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Was und wie viel soll mein Kind trinken?

Was und wie viel soll mein Kind trinken?

Bei den Getränken meinen es Eltern häufig zu gut. Kein Wunder bei dem breiten Angebot in den Getränke- und Supermärkten.

Gerade Kleinkinder benötigen jedoch vor allem ein Getränk: Wasser.

Es stillt den Durst und versorgt den Körper mit Flüssigkeit, ohne unnütze Kalorien zu liefern. Es ist säure- und zuckerfrei, daher rundum zahnfreundlich, was für gesunde Milchzähne sehr wichtig ist. Genau das Gegenteil ist zum Beispiel bei Limonaden bzw. Erfrischungsgetränken der Fall. Wegen ihres - zum Teil sehr hohen - Zuckeranteils sowie der Vielzahl möglicher Zusatzstoffe, sind sie gerade für kleine Kinder ungeeignet.

Limos sind echte Dickmacher. Sie liefern mühelos flüssige Kalorien (ein mittleres Glas mit 330 ml enthält im Durchschnitt ca. zehn Teelöffel Zucker!). Kalorienreduzierte, mit Zuckerersatz- oder Zuckeraustauschstoffen gesüßte Getränke empfehlen Ernährungsexperten jedoch ebenfalls nicht für Kinder.

Limo sollte es also am besten höchstens mal als Ausnahme geben, etwas bei einem Restaurantbesuch. Ebenfalls ungeeignet sind Cola, Energydrinks und Ähnliches sowie natürlich Kaffee und schwarzer/grüner Tee.

Leitungs- oder Mineralwasser? Sie haben die Wahl

Schon Einjährige können normalerweise problemlos das Wasser aus der Leitung trinken. Trinkwasser hat in der Regel eine sehr hohe Qualität und wird viel strenger kontrolliert als Mineralwasser. Falls Sie ganz sicher gehen wollen, fragen Sie bei Ihrem örtlichen Wasserwerk nach, ob es für Kleinkinder noch Einschränkungen gibt.

Vorsicht kann geboten sein, falls Ihre Wohnung über alte Blei- oder Kupferrohre versorgt wird. Das ist im Einzelfall in Altbauten noch der Fall, das Wasser könnte dann mit Blei/Kupfer belastet sein. Da hilft nur, den Vermieter nach den Leitungen zu fragen. Kupferrohre sind übrigens nicht unbedingt problematisch. Ob sie die Belastung des Wassers zu sehr erhöhen, hängt von dessen pH-Wert ab. Da alte Leitungen unter Umständen zugekalkt sind, kann auch das die Belastung mit Blei oder Kupfer erheblich senken. Sie können das Wasser aus dem Hahn im Zweifelsfall testen lassen. Geeignete Labore sollte Ihnen Ihr Wasserwerk nennen können.

Falls Sie sich für Mineralwasser entscheiden, haben Sie die freie Wahl. Stilles Wasser ist übrigens gerade für junge Kinder oft leichter zu trinken und bekömmlicher. Falls Ihr Kind aber das "Bizzeln" mag, ist auch das okay.

Sollten Sie Ihr Wasser selbst mit Kohlensäure versetzen: Gerade, wenn kleine Kinder davon trinken, ist es besonders wichtig, das Gerät und alle Flaschen sehr sauber zu halten. Die zu den Geräten gehörenden Kunststoffflaschen am besten rechtzeitig (s. Gebrauchsanleitung) durch neue ersetzen.

Obstschorlen und Tees sorgen für Abwechslung

Pur sind zwar auch Säfte zu gehaltvoll, zudem kann die Fruchtsäure auf Dauer den Zahnschmelz angreifen. Es spricht aber nichts dagegen, dass Ihr Kind zwischendurch oder zum Essen auch mal eine Saftschorle trinkt (1 Teil Saft auf 2 Teile Wasser, das geht auch mit Gemüsesäften). Tipp: Am besten reinen Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz nehmen; "Fruchtnektar" enthält immer reichlich Zucker.

Geeignete Getränke sind außerdem ungezuckerte Früchte- oder Kräutertees (etwa Fencheltee).

Milch ist wertvoll - doch kein idealer Durstlöscher

Ernährungsexperten sehen Milch nicht als Durstlöscher, sondern als flüssiges Nahrungsmittel. Denn Milch ist nahrhaft: Ein Glas (200 ml) Vollmilch liefert rund 130 Kalorien und 7 g Fett. Ein Glas Milch bzw. auch mal Kakao, ist für Kleinkinder daher eher als Imbiss oder zur Abrundung einer Mahlzeit, etwa des Frühstücks, sinnvoll. Die wesentlichen Inhaltsstoffe der Milch, etwa Calcium und Eiweiß, liefern auch Milchprodukte wie Käse und Joghurt. Mag ihr Kind keine Milch, können Sie also gut auf Milchprodukte ausweichen.

Trinken nach Lust und Laune

Ein- bis dreijährige Kinder sollten pro Tag etwa 600 bis 700 ml Flüssigkeit trinken. Grundsätzlich darf Ihr Kind etwas trinken, wann immer es möchte. Auf alle Fälle gehört zu jeder Mahlzeit ein Getränk. Das ist besonders wichtig, falls Ihr Kind zu den durchaus vorkommenden Trinkmuffeln gehört. An heißen Tagen, beim Herumtoben oder bei Fieber steigt der kindliche Flüssigkeitsbedarf übrigens schnell an. Dann ist es sinnvoll, dass Sie Ihrem Kind zwischendurch immer wieder etwas zu trinken anbieten.

von Anne Malburg

Zuletzt überarbeitet: Januar 2016

   

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