Rund ums Baby
Kinderwunsch
Schwangerschaft
Baby und Kleinkind
Kindergarten
Grundschule
  Gesundheit aktuell
  Tipps aktuell
  Expertenforen
  Foren
  Treffpunkte
  Community
  Mein RuB
  Suche / biete
Vornamen
Geburt
Babypflege
Hebammentipps
Stillen
Ernährung Baby
Kinderernährung
Kindergesundheit
Frauengesundheit
Vorsorge
Entwicklung
Allergien
Neurodermitis
Impfen
Mein Haushalt
Finanzen
Familie
Reisen
Spielen
Gewinnspiele
Rezepte
Infos und Proben
E-Cards
 
Entwicklungskalender
Entwicklungskalender

Buchtitel - Gefühle regieren den Alltag
Buchtitel - Gefühle regieren den Alltag
Buchtitel - Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen
 
 
 
Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

Bitte suchen Sie hier mit Stichworten:
 
Zurück
Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: magische Phase
Frage:   Magische Phase

Hallo Dr. Posth,ein gutes neues Jahr noch u alles Gute für Sie persönlich u Ihre tolle Arbeit!
Schon vor über einem halben Jahr antworteten sie mir,meine Tochter (jetzt 3) befinde sich in der magischen Phase u man solle ruhig mitspielen.Nun habe ich die Frage, wie lange diese Phase geht u in welchem Ausmaß sie normal ist?Manchmal habe ich das Gefühl,sie lebt überwiegend in ihrer Phantasiewelt,schlüpft unentwegt von einer Rolle in die nächste.Sie kann vor 5 Minuten noch Pipi Langstrumpf gewesen sein, dann das Jesuskind sein um dann ein großes Schulmädchen aus dem Freundeskreis zu werden.Sie erzählt auch vieles, was "nicht stimmt":Im Supermarkt kürzlich zu einer Fremden:"Ich geh schon in die Schule".Zuhause spielt sie das tatsächlich.Wenn ich mal hinweise,dass etwas nicht stimmt, meint sie immer"Ich spiel das doch so".Auch die Warum-Phase bleibt immer gleich intensiv.Fragt z.B.auch ständig nach,warum z.B. Pipi L. (sie selbst) gerade dies u das tut.Alles noch im Rahmen???DANKE.

Antwort

Stichwort: magische Phase

Hallo, auch Ihnen ein gutes neues Jahr und danke für Ihr Lob. Die magische Phase dauert eigentlich bis zum Verständnis der verschiedenen Realitäten in einem jeden Menschen. D.h. erst wenn das Kind sicher begriffen hat, daß es eine phsikalisch aufgebaute Wirklichkeit gibt, die in den Köpfen der Menschen mehr oder weniger einheitlich abgebildet ist und über die man sich unterhalten kann, erst dann geht die magische Phase zu Ende. Der Zeitpunkt ist irgendwo zwischen 5 und 6 jahren anzusiedeln. In der Lehre der kognitven Entwicklung beginnt danach die operationale Phase. In der magischen Phase wird die subjektive Realität, also die eigenen Vorstellungen über die Welt, als genauso wirklich empfunden wie die objektive. Daher das nicht so genau Nehmen mit der Wahrheit, was nichts mit bewußter Verfälschung zu tun hat. Man darf also ein Kind hierfür (noch) nicht tadeln. Das geht erst frühestens ab etwa 5 Jahren. Viele Grüße

 
Frage:   Fantasie..........

Hallo,
mein Sohn(3J.) hat z.Zt. eine sehr rege Fantasie: er bildet sich ständig ein,dass irgendwelche Figuren aus seinen Bilderbüchern oder Fernseh(wobei er nur ca.1/2 Std.am Tag TV guckt: Sandmann, Bob Baumeister u. Thomas,die Lok) bei ihm sind und mit ihm spielen oder gar Geschenke für ihn haben!

Dann redet er richtig mit ihnen oder tut so,als ob sie auf seinem Spielzeugtelefon anrufen!

Dann sagt mein Sohn z.B"Der Bob hat gerade geklingelt und hat auch für dich ein Geschenk!" -dann geht er zur Tür und guckt, tut so,als Bob da sei und bittet ihn rein.
Manchmal hat er dann sogar ein Spielzeug vorher vor die Tür gelegt und sagt mir dann,das sei von Bob!

Ist das noch normal, und wie reagiere ich da richtig drauf ??

Ich meine, ich find es gut,dass er so fantasievoll spielen kann, aber teilweise denke ich dann doch, ob das nicht zu schlimm wird und er sich da immer mehr reinsteigert !?!

Vielen Dank und LG

Antwort

Stichwort: magische Phase

Hallo, Ihr Sohn befindet sich jetzt einer Phase, die in der Kinderpsychologie als die magische Phase (Stichwort im Suchlauf) bezeichnet wird. In diesem geistigen Entwicklungsabschnitt halten sich im kindlichen Kopf die Phantasiewelt und die wirkliche Welt, was die Realitätsansicht angeht, die Waage. D.h. eine Szene in der eigenen Phantasie kann gleichstarke Bedeutung erlangen wie das Nachspiel einer tatsächlichen Begebenheit. Diese Tendenz läßt mit zunehmender geistiger Reife nach. Als Eltern tut man am besten so, als nähme man die Sache ernst und spielt mit. so etwas registriert jedes Kind mit Befriedigung. Nur ungern möchte es korrigiert werden. Eine psychische Störung fördert man keineswegs damit, also registrieren Sie dieses Phantsiespiel mit Gelassenheit. Viele Grüße

 
Frage:   Was denkt er/sie?

Unsere 3 jährige Tochter hat seit einiger Zeit eine ganz interessante Angewohnheit. Wenn ich ihr etwas erzähle oder erkläre hört sie ganz konzentriert zu und fragt dann: Was denkt Mama, was denkt Papa, was denkt.... Sie möchte von allen wissen, was sie zu davon halten und denken. Was bedeutet dieses Fragen?

Antwort

Stichwort: magische Phase

Hallo, Sie stellen mir da eine sehr kniffelige Frage. Ich will sie so beantworten: zunächst besitzt ein Kleinkind keine Vorstellug davon, daß es überhaupt ein Denken gibt. Es empfindet so, als ob alles, was geschieht, sich unmittelbar in seinem Kopf abspielte. Anders gesagt, das Kind empfindet so wie sie in einem Film, wenn Sie als Erwachsener vergessen, daß es sich nur um einen Film handelt (also der Sog, der von der Leinwand ausgeht). Woody Allen hat in seinem Film "The purple rose of Cairo" aus diesem Verwechselspiel der Welten (also illusionär und real) eine wahrhaft phantastische Geschichte gemacht. Der Film lohnt sich anzusehen!
Zurück zum Kind: irgendwann mit Fortschreiten der Loslösung und der Erfahrung, ein eigenes Selbst zu besitzen, fällt dem Kind auf, daß sich die Welt in Wahrheit "da draußen" abspielt und daß es eine Sicht dieser Welt bei ihm selbst gibt, die willentlich auch etwas anders sein kann. Filmisch gesprochen heißt das, das Kind versteht plötzlich, daß die Welt, die es erlebt, sich wie ein Film vor ihm abspielt und es selbst der Zuschauer ist. Dabei wird ihm klar, daß es die Welt vor sich im Inneren immer auch ein bißchen anders sehen kann, als sie tatsächlich ist. Es kann mit seinem Kopf den "Film" manipulieren (so etwas empfindet ein Kind nur intuitiv und diese Darstellung hier ist natürlich das interpretierende Geistesprodukt eines Erwachsenen, der die kognitive Entwicklung des Menschen beleuchtet).
Dieser erlebte und gefühlte Unterschied zwischen der eigenen Welt und der wirklichen Welt verleiht dem Kind Macht, die es liebend gerne ausnutzt bis hin zu ganzen Phantasiewelten (jedes Kind nutzt Macht sofort aus). Dazu pendelt es in spielerischer Form zwischen diesen Welt hin und her. Das ist die Ursache für die sogenannte magische Phase. Aber wir sind noch nicht am Ende!
Jetzt will das Kind wissen, ob die Macht, die es selbst hat, auch die anderen Menschen besitzen. Da es verstanden hat, daß das, was es in diesem Zusammenhang empfindet, "denken" heißt, fragt es nun alle Anderen (natürlich zunächst die Hauptbezugspersonen), ob sie das auch können. Dabei geht es zunächst davon aus, daß der eigene RFilm auch genau derselbe Film in den Köpfen aller anderen ist. Erst mit 4 Jahren begreift es dann, daß dieser Film bei jedem anderen Menschen etwas anders aussehen kann (sog. Perspektivwechsel). Dadurch ist ihm einer neuer Horizont in der Weltsicht eröffnet, der jeden Menschen lebenslang auf diese Weise die Wirklichkeit begreifen läßt.
Jetzt erst kann das Kind so denken wie wir Erwachsenen, und alle seine frühkindlichen Ängste, Sorgen und Befürchtungen können auf einmal relativiert werden und Schritt für Schritt vernünftig bearbeitet. Das ist der Grund dafür, daß wir Eltern und Erwachsene die Kinder bis etwa 4 Jahre mit unserer permanenten Nähe und unserer geduldigen Steuerung ihres Gefühlslebens die Sicherheit und das Vertrauen geben müssen, die sie für ihre psychische Gesundheit lebenslang brauchen. Viele Grüße

 
Frage:   Ängstliches Kind

Hallo Dr. Posth,
Philipp ist 25 Monate alt und zählt wohl zu den ängstlichen Kinder. Er ist für sein Alter schon recht fit (sagte zumindest die Ärztin bei der U7), spricht schon in ganzen Sätzen und hat eine blühende Phantasie.
In letzter Zeit entwickelt er aber Ängst, die ich sehr komisch finde. So fragt er z.B. beim Zubettgehen, ob keine Mann kommt, oder ob niemand im Schrank ist. Ich verstehe nicht, wie er auf solch Sachen kommt, wir haben ihm diesbezüglich auch nie offensichtlich Angst gemacht.
Auch träumt er in letzter Zeit schlecht, wacht Nachts auf und weint, fragt mich dann z.B. nach dem alten Casettenrecorder(den wir einen Tag zuvor in den Müll geschmissen hatten da er kaputt war) und fragt :Der macht nichts?!.
Können wir ihm da irgendwie helfen oder ist dies ein ganz normaler Entwicklungsschritt, den alle Kinder durchleben? Wie reagiere ich am Besten (einfach nur beschwichtigen oder doch eher ernst nehmen und darauf eingehen?
Viele Grüße Tina

Antwort

Stichwort: magische Phase

Liebe Tina, es gibt im Leben des Kleinkinds ein Stadium, das man die magische Phase nennt. In dieser Phase werden häufig Gegenstände animiert, d.h. sie erhalten in der Phantasie des Kindes einen lebendigen Charakter und damit Kräfte, die sonst nur Menschen besitzen. Menschen werden auch Gegenständen zugeordnet in der Form, daß die Funktion des Gegenstandes mit menschlichem Verhalten verbunden wird. Nehmen Sie den Schrank: Der Schrank besitzt einen Hohlraum, in dem man Sachen unterbringt. Aber man kann auch einen Menschen darin unterbringen (Darüber gibt es bestimmte Witze!). Das Kind empfindet genau solche Dinge und klettert selbst in den Schrank hinein, um das auszuprobieren. Nun spielt dem Kind das Gehirn einen Streich: Nicht es selbst, sondern ein fremder Mensch könnte in dem Schrank sitzen und wenn das Schrankholz in der Zimmerwärme nachts auch noch knackt, denken sogar Erwachsene, ein Mensch säße vielleicht darin. So entstehen Ängste, wenn der Boden ohnehin angstbereit ist. Das Trauma mit dem weggeschmissenen Casettenrecorder ist die Angst des Kindes, von der Mutter verlassen zu werden, denn plötzlich besitzt der Recorder ein Seele und "weint" im Mülleimer, oder ist böse und will sich wehren (der machts nichts?).
Diese Phase muß eigentlich als Entwicklungsfortschritt gelten, wird aber später von rationalen Überlegungen abglöst. Nur in den Künsten bleiben solche Elemente des Fühlens und Denkens erhalten (z.B. im Surrealismus). Viele Grüße

 
Frage:   Fantasie/Traurig Sein

Sehr geehrter Herr Posth,
mein Sohn (2,5) ist sehr emotional im Moment. Er kann sehr traurig sein und bitterlich weinen bei den seltsamsten Dingen: „die Sonne schläft und kommt nicht wieder“, „ich habe kein echtes Schaf“. Ich tröste ihn natürlich, nehme ihn ernst (zu ernst?) und bin sogar bereit „eine neue Sonne zu kaufen, wenn denn wirklich keine kommen sollte“. Ist das in Ordnung so? Warum ängstigen ihn diese Dinge, machen ihn so traurig? Auslöser bei dem einen war eine harmlose Zeichnung einer schlafenden Sonne in einem Buch! Was steckt dahinter? Ist er (zu)sensibel?
Wie gehe ich damit um, wenn „die Autos/das Handtuch (!) weinen“, wenn er z.B. ins Bett geht oder wenn sein „Bär weint“, weil er nicht mit auf den Spielplatz darf? Immer die Worte des Kleinen ernst nehmen oder –wenn es so klar ist- gleich sein Bild übersetzen in „du bist traurig weil Du ins Bett gehst“ etc. ?
Ihre Erkenntnisse und Tipps sind einfach toll!
MFG Red05

Antwort

Stichwort: magische Phase

Hallo, ein solches Kind könnte man ganz einfach auch als besonders kreativ und begabt bezeichnen und ihm hohe empathische Kräfte zuschreiben. Nun bezieht sich Empathie zunächst immer auf andere Lebewesen, besonders natürlich Menschen und davon besonders auf die Bezugspersonen.
Aber gerade in diesem Alter werden auch Gegenstände und Naturvorgänge "animiert", will heißen mit einer Seele versehen (magische Phase). Das tun phantasiebegabte Kinder viel stärker als die kleinen "knackigen Realisten". Ihre Phantasie führt sie dabei an Grenzen der Ertragensfähigkeit und da spielt neben der Angst auch die Trauer schon eine große Rolle. Interessanterweise sind die geschilderten oder erzählten Inhalte viel seltener fröhlichen Ursprungs als traurigen. So wie die Urgefühle des kleinen Säuglings nicht Grundvertrauen in sein Dasein und Freude sind, sondern Angst. Die Freude, die natürlich auch da ist, muss erst in der Beziehungsstruktur mit den Eltern erfahren werden.
Ich halte es auch für richtig, sein Kind in diesen Gefühlen mit Verständnnis zu begleiten, aber dabei durchscheinen lassen, dass das Bedrückende, das Traurige durch Menschlichkeit zu beheben ist. Genauso gehen Sie ja auch vor. Allerdings brauchen nicht Sie seine Gefühle immer gleich übersetzen. Reagierren Sie nur auf seine Berichte aus der imaginierten Kinderwelt. Viele Grüße und danke für Ihr Lob

 
Frage:   Rollenspiel wie echt wahrgenommen, erschrocken

Hallo Dr. Posth,
meine Tochter spielt schon ewig sehr gerne Rollenspiele. Gestern hat sie mich aufgefordert, eine böse Frau zu spielen, die sie mit Süßigkeiten lockt. Ich habe das gespielt und sie ist nach langer Zeit mitgegangen mit der "bösen" Frau. Ich als böse Frau haben dann sie geschnappt und gesagt, dass ich sie nicht mehr ihrer Mama gebe. Sie hat sich extrem erschrocken und sie konnte sich kaum beruhigen. So habe ich sie nie erlebt. Normalerweise egal bei was beruhigt sie sich schnell. Ich habe ihr immer wieder erklärt, dass es nur ein Spiel war. Sie sagte: "Ich möchte so nicht mehr spielen. Komm spielen wir lieber mit Playmobil" Da wollte sie dasselbe spielen, allerdings ist das Mädchen nicht mehr mitgegangen.
Jetzt habe ich extrem schlechtes Gewissen :-( Was jetz tun?
Ist es überhaupt ok einem 3 Jährigem Kind zu erzählen, dass es in der Nähe von mir bleiben soll, weil es auch böse Menschen gibt? Und ihr was passieren kann?
MfG

Antwort

Stichwort: magische Phase

Hallo, Kinder in diesem Alter sind kraft ihrer Fantasie in der Lage, sich eine Wirklichkeit zu erdenken. J. Piaget u.a. sprachen daher von der "magischen Phase". Das kann soweit gehen, dass ihre eigenen spielerischen Kreationen wie auch gespielte Wirklichkeit als Realität wahrgenommen werden. Insofern hat Ihre Spielkonstellation, die eigentlich einen lehrhaften Charakter haben sollte, Ihrer Tochter nur massive Angst bereitet. Dazu kam die Rollenverfremdung, dass nämlich die schutzbietende Mutter auf einmal als eine gefährliche Kindsdiebin auftrat. Und der eigenen Mutter weggenommen zu werden, ist eine Urangst des Kindes.
Man sollte die Lehre daraus ziehen, dann solche Spielinhalte nicht kindgerecht sind und schon gar kein Vernunftreaktionen beim Kind erzeugen, sondern ganz gegenteilig nur Erschrecken und Angst. Um das erschreckte Kind zu beruhigen, ist es wichtig, das Spiel sofort abzubrechen und die realen Verhältnisse wieder herzustellen. Wie man ein Kind vor bösen Menschen schützt, müsste man noch einmal gesondert sprechen. Viele Grüße

Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz
Forenarchiv
 
© 1998-2014 USMedia