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brennende Brustwarzen:o(

Frage von Muckefutz  -  05.11.2006
Hallo,

hab folgendes Problem:
meine Brustwarzen brennen wie Feuer und zwar insbesondere nach dem Abpumpen (Handmilchpumpe Avent).
Zwar war das ursprünglich nach dem Stillen auch so, aber das habe ich mit kühlen Calendula-Umschlägen in den Griff bekommen.
Johanneskrautöl hat leider nix gebracht.

Wenn ich abpumpe, habe ich mind. 2 Tage noch gut davon:o(

Weiß jemand vielleicht einen Rat?

VG
Muckefutz

brennende Brustwarzen:o(

Antwort von Mona 1975  -  06.11.2006
hallöchen...


ich hab als erstes glatt an eine soorinfektion der brust gedacht...


ich kopier dir mal meinen text zur soorbehandlung rein...er ist leider noch nicht online zur verfügung...


glg und gute besserung !!!!
mona
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Die Soorinfektion



Allgemeines :

Soorinfektionen sind häufig der Grund für wiederkehrende und/oder nicht heilende wunde Brustwarzen. Soor ist die Pilzinfektion der Haut oder Schleimhäute von Mutter oder Kind. Der häufigste Erreger ist eine Candiasprosspilzunterform mit dem Namen Candida albicans. Pilze wachsen und gedeihen in dem Milchmilieu von Mutter und Kind hervorragend. Candidapilze besitzen die Eigenschaft in aufgestossener angedauert Muttermilch, in feuchten Stilleinlagen, auf der Haut der Brustwarze, im Brustdrüsengewebe der Frau (vorwiegend in den Milchgängen), der Mundschleimhaut des Kindes, in der Vaginalflora der Mutter und in Form eines Windelexanthemes für fortlaufende dauerhafte und hochansteckende Erkrankungen zu sorgen. Kurz um - er liebt feuchtes, dunkles, ph- Wert saures Milieu und ist sehr ansteckend! Sogar in - 18 °C tiefgefrohrener Milch ist er nicht abgetötet, sondern schlummert als inaktive Infektionsquelle weiter.


Ursachen :

Soorinfektionen tretten häufig bei geschwächter Immunabwehr oder als Begleiterscheinung nach Antibiotikagaben auf.

Weitere Faktoren begünstigen häufig eine Soorbesiedlung:

- Verletzungen, Einrisse der Brustwarze

- Stilleinlagen die Staunässe fördern

- Diabetes

- eine Brustentzündung die mit Antibiotika behandelt wurde

- Östrogenhaltige Antibabypillen

- Magelerscheinung von Vit. A, B, C, K sowie Eisen- und Folsäuremangel

- Behandlung mit Langzeitsteroiden bei Asthma bronchiale

- ausgibieger Genuss von Molkereiprod.,sehr Zuckerhaltigen Speisen und künstl. Süßstoffen

Symptome :

Eine Soorinfektion kann sowohl von der Mutter auf dass Kind und umgekehrt übertragen werden. Soor in der Mundschleimhaut des Kindes ist eine schmerzhafte Sache, die sogar zum Stillstreik führen kann. Oft saugt das Kind an, wendet sich ab und beginnt unruhig zu werden.Oftmals hört die Mutter ein klickendes Geräusch beim Stillen.

Symptome der Mutter

- schon längere Zeit oder plötzlich wund werdende Warzen, welche rosa, fleckig, juckend und/oder rot und brennend sind

- offene riessige Brustwarzen

- stechende Schmerzen in der Brust beim und/oder nach dem Stillen

- weisslich schimmernder Belag/Blassen auf der Warze der sich nicht wegwischen lässt

- Schmerzen beim Gebrauch einer bisher korrekt genutzten vollelektr. Brustpumpe

- Hefepilzinfektion der Scheide der Mutter ( Candida oder Monilia)


Symptome des Kindes

- cremigwirkend, weisser Belag auf der Zunge, der Innenseite und/oder der Wagentaschen
- Wunder Popo bis hin zu starker Windeldematitis mit weissen Stipchen
- das Kind trinkt schlecht/widerwillig und verweigert evt. sogar ganz die Brust (weil es Schmerzen hat!!!)
- Blähungen und starke Unruhe
- sehr selten besteht eine verzögerte Gewichtszunahme


Das Baby oder die Mutter kann auch ohne offensichtliche Symptome an Soor erkrankt sein! Ein Candidanachweis der Milchgänge
der Mutter ist trotz Milchkulturen und Abstrichen zu sehr hohem % Satz negativ, obwohl eine Infektion vorliegt. Wichtig und notwendig ist eine Behandlung beider Stillparteien, um eine erneute oder im Ping - Pong - Prinzip verlaufender Erkrankung zu vermeiden.



Hygienehinweise:



oberstes Gebot sind Hygiene und Sauberkeit

- vor und nach jedem Stillen/Pumpen, Windelwechsel und Toilettengang ist gründliches Händewaschen Pflicht

- Beruhigungssauger, Flaschensauger und Beissringe, müssen tgl. mindestens 1 mal für min. 10 min. ausgekocht/vaporisiert werden

- abgepumpte Muttermilch darf verfüttert aber nicht vorratsmäßig eingefrohren werden, da der Candida zwar inaktiviert ist, aber nicht abgetötet wurde!

- Stilleinlagen sind nach jeder Stillmahlzeit zu wechseln

- wiederverwendbare Stilleinlagen dürfen erst nach gründlicher Seifenlaugenwäsche mit heissem Wasser genutzt werden

- Milchpumpenaufsatzstücke sollten nach jedem Pumpen gründlich gereinigt und min. 1 mal tgl. ausgekocht/vaporisiert werden

- die Brustwarzen sollten bei Soor nicht mit Muttermilch bestrichen werden, da Milch der optimalste Nährboden für Soorerreger bildet

- stillt eine Mutter Tadem (2 verschieden alte Kinder) oder Zwillinge sollte sie evt. dem erkanken kind eine Brust zuweisen oder
mit dem Kinderarzt eine prophylaktische Vorgehensweise besprechen

Auch beim Geschlechtsverkehr ist die Übertragung von Soor möglich! Männer haben öfter als geglaubt, eine symptomfreie Soorinfektion und stecken unbewusst die therapierte Scheidenflora der Frau erneut an. Ebenfalls wird Soor durch Kinderspielzeug weiterverbreitet. Somit sollte 1 mal Wöchentlich sämtliches Beissspielzeug mit heissem Seifenwasser gereinigt werden. Tritt Soor immer wiederkehrend auf, erweist sich evt. eine gesamte Familienbehandlung als notwendig !


Behandlung :

Grundlage zur wirkungsvollen Therapie ist eine zeitgleiche Behandlung von Mutter und Kind! Stillen kann fortgeführt werden.
Eine Standartbehandlung gibt es weltweit leider nicht wirklich. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Miconazol- oder Clontrimazolgel, Nystatinsuspensionen für die Mundschleimhaut oder Nystatincreme für die Brust.

Es kann bereits in leichteren Fällen nach 48 h zur Besserung der Symptome kommen. Bei schwereren Verläufen besteht evt. eine
Verschlimmerung der Schmerzsymptomatiken für ca.1 bis 2 Tage. Im Regelfall verschwinden die Symptome nach ca. 5- 7 Tagen. Dennoch sollte die Behandlung dringend 10 Tage fortgeführt werden, um auch die letzten Pilzsporen wirkungsvoll abzutöten!


- kürzere und häufigere Stillmahlzeiten anbieten
- an der schmerzärmeren Seite zu erst anlegen (sofern ein vorhanden ist)

- zeigt das Kind eine Abneigung zum Stillen wegen des Medikamentengeschmackes, kann erst Stillen und dann Pinseln hilfreich sein

- Medikamentenrückstände nicht ernfernen



Quellen:


Das Handbuch für die Stillende Mutter (La Leche Liga)
Breastfeeding Answerbook (2002)


Autor : Mona Kelemen (Oktober 2006)

 
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