einer Klinik. Er meinte Dauerkatheter kann er weg lassen, aber er lässt die Option für einen Einmal-Katheter offen. Und das geht leider nicht! Ich bekomme schon Atemnot beim Gedanken daran, dass die mir da dann was machen. Ob nur kurz oder nicht, spielt keine Rolle. Ich würde auch alles unterschreiben, wenn ich dadurch zur Ruhe kommen kann. Aber ich brauche eine absolute Sicherheit.
Das wäre natürlich toll, wenn mir jemand eine Klinik nennen kann, die sich auf dieses Thema "spezialisiert" hat. Leider habe ich die bisher noch nicht gefunden. Es ist allgemein sehr traurig, wie sehr dieses Thema noch tabuisiert ist und dann aber die statistischen Zahlen der Betroffenen sieht!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Hubbeldubbel am 30.07.2017, 23:00 Uhr

Hallo,

Du wirst leider keine Klinik finden, die Dir schriftlich gibt, dass sie dies und jenes auf Deinen Wunsch unterlassen. Ganz einfach weil es zum Schutz Deiner Gesundheit oder der vom Kind eben evtl. doch sein muss...

Sie können nichts versprechen, was ggf. gebrochen werden muss.

Dir sollte wichtig sein, dass das Kind gesund und munter auf die Welt kommt und es hinterher auch Dir gut geht.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe Du kannst trotz knapper Plätze zeitnah einen Therapieplatz bekommen. (Denn früher oder später ist der Gang zum Gyn wichtig - auch bei einem Kaiserschnitt wird nach der Rückbildung der Gebärmutter geschaut und der regelmäßige Abstrich ist auch wichtig...ich hatte böse Zellen U 30.)

Liebe Grüße

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Hubbeldubbel am 30.07.2017, 23:04 Uhr

Mir fällt ein, vielleicht hat die Hebamme Frau Höfel im Expertenforum einen hilfreichen Einfall... wenn Du möchtest, frag sie mal.

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Amselei am 31.07.2017, 15:38 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass du in der Asklepios Klinik Germersheim gut aufgehoben bist. Der Kreissaal ist Hebammengeleitet und auch die Ärzte, denen ich begegnet bin waren im Gros sehr offen. Vielleicht einfach mal anfragen...
Ich bin allerdings medizinisch nicht so versiert, was Kaiserschnitte angeht, aher weiß ich nicht, ob das grundsätzlich möglich ist, dass eine Klinik dir das verspricht oder ob es nicht Umstände gibt, wo dein Leben oder das deines Kindes davon abhängt, dass eben ein Eingriff in deinem Intimbereich gemacht wird.

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von emilie.d. am 31.07.2017, 21:30 Uhr

Ich wurde in der Klinik, in der ich entbunden habe, psychologisch behandelt (Geburtstrauma). Bei der 2. Geburt war meine Therapeutin auch nach der Geburt für mich Ansprechpartner bzw. hat mich nachbetreut, als ich frisch entbunden in der Klinik lag. Sie ist dort festangestellt. Ich weiß natürlich nicht, wie es in Deinem Fall gelagert ist. Für mich war Kontrollverlust ein großes Thema, und auch diese Erfahrung macht man bei einem KS reichlich (ich hatte zweimal einen).
Ich würde Dir deshalb wirklich sehr ans Herz legen, im Vorfeld für die mentale Geburtsvorbereitung einen auf Traumata spezialisierten Therapeuten aufzusuchen. Ich habe im Vorfeld Techniken eingeübt, um Panikattacken zu vermeiden bzw. mental einen sicheren Ort zu "bauen", wo ich hinkann, wenn es alles zuviel wird.
Die eigentliche Therapie nach der ersten Geburt hat 6 Monate gedauert. Du schreibst nicht, wie weit Du bist. Aber vielleicht kannst Du es zumindest etwas integrieren.

Ich wünsche Dir ansonsten alles Gute.

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 01.08.2017, 11:51 Uhr

Hallo hubbeldubbel,

natürlich ist mir wichtig, dass das Kind gesund auf die Welt kommt! Aber ein Blasenkathteter macht nichts mit der Gesundheit meines Kindes.

Und leider weiß ich aber auch, und das hat nun mal dieser Vorfall damals verursacht, dass es mir hinterher nicht gut gehen wird, wenn ich weiß, dass etwas gegen meinen Willen an mir getan wurde. Ich kann das leider nicht abschalten. Ich habe sogar Angst, dass es die Freude und Bindung beeinträchtigen würde oder gar nicht aufkommt. Ich weiß, dass ich immer wieder nur diese Bilder vor mir sehen würde. Wie fremde Menschen das an mir machen. Und der Zorn und Ekel würde wohl alles andere übertreffen. Gerade weil ich mich einfach über mein Kind freuen will, ist mir all das ja so wichtig. Dass ich respektiert werde und keiner auch diese Bindung beeinflusst.

Die Nachsorge bei meiner FÄ ist jetzt erst mal totale Nebensache. Ich hatte ja auch 13 Jahre lang nach dem Vorfall keinerlei Probleme. Und ich sag mal ganz ehrlich, wenn ich nach der Geburt mich nicht dazu überwinden könnte, nach der Gebärmutter schauen zu lassen, dann ist es halt so. Aber wie gesagt, das hat jetzt alles keine Priorität und es kann sein, dass mit Beendigung der Schwangerschaft meine Psyche sich auch wieder beruhigen kann.

Im Moment ist es einfach mein sehnlichster Wunsch, mich nicht mehr in dem Zustand "Schwanger" zu befinden und diesen Zustand mit einem Seelenfrieden beenden zu können. Damit ich dann wirklich einfach nur das Leben zufrieden mit meinem Kind genießen kann, ohne Bilder im Kopf, die diese beeinträchtig.

Danke auch für den Tip, Frau Höfel zu kontaktieren! :-)

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 01.08.2017, 12:28 Uhr

Hallo emilie.d.
Ich bin fast in der 33 SSW. und KS soll so früh wie möglich stattfinden.

Genau dieser Kontrollverlust bei einem KS macht mir natürlich auch noch Angst. Wobei dies alles "noch eher" auszuhalten ist, wie eine natürliche Geburt! Wegen Kontrollverlust stellte ich auch selbst fest, dass es eine Vollnarkose werden muss. Ich kann nicht klar und realistisch wieder das Gefühl erleben, ich komme nun nicht mehr weg von denen, die etwas an mir machen wollen. Und die Vorbereitungen für die Vollnarkose werden wohl schon schlimm genug werden. Dies nimmt mir jetzt schon die Luft beim Drandenken.

Eine psychologische Betreuung wäre vielleicht auch danach sinnvoll. Jedoch werde ich in meiner Lage nun meine Klinik nach dem Kriterium wählen, in wie weit auf mein Bedürfniss für die OP eingegangen wird. Alles andere ist Nebensache.

Heute werde ich mich aber bei Wildwasser beraten lassen und ich hoffe sehr auf gute Adressen und hilfreiche Tips.

Lieben Dank für deinen Beitrag!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von AnneS. am 01.08.2017, 19:36 Uhr

Hab grad mal die Einträge gelesen und bin bei deinem hängen geblieben.
Evtl lässt sich eine Klinik ja darauf ein, dass du dich selbst katheterst was aber mit Kugel ziemlich schwierig ist. Ich selbst bin Gesundheits und Krankenpflegerin wüsste aber kaum Ärzte, die das zulassen würde.

Gibt es denn evtl eine Freundin von dir die in deiner Entbindungsklinik arbeitet und in die du genug vertrauen steckst?

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von emilie.d. am 01.08.2017, 21:56 Uhr

Ganz allgemein. Wenn Du durch den Missbrauch ein posttraumatisches Belastungssyndrom entwickelt haben solltest, werden Deine Probleme sich nach der Geburt nicht plötzlich in Luft auflösen. IdR verselbständigen sich die Gedanken immer weiter. Unbehandelt kann so etwas in eine Depression münden.
Ich hatte Panikattacken. Mit der Zeit wurden völlig alltägliche Situationen beängstigend. Ich war tagsüber soviel damit beschäftigt, Unangenehmes zu verdrängen, dass auch schöne Gefühle dabei total auf der Strecke geblieben sind. Nachts konnte ich nicht schlafen.
Das letzte, was ich wollte, war eine Therapie. Ich wollte vergessen und nicht drüber reden. Aber es wurde mit der Zeit immer schlimmer.

Die Therapie war das beste, was mir passieren konnte. Ich habe mein altes Leben zurückbekommen.

Für mich war die schlimmste Zeit nach dem KS. Weil man extrem eingeschränkt ist wegen der Bauch-OP und auf Gedeih und Verderb dem Personal ausgeliefert ist. Bei Kind 2 hatten wir deshalb ein Familienzimmer (Pflege hat mein Mann übernommen) und meine Therapeutin hat mich täglich besucht und mich psychisch unterstützt.

Mentale Geburtsvorbereitung bietet meine Therapeutin so um die 36. SSW an. Vielleicht findest Du neben einer für Dich geeigneten Klinik nebenher noch jemanden, der Dich psychisch stabilisiert.

 

Wegen Katheter

Antwort von emilie.d. am 01.08.2017, 22:00 Uhr

Da würde ich beim Dr. Hellmeyer im KS Forum fragen. Der müsste wissen, ob das prinzipiell möglich ist.

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 02.08.2017, 0:49 Uhr

Hallo Anne S.!

Ist kein schlechter Gedankengang, jedoch auch all das für mich undenkbar und nicht mit mir umzusetzen.

Mir hat es sogar eine Arbeitskollegin vorgeschlagen (sie ist Krankenschwester). Ich habe sie wohl nur noch entsetzt angestarrt und ich hielt bei dieser Aussage schon wieder die Luft an. Geht gar nicht! Hat auch nichts mit weiblich oder mit Vertrauen zu tun. Ich möchte einfach von niemand (ausgeschlossen dem, den ich liebe) dort angefasst oder auch nur angeschaut werden. Möchte nicht entblößt in diesem Bereich sein.

Nun ja, es muss ja generell möglich sein, wenn schon hier im Forum und auch in anderen von Frauen berichtet wurde, dass in ihrer Geburtsklinik generell kein Blasenkatheter mehr gelegt wird. Sei eine Infektionsgefahr mehr und einfach dafür zu unnötig. Nur, wie ich ja schon geschrieben hab sind die Beiträge zu alt und ic bekomme keine Antwort der Frauen mehr, um so zu erfahren, wo die Kliniken sind.

Lg

 

Klinikum Bielefeld eventuell

Antwort von Silke11 am 02.08.2017, 1:57 Uhr

S. hier:

http://www.klinikumbielefeld.de/Entbindungsangebote-Zentrum-fuer-Frauenheilkunde.html
und dann "schonender Kaiserschnitt"

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 03.08.2017, 12:57 Uhr

Liebe emilie.d.,

ich selbst warte einfach ab, was ich nach der Geburt noch dadurch empfinde, erlebe und mich eventuell einschränkt. Weil wie erwähnt, 13 Jahre hatte ich keinerlei posttraumatische Belastungssyndrome. Nur diese Schwangerschaft und dadurch der Gedanke an das erneute Ausgeliefertseins fremder Menschen in meinem Intimbereich hat diesen Vorfall "getriggert". Eventuell ist mit Abschluss der Schwangerschaft mein innerer Frieden wieder erreicht und ich lebe einfach auch wieder so wie vor der Schwangerschaft. Und ich war wirklich auch 13 Jahre lang trotz eines solchen Vorfalls immer lebenslustig, selbstbewusst und glücklich. Auch in der Partnerschaft/Sexualität keine Probleme. Habe überwiegend auch männliche Freundschaften und fing da nicht an, an irgendjemand von denen zu zweifeln... Und das "alte Leben" vor der Schwangerschaft möchte ich auch wieder. Also mit gutem Gewissen auch das, nach dem Missbrauch, denn das war mein glückliches Leben. Natürlich werde ich aber eine Therapie angehen, sollte dies nicht der Fall sein.
Das mit dem Familienzimmer ist auch schon in unserer Planung soweit es möglich ist! Und ich stelle mich auf harte Tage nach dem KS ein aber das nehme ich alles in Kauf, wenn fremde Hände mir zwischen den Beinen weg bleiben.

Vielen Dank für deine Tips. Ich werde mich mal durchsuchen zwecks therapeutischer Begleitung.

Lg

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 03.08.2017, 13:03 Uhr

Liebe Silke11!

Ganz lieben Dank für den Link! Also mal ganz von meiner Situation abgesehen, finde ich, das hört sich allgemein doch schon super an!
Nun hab ich mich bissl darüber belesen und anscheinend ist diese Methode schon diese, die so gut wie immer angewand wird!? Aber es ist super mal "das Kind beim Name nennen zu können". Jetzt kann ich in allen anderen Krankenhäuser auch spzifisch danach fragen.
Bielefeld wäre von mir 4,5 Stunden Fahrt. Wenn sie komplett auf Katheter verzichten, würde ich diese Strecke auch in Kauf nehmen. Jedoch habe ich immer auch wieder die Angst im Kopf, dass ich eine Zufriedenheit mit einer Klinik finden kann, es dann doch früher los gehen würde und ich sie nicht mehr erreichen kann. Horrorvorstellung...
Vielleicht weiß hier jemand, welche Klinik diese Methode noch anbietet!?

Vielen Dank und liebe Grüße

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Lovie am 03.08.2017, 14:50 Uhr

Wäre dein Partner denn gewillt, das Katheter legen zu lernen?
Ich bin darin nicht "im Thema" aber kann das wirklich so schwierig sein? Denke ich mal nicht, oder?
Wäre das für dich akzeptabel, dass er das für dich macht?

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 03.08.2017, 15:02 Uhr

Weder er könnte das tun, noch kann ich es ertragen....
Ich weiß, es ist schwierig. Und ich komme mir auch oft genug blöd vor, da ich mich wie ne "Extrawurst" verhalte. Aber leider kann ich es nicht abstellen oder ändern und ich bin nur ehrlich wie es ist. Wenn ich irgendwas dann einfach annehme/in Kauf nehme, dann wird das alles nochmals verschlimmert. Ich muss "NEIN" sagen können und es muss dann auch respektiert werden, sonst ist es das Erleben davon gerade von vorne...

 

Es ist DEIN Körper

Antwort von lisa182 am 06.08.2017, 5:11 Uhr

Und deshalb dürfen Ärztinnen nach meinem Verständnis sowieso nichts machen, was du nicht möchtest. Selbst wenn du daran sterben solltest, im allerschlimmsten Fall.

Wenn das schriftlich festgehalten wird ist das Behandlungsteam aus dem Schneider, falls später irgendwelche Vorwürfe erhoben werden sollten. Was eh nicht sein wird. Vielleicht gibt es im Krankenhaus eine Anlaufstelle um das zu klären.

Was mir noch einfällt: es gelingt dir sehr gut zu unterscheiden, das war damals und das ist die geliebte Person heute. Was nicht selbstverständlich ist. Vielleicht kannst du ebenso klar unterscheiden, das war eine Grenzüberschreitung bei der es nur um Macht ging und bei der Geburt sind Grenzüberschreitungen mit deinem Einverständnis um die Gesundheit deines Kindes und von dir zu schützen. Im Gesundheitswesen sind ständig notwendige Grenzüberschreitungen, Blutabnahme, mit Fremden über persönliches / körperliche Beschwerden sprechen, gepflegt werden, etc. Und wir nehmen sie bewusst in Kauf. Es ist etwas völlig und gänzlich anderes, als das, was du damals erlebt hast.

Ich wünsche Dir Alles Liebe und Gute für die Geburt und eine wunderschöne Babyzeit


P.S.: nach Allem, was man über diie Häufigkeit sexueller Gewalt gegen Frauen weiß, ist es in keinster Weise nachvollziehbar, weshalb auf Geburtenstationen darauf nicht Rücksicht genommen werden kann. Da ist wirklich Nachholbedarf und das hat nichts!!! Mit Extrawurst zu tun!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von funkahobbes am 07.08.2017, 20:08 Uhr

Hallo!

Da sich ja doch alles an dieser Kathetergeschichte aufhängt.... Den Einmalkatheter hatte der Arzt im Gespräch meines Erachtens nach für den Fall gedacht, dass du durch OP-Medikamente oder Komplikationen einen Harnverhalt bekommst. In diesem Fall würde dir jede Klinik einen Einmalkatheter mehr als nur ans Herz legen, da es einfach schweineweh tut, wenn die Blase mit fast 1000ml zum Platzen gefüllt ist (Normalkapazität ca 500ml) und eben ein Aufstau und Blasenverletzung verhindert werden muss.
ABER Harnverhalt kommt bei Frauen sehr selten vor UND es gäbe für den seltenen Fall eines weiblichen Harnverhalts die Alternative einer Einmalpunktion durch die Bauchdecke.
Zusätzlich direkt vor der OP nochmal auf die Toilette und auch dem Anästhesisten Bescheid geben, dass er es nicht mit der Infusionsmenge übertreiben soll. (vor, während und nach der OP)

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Jomol am 09.08.2017, 16:26 Uhr

Erst mal tut es mir leid, was Du durchmachen mußt, statt Dich einfach auf Dein Baby freuen zu können.
Da man sich selbst vorgeburtliche Einläufe zum Anregen der Wehen machen kann, weiß ich nicht, was gegen eine Katheteranlage bei sich selbst spricht. Da kommt man doch viel besser ran als hinten? Es gibt genug Menschen auf der Welt, die sich oder ihre Kinder wegen anderer Probleme immer selber katheterisieren müssen, weil sie nicht Wasserlassen können, es ist also kein Hokuspokus, wofür man eine mehrjährige Ausbildung machen muß. Laß es Dir erklären, Dir von einer Hebamme/ Schwester assistieren und Du kannst damit das Problem umgehen. Auch das Pipiproblem direkt danach. Ich war nicht so unglücklich über den Blasenkatheter kurz nach dem Kaiserschnitt.
Die Operateure wollen eine leere Blase, damit sie beim Schnitt von oben nichts verletzen, außerdem wollen sie einen Harnverhalt hinterher umgehen.
Alles Gute Dir und Deinem Baby,
Jomol

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von waitforit am 09.08.2017, 20:44 Uhr

Hallo,

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Beitrag jetzt völlig am Thema vorbei geht, aber ich hatte eine wunderschöne selbstbestimmte Hausgeburt - ich hatte eine anwesende Hebamme zur Sicherheit dabei, die der Meinung ist, dass jede Frau selbstverständlich die Kraft hat, selbst natürlich zu entbinden.

Heißt konkret: sie war in etwas Entfernung anwesend, ich habe selbst entbunden, mein Partner hat Händchen gehalten.
Nach der Entbindung hat sie mich wg möglicher Geburtsverletzungen untersucht - das hätte sie aber nicht tun müssen... sie machte alles nach unseren Vorstellungen. Ich hatte somit völlige Kontrolle über alles, habe stolz mein Kind allein zur Welt gebracht und konnte mich zwei stunden später schon duschen gehen.

Vielleicht wäre das noch eine Option?

Ich wünsche dir jedenfalls eine möglichst stressfreie Geburt!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 10.08.2017, 0:24 Uhr

Danke lisa182, dein Beitrag ist ganz in meinem Sinne und macht mir doch auch etwas Mut.
Ja, es gelingt mir doch ganz gut, zu unterscheiden und auch mich selbst klar zu reflektieren. NUR leider genau das bekomme ich nicht hin, diesen Unterschied zwischen "damals, gegen meinen Willen" und "heute, für die Gesundheit". Für mich ist es einfach nur eine Grenzüberschreitung in meinem Intimbereich und ich komme absolut nicht damit klar. Diese Vorstellung allein, was da jemand fremdes tut, lässt mich panisch werden.
Ich bin wirklich auch sehr geschockt über die Tabuisierung und den Umgang mit diesem Thema. Man kommt sich aber leider auch selbst dann oft noch mehr mies vor, als ohnehin schon.
Aus diesem Grund habe ich nun meine Geschichte auch angefangen zu schreiben. Vielleicht hilft es irgendwann, irgendwo doch auch einer oder zwei Frauen. Und wenn es nur bewirkt, dass man sich nicht so alleine fühlt.

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 10.08.2017, 0:28 Uhr

funkahobbes, du machst mir Mut. Ich danke dir!
Genau das haben die Frauen im Forum auch so beschrieben. In den Kliniken, bei denen generell kein Katheter mehr gelegt wird, werden die Frauen unmittelbar vor OP auf Toilette geschickt und kommen dann direkt dran.
Danke auch für den Tip, dem Anästhesisten Bescheid zu geben!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 10.08.2017, 0:32 Uhr

Liebe Jomol,
darüber hatte ich auch schon nachgedacht. Jedoch ist es einfach so eine große Ablehnung, dass ich es einfach ganz und gar ablehne..
Der Arzt verzichtet ja bereits auf einen Dauerkatheter, also das heißt, es geht nicht um Harnverhalt danach. Und zuvor kann ich einfach alleine und selbstständig zur Toilette gehen.
Vielen Dank trotzdem und auch für deine guten Wünsche!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von gretawa am 10.08.2017, 0:33 Uhr

Der Eintrag ist zwar schon eine Weile her, trotzdem schreibe ich noch ganz kurz. Das Klinikum Bielefeld- das in einem link eine schonende Geburt vorschlägt, macht dies als Misgav- Ladach Methode.. Diese ist ehrlich gesagt seit längerem in den meisten Spitäler gemacht. ... Auch die Erwähnung dass keine Katheter benützt werden ist verwirrlich. Sie meinen nicht den Urinkatheter sondern Katheter als eine Art Drain, die Blut aus dem Bauch herausfördern..... Ich denke daher, dass Dir das nicht hilft.
Auch bin ich ehrlich, eine Einmalkatheterisierung ist während des KS manchmal indiziert. Stell dir mal vor, dass deine Blase ganz voll ist nachdem du die Narkose bekommen hast... Dann kommt der Arzt gar nicht an die Gebärmutter heran ohne den Urin aus der Blase zu kriegen- auf einen Dauerkatheter zu verzichten, denke ich ist aber möglich..... Stell Dir also vor, dass es einen Moment gibt, in der eine Urinkatheterisierung nötig ist um die Operation überhaupt zu machen und Dein Kind zur Welt zu bringen......
Ich hoffe ich schocke Dich nicht zu stark mit diesen Beschreibungen, aber ich denke, du solltest Dich auf irgendeine Art und Weise dein Trauma bearbeiten....Es tut mir sehr leid, dass dies wohl sehr, sehr stressig ist für Dich, aber ich denke, es erlaubt Dir die selbstbestimmte Frau zu bleiben, die du bist....
Viel Glück...

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 10.08.2017, 0:40 Uhr

Liebe waitforit,
ganz zu Beginn der Schwangerschaft, als es mir psychisch schon ziemlich schlecht ging und diese Ablehnung spürte, dachte ich, dass ich nur nicht in ein Krankenhaus will. Sprich, ich hatte eine Hausgeburt im Kopf, dies fremden Menschen damit ausgeschlossen usw. Doch als ganz plötzlich mit einem Knall diese Geschichte von damals vor mir stand, also diese Retraumatisierung da war, ging auch das nicht mehr.
Ich selbst möchte mich nicht mehr in einer solchen Lage befinden. Vorallem kann ich kein Risiko einer Geburtsverletzung, die dann ja auch zwangsläufig im Intimbereich ist, dulden.
Also Spontangeburt geht auf keinen Fall mehr. Ich war damals auch stolz, dass ich meinen Sohn "natürlich" entbunden hatte, leider ist es mir durch meine Vergangenheit nun nicht mehr möglich.

Vielen Dank auch dir!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 10.08.2017, 1:06 Uhr

Hallo gretawa,
das Wort "machmal" lässt mich noch etwas beruhigen. Ich kann vieles natürlich medizinisch verstehen, jedoch hilft mir das nicht. Nicht meiner Psyche.

Also ich glaube ja aber fast, dass wenn man unmittelbar vor der OP zur Toilette geht und - so mach ich das jedenfalls definitiv - schon etwa 8 Stunden zuvor nichts trinkt, dann füllt sich keine Blase in einer 3/4 Stunde. Vielleicht kann ich da auch noch erwähnen, dass ich so und so nur ganz selten zur Toilette gehe. Also selbst jetzt in SSW 33 muss ich nur selten.
Ja, ich denke schon, dass ich das Trauma bearbeiten muss. Nur jetzt bin ich fast nur beschäftigt, Vorstellungen in Kliniken usw wahrzunehmen und auch zu organisieren. Ich werde es wohl deswegen erst nach der Geburt angehen!

Vielen lieben Dank für dein netter Abschlusssatz. Ich habe aber einfach Angst, dass ich mit den Bildern - wie oben schon beschrieben - so ein Zorn und Ekel entwickel, dass dies so ein großes Ausmaß in meinem Kopf annimmt und ich dann gar nicht wirklich Freude wahrnehmen kann und das Zusammensein genießen kann. Denn genauso habe ich schon ein Beispiel von letztem Jahr und da war es noch lange nicht so schlimm wie heute.

Lg

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von camelia14 am 12.08.2017, 12:39 Uhr

Nun das mit dem Katheter hat den Sinn, um am op Ende am klären Harn checken zu können, ob die Blase nicht verletzt wurde. Medizinisch eigentlich ein muss. Mir tut deine Vorgeschichte sehr leid, aber ich rate dir unbedingt das mit der Therapeutin zu bearbeiten und Dich nicht am Katheter aufzuhängen (der könnte auch in Vollnarkose gelegt werden). Du meinst nichts trinken? Du bekommst die Flüssigkeit während der Operation intravenös....:-/ rauskommen tut es trotzdem als Harn. Also nützt dir das alles nix. Und glaube mir der Katheter entbindet dich davon Dich vom Pflegepersonal unter Schmerzen auf die Bettpfanne hieven zu lassen :-) was viel unangenehmer ist.
Entfernen kann man ihn evtl selbst nachdem er entblockt wurde, denke ich. Alles liebe

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von Möwenkind am 12.08.2017, 21:32 Uhr

Ganz abstruse Idee: Müsste es denn auch ein KS sein, wenn Dich untenrum niemand (außer Partner evtl) sieht? Käme eine riskante!!! aber selbstbestimmte Hausgeburt in Frage? Ganz ohne Ärzte? In anderen Ländern ist dies üblich. Nicht, dass ich jetzt generell so etwas anraten würde, aber bevor Du, wie Du schreibst, nicht fähig sein solltest eine Bindung zum Kind aufzubauen...
Hast Du eine Hebamme mit der Du vertrauensvoll sprechen kannst?
Alles Gute, dass Du /Ihr eine gangbare Lösung findest!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 14.08.2017, 11:20 Uhr

Hallo camelia14 und Möwenkind,

Das ist leicht gesagt, dass ich mich nicht so an dem Katheter aufhängen soll. Das ist nun mal mit so einer Vorgeschichte nicht zu beeinflussen. Im Gegenteil, es ist das Hauptproblem. Und wenn ich mich noch so bemühen würde und mir gut zureden würde, das lässt sich im Kopf nicht abstellen oder anders annehmen.
Und - oh mein Gott - unter der Narkose legen?!? Absoluter Horror!!! Alleine die Worte und die Vorstellungen verursacht bei mir, dass ich kaum noch Luft holen kann und mir die Tränen in die Augen schießen. Es soll mich einfach NIEMAND in meinem Intimbereich anfassen. Und schonmal gar nicht, wenn ich wehr- und machtlos hier liege. Ich werde doch einfach über mich selbst noch bestimmen dürfen!? Bereits bei dem Missbrauch wurde mein "Nein" nicht akzeptiert und ich nicht respektiert. Das wäre wie ein erneuter Missbrauch für mich! Ich muss doch einfach ernst genommen werden. MICH FASST DA NIEMAND AN! Punkt!

Also wie schon erwähnt, gibt es Kliniken, die generell keinen Katheter mehr legen. Und JUHU.... ich habe nun auch den Namen einer Klinik erhalten. Unmittelbar vor OP auf Toilette und dann direkt KS. Innerhalb dieser Stunde ca. füllt sich auch die Blase nicht von der Infusionslösung. Also medizinisch ist ein Katheter kein Muss! Für eine medizinische Dringlichkeit, kann ich das mal allgemein gesehen noch verstehen.
Und nochmal JUHU: ich hatte ein sehr positives Gespräch und ich werde meinen KS ohne Katheter bekommen und die Schmerzen danach, wegen Toilette nehme ich in Kauf, wenn wenigstens meine Seele dafür Ruhe bekommt. Ich meinen Seelenfrieden für lange Sicht erhalte... dann lieber nur einige Tage körperliche Schmerzen, wie diese furchtbare Bilder und Vorstellungen in meinem Kopf mit denen ich über eine ewige Zeit nicht fertig werden würde.

Es kann sich wohl keiner wirklich vorstellen, was das für mich bedeutet. Mehr als Balsam für meine Seele und sicher auch die des Wurms!

Liebes Möwenkind,
ich hatte tatsächlich zu Beginn eine Hausgeburt, ja dann sogar Alleingeburt vor (und ich halte davon generell mehr, als von Klinikgeburten, wenn denn medizinisch alles in Ordnung ist). Nur leider wurde mir im Laufe meiner Geschichte klar, dass ich nicht mal mehr eine Geburtsverletzung im Intimbereich dulden könnte und sei sie auch noch so gering. Ich möchte nicht mal mir das Auseinanderdehnen in diesem Bereich mehr vorstellen.... Also das geht nicht. Der KS muss für mich einfach sein. Die Bindung sehe ich nur dann in Gefahr, wenn wieder etwas gegen meinen Willen getan wurde und mich diese Vorstellungen danach so belasten, dass ich nur noch weine und nichts anderes genießen kann.
Ja, ich habe eine Hebamme, die sich auch spezieller mit dem Thema traumatisierte Frauen auskennt. Aber selbst sie darf bei mir nichts im Intimbereich machen.

Danke an alle!

 

Juhu :)!

Antwort von lisa182 am 15.08.2017, 14:27 Uhr

Das freut mich sehr, dass dir das gelungen ist! Vielleicht schreibst du noch den Namen der Klinik für andere Interessierte? Auch finde ich es wirklich gut, wenn du deine Situation thematisierst und nachlesbar machst.

Vielleicht ist es eines Tages selbstverständlich, dass mehr Selbstbestimmtheit als patienntIn möglich ist. Wie in deinem Fall. Das wünsche ich mir sehr für die Qualität unseres Gesundheitswesens.

Alles Liebe Lisi

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von ArwenAbendstern am 18.08.2017, 21:22 Uhr

Hallo dringendhilfegesucht,

Deine Geschichte berührt mich sehr und ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen kann, obwohl ich dir bei deinem eigentlichen Anliegen nicht helfen kann.
Mein Lebensgefährte litt auch auch an PTBS, ausgelöst durch die Geburt seines Sohnes. Er war Zeitsoldat bei der Bundeswehr und die Geburt riss seelische Wunden aus seinen Kriegseinsätzen auf. Nach über 10 Jahren in denen er keinerlei Probleme mit dem Verarbeiten des dort Erlebten hatte.
Ich weiß, dass ist nicht unbedingt mit deiner Traumatisierung vergleichbar, aber das Ergebnis bleibt dasselbe: Das PTBS geht nicht von alleine wieder weg.
Ich weiß nicht wie akut deine Suche, sprich wie weit du mit deiner Schwangerschaft bist, aber wenn noch ein paar Wochen bleiben, vielleicht hilft es dir darüber zu reden. Such dir einen Therapeuten und/oder, wenn dein Mann es ertragen kann und dazu bereit ist, rede mit ihm. Das ist das einzige was meiner Erfahrung nach hilft. Erzähl was du gerade kannst. Dieselben Geschichten immer und immer wieder. Immer ein Stückchen mehr. Immer nur soviel wie Du preisgeben möchtest. Wenn dein Gegenüber verständnisvoll ist, wird er es sich anhören. Wieder und wieder. Vergessen wirst du die Bilder nie und auch mein LG nicht, aber wir sind mittlerweile an einem Punkt, an dem es kein Thema mehr ist, dass ihn ständig verfolgt, sondern mit dem er leben kann. Wir reden auch heute noch gelegentlich über seine Vergangenheit, aber es nimmt ihn nicht mehr so mit wie damals und ich höre einfach zu. Ohne nachzuhaken, nur bereit das zu hören was er mich hören lassen will. Jedes mal ein bisschen mehr, bis irgendwann (hoffentlich) alles gesagt ist.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass du eine Klinik findest, die alle deine Wünsche erfüllt und dir meine Worte vielleicht doch ein bisschen helfen das Erlebte, was wirklich keine Frau jemals erdulden sollte und wofür ich tiefstes Mitgefühl empfinde, nicht vergessen, aber verarbeiten kannst.

Liebe Grüße,
Caro

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 21.08.2017, 11:50 Uhr

Liebe Caro (ArwenAbendstern),
ich bin gerührt von deinen Worten und deiner Emphatie, die hier bereits nur in den Worten schon zu erkennen ist. Ein PTBS ist einfach ein PTBS, egal wie es entstand. Und es ist unsagbar schlimm. Ich hätte mir das so sicher auch nie ausmalen können.

Sehr schön zu lesen, wie du mit deinem Partner damit umgehst!

Danke!!!!

PS: ich schreibe dir später noch eine PN!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von dringendhilfegesucht am 11.09.2017, 2:10 Uhr

Hallo nochmal an alle, die hier mitgelesen haben, sich beteiligt haben, mir helfen wollten, mir einfach Glück wünschten usw.!
An alle einfach nochmal: DANKE!

Und: Ich kann endlich hier mitteilen, dass ich mein Kampf gewonnen habe! Vier Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitt habe ich endlich meinen Frieden gefunden, indem mir ganz klar und deutlich versichert wurde, dass nichts an mir getan wird, was ich nicht möchte (was meiner Meinung nach sowieso selbstverständlich sein soll). Es wurde auch schriftlich festgehalten! Und ein ganzes Team, alle Ärzte und Hebammen, sind darüber informiert und voll und ganz auf mich eingegangen. Ich kann nicht beschreiben, was das wirklich für mich bedeutete. Mir liefen die Tränen vor Freude und Erleichterung und einfach, dass ich mich verstanden fühlte und mein "Nein" gehört wurde. Ich respektiert, akzeptiert und angenommen wurde.
Über alles wurde gesprochen und ich wurde immer wieder gefragt, ob dies und jenes für mich geht oder das nicht okay ist für mich. Und man überlegte dann immer nach einer Lösung und konnte auch IMMER eine finden, die von beiden Seiten dann machbar war.
Für alle, die es interessiert, die eventuell auch solche Erfahrungen oder einfach ähnliche oder auch andere Probleme haben, oder welche kennen, die welche kennen usw: es ist die Asklepios Südpfalzklinik in Germersheim. Allgemein auch für den "Normalfall" schon eine sehr empfehlenswerte Klinik wenn es um Geburt geht. Da wird Selbstbestimmung der Frau, Babyfreundlichkeit und auch sämtliche Angebote für Familie, Frau und Kind sehr groß geschrieben. Aber mein Fall und das Daraufeingehen hat mich nun absolut überzeugt!

Ich bin nun wieder ein anderer Mensch und endlich, endlich kann ich mich sogar auch auf mein Kind freuen. Leider waren es dann zwar nur noch 4 Wochen mit Freude und wochenlang zuvor nur Angst, Panik, Ablehnung und Weinen. ABER immerhin gibt es diese medizinischen Menschen mit Herz und auch Verstand, die mir wenigstens noch die 4 Wochen schenkten UND vor allem dann auch nach der Geburt ein Freuen, Genießen und Einklang entstehen darf, anstatt dann erst Recht diesen Horror zu erleben, wenn das - was alle anderen meinten ein Muss ist - an mir gemacht worden wäre. Es zählen nicht nur irgendwelche Organe, Muskeln, Fasern, Bänder, Blutgefäße usw. zu einem menschlichen Körper und dessen Gesundheit, sondern auch die Psyche und Seele - eventuell diese sogar noch mehr, denn wenn sie geschädigt werden, dann sind die Folgen meist noch viel umfangreicher und zeitlich weitreichender! Und deswegen müssen Eingriffe genauso auch diesen Bereich schützen und gesund erhalten!

Jetzt habe ich noch eine Woche und werde die letzten Vorbereitungen auch mit Vorfreude erledigen, zu was ich aus diesem ganzen Anlass zuvor gar keine Lust hatte.

Herzliche Grüße!

PS: Ich werde mich in Zukunft mit diesem Thema mehr beschäftigen und mich durch meine Geschichte auch für andere betroffene Frauen gerne einsetzen, eventuell sogar durch ein Projekt mehr Öffentlichkeitsarbeit bewirken. Wer Fragen hat zu diesem Thema, meiner Geschichte, oder sonstiges darf mich jederzeit gerne anschreiben (natürlich auch durchgehend anonym). Manchmal dauert meine Antwort etwas länger, aber ich melde mich definitiv zurück!

 

Re: Folgen eines früheren sexuellen Missbrauchs

Antwort von April.lis am 11.09.2017, 20:39 Uhr

Ich wünsche dir eine ganz tolle Restschwangerschaft, eine wunderschöne Geburt wie du sie dir wünschst und verdient hast und eine unvergeßlich schöne Kennenlernzeit.

Vielen Dank, dass du uns auf den neuesten Stand gebracht hast. Ich habe hier täglich nachgesehen, ob du noch mal geschrieben hast :-)

Alles erdenklich Gute
April.lis

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