Als allererstes Lebensmittel für ein Baby hat die Natur die Muttermilch vorgesehen. Und damit einen Volltreffer gelandet: Muttermilch ist nicht nur immer richtig temperiert, jederzeit verfügbar und bestens verpackt. Sie ist in ihrer Zusammensetzung auch immer auf die individuellen Bedürfnisse des wachsenden Babys abgestimmt - etwa, wenn es um Mineralien, Vitamine, Eiweiß und Kaloriengehalt geht. Muttermilch ist außerdem genau richtig für das unreife Verdauungssystem Ihres Kleinen und leicht verdaulich.
Sie löscht den Durst Ihres Babys und stillt seinen Hunger.
Kinderärzte empfehlen Müttern daher, ihr Baby möglichst vier bis sechs Monate lang voll zu stillen.

Sie können übrigens auch nach einem Kaiserschnitt stillen. Das ist anfangs zwar etwas mühsamer, da Sie in Ihren Bewegungen noch eingeschränkt sind. Das Stillen klappt aber mit etwas Hilfe und Geduld meistens trotzdem gut.

Tipp: Besonders günstig ist Muttermilch auch für Frühgeborene. Mütter, die damit rechnen müssen, dass ihr Kind zu früh auf die Welt kommt, sollten sich daher erkundigen, ob ihr Kind ihre abgepumpte Milch bekommen kann.


Stillen stärkt die Abwehrkräfte und beugt Allergien vor

Denn die Muttermilch enthält zahlreiche Antikörper gegen Infektionskrankheiten. So unterstützt sie das noch unausgereifte Immunsystem Ihres Babys.

Gerade das sogenannte Kolostrum, die eher cremige Vor- oder Neugeborenenmilch in den ersten Tagen nach der Geburt, ist besonders reich an abwehrstärkenden Stoffen. Sie ist außerdem sehr nahrhaft. Obwohl die Vormilch nur spärlich fließt, braucht Ihr Baby schon in den ersten Lebenstagen normalerweise nichts anderes. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie Ihr Kind richtig anlegen, damit es gut saugen kann: Das fördert und unterstützt die Milchbildung.

Spätestens ab dem dritten bis fünften Tag, schießt die Milch dann voll ein.
Sie werden nicht nur viel mehr Milch haben, Ihre Milch wird auch bereits etwas heller aussehen und dünnflüssiger sein. Das ist normal. Sie werden im Laufe der Stillzeit eventuell immer wieder leichte Veränderungen bemerken. Die sogenannte reife Muttermilch sieht eher wässrig-bläulich aus. Sie enhält weniger Eiweiß als das Kolostrum, dafür steigt ihr Gehalt an Fett und Kohlenhydraten.

    

Ihre Milch hat jedoch noch einen weiteren großen Vorteil: Sie ist optimal auf den sich entwickelnden Organismus Ihres Babys abgestimmt und enthält nichts, was sein Immunsystem reizen könnten. Dadurch hilft sie, Allergien vorzubeugen. Dieses Wirkung kann sie am besten erntfalten, wenn ein Baby möglichst bis zu einem halben Jahr lang ausschließlich gestillt wird. Das gilt besonders für Kinder, die als allergiegefährdet gelten (weil z.B. ein Elternteil oder ein Geschwister eine nachgewiesene Allergie hat).

Übrigens: Wenn Sie allgemeine Fragen zur Allergievorbeugung und zur Ernährung allergiegefährdeter Babys haben, können Sie diese an unsere Allergie-Expertin Dr. Susanne Reibel richten.


Stillen tut auch der Mutter gut

Denn es fördert die Rückbildung der Gebärmutter. Da die Milchproduktion zusätzliche Kalorien verbraucht, unterstützt sie bei ausgewogener Ernährung auch den Schwund eventuell noch verbliebener überschüssiger Pfunde aus der Schwangerschaft.
Abgesehen davon, genießen Mutter und Kind die innige körperliche Nähe beim Stillen meistens sehr. Viele Mütter sind auch sehr stolz darauf, dass sie Ihr Kind aus eigener Kraft ernähren.


Wie oft soll ein Baby gestillt werden?

Am besten nach Bedarf, also immer dann, wenn es Hunger hat. Das wird normalerweise etwa alle zwei bis drei Stunden der Fall sein.
Denn Muttermilch ist leichter verdaulich als Flaschenmilch. Ein sehr schläfriges Neugeborenes müssen Sie eventuell sogar zum Stillen wecken, da die Abstände zwischen den einzelnen Mahlzeiten nicht zu groß sein sollten. Das häufige Anlegen nach Bedarf ist der beste Garant dafür, dass die Milchproduktion gut funktioniert. Sie müssen sich keine Sorgen darum machen, ob Sie Ihr Baby satt bekommen: Sie beide werden bald ein eingespieltes Team sein.


Pleiten, Pech und Pannen - gibt's das auch beim Stillen?

Das kann durchaus vorkommen. Denn die Natur stellt zwar alles bereit, damit Mutter und Baby ein perfektes Stillteam werden. Ein wenig üben müssen beide meistens trotzdem miteinander - schließlich müssen sie sich ja auch erst einmal etwas genauer kennenlernen. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn nicht immer alles glatt läuft. Erfahrene Hebammen und Beraterinnen sprechen nicht umsonst von einer "Stillbeziehung" zwischen Mutter und Kind. Und wie in jeder Beziehung, gibt es auch in der Stillbeziehung Höhen und Tiefen, die ganz verschiedene Ursachen haben können. Informationen und guter Rat helfen dann weiter. Generell gilt:

Es ist sehr sinnvoll, dass Sie sich schon vor der Geburt Ihres Kindes grundsätzlich übers Stillen informieren.
     

Nehmen Sie früh Kontakt zu einer Hebamme (oder Stillberaterin) auf. Es ist angenehm für Sie, wenn Sie sich bei Fragen und Problemen gleich an eine Frau wenden können, die Sie wenigestens etwas kennen und nicht erst lange suchen müssen. Adressen von Hebammen und Stillberaterinnen bekommen Sie über die Geburtsklinik, Ihren Frauenarzt, aus dem lokalen
(Branchen-)Telefonbuch und bei:

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS)
Rüngsdorferstr. 17,
53173 Bonn,
Tel. 0228/3503871,
www.afs-stillen.de


La Leche Liga
Postfach 650096,
81214 München,
Info-Tel. 06851/2524,
www.lalecheliga.de


Bund Deutscher Hebammen
Postfach 1724,
76006 Karlsruhe,
Tel. 0721/981890,
www.bdh.de


Bund Freiberuflicher Hebammen Deutschlands
Am Alten Nordkanal 9,
41748 Viersen,
Tel. 02162/352149

Bund Deutscher Laktationsberater
Saarbrückener Str. 157,
38116 Braunschweig,
Tel. 0531/2506990,
www.bdl-stillen.de
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Bis zum zehnten Tag nach der Entbindung steht Ihnen die Betreuung durch eine Nachsorge-Hebamme zu - also ggf. auch zu Hause.
Auch Stillberatung gehört zur Nachsorge, die von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Bis Ende der achten Lebenswoche ihres Babys haben gesetzlich Versicherte zudem Anspruch auf bis zu 16 Hilfeleistungen (auch Stillberatung) durch eine Hebamme. Und selbst, wenn ihr Baby schon älter ist als acht Wochen, stehen Ihnen bei Stillproblemen bis zu vier weitere Hebammenberatungen zu.
Eine Still- oder Laktationsberaterin müssen Sie selbst bezahlen. Ähnliche Regeln gelten meist bei privat Versicherten. Fragen Sie aber lieber mal bei Ihrer Kasse nach
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Mit generellen Fragen rund ums Stillen können Sie sich gerne an unsere Stillberaterin Biggi Welter wenden.

Sie haben allgemeine Fragen zur Ernährung Ihres Babys? Dann wenden Sie sich doch an Kinderarzt Dr. Busse.

Falls Sie Informationen zur Ernährung mit dem Fläschchen brauchen, klicken Sie einfach hier.

   

 

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