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Gute Aussichten für Frühchen

Gute Aussichten für Frühchen auf eine gesunde Entwicklung

284 Gramm - kaum mehr als ein Pfund - wog das kleinste Frühchen, das bisher überlebt hat. Es kam in der 22. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Unvorstellbar, dass so ein winziges Menschlein, das den schützenden Mutterleib so viele Wochen zu früh verlassen hat, überhaupt eine Chance hat. Doch die Überlebenschancen selbst kleinster Frühchen werden Dank modernster medizinischer Technik immer besser.

Tatsächlich schafft die Medizin heute immer wieder wahre Wunder. Das kleine Mädchen, das 2006 in Miami geboren wurde, konnte nach monatelangem Klinikaufenthalt ohne größere Auffälligkeiten nach Hause entlassen werden.

Wann spricht man von einer Frühgeburt oder einem Frühchen?

Normalerweise dauert eine Schwangerschaft zwischen 38 und 42 Wochen. Dann ist ein Baby reif. Seine Organe - allen voran die Lunge -, der Kreislauf, die Verdauung und das Immunsystem sind für das Leben außerhalb des Mutterleibes bereit. Kommt ein Baby vor  Abschluss der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, spricht man von einem Frühgeborenen. Hatten extrem kleine Frühchen vor ein paar Jahren noch kaum eine Überlebenschance, so haben sich die Aussichten von Babys, die mit einem Geburtsgewicht von 500 Gramm und weniger geboren werden, in den letzten Jahren außerordentlich verbessert. Viele von ihnen können - nachdem sie manchmal Monate in der Klinik verbracht haben - gesund und unbeschadet nach Hause entlassen werden. In Deutschland kommen ungefähr 9 Prozent der Babys zu früh zur Welt, darunter jährlich 8.000 Frühchen vor der 30. Schwangerschaftswoche, und die Tendenz ist steigend. Das liegt vor allem daran, dass Frauen heute später gebären und immer öfter Mehrlinge bekommen.

Ursachen für Frühgeburten

Je länger ein Baby im Bauch der Mutter bleiben kann, desto besser übersteht es seinen Frühstart ins Leben. Jeder einzelne Tag zählt hier, und die Ärzte kämpfen teilweise verzweifelt darum, die Geburt noch etwas hinauszuzögern. Trotzdem ist das vorzeitige Ende der Schwangerschaft manchmal unausweichlich, wenn das Baby im Mutterleib nicht mehr genügend versorgt wird oder vorzeitig die Wehen einsetzen. Die häufigsten Ursachen für Frühgeburten sind Stoffwechselerkrankungen der Mutter wie Diabetes, Mangelversorgungen des Babys, z.B. durch eine vorzeitige Plazenta-Ablösung, vorzeitige Wehen, Muttermundschwäche oder Infektionen, Erkrankungen und Fehlbildungen des Babys und Mehrlingsschwangerschaften. Denn vor allem wenn sich zwei, drei oder mehr Kinder den Platz im Bauch der Mutter teilen müssen, kann es schnell zu eng werden. Mehrlinge kommen deshalb fast immer einige Wochen zu früh auf die Welt. Auch Rauchen, Alkoholmissbrauch oder übermäßiger Stress der Mutter kann zu einer Frühgeburt führen.

Beste Chancen dank modernster Medizin und Technik

Vom medizinischen Standpunkt her unterscheidet man Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (unter 1000 Gramm), mit sehr niedrigem Gewicht (unter 1500 Gramm) und sogenannte späte Frühgeborene (zwischen der 34. und 37. SSW geboren). Die ersten beiden Gruppen brauchen zunächst meist intensivmedizinische Pflege. Außerdem unterscheidet man noch dystrophe Frühchen, also Kinder, die mangelernährt und deshalb für ihr Alter unterentwickelt sind. Letztendlich ist aber die Zeit, die das Baby im Mutterbauch verbringen konnte, wichtiger für seine Reife als das Gewicht. Späte Frühgeborene sind meist gar nicht so viel leichter als fertig ausgetragene Kinder, haben aber oft noch Startschwierigkeiten. Vor allem die Lungenreife ist ein wichtiger Aspekt. Dank modernster medizinischer Technik haben heute aber schon Babys, die in der 29. SSW oder mit einem Gewicht 1000 bis 1500 Gramm geboren werden, eine 95 prozentige Überlebenschance!

Hilfe bei Startschwierigkeiten

Die zahlreichen Perinatalzentren - so nennt man die auf die Versorgung von frühgeborenen Babies spezialisierten Kliniken - sind heute mit den modernsten technischen Geräten ausgerüstet. Inkubatoren, Ernährungssonden und Beatmungsgeräte - alles ist auf die Bedürfnisse und auf die winzigen Näschen, Ärmchen und Beinchen der Frühchen eingestellt. Möglichst sanft versuchen die Mediziner, den Kleinsten der Kleinen über die ersten Startschwierigkeiten hinwegzuhelfen und ihnen den schützenden Mutterleib dabei so gut wie möglich zu ersetzen.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: Mai 2017

   

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