Rund ums Baby
Kinderwunsch
Schwangerschaft
Baby und Kleinkind
Kindergarten
Grundschule
  Gesundheit aktuell
  Tipps aktuell
  Expertenforen
  Foren
  Treffpunkte
  Community
  Mein RuB
  Suche / biete
Vornamen
Geburt
Babypflege
Hebammentipps
Stillen
Ernährung Baby
Kinderernährung
Kindergesundheit
Frauengesundheit
Vorsorge
Entwicklung
Allergien
Neurodermitis
Impfen
Mein Haushalt
Finanzen
Familie
Reisen
Spielen
Fotos
Gewinnspiele
Rezepte
Infos und Proben
E-Cards
 
Entwicklungskalender
Entwicklungskalender

Buchtitel - Gefühle regieren den Alltag
Buchtitel - Gefühle regieren den Alltag
Buchtitel - Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen
 
 
 
Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

Bitte suchen Sie hier mit Stichworten:
 
Zurück
Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied
Frage:   Eingewöhnung Kiga

Lieber Dr.Posth,
meine Tochter(3)ist bei fremden Menschen extrem schüchtern.Wir waren 18 Mon. in der Krabbel-,danach 6 Mon.in der Schwimmgruppe. Sie hat nie Sing- o. Bewegungsspiele mitgemacht, wenn jemand zusah. Mit der Kragruleiterin hat sie nach ca. 15 Monaten ein kleines bischen geredet, allerdings nur, wenn keine andere Person dabei war. Mit den anderen Kindern oder Müttern nie.
Jetzt steht der Kiga an und ich habe Sorge, dass sie sich da genauso verhält. Ich erzähle ihr, was alles Schöne im Kiga auf sie zukommt, was ihr Bruder gemacht hat.Sie sagt, dass sie nicht in den Kiga möchte. Wie kann ich sie neugierig auf den Kiga machen? Ich befüchte, dass die Eingewöhnung sehr lange dauern wird. Es heißt ja immer, man soll so lange beim Kind bleiben, bis es einen wegschickt. Ich glaube, das würde sie nie machen. Wie gestalte ich die Eingewöhnung am besten? Sie hat keine Probleme mal alleine bei den Großeltern, Onkel oder Kinderland bei Ikea zu bleiben.
Viele Grüße
Sabine

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Liebe Sabine, derart schüchterne Kinder haben noch ein großes Loslösungsproblem. D.h. vor dem Schritt zur Ablösung in öffentlichen Einrichtungen steht als wesentlicher Entwicklungsschritt immer die Loslösung aus der primären Bindung (i.d.R. zur Mutter). Für die ist hauptsächlich der Vater zuständig, sofern er verfügbar ist. Ist dieser aber nicht ausreichend engagiert oder kann diese Aufgabe nicht erfüllen, dann orientiert sich das Kind immer an anderen engen Familienmitgliedern, um in der Loslösung doch einigermaßen voranzukommen. Das Phänomen erleben Sie gerade bei Ihrer Tochter.
Häufig läuft dabei aber nicht immer alles glatt, so daß eine erschwerte Loslösung resultiert und das schüchterne Kind ist geboren. Angeborene Anlagen mögen das Erscheinungsbild unterstützen, aber das sind die Kinder, die schon als Säuglinge stark gefremdelt haben und sehr anhänglich gewesen sind.
Möglicherweise ist ein Ki-ga-eintritt mit 3 Jahren für Ihre Tochter noch zu früh. Eine lange sanfte Ablösung steht dann bevor, wenn nicht eine Erzieherin per Sympathie-Übersprung schnell zur Ersatzbezugsperson wird. Dann könnte das sogar hilfreich für die EntwicklungsIhre Tochter sein läßt sich aber im Voraus schlecht vorher sagen, vielleicht am ehesten noch in ersten Schnuppernachmittagen. Viele Grüße

 
Frage:   Frage bzgl. Loslösung

Sehr geehrter Dr. Posth,
Meine Tochter Anja ist 4 Jahre alt. Seit ca. 2 Monaten gibt es Trennungsprobleme. Sie war immer schon sehr Mama bezogen, da der Papa wenig Zeit und auch Interesse zeigt. Anja ist seit ihrem 3. Geburtstag vormittags im Kindergarten. Es gab nie Probleme, sie ist sofort gern gegangen.
Seit 11/2005 arbeite ich drei Tage in der Woche (Arbeitszeiten: 2x von 08.30 – 18.00, 1x von 08.30-14.30). Vormittags ist sie im Kiga, und nachmittags wird sie von der Oma oder einer Freundin (mit 2 Kinder 4 und 2 Jahre alt) betreut, manchmal auch vom Papa.
Im Februar besuchte sie am Nachmittag einen Schikurs. Die ersten zwei Tage waren kein Problem. Danach ging es los, und sie wollte nicht mehr alleine dort bleiben. Nach langen hin u. her mit hysterischen Geschrei und Weinen, blieb ich die restlichen drei Nachmittag dabei.
Sie ging auch einmal in der Woche alleine Kinderturnen (machte ihr großen Spaß). Aber seit dem Schikurs will sich auch

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Hallo, mir scheint, als verwechselten Sie zwei Dinge, nämlich Loslösung und Ablösung. Die Loslösung ist eine intrafamiliärer Prozeß, der das Kind aus der primären Bindung heraus holt und zum eigenständigen Selbst führt. Die Ablösung ist ein Übergang aus der Familie in die Fremdbetreuung. Dabei ist es egal, welche Fremdbetreuung angesteuert wird, auch ein Ski-kurs gehört im Prinzip dazu. Nur ein losgelöstes Kind, welches ein stabiles Selbst entwicklet hat, vollzieht ohne Probleme Elemente der Ablösung und diese sogar gerne und freiwillig, weil es darin einen persönlichen Fortschritt erkennt, mit dem es sich aufwerten kann. Alle anderen Kinder brauchen eine sogenannte sanfte Ablösung mit einer vorübergehende Anbindung an eine Ersatzbezugsperson.
Eine Loslösung kann in der Regel nicht erzwungen werden durch eine forcierte Ablösung. Im Gegenteil, meist treibt ein solcher Versuch das Kind in die Regression (vorübergehende Entwicklungsrückschritt). Einzige Ausnahme ist die erschwerte Loslösung (s. gezielter Suchlauf), wenn die avisiert Ersatzbezugsperson eingeweiht ist und sich ihrer Vaterersatzaufgabe bewußt. Denn ihr wird damit ein hohe Verantwortung übertragen.
In ihrem Fall ging der Ski-Kurs schief, weil keine Ersazbezugsperson für Ihre Tochter dort zu finden war, ihr Selbst aber noch nicht stark genug ist, die Ablösung eigenständig zu vollziehen. Sie hätten den Kurs abbrechen sollen, oder eben dabei beliben, was sie letztendlich ja dann auch getan haben. Viele Grüße

 
Frage:   Loslösung bei Zwillingen

Danke für Ihre Antwort bezl.meiner Zwillinge Thea und Jule. Ich habe nun fast Ihr ganzes Buch über Loslösung etc. gelesen- finde aber keine Antwort auf die Frage: wie lange muss ich warten bis es mit der sanften Ablösung funktioniert? Sie sind jetzt 2 1/4 Jahre und auch bei Papa oder Oma gibt es Tränen wenn ich gehe.Aber auch ich muss mal etwas erledigen? Muss ich mich da noch mehr zurücknehmen?Was kann ich tun, oder sind ab und an nicht auch ein paar Tränen vertretbar, denn wenn die Mama geht,das ist eben auch immer "blöd", oder? Ich möchte zu gern eine ganz sanfte Ablösung,komme jetzt aber an einen Punkt wo ich manchmal denke Ihnen auch etwas mehr zumuten zu müssen,um auch selbst nicht auf der "Strecke "zu bleiben, und ich bin dieszbezügl.sehr wenig anspruchsvoll. Mein Mann hatte jetzt 10 Tage frei und Jule hat eine gute Bindung zu ihm, wenn es "schwierig"wird(Stress, Ärger), dann sucht sie mich .Was können wir noch tun? Wieviel denken sie hängt mit der Frühg. zusmmen? Danke

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Hallo, vermutlich unterscheiden Sie noch nicht klar genug in Loslösung und Ablösung (dazu gibt es im gezielten Suchlauf ein Stichwort!). Loslösung kann nur sanft sein, es sei denn, eine Mutter übergibt ihr Kind dem Vater und verabschiedet sich für immer. Das ist aber eine Ausnahme. Die Ablösung in die Fremdbetreuung oder auch zu einer Ersatzbezugsperson, die kann hart oder sanft erfolgen. Da die harte Ablösung den Trennungsprozess kompliziert und spätere Trennungsangst (mit allen Folgen) hervorrufen kann, ist unter 4 jahren nur die sanfte Ablösung (s. Stichwort) empfehlenswert.
die Loslösung zum Vater oder einer ihn ersetzenden Bezugsperson ist immer ein Parallelvorgang beider betreuenden Eltern. Da kann das Kind prinzipiell sich auswählen, welchen Part es von dem einen Elternteil erfüllt bekommen haben möchte und welchen von dem anderen. Aber die Kinder verteilen die Rollen an die Eltern intuitiv so, wie es für sie gut ist und das sollte man auch akzeptieren. Schwierig wird es nur, wenn das Loslösungsvorbild fehlt oder keine oder nur unzureichende Angebote an das Kind macht. Dann kommt es zur erschwerten Loslösung.
Wenn ein Kind bei der Loslösung Tränen zeigt, dann ist es von der Entwicklung her noch nicht reif genug für den Prozess wenigstens in diesem Zusammenhang. Es ist also emotional überfprdert. Das mag das eine oder andere Mal angehen, wenn das Loslösungsvorbild einfühlsam genug ist, den Vorgang des Tröstens effektiv auszuführen. sonst sollte man von solchen "Übergaben" erst einmal Abstand nehmen. Ihre Töchter sind ja gerade einmal 2 Jahre alt. Viele Grüße

 
Frage:   Krippe

Hallo,

unsere Tochter 15 Monate geht seit Januar in die Krippe. Sie freut sich auf den Tag und geht gerne zu den Erzieherinnen. Sie isst,spielt, schläft und läßt sich auch trösten. Kann man dann von einer glücklichen Loslösung sprechen oder wann merkt man es? Mir tut es auch leid, sie abzugeben, aber es geht arbeitsbedingt leider nicht anders. Vielen Dank
Ina

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Liebe Ina, es gibt einen Unterschied zwischen der Loslösung und der Ablösung. Verlässt ein Kind die Familie zu einer Fremdbetreuung, ist das keine Loslösung sondern eine Ablösung. Die Loslösung findet über die zweite wesnetliche Bezugsperson im Leben des Menschen statt, den Vater. Steht dieser nicht zur Verfügung, können Ersatzloslösungsvorbilder diesen Part übernehmen. Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist es sinnvoll, erst die Loslösung einigermaßen voranschreiten zu lassen, bevor ein Ablösungsversuch unternommen wird. Auf diese Weise werden die natürlichen Reifungsschritte beachtet.
Kommt aber die Ablösung der Loslösung zeitlich ins Gehege oder findet sie wie beim Säugling sogar früher statt, dann geht das nur über eine sanfte Ablösung (s. gezielter Suchlauf) und der Akzeptanz, dass die hinzugewonnene Ersatzbezugsperson (Früh-Erzieherin) in Konkurrenz zum Loslösungsvorbild tritt. Viele Grüße

 
Frage:   Nachtrag 39258,Lieber Herr Posth

Leider hatte ich mich ganz auf das wissen der Erz. verlassen die meinte ein leichtes weinen sei nicht schlimm wenn ich gehe.
Jetzt mache ich mir grosse Sorgen das durch meinen Fehler unser Sohn vertrauen an mich verloren hat!
Er bleibt immernoch ohne weinen im Kiga oder beim Papa.Seit kurzen aber,wenn wir alleine sind und ich den Raum wechsel läuft er mir wieder nach ohne weinen doch sobald ich die Tür zu mache weint er sofort jetzt lasse ich wieder alle Türen offen.Wenn mein mann mit ihm alleine ist macht er dies nicht.
Wieviel offenheit gegenüber fremden ist normal?
Er ist Fremden gegenüber zuerst eher zurückhalten aber sobald sie sich freundlich auf ihn zugehen,besonders Frauen,ist er sofort sehr offen z.B eine Mutter aus dem Kiga die immer sehr nett zu ihm ist, hat er letztens bei der begrüssung umarmt.Auch besuch wenn wir bekommen den er eigentlich nicht kennt spielt er sofort mit ihm.Ist dies auch Charakter o. Erbbedingt?Ich als Kind war genauso.Vielen Dank für ihre tolle arbeit.

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Hallo, ohne das Verhalten Ihres Sohnes selbst beobachtet zu haben, ist die Unterscheidung in noch normales Verhalten und vermeidendes Verhalten sehr schwierig. Auch Fachleute, die ein Kind direkt beurteilen, können diese Unterscheidung oft nicht genau treffen. Sicherlich gibt es hier auch Mischbilder, das heißt, das Kind ist von Natur nicht besonders ängstlich, hat es aber jetzt gelernt, Vermeidung zu üben und macht das perfekt. Oder ihre Loslösung ist so gut voran gekommen, dass die Ablösung trotz einiger unguter Gefühle bewältigt wird. Solche Kinder sehe ich häufig bei den Vorsorgen bei mir in der Praxis. Sie zeigen einem die Grenzen in der Beurteilung von Kleinkindern, was den Bindungsstatus angeht. Und eine Cortisol-Test kann man nicht bei einer Vorsorge machen.
Die Frage ist auch, ob nicht das Verhalten, das das Kind jetzt gelernt hat, sein Vorteile besitzt, zumindest für dieses eine Kind. Denn es kann mit diesem Verhalten gut auf seinen Anlagen oder Entwicklungsvoraussetzungen aufbauen. Eine Laie kann dabei sowie so keine Unterscheidung treffen, woher die vielen Fehlbeurteilungen von Kindergartenkindern bei der Eingewöhnung rühren. Es ist aber kein Freibrief für die harte Ablösung! Solange Ihr Sohn also den Anschein macht, dass es ihm gut geht und er wirklich gerne in den Ki-ga geht, sollten Sie es so belassen. Viele Grüße

 
Frage:   Einschlafen-Durchschlafen-Brustentwöhnung

Lieber Herr Posth,
(Kurzfssg. v 28.7.) Meine Tochter (13 Mo, temperamentvoll, willensstark, sprachl weit entwickelt, gute Auffassungsgabe, erste Widerstände) geht in d Krippe. Eingewöhnung ganz gut, weint nur beim Hingeben, lässt sich schnell beruhigen, freut sich, wenn ich wieder komme. Z.Zt. ist Papa d Hit, lässt sich bedingt auch durch ihn trösten. Sind wir schon in d Ablösung? Durch Intoleranz gg. Milch, Laktose, Soja, Ei hat sie viele Blähungen bis hin zu Blut im Stuhl. Festgestellt nach ca. 5 Mo. In d Zeit u danach zum Einschlafen viel getragen u ich in d Schlaf gestillt. Wacht nachts öfters auf, verlangt d Brust. Schläft mit im Familienbett. Eigenes Bett ist Katastrophe (wg 2 KH-Besuchen?), steht im Bett u schreit. Auch in Krippe. Schläft dort wohl inzwischen. Mit TamTam. Jetzt 2 Wo Schließzeit. Nä Wo sind wir beide daheim. Im Sinne d Ablösung würde ich gerne Brustentwöhnung in d Nacht machen? nä Wo? Sinnvoll? Tipp für nen guten Kinderpsychotherap. o.ä.? Worauf sollte man achte

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Hallo, Loslösung und Ablösung sind ein Unterschied (s. entsprechendes Stichwort im Suchlauf). Die Loslösung ist einer Erweiterung der Bindungsprinzipien innerhalb der Familie. Der Vater wird (im Normalfall) zur zweiten Hauptbezugsperson. Hier ist der Übergang ein automatischer Prozess, der am Ende des 1. Lebensjahres schrittweise einsetzt. Die Ablösung ist Herausgehen des Kindes aus der Kernfamilie mit einer "dritten" Bindung an eine außerfamiliäre Person. Großeltern oder andere weitere Familienmitglieder als Bindungspersonen nehmen eine Zwischenposition ein und fungieren im Wesentlichen als Ersatzbezugspersonen. Das klingt willkürlich unterschieden, ist es aber nicht, denn die Abstufung der verschiedenen Bindungen hat für ein Kind eine wichtige Bedeutung.
Die Ablösung in die Fremdbetreuung ist für ein so kleines Kind wie Ihre Tochter (13 Mo) ein große Herausforderung. Sie scheint sie auch in Anbetracht der komplizierten Vorgeschichte schwer zu verkraften. Wenn Sie also eine Ursache für die momentanen Schwierigkeiten suchen, dann sollten Sie hier fündig werden. Könnten Sie denn noch etwas rückgängig machen? Viele Grüße

 
Frage:   Bezugspersonen

Hallo Herr Dr. Posth,
ich habe eine Frage zum Verhalten meiner 1,5 Jahre alten Tochter.Ist das normal das sie meinen Mann und mich als gleichwertige Bezugspersonen ansieht?
Beim Spielen und anderen Tätigkeiten müssen wir immer beide dabeisein und wenn einer von uns beiden weggeht, fängt sie an zu weinen.Auch beim Nachtritual kann sie sich offensichtlich nicht entscheiden, wer das machen soll, obwohl ich das immer früher durchgeführt habe.Wenn sie bei einem von uns auf dem Arm ist, muss sie immer gleich zum anderen wechseln.
Wie kann man dieses Verhalten deuten? Ich dachte immer, es gibt nur eine "richtige" Bezugsperson?

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Hallo, richtige und falsche Bezugsperson sind nicht die korrekten Bezeichnungen. Es gibt nur ein primäre und eine sekundäre Bezugsperson, die zeitlich hintereinander die Bühne betreten, aber von der Bedeutung ihrer Rollen her praktisch gleichwertig sind. Und dann gibt es noch verschiedene Ersatzbezugspersonen, die sicher große Wichtigkeit für das Kind haben könne, aber nicht gleichermaßen von ihm verinnerlicht werden.
Mit 15 Monaten steht das Kind entwicklungsmäßig zwischen Bindungsanhänglichkeit und Loslösungsbestrebung. Das erklärt, warum es sich manchmal nicht zwischen Mutter oder Vater entscheiden kann. Das ständige Wechseln von einem Arm auf den anderen ist der typische Ausdruck der Unentschiedenheit oder Ambivalenz. Mit der Zeit geht die gesunde Entwicklung in Richtung Loslösung weiter und die Bindung wird als verinnerlichter Beziehungsbestandteil im Selbst weiter getragen.
Bei der Ablösung aus den elterlichen Bindungen (persönliche oder institutionalisierte Fremdbetreuung) wiederum wird auch der sekundäre Bindungsbestandteil verinnerlicht fortgetragen , und zwar im jetzt eigenständigen Selbst. Nur diese Konstruktion der Persönlichkeitsgrundlagen sichert die gesunde psychosoziale Entwicklung. Viele Grüße

 
Frage:   Spielgruppe

Hallo,unser Sohn geht seit Nov.11,seit er 2 J ist in eine Spielgruppe.2xWo für 2,5 Stunden.Nach Eingewöhnung konnte er alleine da bleiben.Doch wir haben es bis heute nicht geschafft,daß ich länger als 1 Stunde weg war. Als einzige Mutter sitze ich noch dabei,od.es gelingt mir unauffällig rauszugehen.Dann ist auch alles gut und er spielt.Begrüßt mich beim Abholen sehr fröhlich.Sobald er merkt daß ich möchte gehen,geht gar nichts.Die Monate verliefen wechselhaft.Teilweise konnte ich über Wochen gar nicht weg,dann war einige Wochen alles besser und wieder wochenlang schlechter.usw. Im August wird er weiter in diese Gruppe gehen,jedoch mit neuen Kindern.Da er schon so lange dabei ist und die 2 Betreurinnen gut kennt und mag möchte ich dann ihn endlich alleine dort lassen können. Wie vorgehen? Ich habe ihn nie weinend da gelassen. Vom Charakter ist er nicht ängstlich. Sehr fröhlich aber auch eigensinnig.Trotzt normal.LL läuft immer besser, ist aber etwas schleppend.Da arbeiten wir dran.Gruß

Antwort

Stichwort: Loslösung und Ablösung im Unterschied

Hallo, wenn keine veranlagte besondere Ängstlichkeit vorliegt und auch ein Verlassenstrauma ausscheidet, dann muss es sich bei der Besorgtheit Ihres Sohnes in der Fremdbetreuung um ein Reifungsphänomen handeln. Das heißt auf einen einfachen Nenner gebracht, Ihr Sohn ist noch nicht reif genug dafür, in einer fremden Umgebung alleine gelassen zu werden.
Eine solche Reifung besorgt u.a. die Loslösung. Denn auf diese Weise erfährt das Kind, dass es auch ohne die ständige Absicherung in der primären Bindung (und die repräsentiert die Mutter) sorglos exisieren kann. Daher muss es meiner Aufassung nach in der Entwicklungspsychologie heißen: ohne einigermaßen erfolgreiche Loslösung keine Ablösung. Und bei den Kinder unter 3 Jahren geht auch das nur in der Absicherung bei der Tagesmutter oder Erzieherin als Ersatzbezugsperson (Bezugserzieherin). Für beide wichtigen Entwicklungen gibt es aber bei Ihrem Sohn jetzt gute Aussichten. Er kennt die Erzieherinnen immer besser und wird sich erst einmal an eine "anbinden" und der Vater bemüht sich stärker um die Loslösung. Vielleicht kann dann auch schon der Vater seinen Sohn in den Ki-ga bringen. Das klappt dann nämlich manchmal besser als bei der Mutter. Viele Grüße

Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz
Forenarchiv
 
© 1998-2014 USMedia