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Sanfter Start ins Leben - mit Intensivmedizin und viel Liebe

Sanfter Start ins Leben - mit Intensivmedizin und viel Liebe

Ein Baby, das den schützenden Uterus viel zu früh verlassen musste, kommt mit der ungewohnten Umgebung nur schlecht zurecht.

Einem Frühchen fehlt die Schwerelosigkeit des Wassers, in dem es sich mühelos bewegen konnte und die Enge des Mutterleibs, in dem es sicher und geborgen war. Es fehlen die vertrauten Geräusche, der Herzschlag, die Stimme der Mutter, und es erschreckt sich durch die lauten technischen Geräte und das grelle Licht der Neonlampen. Deshalb ist eine gute medizinische Versorgung nur eine Seite der Medaille. Zarte, umsichtige Pflegemaßnahmen und einfühlsamer Umgang sind mindestens genauso wichtig, um den kleinen Patienten den Start ins Leben so sanft und schonend wie möglich zu gestalten.

Minimal-Handling

In modernen Perinatalzentren werden Frühchen heute nach dem Prinzip des "Minimal-Handlings" versorgt. Das bedeutet, Ärzte und Schwestern versuchen jeden Handgriff, der das Baby irritieren könnte, zu vermeiden und die Untersuchungen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Außerdem wird alles getan, um den Kleinen eine Atmosphäre wie in Mamas Bauch zu schaffen: Die Inkubatoren werden mit einem dunklen Tuch abgedeckt, um das Dämmerlicht zu imitieren. Wenn möglich liegt das Baby in einem festen Kissen oder einem Ring aus Windeln, die seinen Körper begrenzen und ihm ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. In manchen Kliniken werden die Kinder auch auf ein mit warmem Wasser gefülltes Kissen gebettet, um ein Gefühl der Schwerelosigkeit wie im Mutterleib zu erreichen. Auch die technischen Geräte, beispielsweise zur Beatmung, werden ständig verbessert, damit sie leiser arbeiten und die Babys nicht unnötig stören.

Mama und Papa sind wichtiger als jede Medizin!

Angesichts der ganzen Technik fühlen sich die Eltern oft hilflos und nutzlos. Selbst wenn sie natürlich wissen, dass all diese Apparate und Schläuche nur dazu da sind, ihrem Baby zu helfen, haben sie das Gefühl, als Eltern zu versagen, weil sie für dieses kleine Wesen kaum etwas tun können. Ärzte und Schwerstern können viel dazu beitragen, den Eltern Ihre Ängste zu nehmen, indem sie ihnen erklären, welch wichtigen Beitrag sie zur Entwicklung ihres Kindes beitragen können. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass Kinder, die von ihren Eltern regelmäßig besucht, gepflegt, berührt und liebkost wurden, besser gedeihen. Sie holen das Versäumte schneller auf und können die Klinik früher verlassen. Auch das Stillen, bzw. das Abpumpen der Muttermilch trägt dazu und gibt der Mutter das gute Gefühl gibt, für ihr Kind da sein zu können. Zum Glück ermutigen die meisten Kliniken die Eltern heute, ihr Kind so oft wie möglich zu besuchen und bei der Pflege zu helfen. Damit gelingt es sowohl den Eltern und wie auch dem Kind leichter, den Schock durch die Frühgeburt zu überwinden und eine emotionale Bindung zu einander aufzubauen.

Stress vermeiden

Wenn das Baby irritiert ist, z.B. durch plötzliche laute Geräusche oder durch unangenehme medizinische Untersuchungen, zeigt es das durch seine Körpersprache. Die Hautfärbung verändert sich, die Atmung wird unregelmäßig, es macht ein unwilliges Gesicht, jammert oder versucht den Kopf oder den Fuß wegzuziehen. Jede Untersuchung oder Pflegemaßnahme - egal ob Windeln wechseln oder Blut abnehmen - bedeutet erst mal Stress für das Baby. In den Kliniken wird heute darauf Rücksicht genommen und Unnötiges soweit wie möglich vermieden. Eine sanfte Berührung durch eine ruhige Hand bringt das Baby nach den notwendigen Maßnahmen wieder ins Gleichgewicht.
Durch aufmerksames Beobachten lernen auch die Eltern im Lauf der Zeit, wann ihr Frühchen Ansprache und Aufmerksamkeit möchte und wann es überfordert ist und seine Ruhe braucht.

Dringend notwendig - Hilfe für Mamis und Papis

Glücklicherweise wird in den Neugeborenen-Intensivstationen inzwischen auch immer mehr auf die Bedürfnisse der Eltern geachtet. Sie dürfen Spielzeug mitzubringen oder das Bettchen mit Fotos oder einem Mobile ein bisschen persönlicher gestalten. Für die Schmusezeiten und das Känguruhing stehen bequeme Liegen oder Sessel zur Verfügung. Es gibt auch fast überall Elterninitiativen und psychologische Fachkräfte, die den Eltern bei Fragen oder Problemen zur Seite stehen. Denn schließlich darf man nicht vergessen, dass auch die Eltern zu früh Mami und Papi geworden sind. Sie benötigen Zeit, sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden und ihren Alltag mit Geschwisterkindern oder Beruf zu organisieren.

Viele Frauen leiden auch unter Schuldgefühlen und haben Angst, dass sie die Frühgeburt durch eigene Unachtsamkeit oder Fehler ausgelöst haben könnten. Und sie brauchen Zeit, die verlorenen Schwangerschaftswochen und die versäumte natürliche Geburt zu betrauern. Schlafstörungen, Antriebsmangel und ein Gefühl der Gleichgültigkeit - auch gegenüber dem Kind - sind Anzeichen einer sogenannten "postpartalen Depression". Hier sollten Sie sich nicht scheuen, die psychologische Betreuung, die viele Kliniken anbieten, auch zu nützen!

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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