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Denn Unsicherheiten im Umgang mit einem Neugeborenen sind normal, schließlich muss man in diese Aufgabe erst hineinwachsen. Wie gut, dass die Hebamme zunächst täglich vorbeikommt und mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie kümmert sich dabei um Mutter und Kind. In diesem Artikel werde ich mich mit der Hebammenarbeit "rund ums Baby" befassen.
Wie oft kommt die Hebamme nach Hause?
Die Hausbesuche der Hebamme werden von der Krankenkasse bezahlt, bis zum zehnten Lebenstag kommt sie täglich einmal, bei Besonderheiten wie schweren Stillstörungen sogar ein zweites Mal, vorbei. Sechzehn weitere Besuche sind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt des Kindes möglich. Bei Stillschwierigkeiten oder Ernährungsproblemen können Sie anschließend noch achtmal Kontakt zu Ihrer Hebamme aufnehmen. Darüber hinaus kann der Kinderarzt weitere Hebammen- besuche verschreiben, etwa bei Gedeihstörung des Säuglings. Beide Berufsgruppen arbeiten dann Hand in Hand.
Benötigen Mütter eine verstärkte Hilfestellung im alltäglichen Umgang mit ihrem Kind/ ihren Kindern, dann kann der Einsatz einer Familienhebamme (Zusatzqualifikation) sinnvoll sein. Das Angebot einer Familienhebamme richtet sich besonders an Teenagermütter, Familien mit Migrationshintergrund, Frauen/Partner mit psychischen Belastungen oder einer Suchtproblematik sowie an chronisch kranke Frauen und an Frauen mit Gewalterfahrungen. Das Betreuungsangebot erstreckt sich bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes.
Nur nichts vergessen: Bereiten Sie sich auf die Hebammen-Besuche gut vor
Ein Tipp vorab: Kümmern Sie sich frühzeitig in der Schwangerschaft um die Betreuung durch eine Hebamme. Und wenn Sie schließlich Ihr Baby geboren haben, legen Sie sich am besten Zettel und Stift parat. Denn dann können Sie sich Ihre Fragen gleich aufschreiben und vergessen nicht, sich diese von der Hebamme beantworten zu lassen. Schließlich wollen Mütter und Väter vieles wissen, insbesondere, ob mit dem Nachwuchs alles in Ordnung ist.
Hier sind wir bei einem wichtigen Punkt angelangt: Die Hebamme ist eine medizinische Fachkraft, die den Gesundheitszustand des Neugeborenen beurteilen kann. Geht es aber über Alltagsprobleme (z.B. wunder Po, Neugeborenenakne) hinaus, wird sie den Kinderarzt hinzuziehen.
Sofern nicht schon in der Klinik geschehen, wird die Hebamme mit den Eltern über die Untersuchung nach dem Gendiagnostikgesetz (Screening) sprechen und am 3. Lebenstag Blut aus der Ferse des Neugeborenen zur Feststellung einer Stoffwechselstörung nehmen oder veranlassen. Auch wenn dieser Piekser weder beim Baby, noch bei den Eltern, noch bei der Hebamme beliebt ist, er muss sein. Nur mit diesem Test kann man frühzeitig zunächst "unsichtbare" Krankheiten feststellen, die zu diesem Zeitpunkt meist therapierbar sind. Unerkannt führen sie jedoch zu schweren, nicht mehr rückgängig zu machenden Störungen.
Überhaupt wird die Hebamme ein wachsames Auge auf das Neugeborene halten. Bei meinem ersten Hausbesuch mache ich zunächst stets eine gründliche Untersuchung des Babys, schaue es mir ganz genau an. Mit diesem Check möchte ich mich vergewissern, dass keine angeborenen Fehlbildungen (z.B. Gaumenspalte) oder Geburtsverletzungen übersehen wurden.
Geht's dem Baby gut? Die Hebamme prüft Reflexe und Herzschlag
Außerdem beurteile ich täglich seinen Allgemeinzustand, ähnlich dem "Apgartest", der nach der Geburt durchgeführt wird. Ist das Kind fit? Wie sind Atmung und Herzschlag, Hautfarbe, Reflexe und die Muskelspannung? Auch sein Trinkverhalten, seine Ausscheidungen und die Körpertemperatur geben Aufschluss über sein Wohlbefinden.
Um Gewichtskontrollen in regelmäßigen Abständen kommt das Kind ebenfalls nicht herum. Dazu haben Hebammen handliche Hängewaagen, in die das Baby wie in eine Hängematte hineingelegt wird. Mit einem "Ikterometer", einer speziellen Mess-Skala, die dem Neugeborenen auf die Nase gehalten wird, kann die Hebamme den "Gelbwert" ermitteln und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Somit kann sie Kinder mit Neugeborenengelbsucht herausfischen und eine Therapie veranlassen. Manchmal müssen auch Blutzuckerwerte bestimmt werden.
Anleitung zur Babypflege: Die Hebamme gibt hilfreiche Tipps
Neben diesen medizinischen Aufgaben kümmert sich die Hebamme auch um die Anleitung der Eltern bei der Babypflege. So wird sie diese beispielsweise beim Baden des Kindes unterstützen, verschiedene Wickelmethoden vorstellen oder mit ihnen das "Babyhandling" üben (Beispiel: Wie hebt man ein Baby hoch?). Die Pflege des Nabels ist hier ein besonderes Thema, denn den meisten Müttern ist der eintrocknende Nabelschnurrest etwas suspekt. Ob und wann die Nabelklemme mit einer speziellen Zange geöffnet wird entscheidet sie ebenso wie die Versorgung des Nabels, zum Beispiel durch Einsatz eines Wundheilungspuders oder Verbinden.
Ein Schwerpunktthema ist fast immer die Ernährung des Kindes, denn egal, ob gestillt oder mit der Flasche gefüttert wird, Fragen hierzu gibt es reichlich. Außerdem berät die Hebamme auch zu Alltagsfragen wie der Kleidung des Kindes, dem Umgang mit dem Tragetuch, der Raumtemperatur, Maßnahmen bei Blähungen, Einbeziehung älterer Geschwisterkinder oder zu hygienischen Aspekten (z.B. wenn Haustiere vorhanden sind).
Kurz gesagt dienen Wochenbettbesuche dazu, Mutter und Kind in der ersten Zeit nach der Geburt zu begleiten - mit menschlicher Zuwendung ebenso wie mit Fachkompetenz.
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