

2 Jahre alt, blonde Locken, Du bist wirklich ein hübscher kleiner Mann; strahlst mich aus wunderschönen
braunen Augen freundlich an.
Ich seh' Dich liebevoll an, recht nachdenklich und lang'; jeden
Tag und jede Nacht ist mir im Herzen um Dich bang'.
Oft packt Dich aus heiterem Himmel einfach
so die Wut, das tut weder Dir noch den Menschen die Dich so sehr lieben gut.
Schreien,
treten, beissen, schlagen und kratzen; das sind der Krankheit häßlichsten Fratzen. Mit Absicht
tust Du das alles ganz sicher nicht, auch Dir stehen danach Verzweiflung, Angst und Entsetzen
im Gesicht.
Man grenzt Dich mit jedem Tag immer mehr aus, nur wenige Menschen sehen
Dich noch gern' in ihrem Haus. Und die anderen? - sie tuscheln, reden schlecht über Dich;
glauben, wenn wir davon erzählen, uns Dein Leiden nicht.
Sie nennen Dich schlecht erzogen,
ein Monster , ein böses aufsässiges Gör'; unsere Erklärungen stoßen auf taube Ohren, finden bei
vielen Leuten kein Gehör.
Die Herausforderung "Gewitter im Kopf" sie erscheint unüberwindbar
groß; die Epilepsie ist wahrlich ein hartes, fast unerträgliches Los.
Mein geliebtes Kind;
so hart und ungerecht auch manchmal ist das Leben, wir werde versuchen Dir immer nur unser Bestes
zu geben.
Wir lassen Dich mit Deinen Ängsten niemals allein', werden immer , wenn Du
uns brauchst in Deiner Nähe sein. Marius, wir lieben Dich aus tiefstem Herzen sehr; mit
jedem Augenblick um vieles, vieles mehr.
In Liebe, Deine Mama
02. Dezember 2002
danke Kerstin!
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