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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: Nein-sagen
Frage:   Nein / Lispeln

Lieber Dr. Posth,
mein Sohn (12 m.) hört erstaunlich gut darauf, wenn ich ihm mit "Nein" etwas verbiete, manchmal reicht es sogar, wenn ich die Augenbrauen hochziehe und den Kopf schüttele. Allerdings fängt er dann oft heftig an zu weinen und wenn er nahe bei mir ist, dann kommt er auch und lehnt den Kopf bei mir an. Versichert er sich dann, dass die Mama ihn trotzdem lieb hat, oder wie kann ich das verstehen?
2. Bis zu welchem Alter sollte sich starkes Lispeln selbst korrigierthaben, bzw. ab welchem Alter sollte man etwas unternehmen (der Kleine wird in zwei Monaten 5)? Sie sprechen von Kindergarten- und Vorschulalter, wie übersetzt man dieses in Lebensjahre?
3. Sollte man bei einem Kind in diesem Alter warten, bis es von selbst sagt, dass es nachts keine Windeln mehr will (morgens immer trocken), oder diese einfach mal weglassen? Tagsüber ist er seit einem Jahr ohne Windeln.
Vielen Dank
AnnaS.

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Liebe AnnaS., tatsächlich empfinden die jungen Kleinkinder das "Nein" nicht so sehr als Verbot, eine bestimmte Sache auszuführen, sondern als Ablehnung ihrer gesamten Person. Sie können also - "modern" gesagt- Sachebene und Beziehungsebene noch nicht trennen. Daher sind sie sichtlich betroffen und suchen sofort die Bezugsperson, um sich ihrer Liebe und Zuneigung wieder zu versichern. Es ist also ein Interpretationsfehler von uns Erwachsenen, das Gehorchen von gut 1-jährigen als echten Gehorsam zu werten. In Wahrheit reagiert das Kind nur aus Schrecken und Angst über die ablehned erscheinende Reaktion ihrer Bezugspersonen mit dem Verzicht. In gewisser Weise ist es als ein Hinweis auf den Bindungsstatus anzusehen, wie das Kleinkind dann damit umgeht.
Ki-ga-alter ist ab 4 Jahre und Vorschulalter ab 5. Ein starkes Lispeln sollte ab etwa 5 jahre behandelt werden, denn durch den Wechsel der Frontzähne verbessern sich nur die Wenigsten.
Ein 5-jähriges Kind, das morgens beständig trockene Windeln hat, ist vermutlich auch nachts dann trocken. Man sollte es fragen, ob es die Windel mal probeweise weglassen möchte. Geht das gut, wird es schon von allein nicht mehr mit Windel schlafen wollen. Viele Grüße

 
Frage:   Werfen und anderer Probleme

Hallo, unsere Tochter 13 Monate wirft gerne Gegenstände zu Boden. Beim Essen ist es ganz extrem. Mir ist klar das dies zur normalen Entwicklung gehört und ich habe auch im Suchlauf nachgelesen. Allerdings scheint es mir Überhand zu nehmen. Das Problem ist auch das Sauber machen wenn überall Lebensmittel liegen. Wenn ihr Vater „nein „sagt beginnt sie sofort zu weinen, auf mich reagiert sie zwar (ohne Weinen ) ist aber nur von kurzer Dauer. Sie wirft hauptsächlich Essen zu Boden das sie nicht so gerne hat. Ich hab ihr schon ein Schälchen angeboten um solches Essen aus zu sortieren. Ansonsten sage ich nein und sage ihr warum sie das nicht darf. Haben sie noch einen Tip? Wie lange dauert diese Phase? Manchmal Beißt oder Kneift sie auch (mich aber auch andere Erwachsene und Kinder). Es wirkt dann als wolle sie sehen was passiert.Ich verfahre wie beim Werfen mit dem Essen( nein und Erklärung). Was tun? ist das auch nur eine Phase?Vielen Dank! Ich schätze ihre Arbeit sehr. MFG Fledermops

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, mit dem "nein" ist das so eine Sache (s. gezielter Suchlauf unter selbigem Stichwort). Zunächst einmal hat das Kleinkind keine Vorstellung von dem Inhalt des gesprochenen Wortes nein. Erst langsam an ihren Reaktionsweisen erkennt es, was gemeint ist. Würde ich Ihnen in Kisuaheli oder Hindi das Wort "nein" sagen, ginge es Ihnen am Anfang genauso. Nur haben Sie den Vorteil, dass Sie den gemeinten Inhalt eigentlich schon kennen. Nicht einmal das, weiß das Kleinkind. Es weiß nicht, dass es überhaupt Verbote gibt.
Also tut es das, was ihm Spaß macht und was Wirkung zeigt. Das gebieten ihm sein Wille und sein Bedürfnis nach Authentizität. Reagieren Sie nun streng und eingrenzend, fühlt es sich "missverstanden" und persönlich angegriffen, denn ein Urechtsbewusstsein hat es überdies auf Jahre noch nicht. Da aber die Natur hartnäckig ist und ein Kind so schnell nicht aufgibt, wiederholt es seine Handlungen permanent. Dabei lernt es dann auch, was nein bedeuten soll. Viele Grüße

 
Frage:   Immer Nein

Hallo Herr Dr. Posth,

unsere Tochter ist 2 Jahre u. 8 Monate alt und ein wunderbares Kind. Seit einiger Zeit ist die Antwort auf alles aber nur noch "nein". Ich weiß ja, dass Kinder ihre Selbstfindungsphase haben, aber wie gehe ich am besten mit den ständigen "neins" um? Beispiele: Morgens im Bett "Nein, ich möchte nicht aufstehen", dann "nein, nicht das anziehen", "nein, ich möchte nicht frühstücken (sie tut es dann aber doch mit Begeisterung), auf meine Bitten, wie z.B. Jacke anziehen oder etwas tragen oder irgendwo hinbringen: "nein", u.s.w.
Ich versuche immer die Situation zu entspannen, z.B. morgens gehe ich wieder aus dem Zimmer und sage, sie soll mich rufen, wenn sie aufstehen möchte oder ich lasse sie Kleidungsstücke aussuchen oder sage, dass sie nicht frühstücken muss, wenn sie das nicht möchte. Trotzdem ist das ständige "nein" recht anstrengend. Was könnte ich noch tun?

Viele Grüße Sabine

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, das "Nein" scheint bei Ihrer gut 2 1/2-jährigen Tochter im Moment ein sprachlicher Automatismus zu sein, der eine Grundhaltung zum Ausdruck bringen soll. Das können Sie auch so akzeptieren, ohne den eigentlichen Inhalt der Verweigerung ständig ernst zu nehmen. Sie können antworten: "Ich weiß ja, dass du das nicht willst, aber da gibt es doch ...." Oder: "Denke daran, wenn du das nicht machst, können wir nicht ..." Also diese sanfte Form der Überredung oder Überstimmung ist ein gutes Mittel, das ständige Nein zu umgehen, ohne das Kind in seinem Selbstbestimmugsbedrüfnis allzu sehr zu beschneiden.
Das Kind will mit seinem Nein nicht immer die Geschicke bestimmen, das dürfen die Eltern auch weiterhin, es will nur Bestimmungsmacht zum Ausdruck bringen. Erst wenn das Kind sich auch wirklich wehrt, ist klar, wie Nein zu verstehen gewesen ist. Das Überlassen zur Selbstwahl geht bei so Dingen wie Anziehen von Kleidungsstücken. Allerdings geraten Kinder auch leicht in die Krise, wenn sie dann tatsächlich an der Wahl wegen Entscheidungsschwäche versagen. Viele Grüße

 
Frage:   Schnauben beim Füttern

Hallo Herr Dr. Posth,
unser Sohn (8 Monate alt) hat sich in den letzten Wochen – nachdem er zwei Monate lang vorbildlich gegessen hat - angewöhnt, nach jedem Löffel so zu schnauben, dass der Fütternde in einem richtigen „Breiregen“ steht. Nun habe ich zwei Wochen lang immer ganz streng „Nein!“ gesagt, wenn er wieder so geschnaubt hat, er hat mich dann aber jedes Mal ganz ratlos angeschaut oder gelacht. Können Babys in seinem Alter schon verstehen, wenn sie etwas nicht dürfen? Soll ich sein Verhalten vielleicht lieber ignorieren? Vielen Dank für ihre Antwort!

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, über die Umstände des Nein-sagens gibt es im gezielten Suchlauf eine ganze Kolumne von Antworten. Säuglinge mit 8 Monaten haben auf jeden Fall noch Schwierigkeiten im Verständnis der Botschaft des Neins. Nur durch den barschen Tonfall und die andere Mimik im mütterlichen Gesicht erkennen auch schon die älteren Säuglinge, dass nein! etwas besonderes heißen muss, das zum Abbruch der Handlung führen soll. Aber das zu verstehen dauert natürlich ein bißchen und durch Erschrecken oder Wortgewalt schon den Säugling erziehen zu wollen, halte ich für bedenklich. Ihr Sohn hat ja nur ein mehr oder weniger lustigen Spiel entdeckt, das er nun gerne weiter spielen möchte. Dass er damit seine Mutter verärgert, ist für ihn nicht nachzuvollziehen.
Da Sie aber etwas tun müssen, denn Sie wissen nicht, wielange dieses Spiel noch gehen soll, können Sie freundlichere Methoden anwenden als ein barsches Nein. Viele Grüße

 
Frage:   Wie zeigen, dass etwas nicht erlaubt ist?

Hallo,
mein Sohn (14 Monate) testet schon einige Monate lang seine Grenzen aus.
Ich erlaube ihm schon sehr viel, wenn es uns und ihm nicht schadet oder wenn etwas nicht gefährlich ist.
Wenn er etwas nicht darf, sage ich bestimmt "Nein", aber er hört meist nicht darauf.
Leider schimpfe ich auch manchmal, z.B., wenn er mich beißt oder an den Haaren zieht.
Es tut sehr weh und ich weiß nicht, wie ich ihm das erklären soll, dass er das nicht darf.
Darf ich überhaupt "schimpfen"?
Wie kann man es besser machen?
Schadet es seiner Psyche, wenn man etwas lauter sagt?
Er will auch schon immer kaum mit mir kuscheln und spielt sehr viel selbstständig. Ist das normal?
Vielen Dank!!
Viele Grüße, Ines

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Liebe Ines, als Eltern muß man sich vorstellen, daß ein Kleinkind am Anfang des Sprechenlernens noch keine Vorstellung davon hat, daß ein Wort einen sog. symbolischen Inhalt oder eine Botschaft enthält. Sie selbst merken diesen Umstand daran, daß Sie eine Fremdsprache als Sprache erkennen, aber kein Wort verstehen. Wenn ein Chinese oder ein Inuit zu Ihnen nein! sagt, dann sind Sie zunächst ratlos (vermute ich einmal). Aus dem Sachzusammenhang wird Ihnen dann langsam klar, was er meint. Und das auch nur, weil Sie schon wissen, daß er mit seinem Wort e t w a s s a g e n w i l l. Aber nicht einmal das weiß ein Kind von Anfang an. Das Kind weiß nicht, daß es ein Nein (als Untersagung) gibt, und das das deutsche Wort Nein soviel hießt wie: Tue das nicht! Erst durch die Mimik und die Reaktionen der Eltern erfährt das Kind, daß das Wort Nein eine spezielle Botschaft enthält. Um das richtig zu verstehen, spielt das Kind nun diese Interaktion ständig durch und freut sich sogar, wenn die Mutter wieder so reagiert wie das letzte Mal. Daß diese ständige Wiederholung Eltern ärgert, ist verständlich, aber ein Akt des Lernens beim Kind. Das Kind lernt zweierlei: erstens die Botschaft des Wortes Nein und zweitens die Lust an der Sprache. Viele Grüße
PS: im gezielten Suchlauf gibt es mehr zum Nein-sagen.

 
Frage:   Kinder und Nein und vielen Dank das es Sie gibt!!!

Lukas16M,lebhaft,aufgeweckt,sehr fröhlich,regt sich nicht so schnell auf,nie schreien gelassen,LL läuft sehr gut,hört selten auf die "NEINS".Doch sein Cousin hat mit 10 Monaten bereits auf die Neins gehört und das bis heute 2J2M!Er ist mehr ein ruhiger Junge.Dank Ihrem Buch weiß ich das es normal ist das L. noch nicht immer auf die Neins hört,was für mich auch nicht schlimm ist.Wie kann das sein das sein C. so gehorcht also bis auf paar Ausnahmen(Trotz)? Ich werde nur in gefährlichen Situationen laut, aber angeschrien habe ich nie noch nie! Meine Eltern/Schwester sagen ich sollte ihn öfter anschreien,das ich viel zu nachsichtig bin,da es nicht sein kann das er noch immer nicht auf die neins hört.Die denken er wird mir auf dem Kopf tanzen.Dabei erlaube ich ihm ja nicht mal alles.Meistens beim Besuch der Eltern wo der C. auch wohnt reagiert er gar nicht auf die neins.Der C.macht L.alles nach, man merkt wie es C. spass macht mal aus der Reihe zu tanzen,da er sonst wirklich sehr brav ist!

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, wie stark ein Kind auf das elterliche Nein" reagiert, hängt abgesehen vom Alter und den geistig-kognitiven Fähigkeiten von zwei Dingen ab: einmal davon wie heftig die Konsequenzen sind, die das Verbot begleiten, und zum anderen von der charakterlichen Veranlagung des Kindes. Je heftiger die Konsequenzen ausfallen, angefangen beim lauten Schimpfen und endend beim Klaps auf die Finger oder anderen Formen von Gewalt, desto schneller reagiert das Kind auf das Verbot. Aber nicht die Einsicht, sondern die Angst ist der Lehrmeister. Die charakterliche Veranlgung riecht vom absolut defensiven und willfährigen Kind bis zum stark aufsässigen und herausfordernden (offensiven). Anlage und Erziehung mischen sich in der Kindheit und irgendwann ist nicht mehr klar, was mehr wiegt.
Angst ist ein schlechter Lehrmeister. Kinder die mit Angst auf Erziehungsmaßnahmen reagieren, kehren die Machtverhältnisse sofort um, wenn sie auf irgendeine Weise "Oberwasser" bekommen, und sei es auch nur durch das Älterwerden. Dann werden Sie renitent und lassen sich gar nichts mehr sagen. Sie nutzen ihr angeborenes aggressiven Potenzial, um ihr beschädigtes Selbst wieder in Ordnung zu bringen. Zumindest meinen sie das. Das fällt umso heftiger aus, je offensiver diese KInder veranlagt sind.
Ergo: Man schreit als informierte und gute Eltern seine Kinder so wenig wie möglich an und wählt zum Durchsetzen des "Nein" Methoden, die auf kommunikative Verständigung und Kompromissfähigkeit ausgelegt sind. Denn das soll ja auch die spätere Konfliktlösungsstrategie werden und nicht das gegenseitige Anschreien. Sie bewegen sich also auf dem richtigen Weg! Viele Grüße und danke für Ihr Lob

 
Frage:   Nein verstehen

Gu. Mo. Dr. Posth! Meine To. ist 5 Mo alt, ist von Geburt an sehr ausdrucksstark, in dem sie laut zeigt, wenn ihr was nicht passt: sie weint sehr ausdauernd. Sie wird voll gestillt, nach Bedarf und ich gebe ihr die Brust auch zum Trösten, wenn ich anders nicht mehr "kann".Es wird aber langsam gefährlich, weil sie auch im Auto bei Misslaune (sie hasst es im Kindersitz) nach der Brust verlangt. Mein Mann ist der Meinung, wir sollen ihr vielleicht versuchen, das NEIN beizubringen, in dem wir sie weinen lassen, weil sie bis jetzt eigentlich immer ihren Willen "durchsetzen" konnte. Ich kann es aber nicht, ich kann sie nicht weinen lassen, bringe es nicht über das Herz. Wie soll ich es dann machen? Wenn wir ihren Wunsch nicht sofort erfüllen können und sie doch weinen muss, verstärken wir in ihr, dass sie nur weinen muss und dann alles bekommt? Ab wann versteht ein Baby, wenn überhaupt nein? Ich wäre für Ihre Antwort sehr dankbar. Herzlichen Dank! Mit freundlichen Grüßen, Eva

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, Sie gehen von völlig falschen psychologischen Voraussetzungen bei einem Säuglin g aus. Ein Säugling besitzt in dem Sinne noch gar keinen Willen, die verbale Symbolbotschaft "nein" kann er nicht verstehen und erziehbar ist er auch noch nicht. Ich weiß, dass das im Volksglauben oft ganz anders gesehen wird, aber das entspricht nur der Wunschvorstellung der Menschen.
So, wie Sie empfinden, ist es richtig. Ein Säugling der weint, fühlt nur, dass seine Bedürfnisse nicht aber sein"Wille" missachtet werden. Zunächst ist er wütend, dann bekommt er Angst. Das langanhaltende, extrem stressende Schreien beginnt. Einem Säugling kann man durchaus jeden Wunsch erfüllen, denn es sind keine egoistischen, auf Selbstvorteil ausgerichteten Wünsche, sondern psychologische und physiologische Notwendigkeiten. Nur das möchte der Säugling mit seinen Forderungen zum Ausdruck bringen.
Twar lernt der Säugling, dass er weinen muss, um seine Bedürfnisse befreidigt zu bekommen, aber das ist ihm genetisch vorgegeben. Er lernt aber einstweilen noch nicht, dass er immer nur zu weinen braucht, um all seine Wünsche erfüllt zu bekommen, denn das wäre ja persönliche Vorteilsnahme. So kompliziert kann aber ein Säugling nicht denken. Ab wann ein mensch "nein" versteht, dazu gibt es im gezielten Suchlauf unter demselben Stichwort zahlreiche Antworten. Viele Grüße

 
Frage:   Versteht er doch das NEIN??

Lieber Dr. Posth,

mein Sohn ist jetzt 1 Jahr und 3 Wochen. Seit er krabbeln (ca. 3 Monate) gibt es bei uns 2 Stellen, an die er nicht darf (Steckdose, ist zwar abgesichert, davon kann ich aber nicht in jeder Wohnung ausgehen, und meine Lieblingapflanze). An diesen Stellen hört er konsequent NEIN und wird ggf. weggesetzt und abgelenkt. Gelegentlich kommt es hier aber zu kleineren oder größeren Wutausbrüchen :o)!
Wie jedes Kind in diesem Alter machte er sich aus diesen NEIN-Stelle einen Riesenspaß und probierte es immer wieder aus ...

Jetzt sagt er selbst NEIN, wenn er etwas nicht möchte (z.B. beim Essen) und schüttelt dabei den Kopf. In den allermeisten Fällen meint er dann auch NEIN und will z.B. nichts mehr essen. Heißt das, er versteht die Bedeutung von NEIN?! Versteht er sie dann nur in Bezug auf sein Verlangen aber nicht, wenn ich es von ihm fordere? Außerden dachte ich, dass Kinder ein NEIN erst ab ca. 15 Monaten verstehen?!

Liebe Grüße Pia-Luise

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Liebe Pia-Luise, zwei Dinge erschweren es genau zu sagen, wann ein Kleinkind "nein" versteht. Einmal die Unterschiedlichkeit, wie Eltern mit Verboten überhaupt umgehen und wann sie damit anfangen. Zum Anderen läßt sich die Anfangsreaktion auf "nein" nicht klar von reinen Konditionierungen abgrenzen. Wenn Eltern sehr konsequnt und klar ihr "nein" anwenden, kommt es schon mit etwa 1 Jahr oft zu zögernden oder abwartenden Reaktionen bei den Kindern. Manchmal ist es nur der Schreck, der in die Kinder fährt, wenn das laut gesprochene und bedrohlich intonierte "nein" ertönt. Das Innehalten ist prompt. Aber verstanden, um was es geht, haben die Kinder natürlich nicht, denn das Verlagen nach derselben "Tat" kommt sofort wieder. Immerhin ist das aber der Beginn eines Lernprozesses (einer der sehr einfachen Form).
Das Spiel, dieselbe Reaktion bei den Eltern immer wieder herauszufordern, führt schließlich zu einem Begreifen, was mit "nein" gemeint ist. Insofern unternimmt das Kind also nichts Schlechtes, wenn es ständig dieselben Dinge ansteuert. Viele Grüße

 
Frage:   "Machtkampf"???

Lieber Dr. Posth! Heute brauche ich auch mal Ihren Rat, denn ich bin etwas verunsichert. Melissa ist jetzt 19 Monate, ein liebenswertes, aufgewecktes Mädchen. Neuerdings "geraten" wir jedoch häufiger aneinander, denn Melissa geht an Dinge, z.B. Gartenblumen, von denen sie eigentlich weiß. dass sie tabu sind. Es gibt nicht viele Dinge, die sie nicht darf, aber gewisse Grenzen sind halt vorhanden und diese Blumen sind, es mag blöd klingen, sowas wie meine Privatsphäre. Sie guckt mich an, ist am ganzen Körper angespannt und- zack- eine Blüte abgerupft. Sie weiß genau, dass ich schimpfe, aber sie macht es immer wieder. Nun überlege ich, dies eine Zeitlang komplett zu ignorieren, da ich mittlerweile das Gefühl habe, Melissa KANN nicht anders. Aber wie kann ich ihr am besten vermitteln, dass manches im Leben nicht für sie geschaffen ist? Wie weit kann sie das "Nein" mit 19 Monaten verstehen? Welche Konsequenzen kann ich ihr in diesem Moment zeigen? Mir fällt nichts mehr ein. Hauen und anschreien würde ich niemals tun, im Gegenteil, ich rede und erkläre und gebe ihr Alternativen. Gleich nach dem Rupfen nickt sie schuldbewußt, versteckt ihre Augen hinter ihren Händen und sagt: lieb! Wie gesagt, vielleicht haben Sie einen Rat für mich. Natürlich gibt es auch noch andere Situationen als diese Blumengeschichte, aber es sind immer Dinge, die meinem Mann und mir wichtig sind, sie spürt es genau und es scheint sie zu stören. Danke im voraus! Gruß Heidi

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Liebe Heidi, liebe Katja, über dieses Thema, nennen wir es einmal "gehorchen", habe ich in anderen Zusammenhängen schon viel geschrieben. Mal im Suchlauf unter "Nein", "Nein-sagen" oder dem berühmten "Grenzen setzen" nachschauen.
Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, daß das Kleinkind in dieser Phase einige schwierige Klippen zu überwinden hat. Die will ich hier noch einmal schildern, und deshalb wird der Text etwas länger (er muß eben beispielhaft dienen).
Zwei Geschehen bestimmen jetzt das Verhalten der Kinder: erstens der inzwischen ganz auf sich bezogene, schon weitgehend anwendbare Wille und zweitens die Erfahrung der Ichzentrale mit der Darstellung des persönlichen Selbst. Um mit diesen, letztlich ja existenziellen, Empfindungen und Gefühlen umgehen zu lernen, bedarf es gewisser Herausforderungen. Diese kommen zu diesem Zeitpunkt automatisch aus dem familiären Sozialgefüge durch die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern (oder Geschwister). Das ist unausweichlich, und es passiert überall so oder so ähnlich. Natürlich spielt das Temperament eines Kindes eine gewichtige Rolle und die Toleranzbereitschaft der Eltern oder Erzieher.
Besondere Herausforderungen für das Kind sind dabei (unglücklicherweise?) jene Dinge/Handlungen, auf die die Eltern besonders schnell und empfindlich reagieren. Flugs hat das Kind heraus, daß es hier ums "Eingemachte" geht. Der Selbstgewinn ist dadurch natürlich ungleich höher, und es erscheint mehr als logisch (wir sind ja intelligente Wesen!), daß das Kind hierher öfter zurückkehrt. Dazu kommt ja noch das Machterlebnis, daß zum erstenmal im Leben der nun weitgehend Losgelöste seine ursprüngliche Bezugsperson in ihren Reaktionen steuern kann. Es ist töricht von uns Erwachsenen, diesen elementaren Vorgang in der Entwicklungspsychologie als oppositionelles Verhalten zu interpretieren und daraus die Konsequenz abzuleiten, nun endlich Grenzen zu setzen oder das Kind abzustrafen.
Stellen Sie sich die kindliche Erfahrung hierzu vor. Nämlich: Macht wird regelmäßig durch größere Macht unterworfen. Größere Macht ist Fortgerissen-werden, Beschimpft-werden, Ein-Weggesperrt-werden, Geschlagen werden, usw. Diese unangenehmen, selbstdemontierenden Konsequenzen erzeugen Gefühle von Ohnmacht und Angst. Das jedenfalls ist ja auch ihr geheimer Zweck. Das Kind lernt aber, daß auf den Genuß von Selbstwert und Macht über die Bezugsperson (harmlose kindliche Macht!) Strafe, Ohnmacht und Angst folgen. Geschieht das zu oft oder permanent, wird aus diesem Gefühlsgemisch das jetzt erfahrungsmäßig überformte Gefühl (sekundäres Gefühl) der Trauer. Erste Anzeichen dessen erleben Sie ja bei Ihren Kindern im unmittelbaren Affekt, nämlich Augenreiben, Weinen, Betteln um Ihre erneute Gunst, stilles Abwarten, bis es wieder freigelassen wird, usw.
Was wäre besser? Das ist die häufig etwas auftrumpfende Gegenfrage. Es müssen doch alle Kinder gehorchen lernen! Richtig, aber wie? Und was ist eigentlich Gehorchen?
Eigentlich müßten alle Menschen Ihrer Vernunft und Einsicht gehorchen und sonst nichts und niemandem. Vernunft und Einsicht sind aber hauptsächlich verinnerlichte Moral. D.h. ein reifes, selbstbestimmtes Gehorchen geht erst dann, wenn Vernunft und Moral integraler Bestandteil des menschlichen Denkens geworden sind. Glauben Sie ein zweijähriges Kind erfüllte schon dieses Kriterium?
Ich sage ganz klar nein! Das Kleinkind fängt erst an, die Strukturen von Vernunft und Moral zu verstehen. Und zwar einerseits über die Reaktion seiner Eltern und Erzieher durch Vorbild, zweitens durch Konsequenzen, die aus seinem Handeln resultieren und drittens aus der Identifikation mit dem Leid eines anderen (Empathie). Also müssen wir Eltern und Erzieher für alle drei Faktoren lebensnahe Beispiele liefern und mit den Kindern ausleben. Die abgerissenen Blüten erzeugen Trauer und Schmerz bei der Mutter, aber möglichst keine heillose Aufregung und Empörung. Ein paar Krokodilstränen dürfen fließen. Ein paar Blütenköpfe müssen wohl dran glauben. Eine Geschichte muß her, warum die Blüten so wichtig sind. Kinder lernen über erzählte Geschichten, die den Raum des Realen durchaus verlassen dürfen, wenns der "Wahrheitsfindung" dient. Leid anderer muß durch Beobachtung erfahrbar gemacht werden. Auf Trösten und Verzeihung bitten muß geachtet werden. Kinder tun das übrigens gerne. D.h. aber auch, daß wir Erwachsenen als Vorbilder trösten und um Verzeihung bitten. V.a. letzteres fällt uns zugegeben ziemlich schwer bei unseren Kindern, sind wir doch gewohnt zu denken, wir seien im Recht mit unseren Aktionen und Handlungen.
Das hier sind nur Beispiele. Erziehungsfragen müssen immer individuell und vor Ort besprochen und geklärt werden. Natürlich spielen auch die Möglichkeit und Fähigkeit des Erziehers mit. Grundlegende Erklärungen sind immer nur der Einstieg in eine Verhaltensänderung. Daher kann ich in diesem Forum nicht ale Erziehungsprobleme im Einzelnen lösen. Viele Grüße

 
Frage:   Ab wann sollte man "nein" sagen?-an alle

Hallo...mein kleiner spatz ist jetzt 7 1/2 monate, was mir bei ihn aufgefallen ist, das er immer mit seiner hand haut..egal wer es ist..ob seine oma, unseren hund, die tochter meiner freundin, ob papa oder ob ich es bin....natürlich sag ich immer nein das macht man nicht..ist es denn sinnvoll wenn ich das jetzt schon sage, ich mein ich weiß ja das er es noch nicht so begreift, aber trotzdem sag ich es.
ab welchen monat/alter sollte man anfangen, mit grenzen zeihen, denn gelesen hab ich ja, das man dies mit 6.monaten schon anafngen soll, auch wenn sie es noch nicht begreifen..stimmt?..
vielen dank für eure antwort und noch ein wunderschönen tag


liebe grüße ines

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Liebe Ines, das mit dem Nein-sagen ist viel komplizierter als man denkt. Im Suchlauf unter dem und Nein sind bereits umfangreichere Antworten von mir. Bitte mal ansteuern.
In Ergänzung: beim Nein-sagen gibt es genau genommen 3 Aspekte: Erstens das Wort selbst, das das Kind inhaltlich noch überhaupt nicht versteht. Sie könnten genausogut "Hoppla" oder "Eiapopeia" sagen. Zweitens die bei Ihnen damit verbundene Mimik und Gestik. Z.B. sagen die Griechen "Nä" und schütteln den Kopf ganz leicht. Das heißt aber soviel wie Ja (ich hoffe, ich bringe das jetzt nicht durcheinander). Also Wort Inhalt und Gestik sind zunächst beliebig und nur sprachlich-kulturell festgelegt. Ihr Kind kennt aber beides nicht, weder Sprache noch Kultur. Es ist sogar noch problematischer. Sie können z.B. Nein sagen und dabei lächeln, was für das Kind ob ihrer positiven Reaktion wie eine Aufforderung aussieht. Drittens die mit dem Nein verbundene Handlung Ihrerseits. Sagen Sie nur Nein! und tun nichts, geht das Kind in die Falle seines Unverständnisses. Selbst wenn sie hundert mal Nein! sagen, vertiefen Sie eigentlich nur die Falle und bringen dem Kind nichts bei. Jetzt wundern Sie sich, warum das Kind nach 2omal Nein! immer wieder dasselbe tut, und Sie sind genervt (1-2jährige). Und nun schlagen Sie (allgemein gesprochen!)dem Kind auch noch auf die Finger, und das Kind erlebt, das es bestraft wird (durch Erschrecken, Angriff seitens seiner Bezugspersonen und Schmerzzufügen) für -sagen wir- Nichtverstehen. Anders ausgedrückt, das Kind kann keinen Sinn in dem zwischenmenschlichen Geschehen mit seinen Eltern und Erziehern erkennen. Es kann sich auch keinen Sinn ableiten, wie dann später durch Analogieschluß. Dazu fehlen ihm Kausalbegriff und Empirie.
Aber es empfindet Versagen und zieht sich emotional zurück. Sein aufkommendes Selbst droht beschädigt zu werden.
Wo liegt der Fehler? Der Fehler liegt darin, daß wir Erwachsenen unsere fortgeschrittenen Gedankenstrukturen einfach beim Kind voraussetzen (u.a. weil das so bequemer ist). Obwohl wir wissen, daß unser Kind weder bis drei zählen kann, noch seinen eigenen Namen auf die Reihe bekommt, setzen wir voraus, daß es erkennt, daß Glas zerbricht und scharfe Kanten hinterläßt, an denen man sich schneidet, daß Herdplatten noch fünf Minuten nach dem Kochvorgang heiß bleiben aufgrund der Materialerwärmung, daß Waschbecken überlaufen aufgrund eines räumlich begrenzten Fassungsvermögens und Wasserhähne endlos weiterlaufen, weil wir im Heizungskeller eine Zirkulationspumpe installiert haben, die einen Pumpdruck erzeugt, daß Blumenstengel abknicken, weil sie nur aus Zellulose sind, usw.usw.
Ab wann ist Nein! No! Non! oder wie auch immer sinnvoll? Eigentlich immer erst dann, wenn man erwarten kann, daß das Kind die beinhaltete Botschaft erkennen kann. Das heißt nicht, daß der intelligente Mensch jede Erfahrung hierzu selbsttätig machen muß. Aber er muß soviel Lebens- und Umweltverständnis entwickeln können (frühestens im zweiten Lebensjahr, aber da wundert man sich noch oft!), daß er im Nein die geäußerte Schutzfunktion seiner eigenen Person, seines Selbsts in sich realisieren kann. Eher noch schwieriger ist es dabei für das Kind, nur die aversive Einstellung zu dem Tun in seinen Eltern zu erkennen (z.B. alle CDs im Wohnzimmer verteilen).
Handelt es sich also um physikalische Dinge, die kein Kind je verstehen wird, muß die Botschaft im besorgten Ton und der reaktiv angstauslösenden Gestik seiner Eltern liegen, damit das Kind merkt, worum es hier geht. Überhaupt müssen immer die drei kommunikativen Komponenten Sprache, Mimik und Gestik weitgehend übereinstimmem !! Ein Kind kennt weder Ironie noch Witz! Das kommt erst langsam im Schulalter. Es kennt auch keinen "Hintersinn". Alles muß klar verständlich und deutlich, sozusagen auf der Hand liegend, geboten werden. Sonst läuft das Kind in die eben beschworene Falle des Unverständnisses. Viele Grüße

 
Frage:   Was tun, wenn er nicht gehorcht?

Hallo,
René ist jetzt 19 Monate alt und versteht schon ganz gut was man zu ihm sagt. Das merkt man ja an den Reaktionen und an seinem verstohlenen Grinsen wenn er wissentlich etwas verbotenes tut.
Wie kann ich ihm beibringen zu gehorchen wenn wir etwas sagen? Wenn er was besonders schlimmes tut (PC ausschalten z.B.) kriegt er eins auf die Finger und wir erklären ihm warum wir böse sind. Auf Schimpfen reagiert er nicht, da guckt er nur.Aber jedesmal zuhauen ist doch keine Lösung. Also was dann? Wie bringen andere Eltern Ihren Kinder bei wo die Grenzen sind???
Viele Grüße
Renés Mama

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, neben dem schon erwähnten Text über das emotionale Bewußtsein, link oben rechts, habe ich unter "Nein" und "Nein-sagen" zusätzlich viele Frage hierzu beantwortet (Suchlauf!).
Ich sehe die Schwierigkeit. Einerseits muß man jetzt anfangen, Erziehungsarbeit zu leisten, andererseits ist das Kind unterwegs, seine Neugier zu stillen und lebenswichtige Erfahrungen zu sammeln. Darin sollte man es aber unterstützen.
Man kann allerdings nicht den ganzen Tag hinter seinem Kind her laufen. Also muß man mit ihm bestimmte Verhaltensformen einüben, an denen das Kind erkennen kann, was man von ihm will oder gewollt hätte, wenn man dabei gewesen wäre, als es passierte. Denn das soll ja nicht wieder vorkommen. Nur das versteht ein Kind in diesem Alter noch nicht. Das sind vernunftbedingte Denkstrukturen, die sich erst langsam entwickeln.
So hilft nur: 1. Die Wohnung einstweilen "kindersicher" machen, so gut es geht. Die Welt ist voller Fallen für das Kind. 2. Die Verhinderung des drohenden Unheils durch "Drohen" mit den Augen und der Mimik, notfalls mit Wegnehmen des gefährdeten Gegenstandes, oder des Kindes von der Gefahrenquelle. 3. Schimpfen, wenn es passiert ist, dabei aber sich Mäßigung auferlegen und nie das Kind insgesamt "heruntermachen". Schimpfen ist ursprüngliches Verhaltensrepertoire. 4. Erklärungen auf einfachster Stufe im Nachhinein. Vorher hat keinen Sinn, da das Kleinkind zunächst noch keine theoretischen Vorstellungen zu fehlerhaftem Verhalten anstellen kann. 5. Bei Eskalation der gespannten Situation die kurze soziale Trennung mit Wiedervereinigung.
Das muß reichen. Alle Schläge und sonstige Gewaltanwendung sind verboten!! Das Kind lernt "am Modell" wie es sich durchzusetzen hat. Zwangsläufig wird es im Rahmen der bald aufkommenden Aggression dieses Verhaltensrepertoire kopieren. Ja, es ist ihm sogar als Impuls- oder Affekthandlung angeboren. Da wir aber eine Gesellschaft sind, die eine gewaltfreie Konfliktlösung anstrebt, müssen wir mit der Erziehung hierzu im Kleinkindalter beginnen. Sonst gelingt uns dieser Schritt nicht. Viele Grüße

 
Frage:   Habe ich an diesem Tag bei meinem Kind ein traumatisches Erlebnis verursacht?

L.H.Dr.!

Kiarzt meinte, mein Sohn (13 Mon.) müsse mit 1 jahr auf nein reagieren.
Als er vor wenigen Tagen 2 Mal fast vor ein Auto gelaufen wäre, zig-Male aus dem Einkaufswagen gestiegen ist, mir einige Male einfach so davonlief, bei fremden Leuten um Essen bettelte, blieb ich den ganzen Vormittag noch ruhig und versucht ihn durch „Nein“ und einem bösen Blick zu erklären, dass er das nicht darf. Am Nachmittag (ich war noch verärgert wegen Vormittag), glaubte ich, ihm beibringen zu müssen, was „Nein“ heißt und beschimpfte ihn wirklich sehr, sehr streng bei Kleinigkeiten und brüllte laut „Nein“, bis er anfing zu weinen. Er war traurig, kuschelte sich an mich und ich beruhigte ihn, bis das Spiel von Neuen begann. Nun ist es so, dass wenn ich „Nein“ sage, er sofort zurück schreckt und mich ansieht. Ich reagiere nun wieder so ruhig, wie ich es vorher immer getan habe. Habe ich an diesem Tag ein traumatisches Erlebnis verursachst, das nicht wieder gut zu machen ist? Danke

Antwort

Stichwort: Nein-sagen

Hallo, bis zu einem gewissen Grade war das schon ein traumatsierendes Geschehen, aber das lässt sich wieder gut machen. Das Anschreien eines Kindes führt zu einer Reaktion des Erschreckens und der Angst. Das Kind ist etwas anderes gewöhnt und befürchtet, die Liebe und Beziehung zur Bezugsperson zu verlieren. Es sucht sofort um die Möglichkeit sich anzuschmiegen und den Kontakt wiederherzustellen. Aber Angstreaktionen sind keine guten Erziehungsmaßnahmen. Denn das Kind in diesem Alter versteht nicht, was da vor sich geht. Es versteht noch nicht einmal die Botschaft des Wörtchen "nein" richtig. Dafür muss es noch viele "Übertretungen" in Kauf nehmen, bis in seinem Gehirn die vorausschauende Erkenntnis und damit auch Wirkung des Verbots mental (geistig) verankert ist. Lernprozesse dieser Art vollzieht das Kind im Spiel. Und dafür muss es die Situationen immer wieder mit seinen Bezugspersonen durchspielen (s. gezielter Suchlauf unter Nein-sagen). Viele Grüße

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