Kaiserschnitt Kaiserschnitt
Geschrieben von emilie.d. am 25.10.2017, 22:32 Uhr zurück

Re: Verarbeitung vom KS..immernoch problematisch

Bei der Geburt wird nicht nur das Baby geboren, sondern auch die Mutter. Wenn man so schlimme Geburten wie Du erlebt, dann geht das alles zu schnell. Es ist zuviel, der Kopf kommt nicht mit. Man schwebt irgendwie zwischen den Welten, funktioniert. Aber man ist nicht mehr die alte Emilie in meinem Fall, die überspitzt gesagt Blumen streuend und singend durch die Welt tanzt. Und zu der neuen Rolle bekommt man auch keine richtige Verbindung.

Meine erste Geburt war traumatisch. Ich habe eine posttraumatische Balstungsstörung entwickelt und war etwa ein halbes Jahr in Therapie. Solche Geschichten wie Deine oder meine sind nicht selten und das Umfeld kann damit leider meist nicht umgehen. Kind und Mutter gesund, ist doch alles in Butter.

Das erste, was man in der Therapie lernt, ist das Relativieren abzuschalten. Wut, Trauer zuzulassen. Wenn ich mal von mir sprechen darf, es war nicht alles in Butter. Ich bin verdammt nochmal um meine Traumgeburt betrogen worden. Viel hätte man verhindern können bzw. mir einfacher machen können, da hat das Geburtsteam, der Anästhesist menschlich versagt. Millionen von Frauen bekommen jedes Jahr Kinder, haben ihr Baby auf dem Bauch, erleben einen der schönsten Momente ihres Lebens. Für mich war es das Schlimmste, was mir in meinem Leben passiert ist. Warum ich?

Verstehst Du, was ich meine? Es bringt einem nichts, dass es anderen Frauen viel schlechter geht. Dadurch wird das eigene Leid nicht kleiner. Man bekommt nur ein schlechtes Gewissen, weil man so fühlt wie man fühlt.

Ein erster Schritt kann sein, in der Klinik einen Termin zu machen und sich den Geburtsbericht erklären zu lassen. Nach meinen guten Erfahrungen würde ich immer zu professioneller Hilfe raten.

Ich hatte ständig Alpträume, einer war, dass ich am Bett von mir selbst stehe in der Klinik, auf mich herunterschaue, mich mitnehmen will. Aber es nicht geht. Und in der Therapie habe ich immer gehofft, den Weg zu finden, mich mitnehmen zu können.

Bewältigt hatte ich die Geschichte, als ich in der Lage war, mich, mein altes ich, in der Klinik zurücklassen zu können. Manche Dinge sind einfach unwiderbringlich verloren. Aber das ist nicht schlimm. Das dauert bloß, so etwas akzeptieren zu können.

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