Kaiserschnitt Kaiserschnitt
Geschrieben von Glaseule am 24.10.2017, 10:44 Uhr zurück

Re: Verarbeitung vom KS..immernoch problematisch

Wie schade, dass es Dir immer noch so geht, das tut mir sehr leid für Dich!
Mir ging es ähnlich, und ich habe über ein Jahr gebraucht, bis ich den Zusammenhang zwischen meiner Tochter und dem Baby in meinem Bauch fühlen konnte. Obwohl ich nicht in den Aufwachraum musste.

Ein Stück weit hat es mir geholfen, den Geburtsbericht anzufordern und mit Hilfe des Berichts und meines Mannes den ganzen Verlauf aufzuschreiben, so detailliert wie möglich (ist lang geworden!), auch mit allen Gefühlen, an die ich mich zu bestimmten Zeitpunkten erinnern konnte usw. und dann kleine Symbole auf den Erinnerungsbericht zu legen (kleine Steine für die schlimmen Momente und kleine Sternchen oder Blümchen für gute Momente, von denen es auch ein paar gab (z. B. eine nette Bemerkung der operierenden Ärztin, durch die ich mich für einen Moment als Mensch wahrgenommen gefühlt habe). Dabei konnte ich Erinnerungslücken schließen und das Erlebte besser integrieren. Danach war nicht alles gut, aber schon besser, ich musste z. B. nicht mehr aus heiterem Himmel wegen irgenwelchen auf den ersten Blick gar nicht damit zusammenhängenden Auslösern losheulen, und es sind auch psychosomatische Symptome wieder weggegangen. Vielleicht ist es ja eine Möglichkeit, die Dir auch weiterhelfen kann. War übrigens ein Tipp von einer Psychologin, die auf ähnliche Weise mit Flüchtlingen gearbeitet hat, damit diese mit der Verarbeitung ihrer Fluchterlebnisse beginnen konnten.

Ansonsten schließe ich mich den anderen an: Such Dir Unterstützung! Das kommt nicht nur Dir, sondern auch Deiner Tochter zugute, und es ist so schade, wenn die ersten Monate oder Jahre so davon überschattet werden. Du musst das nicht allein schaffen. Kaiserschnittnetzwerk wurde schon genannt, ansonsten können Dir evtl. auch Geburtshäuser, Krankenhäuser oder Hebammen Leute nennen, an die Du Dich wenden kannst.

Was ich persönlich auch noch als Lektüre ganz hilfreich fand, war eine Diplomarbeit, die ich im Netz gefunden habe: http://edoc.sub.uni-hamburg.de/haw/volltexte/2006/73/pdf/sp_d.pf.04.340.pdf (Jurgelucks, Christiane: Wie Frauen die Geburt ihres ersten Kindes durch Kaiserschnitt erleben; Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, 2004)

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