

Thomas ist, wie schon erwähnt,18 Jahre alt. 1988 wurde er in der 34. SSW geboren, wog 2450 g und
war 47 cm gross. Ich hatte in der 32.SSW einen Blasensprung mitten auf der Strasse. Nach 2 Wochen
Krankenhausaufenthalt, durften wir ihn mit nach Hause nehmen. Wir waren alle crazy und er entwickelte
sich völlig normal.
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Im März 1991 hatte Thomas einen Ertrinkungsunfall und unser Leben geriet restlos aus den Fugen.
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Er war einige Wochen im Krankenhaus, wurde ins künstliche Koma versetzt und bekam nach 4 Tagen Krampfanfälle.
Als er aus dem künstlichen Koma "erwachte" war er in seinem Entwicklungsstand tiefer als ein Säugling.
Die Diagnose lautete: zeitweilige Hirnschädigung! Was denkt man ,wenn man solch eine Diagnose
bekommt ? Wir glaubten, dass es eine vorübergehende Schädigung sei und er eines Tages so wie früher
sein wird. Was weiss man schon, mit damals 22 Jahren, von Behinderungen, wenn man noch nie damit
zu tun hatte? Wir therapierten ihn 8 Monate lang nach einer, in Deutschland, nicht anerkannten Therapie
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Die AOK in Halle weigerte sich die Kosten zu übernehmen, obwohl wir sehr viele ärztl. Gutachten vorlegen
konnten über die Fortschritte, welche Thomas machte.
12 Jahre nach dem Unfall, hat er keine Anfälle
mehr, er kann wieder sehen, sitzen, laufen, lachen, er versteht uns und er ist sauber. Das Einzige,
was uns ziemlich belastet, ist, das er nicht sprechen kann. Er sagt bewusst " Mami, Papa, Mist, ich
auch, ich kann, hör auf", aber die restlichen " Wörter ", welche er gebraucht, kann man nicht zuordnen
und diese wiederholen sich auch nicht - sind also vermutlich ohne Bedeutung. Den Entwicklungsstand
eines 18. Jährigen hat er nicht, wir stufen ihn auf einen Entwicklungsstand von ca. 3 Jahren ein.
Immerhin hat uns jetzt die AOK einen Alpha Talker genehmigt. Vielleicht kann er ja mit diesem Sprachcomputer
erlernen, wie man sich " unterhalten " kann. Wir geben die Hoffnung nicht auf !
Logopäden
? Kennt jemand einen Guten, welcher nicht nur auf " Sprachfehler " ausgebildet ist ? Alle haben
bisher resigniert ...
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Nachtrag, 11.07.2002 Im Oktober 00 hatten wir bei der AOK einen Antrag auf die Pflegestufe III gestellt
(bisher hat Thomas Pflegestufe II ). Ein Gutachter & zwei Gutachterinnen vom MDK haben zwei völlig
unterschiedliche Gutachten erstellt, jedoch reichte es nicht für die Pflegestufe III. Wir sind
vor das Sozialgericht gezogen. Dort wurde beschlossen, das eine vom Gericht gestellte Gutachterin
Thomas nochmal einschätzen sollte. Vor wenigen Tagen haben wir ihre Beurteilung erhalten - Pflegestufe
III. Wir sind gespannt, wie es weiter geht, ob die AOK weiter prozessiert.
23.08.2002 Heute
haben wir von unserem Rechtsanwalt die Unterlagen zugeschickt bekommen. Die AOK streitet weiter! Man
könnte uns die Zeit eines Arztbesuches nicht mit berechnen. Die AOK zieht somit 10 Minuten des Pflegeaufwandes
wieder ab und kommt auf 137 Minuten. 140 Minuten brauchen wir jedoch zur Pflegestufe III. Es fehlen
3 Minuten !!!
01.12.2002 Wir haben den Prozess gewonnen ... und doch nicht gewonnen! Wir
haben die Pflegestufe III bekommen, jedoch zahlt die AOK nicht ab Prozessbeginn (Oktober 00 ), sondern
ab dem 1.1.02 und seit diesem Datum sind wir nicht mehr bei AOK versichert! Das bedeutet, die AOK
ist mal wieder fein raus!
18.05.2006 Thomas ist mittlerweile 18 Jahre jung. Dies bedeutet
einen Antrag beim Vormundschaftsgericht einreichen, dies bedeutet aber auch Fördergruppe oder Behindertenwerkstatt
! Immerhin bekamen wir nach 4 Monaten einen Termin beim Arbeitsamt, den wir allerdings nur bekamen,
weil sich Thomas seine Schule darum bemühte, nachdem man uns beim Arbeitsamt mindestens 3 x versprach
einen Termin zu kommen zu lassen. Und als wir dann zum Termin erschienen, standen wir vor verschlossenen
Türen. Glücklicherweise wollte die für uns zuständige Dame aber gerade zum Mittagtisch und wohl vorher
noch etwas aus ihrem Zimmer holen. Schaun wir mal, wie oft man uns nun noch " vergisst ". Immerhin
kommt Thomas im Juni 06 aus der Schule und niemand scheint einen Plan zu haben, was danach passiert.....
An dieser Stelle möchte ich mich ganz lieb bei der Astrid Lindgren Schule in Halle ( Silberhöhe
) bedanken für die super Förderung, Betreuung und all das Verständnis, welches ihr Thomas & uns entgegen
gebracht habt !! Ihr wart Spitze !
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