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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: defensives und offensives Verhalten
Frage:   Sich wehren

Hallo Dr. Posth! Unser Sohn (im Mai 4) wird, wie ich jetzt erfahren habe, immer wieder von 2 körperlich wesentlich größeren Kindern (der eine gleichalt, der andere schon 5) im KiGa geärgert und angegriffen. Zuhause ist er wenn das passiert, sehr aggr. wieder gegen den kl. Bruder Die Erzieher kümmern sich schon drum, es passiert aber trotzdem noch. Wir haben ihm beigebracht, daß anderen wehtun (insbesonderem dem kleinen Bruder) abzulehnen ist. Jetzt denke ich aber, gegen diese Kinder soll er sich adäquat wehren, vielleicht auch beißen, wenn sie ihm wehtun (weil er so klein ist und sonst schwächer). Kann das funktionieren? Oder bringt ihn das durcheinander? Kann ich ihm sagen, gegen diese Kinder darf oder soll er sogar er aggressiv sein, um sich zu wehren nicht aber gegen seinen Bruder? Wenn ihn sein kl. Bruder mal haut soll er sich ja auch zurückhalten, weil er der größere ist. Vielen Dank.

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, nein, das funktioniert so nicht. Ein Kind zu Gegenwehr und Aggressivität aufzustacheln ist immer ein Fehler. Ein Kind dieses Alters (3-6J u.älter) steckt noch mitten in der Selbstfindungsphase und lernt sich gerade kennen. Dabei erfährt es, wann es authentisch handelt und wie es von seiner psychosozialen Struktur her geartet ist. Diese Erfahrungen sollten dann mit seinen innersten Gefühlen übereinstimmen, damit es zufrieden und ausgeglichen ist. Andernfalls sieht es sich gezwungen, anders zu sein als es ist, und das macht Stress und Unzufriedenheit. Auch kann ein Kind gar nicht genau unterscheiden, auf wen es eigentlich aggressiv sein soll und auf wen gerade nicht. Das kommt erst später mit der fortgesetzten geistigen Entwicklung.
Natürlich leidet ein Kind unter den Angriffen ältere Kinder und fühlt sich unterdrückt und benachteiligt. Es muss aber kraft seiner eigenen Anlagen, Fähigkeiten und Überzeugungen Methoden entwicklen, wie es damit zurecht kommt. Dabei können die Bezugspersonen ihm helfen, indem sie das Kind an der richtigen Stelle unterstützen und die Angriffe von außen unterbinden. Viele Grüße

 
Frage:   Mag er keine Kinder?

Hallo, mein Sohn ist knapp 2,5 Jahre & ein lieber, sehr lebhafter Junge. Wir gehen 2 Mal die Woche in die Spielgruppe. Mir ist aufgefallen, dass er lieber alleine spielt. Bis vor Kurzem hat er sich jedes Spielzeug von anderen abnehmen lassen, ohne weinen etc., er hat sich einfach was anderes genommen. Mittlerweile sagt er schon mal "Das ist meins" und drückt das andere Kind behutsam weg. Ich sehe aber, dass die anderen Kids in dem Alter schon mal gemeinsam spielen oder einfach die Nähe der anderen suchen. Meiner möchte das fast gar nicht. Zuhause freut er sich immer auf die Gruppe. Wenn ich ihn frage, sagt er, dass er gerne hin möchte. Aber wenn ich frage, ob er denn dann zB mit Jasmin zusammen mit den Autos spielen möchte, sagt er:"Nein, will ich nicht, lieber alleine spielen." Ist das noch normal? Soll ich ihn einfach mehr animieren? Möchte nicht, dass er ein Außenseiter wird, noch laufen ihm die anderen Kids regelrecht hinterher & er geht stur einfach weg ;) Danke & liebe grüße

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, viele Eltern sind sehr irritiert, wenn ihr Kind nicht bereitwillig mit den anderen Kindern spielt. Aber Kleinkinder sind untereinander automatisch immer starke Rivalen. Diese Rivalität auszuhalten und sich durchzusetzen, dazu besitzt im Alter von 2 1/2 noch längst nicht jedes Kind die nötigen Fähigkeiten. Allerdings macht es dann keinen Sinn, dem gemeinsamen Spiel auszuweichen. Richtig wäre es, wenn die Eltern ihre scheuen und defensiven Kinder anfangs begleiten und ihnnen den Rücken stärken, wenn es um Auseinandersetzungen geht. Es muß aber beim aufmunternden Blick oder eine freundlichen Aufforderung bleiben.
Das Anstacheln zur Gegenwehr ist oder das mächtige Einschreiten zugunsten des eigenen Kindes ist keine gute Sache. Es verbietet sich aus zwei Gründen. Erstens versteht das Kind meist gar nicht, was die Eltern von ihm wollen, da ihm eine solcher Auftritt innerlich fremd ist. Zweitens geben die Eltern damit kein gutes Vorbild ab, und das Vorbild ist jetzt ein wichtiges Erziehungsmittel.
Es ist auch kein Fehler, wenn Eltern erst einmal regelrecht mitspielen, damit sich das eigene Kind integrieren lernt. Viele Grüße

 
Frage:   Durchsetzungsfähigkeit

Lieber Doktor Posth,
meine Tochter (4) ist ein ausgeglichenes Kind mit einer sicheren Bindung u. einem stabilen Urvertrauen. Sie ist sehr sozial und so behütet, dass sie Bösartigkeit als solche nicht kennt bzw. nicht versteht. Mein Mann und ich geben ihr immer eine maximale Sicherheit, ohne Sorgen oder Ängste. Dementsprechend sieht sie in jedem Menschen u. jeder Situation bloß Gutes, was eigentlich bewundernswert ist. Sie ist sehr intelligent, eher zurückhaltend u. sensibel u. hat deshalb große Probleme, sich anderen Kindern gegenüber durchzusetzen: teilweise aus Gutmütigkeit, teilweise aus Schüchternheit, teilweise weil sie gar nicht versteht, dass Kinder manchmal auch einfach "gemein" sind.

Meine Fragen:
1. Wie kann sie unter diesen Umständen lernen, sich besser durchzusetzen?
2. Ist ihre geringe Durchsetzungsbereitschaft eine Frage des Selbstwertgefühls? Nach meiner Ansicht ist sie nämlich sehr selbstbewusst, zumindest im vertrauten Umfeld, und sehr stolz auf sich selbst.

Danke!

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, der Glaube, man müsse als Eltern sein Kind auch auf das rauhe Leben draußen vor der Tür und unter den anderen Menschen vorbereiten ist meines Erachtens irrig. Die Selbstüberzeugung und das sichere Gefühl, genug Rückhalt und Absicherung in seinem Elternhaus erhalten zu erhalten, ist wichtiger als jedes Antrainieren von Durchsetzungsstärke (sofern das überhaupt geht). Es stimmt allerdings, dass ein wohlbehütetes Kind zunächst einmal sich nicht vorstellen kann, wie unbarmherzig oft der Umgang zwischen Menschen außerhalb des eigenen behüteten Raumes ist. Diese Kinder kommen oft nach Hause und erzählen ihren Eltern empört und vielleicht auch entsetzt, was sie am Tage draußen erlebt haben. Dann ist es wichtig, den Kindern ohne Übertreibung und Schwarzmalerei die Wirklichkeit ein wenig realistischer zu zeichnen. Die Kraft, die die Kinder dann brauchen, um damit umgehen zu können, schöpfen sie aus ihrer stabilen Beziehung zu den Eltern und der ganzen Familie.
Zurückhaltung, in gewisser Form auch Schüchterheit und Vorsicht gehören zu den defensiven Eigenschaften von Menschen und sind zu einem Gutteil Charaktereigenschaften. Solche Kinder entwickeln mit der Zeit ihre eigenen Strategien, sich im Leben durchzusetzen. Viele Grüße

 
Frage:   Zurückhaltung/Selbstbewusstsein

Wir haben eine 3 jährige Tochter. Sie war schon immer ein sehr kontaktfreudiges Kind, hat nie stark gefremdelt, geht gerne zu Omi und Opa oder zu Spielkameradinnen, die sie gut kennt und mag. Auch in die Spielgruppe geht sie von Beginn an ohne Probleme, hat mich jeweils weggeschickt, sie wolle alleine bleiben. Was mich nun wundert. Bei gewissen Leuten ist sie ein sehr munteres geschwatziges Kind, plaudert einfach drauflos, auch wenn sie diese Person nicht kennt. Auch bei uns zu Hause fühlt sie sich beim Spielen mit Kindern wohl. Ist sie jedoch in einer grösseren Gruppe oder unter Kindern, die etwas stümisch sind, habe ich manchmal das Gefühl, sie zieht sich in sich zurück, fürchtet sich fast vor diesen Kindern. Ich schätze sie als ein selbstbewusstes Mädchen ein, das ganz gut nein sagen kann, dann wieder jedoch manchmal wieder sehr schüchtern sein kann. Wo liegt der Unterschied zwischen Selbstbewusst und Defensiv veranlagt? Ist ein defensives Kind auch selbstbewusst? Unterschied?

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, Offensivität und Defensivität gehen im Normalfall Hand in Hand mit einem gewissen Selbstbewußtsein und einer gewollten Zurückhaltung. Das gilt also für die gesunde psychische Entwicklung mit einem "ausgewogenen Selbst". Aber so lienientreu geht die Entwicklung nicht immer, und es gibt auch im Kind selbst den einen oder anderen Widerspruch. Ihre Tochter scheint von Natur aus eher offensiv zu sein uhnd hat dadurch manchen Vorteil. Allerdings schätzt die Gesellschaft bei Mädchen Offensivität nicht unbedingt, bei Jungen umso mehr. Genau umgekehrt ist dann bei defensiven Jungen. Hingegen werden defensive Mädchen gut akzeptiert. Diese Erfahrung machen die Kinder selbst auch. Und so kann ein offensives Mädchen in der einen oder anderen Situation probleme belommen. Ob das bei Ihrer Tochter so ist, läßt sich von hier aus schlecht sagen. Vielleicht mag sie ja auch nur keine großen Menschengruppen wegen deren dynamischer Vielfalt. Viele Grüße

 
Frage:   Kind sehr sensibel wie kann ich ihn unterstützen?

Hallo!
mein Sohn wird bald 4,er ist sehr sensible,schaut mit offenen Augen in die Welt hinaus,liebt die Tiere die Blumen,ist ganz liebevoll,konnte Gefühle sehr früh ausdrücken und auch benennen,redet viel,hat sich beim Kiga start etwas schwer getan,doch manchmal kommt mir vor,er hat kein oder wenig selbstbewusstsein,vorallem bei dem Kindern im Kiga,fast schon etwas ängstlich..die Erzieherin meint,manchmal muss sie ihn fast ein bisschen zu den Kinder schubsen-und dann taut er auf,und es macht ihm einen menge Spass!
wie kann ich einen Sensiblen Kind ein bisschen helfen?Mut zusprechen tun wir fast täglich,auch hat er Freunde in der Nachbarschaft,aber wenns zu laut wird oder mehr als 2 Kinder sind-zieht er sich zurück zu mir!

Vielen Dank

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, Sensibilität eines Menschen ist kein Nachteil und vor allem keine schlechte Eigenschaft. Mag sein, dass die damit verbundene Defensivität und vielleicht auch Introvertiertheit am Anfang bei den ersten Gruppenkontakten etwas hinderlich ist. Aber diese Kinder, wenn sie intelligent genug sind, entwickeln Strategien, sozial genau dasselbe zu erreichen wie die Anderen, scheinbar Stärkeren. Der Rückzug, wenn es zuviel wird, ist schon eine der Techniken. Man darf ihn nicht als Versagen ansehen. Das geschieht aber leider oft. Im Übrigen sind sensible Kinder häufig sehr begabte Kinder, die sich aber noch nicht ausreichend Wissen angeeignet haben, sich damit auch sozial durchzusetzen. Da sind ein paar leichte Hilfestellungen erlaubt, wie man ja auch übers Ziel hinaus schießenden Kinder schon mal bremsen muss. Viele Grüße

 
Frage:   Wie kann ich sein Selbstbewusstsein fördern?

Hallo,

ich mache mir Sorgen um unseren 5jährigen Sohn. Ihm fehlt, meines Erachtens, Selbstbewusstsein. Schon als Baby hat er sich von anderen Babys sein Spielzeug wegnehmen lassen. Er konnte nicht so schnell hinterher, hat sich nicht gewehrt, fing statt dessen an zu weinen.

Er traut sich nichts zu, sei es auf ein Klettergerüst oder Kletterbaum zu klettern oder z.B. einen Schwimmkurs oder Fußballtraining zu besuchen. Sagt von vorne herein, dass er es sowieso nicht kann.

Trotzdem hat er einen großen Mund. Soll heißen, wenn ein Kind zum Beispiel rückwärts eine Rutsche runterrutscht, dann sagt er: Ist ja alles Babyleicht. Traut sich aber nicht wirklich es selber auszuprobieren. Das heißt, er versteckt sich hinter diesen großen Sprüchen.

Wie kann ich ihn mehr motivieren? Soll ich ihn z.B. einfach beim Schwimmkurs anmelden ohne ihn darauf vorzubereiten? Ich weiß nicht wie ich es richtig mache. Ich will ja auch nichts zerstören.

Vielen Dank für die Hilfe
Biwo

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, was Sie hinsichtlich der Charakterveranlagung Ihres Sohnes beschreiben, gehört in die Kategorie Defensivität. Das hat aber nichts mit schlechtem Selbstbewusstsein zu tun. Defensivität ist nur eine strategische Haltung des Menschen, mit Konflikten umzugehen oder sich in der Gruppe zu positionieren. Defensive Menschen könen ein großes Selbstbewusstsein entwickeln und äußerst erfolgreich im Leben sein.
Das Selbstbewusstsein ist das Ergebnis von Erfahrung, die das Kleinkind im sozialen Miteinander zunächst in der Familie und später in der Gruppe macht. Dazu gehört es, möglichst viele positive Attribute über sich zu sammeln, sprich: viel Lob und Anerkennung für gelungene Leistungen zu ernten. Das geht auch mit einer defensiven Haltung. Aber da haperts aoffenbar bei Ihrem Sohn, und so ist er in seinem Selbstwertgefühl nicht gut ausgestattet. Wie man Selbstbewusstsein stärken kann, dazu gibt es im gezielten Suchlauf unter selbigem Stichwort zahlreiche Antworten mit guten Hinweisen. Viele Grüße

 
Frage:   Kita - Umgang der Kinder untereinander

Hallo,
mein Sohn ist 3 Jahre alt und geht in eine Kitagruppe, in der er sich wohl fühlt. Nur ein Junge (4 Jahre alt) scheint die anderen Kinder ständig zu hauen. Mein Sohn erzählt mir jeden Tag von dem Jungen und dass er von ihm gehauen oder gekratzt wurde oder dass er jemand anderen attackiert hat. Das hört sich machmal recht brutal an. Mein Sohn ist für sein Alter schon sehr mitfühlend und entschuldigt sich, wenn er jemandem weh getan hat (wir haben Ihr Buch gelesen). Er ist auch ansonsten ein augeweckter und lebendiger Junge. Als ich die Erzeiherin ansprach meinte sie, dass der andere Junge ein Problemkind sei und dass alle Kinder Probleme mit ihm haben. Zudem sei er noch schwer Atshmakrank. Wie soll ich auf die Erzählungen meines Sohnes reagieren? Wie sage ich ihm, dass er sich Verhalten soll? Soll er ihm aus dem Weg gehen? Soll er sich wehren? Ich bin mir unschlüssig.
Für einen Tip wäre ich dankbar.
Vielen Dank für Ihre Arbeit!

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, es ist schwer als Außenstehender, und das sind in gewisser Weise auch Sie, hier ein klare Haltung vorzugeben. Es kommt immer auf die Situation an. Direkte Angriffe sollten Kinder natürlich auch abwehren. Aber dabei stellt sich dann schnell heraus, wie die charakterlichen Anlagen des einzelnen Kindes geformt sind. Extrovertiert-offensive Kinder wahren sich meist ohne Umschweife und zuweilen beinahe impulsiv. Introveirt-defensive Kinder weichen dann aus oder ziehen sich zurück. Sind sie auch noch wenig selbstbewusst, fangen sie schnell an zu weinen oder flüchten sich zur Bezugsperson.
Mit diesen "Hahnenkämpfen" in den Kindergruppen immer richtig umzugehen, ist sehr schwer. Wie unter Geschwistern zu Hause, ist es auch an dieser Stelle schwer, gerecht zu sein. Da bekennt man sich als Erwachsener dann besser und sagt, man wüsste es nicht, wer Recht hat. Und empfiehlt dem Kind, sich auch dann zu vertragen, wenn ein Rest Ungerechtigkeit unlösbar geblieben ist. Denn so ist es im späteren Leben auch. Viele Grüße

 
Frage:   Unser Kind lässt sich alles gefallen wie sollen wir uns verhalten?

Hallo Herr Dr. Posth, unsere Tochter wird jetzt 15 Mon alt und ist ein liebes und offenes Kleinkind. Eine wirkliche Fremdelphase hat es bei uns nicht gegeben. Jetzt ist es so, dass ihre Spielkameraden (ca. gleiches Alter) anfangen zu schubsen, Spielzeug wegnehmen etc. Unsere Tochter reagiert in solchen Situa. immer sehr defensiv und mir tut es immer sehr leid mit anzusehen, dass sie oft geschubst wird. Sie lässt sich auch immer das Spielzeug wegnehmen. Wie sollen wir uns denn hier verhalten? Ansich bin ich ja froh, dass sie anscheinend so ein ausgeglichenes Kind ist, aber andererseits kommen da einem auch Bedenken, ob es nicht besser für sie wäre wenn sie sich auch einmal "durchsetzen" würde. Sollen wir ihr "zeigen", dass sie sich das Spielzeug wieder zurück nehmen soll/kann? Wie sollen wir uns verhalten bei Schubsen und Co? Ich weiß, dass es sich hier viell. nicht wirklich um ein Problem handelt, es beschäftigt uns als Eltern jedoch sehr. Vielen lieben Dank!

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, dieses Problem beschäftigt alle Eltern sehr und in meinem gezielten Suchlauf existiert dazu bereits ein Stichwort. Es heißt: "defensives und offensives Verhalten". Im Prinzip ist es so, dass Kinder dieses Alters noch kein Empathieempfinden kennen. Da sie gleichzeitig absolut egozentrisch denken, d.h. ich bin die Sonne und die Welt dreht sich um mich herum, setzen sie alles durch, was Ihnen in den Kopf kommt. Gebremst werden sie nur durch die Anderen, insbesondere durch ihre sie korrigierenden und begrenzenden Eltern. Haben Sie es mit schwachem Widerstand zu tun, wird dieser niedergerungen. Starkem Widerstand weichen sie aus oder ängstigen sich vor ihm.
Andere gleichaltrige Kinder sind zumeist eher schwacher Widerstand. Gegen die setzen sie durch mit allem was ihnen zur Verfügung steht. Die schwächeren Kinder leiden kurz, vergessen dann aber schnell, was geschehen ist. Nur wenn ein anderes Kind sehr aggressiv auftritt, entwickeln sie Angst vor diesem.
Wie ein Kind mit diesen Dingen umgeht, steckt zum großen Teil in seine Genen. Das Kind zu seinem (vermeintlichen) Wohl abzuändern, schlägt immer fehl. Es bewirkt sogar das Gegenteil, denn das Kind spürt, dass es den Ansprüchen seiner Eltern nicht genügt. Das aber unterminiert sein Selbstbewusstsein. Es ändert das Kind nur, worauf es selber kommt. Viele Grüße

 
Frage:   Hallo Herr Doktor Posth!

Die Tochter meiner Freundin ist genauso alt wie meine Tochter (21M).Wir sehen uns sehr oft.Meine Tochter ist ruhig,eher defensiv.A. ist das genaue Gegenteil,eher offensiv.A. nimmt meiner T. wirklich alles weg,ich greife ganz selten mal ein.Weint meine T.,dann tröste ich sofort.Manchmal stört es meine T. auch nicht u. sie nimmt ein anderes Spielz.,bis A. auch dieses wegnimmt.Meine Freundin greift oft ein u nimmt ihrer T. das Spielz. ab u gibt es m. T.,was ich aber auch nicht gut finde.Ich weiß,daß A. das nicht böse meint.Meine T. tut mir aber wirklich leid in solchen Momenten.Manchmal rennt sie auch weg,wenn A. kommt um ihr etwas wegzunehmen,sie verteidigt ein Spielz. aber nur ganz selten.Wie verhalten wir uns am besten?Sollten wir uns nicht so oft sehen?Kontakt zu anderen Kindern hat m. T. (1x/Wo Spielgruppe + 1x/Wo Turnen + manchmal auf d. Spielplatz).Sie freut sich aber immer wenn sie A. sieht u sagt auch oft ihren Namen. Herzl. Dank f. eine Antwort + vielen Dank f. das Forum.Sissi

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Liebe Sissi, diese üblichen Konflikte im Kleinkindalter sind von der Sache her schon nicht immer elegant zu lösen (Tausch und Entschädigung sind noch die besten Mittel). Die Interessen eines Kindes scheinen aber häufig auf der Strecke zu bleiben. Und dieses Kind ist meist das defensivere. Aber das liegt in der Natur der Sache und Kinder müssen an sich selbst und ihm sozialen Verband erfahren, zu welcher Gruppe von Mensch sie gehören. Auf natürliche Weise verändern sich sich dann und passen sich den Situation mit der Zeit geschickter an. Das setzt aber voraus, dass sie eine gesunde psychosoziale Entwicklung genießen. sonst gelingt dieser Prozess nicht.
Eein Kind in die gegenteilige Richtung erziehen zu wollen, weil die ihm angestammte Haltung der eigenen Ansicht nach nachteilig sei, gelingt fast nie und macht das Kind im Endeffekt eher schwächer als stärker. Der Prozess muss im Kind selbst zustande konmen.
Nur wenn sie ein Kind offenkundig zu sehr gegen die Regeln der Fairness verhältt, dann können Sie als Eltern durch Induktion (s. gzielter Suchlauf ) und Ermahnen des Aggressoers eingreifen. Viele Grüße PS. Lesen Sie auch die anderen Antworten zu diesem Stichwort

 
Frage:   Sich verteidigen lernen

Mein Sohn ist 23 Mon. Das Kind meiner Bekannten ist kleiner, etwas jünger, lebhafter und weniger Mama-fixiert. Wenn ich mit meiner Bekannten rede, wird mein Sohn nach einer Weile ziemlich quengelig. Ich vermute, weil er sonst meine ungeteilte Beachtung gewohnt ist. Dem anderen Kind gegenüber ist mein Sohn zurückhaltend. Aber wenn ihn was stört, dann weint er und streckt die Arme nach mir aus. Z.B. ist das andere Kind gerade dabei zu testen, wie mein Sohn reagiert, wenn es ihn leicht (so dass er ein kleines Schrittchen machen muss) schubst. Mein Sohn weiß nicht, wie er damit umgehen soll und weint. Auch sein Spielzeug will er nicht teilen. Der Ball soll im Kinderwagen bleiben und wenn das andere Kind ihn sich holt dann weint er und sagt "rein", "rein." Wenn das andere Kind sich seine Trinkflasche nimmt und ich ihm sage: "Geh sie dir holen", dann bleibt er bei mir und gibt mir zu verstehen, dass ich das machen soll. Wie kann ich meinen Sohn unterstützen, etwas mutiger zu werden?

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, Defensivität also mit Neigung zur Zurückhaltung und Offensivität, d.h. mit Neigung zur Herausforderung sind zum größten Teil offenbar angeborene Eigenschaften und Verhaltensweisen. Dadurch ist es sehr schwierig, sein Kind mehr in die eine oder in die andere Richtung zu beeinflussen. Am besten finden die Kinder selbst heraus, wie sie mit diesen Anlagefaktoren in der sozialen Gemeinschaft am besten zurecht kommen. Das dauert natürlich einige Jahre. Man kann eigentlich erst mit 4-5 jahren erwarten, daß Kinder diesbezüglich ihre eigene Position in der Gesellschaft verstanden haben. Bis dahin sind die defensiven Kinder allerdings etwas im Nachteil.
Eltern neigen dazu, Ihre schwächer erscheinenden eigenen Kinder zu beschützen, was prinzipiell richtig ist, nur dem Kind nicht immer hilft. Daher rate ich dazu, dem Kind erstens ein passendes Vorbild zu sein, und zweitens mit ihm zusammen die ersten Schitte zur gewünschten sozialen Verständigung einzuleiten. Das bedeutet, daß man z.B. zusammen mit seinem Kind zu dem Herausforderer geht und diesen bittet den Ball zurückzugeben mit der Bemerkung, der Ball gehöre ihm ja nicht. Oder man geht mit seinem Kind, das sich in Besitz von fremden Spielzeug gebracht hat zum unterlegenen Kind und gibt ihm die Sache zurück. Wird das eigene Kind, wie Sie schreiben, geschubst und weint, dann müssen beschwichtigende Worte helfen und eine Abwiegelung des vermeintlichen Angriffs. Der kleine Angreifer darf in einem solchen Fall auch von der fremden Mutter ermahnt oder freundlich zurechtgewiesen werden. Viele Grüße

 
Frage:   Gehauen werde und (nicht) wehren....

Hallo Dr. Posth
Bastian ist 2,3 Jahre alt und hat viel Kontakt mit anderen Kindern.
Besonders gern spielt er mit Jonas (2,3 Jahre), die beiden verstehen sich gut und spielen gerne zusammen, wir treffen uns regelmäßig.Seit einigen Wochen haut, beisst oder schubst J. Basti, wenn der was nicht will oder was hat was J.haben möchte.
Bastian lässt sich das einfach gefallen und reagiert ihm gegenüber gar nicht.Er sagt weder "lass das" oder "nein" noch wehrt er sich in dem er mal zurück haut.Auf einer Seite bin ich froh das er nicht haut, andererseits find ich es nicht toll, wenn er ständig gehauen wird.Die Mutter von Jonas reagiert immer auf solche Situationen.Sie spricht mit J. oder zieht ihn aus der Sit.raus. Bastian ist eigentlich nicht ein Kind was sich alles gefallen lässt, bei anderen Kinder sagt er deutlich, wenn er was nicht möchte.
Wie reagieren wir in solchen Sit. am besten???
LG Suse

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, es ist eine alte und immer gestellte Frage, ob man sein eher defensiv eingestelltes Kind (es handelt sich dabei um Charakterzüge) dazu animieren soll, sich früh "zu wehren", damit es in der "Ellenbogengesellschaft" später besser zurecht kommt. Ich halte diese Ansicht für einen Irrtum. Mann kann ein Kind mit seinen Veranlagungen nicht einfach umdrehen. Auch ist es falsch zu meinen, Defensivität wäre automatisch eine Schwäche. Defensive Menschen, entwickeln mit der Zeit andere, sehr wichtige Strategien, mit unliebsamen Situationen umzugehen und nicht als Verlierer aus jeder Auseinandersetzung hervorzugehen. Diese Strategien haben viel mit Intelligenz zu tun und sind im späteren Leben sehr wertvoll.
Insofern sollte man die Auseinandersetzungen unter Kleinkindern wenig beeinflussen, außer es kommt Gewalt ins Spiel oder ein Kind wird permanent übervorteilt und leidet offensichtlich. Ansonsten genügen einfache schlichtende Worte und die Aufforderung, friedlich miteinander weiter zu spielen. Viele Grüße

 
Frage:   Wehrt sich nicht

Hallo Herr Dr Posth.

Unser Sohn ist vor kurzem 3 geworden. Er ist ängstlich und unsicher, wird bei fremden Erwachsenen aber schnell warm. Anders bei Kindern. Er lässt sich alles wegnehmen, umschubsen, beiseite drücken, und schaut uns in solchen Konfliktsituationen Hilfe suchend an, später klagt er dann über das Benehmen des anderen Kindes. Wir greifen, ausser mit Ratschlägen an ihn, nicht ein weil wir denken dass er sich selber behaupten muss.
Die Info, er soll einfach zurückschubsen, fruchtet nicht,er läuft dann eher weg oder geht sogar noch mehr auf das Kind zu und lässt sich weiterschubsen??? Ich möchte ihm auch nicht vermitteln dass er zurückschubsen oder schlagen soll (sein Papa schon), denn er hat so einen lieben, weichen Charakter, den sollte er sich bewahren.
In 2 Monaten kommt er in den KiGa. Er hängt körp. hinterher, Muskeltonus zu schwach, und ist 99 gross und 14 Kilo. Ist das ok?
Er mag auch keine lauten Geräusche (Fön, Staubsauger).

Danke
Jamie

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Liebe Jamie, es gibt von Natur aus offensiv und defensiv eingestellt Kinder. Ihr Sohn scheint zu der zweiten Gruppe zu gehören. Väter sehen lieber offensive Kinder, besonders bei den eigenen. Das hat etwas mit dem klassichen Rollenverständnis zu tun. Aber es hat keinen Zweck, sein Kind umkrempeln zu wollen. Das Kind spürt, dass dieser Typ nicht in ihm steckt, und es fühlt sich schnell missachtet und zurückgewiesen, wenn seine Eltern beständig wollen, dass er ein Anderer ist. Da er dann automatisch versagt, häufig sich das Maß seiner Scham und darunter leidet die Selbstachtung. Es ist viel besser, Sie bestärken Ihren Sohn in seine Eigenschaften (so wie Sie es ja auch schon tun) und leben ihm vernünft vor, was es noch an Reaktionsmöglichkeiten gibt. Oder Sie trösten Ihren Sohn einfach und sagen ihm, dass er es beim nächsten Mal vielleicht einmal anders versucht.
Sein zarter Körperbau passt zu dem Charakter Ihrers Sohnes. Aber er ist normal entwickelt. Viele Grüße

 
Frage:   "Heulsuse"

Hallo! Mein Sohn (ca 3) fängt wegen jedem bisschen an zu weinen. Wenn er auf dem Spielplatz mit etwas spielt und ein anderes Kind will auch und fasst es nur an, geht es los. Und wenn er einmal angefangen hat zu weinen, geht das ständig so. Ich habe ihn nie verhätschelt in der Hinsicht. Wenn er hin fällt, steht er wieder auf und macht sich sauber. Da weint er nur, wenn es wirklich schlimm war. Er lässt sich auch immer leicht Sachen von anderen Kindern weg nehmen und wehrt sich nicht. Er steht dann nur da und weint und kommt zu mir (oder der Erzieherin) und will das wir das wieder holen. Ich will ihm aber auch nicht bei bringen, das er in solchen Situationen zu haut, oder so ähnlich. Woher soll er denn wissen das man das nicht immer macht. Ich habe schon öfter beobachtet, das er einmal versucht sich sein Spielzeug wieder zu holen, wenn das andere Kind aber dann immer noch gegen hält, weint er. Ich werde von den anderen Müttern immer schon bemitleidet, dabei ist er sein total liebes Kind.

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, das Weinen erfüllt beim Kind immer einen mehrfachen Zweck. Es ist also nicht nur Ausdruck von körperlichem Schmerz, als der es gewöhnlich dargestellt wird. Und mit Ertragen können von Körperschmerz verbindet man landläufig Stärke und Selbstbeherrschung, folglich mit Weinen Schwäche und Verweichlichung. Aber das kann man beim Kind so nicht sehen, wenn man es überhaupt so sehen möchte. Das Kind reagiert je nach Veranlagung generell viel stärker emotional, und diese Emotionalität ist dann der Auslöser des Weinens. Solche Emotionen können dann Wut, Enttäuschung, Gefühl von Benachteiligung oder Ungerechtigkeit sein. Trauer über einen misslungen sozialen Einigungsprozess ist natürlich dann auch Anlass zum Weinen.
Daher ist die Chrakterisierung Ihres Sohnes als "Heulsuse" nicht gerecht. als "Sensibelchen" dürfen Sie ihn allerdings bezeichnen. Vom Chrakter her scheint Ihr Sohn eher defensiv eingestellt zu sein und daher würde ich Sie bitten, die vielen Anworten zu diesem Thema im gezielten Suchlauf einmal durchzulesen (). Viele Grüße

 
Frage:   Soll Kind zurückschlagen?

Sehr geehrter Dr. Posth,
mein Sohn (2 J.) ist ein intelligentes und friedliches Kind, spielt gerne mit anderen Kindern. Was mich beunruhigt: wenn ihn ein anderes Kind schlägt, bleibt er stehen oder läuft weinend zu mir. Wie soll ich mich verhalten? Soll ich ihm sagen, er soll zurückschlagen? Er lässt sich auch Spielzeug wegnehmen und wenn er von einem anderen Kind eins haben will, dann bittet er das Kind, ihm das Spielzeug zu geben.
Ich mache mir Sorgen, dass er im Kindergarten und auch später Probleme bekommen könnte, wenn er sich nicht verteidigt. Wie ist Ihre Meinung? Herzlichen Dank im Voraus!
P.S.: Tolle Arbeit, die Sie hier machen!

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, was Sie fragen, entspricht dem, was sich nahezu alle Eltern fragen, die von Natur aus defensive Kinder haben. Wird mein Kind nicht später in der Ellenbogengesellschaft untergehen, wenn es jetzt schon immer gleich nachgibt? Soll ich es nicht zu mehr Wehrhaftigkeit erziehen? Abgesehen einmal davon, dass das schlecht funktioniert, denn das Kind soll dann ein Verhalten anden Tag legen, das seinen Anlagen nicht entspricht, wirkt es sich auch schädlich auf seine Selbstkonstruktion aus. Es erfährt dann , dass ein anderer Typ in ihm selbst, der er aber nicht ist, mehr Gefallen findet bei seinen Eltern, als der, der er tatsächlich ist. Fortan ist er dazu verurteilt, ein falsches (Teil-)Selbst in sich aufzubauen.
Sie werden vielleicht einwenden, er wird den Nutzen seiner Änderung schnell erkenne und davon profitieren. Das halte ich aber für einen Irrtum. Denn bislang empfindet Ihr Sohn nichts Ehrenrühriges daran, klein bei zu geben. In gewisser Weise sieht er gerade das sogar als Nutzen, denn es erspart ihm eine Rauferei. Das Ehrenrührige empfinden nur wir so. Er kommt deswegen weindend zu Ihnen angelaufen, weil er enttäuscht ist von seinem Spielpartner (evtl. auch erschreckt/Ängstlichkeit) und um Trost ersucht. Den sollten Sie ihm geben mit einem paar guten Tipps, was er (ohne Gegengewalt) besser machen könnte.
Ich behaupte, dass jedes defensiv veranlagte Kind im Laufe seiner Kindheit genügend Techniken entwickelt, letztendlich doch das zu erreichen, was es erreichen möchte, nur eben nicht mit "Gewalt", sondern kraft seiner Schlauheit und Intelligenz. Und genau das erreicht es mit ausgewogenem Selbst, wenn es sich darin von seine Eltern unterstützt und anerkannt fühlt. Viele Grüße und danke für Ihr Lob

 
Frage:   Gutmütigkeit

Lieber Dr. Posth,
meine Tochter ist 3. Ein fröhliches, aber sensibles Kind, ein bisschen schüchtern, mitfühlend, verständnisvoll, teilt gerne u. freiwillig, streitet nie mit anderen Kindern, ist sich der Gefühle anderer sehr bewusst, ist auch nachdenklich u. hinterfragt sehr viel, mehr als für ihr Alter typisch wäre. Wenn ihr ein Kind grundlos etwas tut, reagiert sie mit Rückzug u. Traurigkeit u. versteht nicht, warum dies geschah. Sie wehrt sich dann nicht und verteidigt auch nicht ihre Rechte, möchte dies auch gar nicht, es ist ihr einfach wesensfremd. Dementsprechend kann ihr auch jedes Kind Spielzeug wegnehmen, sie hat Verständnis u. freut sich sogar, wenn sich das andere Kind freut. Ich muss dazu sagen, dass sie sehr behütet u. glücklich ist. "Bösartigkeit" kennt sie gar nicht, sie geht davon aus, dass jedes Kind "lieb" ist. Wie kann ich sie stärken, damit sie nicht zum "Opfer" wird, ohne ihr großes Vertrauen in die Welt u. ihre Gutmütigkeit zu zerstören?

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, jedes Kind kommt auch mit bestimmten Charakteranlagen auf die Welt, die man als Eltern nicht unbedingt völlig verändern sollte. Eigentlich soll die Erziehung dazu dienen, diese Charateranlagen oder Wesenszüge zu erhalten und sogar noch zu verstärken, denn genau das führt zu Identität. Und Identität ist ein ebenso wichtiges Ziel von Erziehung und Umgang miteinander wie Zufriedenheit und Glück.
Ist das eigene Kind offensichtlich eher defensiv eingestellt, so wie vermutlich Ihre Tochter, dann sollten Sie das begrüßen, was Sie ja auch tun. Allerdings müssen Sie dann in Kauf nehmen, daß sie eben so zurückhaltend auf Angriffe anderer Kinder reagiert, wie Sie es schildern und sich nicht wünschen, Sie würde jetzt offensiv dagegen einschreiten. Zwar erscheint ein solches Kind zunächst leicht wie ein Opfer, wenn es aber genügend Selbstbewußtsein entwickelt und intelligent genug ist, dann wird es mit der Zeit andere Strategien entwickeln, die es nicht immer im Nachteil erscheinen lassen. Was häufig gefprdert wird, ein solches Kind gezielt herauszufordern und an die schlechte Welt von früh an zu gewöhnen, ist sehr vordergründig und kaum von Erfolg gekrönt. Viele Grüße

 
Frage:   Kind wehrt sich nicht

Lieber Herr Dr. Posth,
mein Sohn (22 Monate alt) wehrt sich nie, wenn ihm (z.B. in der Spielgruppe) ein anderes Kind (auch wenn das Kind viel jünger und kleiner ist als er) etwas wegnimmt oder ihn haut o.ä. Er fängt dann immer bitterlich an zu weinen. Wie kann ich ihm beibringen, das Spielzeug festzuhalten oder es sich zurückzunehmen oder „Nein“ zu sagen, kurz: sich nicht alles gefallen zu lassen? Bisher habe ich ihm in der betreffenden Situation immer gesagt: „Nimm’s dir zurück, du hattest es ja zuerst!“ oder „Halt es fest, das hast DU jetzt!“, aber das hat bisher nicht geholfen. Er selbst nimmt anderen Kindern übrigens nie etwas weg, geschweige denn haut er sie.
Vielen Dank für die Antwort im Voraus!

Antwort

Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Stichwort: Defensives und offensives Verhalten
Hallo, die Charakteranlagen der Kinder sind verschieden und bis zu einer gewissen Ausprägung sind sie das Ergebnis von genetischen Voraussetzungen. So gibt es offensive und häufig damit verbunden leicht aggressive Kinder und defensive und schüchterne. Letztere ziehen zunächst einmal im Gruppenverhalten meistens den Kürzeren. Das schmerzt die Eltern dieser Kinder und fordert sie heraus, ihre Kinder zur Gegenwehr aufzustacheln. Aber wie Sie selbst schon bemerkt haben, nutzt das so gut wie gar nichts. Das Kind identifiziert sich mit dieser Haltung nicht und weiß sie gar nicht anzuwenden. Für seine Selbstentwicklung ist es auch gar nicht günstig, sich eine ihm fremde Eigenschaft anzueignen.
Mit der Zeit erfindet das Kind aber fast immer einen ganz persönlichen Weg, mit solchen Situationen klar zu kommen. Dazu gehört auch die Methode, sich vom "Aggressor" abzuwenden und sich anderen Dingen zuzuwenden. Aber die Intelligenz ist auch zu überzeugenderen Lösung in der Lage. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Sohn trösten und ihm zeigen, dass Sie ihn so annehmen, wie er ist. Im gezielten Suchlauf gibt es unter "defensives und offensiver Verhalten" ganz viele andere Antworten zu diesem Thema. Viele Grüße

 
Frage:   Defensives Kleinkind

Hallo Dr. Posth, mein Sohn ist knapp 3 Jahre alt. Vom Säuglingsalter an war er Gleichaltrigen gegenüber immer zurückhaltend, hat zunächst in Ruhe zugesehen und sich dann erst ggf. ins Geschehen einzubringen. Mittlerweile ist es so, dass er eigentlich von fast allen Gleichaltrigen "übervorteilt" wird, d.h. sogar bei uns zu Hause schafft er es nicht, seine Spielzeuge zu "verteidigen". Ich unterstütze ihn, indem ich mit ihm zu den Kindern gehe und sie auch anspreche bzw. ihm sage, was er z. B. sagen könnte, um sich zu behaupten. Leider reagieren die meisten Kinder aber nicht auf Worte, sondern schubsen oder hauen und er steht dann immer da, wie ein "geprügelter Hund" und wehrt sich nicht. Ich gehe dann natürlich dazwischen.
Wie kann ich ihm helfen? Meine Sorge ist v.a., dass er in eine Aussenseiterposition geraten könnte, weil scheinbar alle anderen Kinder "stärker" sind und er generell sehr ruhig ist? Wie soll das im Kindergarten werden?

Danke und Gruss,

Andrea Ott.

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Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Liebe Frau Ott, Defensivität ist ein Charakterzug, der dem Menschen angeboren ist. Offensivität als das Gegenteil verhält sich natürlich genau und macht bei den Kleinkindern den Eindruck, sie seien den defensiven Kindern überlegen. Das liegt daran, dass die Kinder mit ihrer offensiven Haltung leichter an ihr aggressives Potenzial gelangen und dieses auch ohne Scheu für zu ihrem Vorteil einsetzen. Mit zunehmender Empathie, die sich im 3. und 4. Lebensjahr entwickelt werden diesem Erscheinungbild im Verhalten innere! Grenzen gesetzt. Äußere Grenzen durch Autoritätspersonen werden zunächst ignoriert. Es sei denn die Erwachsenen tragen diese mit macht und unter Androhung von Sanktionen vor. Aber das ist kein gute Erziehung.
Das bedeutet, dass die defensiven Kinder erst einmal bis zu einem gewissen Grade leidvolle Erfahrungen machen müssen, bis sie feststellen, dass sie mit geschickten Verhalten und unter Einsatz von Intelligenz genau das erreichen können, was die Anderen vorerst nur mit Stärke erreichen. Ja mit der Zeit spüren diese Kinder, dass Intelligenz sogar zu Überlegenheit verhilft und man sich manchen Vorteil verschaffen kann, wenn man es nur geschickt genug anstellt. Und so bleibt es dann in etwa im Leben. Die einen erkämpfen sich ihre Vorteile mit Kraft und Stärke und die anderen mit Geschicklichkeit und Intelligenz..
Die Eltern haben allerdings dabei die Aufgabe, die Kinder in der Anfangsphase in der noch harten Auseinandersetzung in den Kinderstuben, dafür zu sorgen, dass keiner wirklich zu Schaden kommmt. Aber soweit gehen die Kinder normalerweise auch nicht. Nur wenn sie schon zu aggressiven Handeln herausgefordert sind durch ihre eigenen Lebenserfahrungen, schlagen sie auch schon mal über die Stränge. Viele Grüße

 
Frage:   Sozialverhalten

Unser sohn (22mon) lässt sich bis heute von anderen kindern alles wegnehmen, seien sie jünger oder älter. wenn er z.B. auf einem bobbycar sitzt und ein anderes kind schubst ihn runter, weint er zwar und deutet immer mit dem finger darauf (bin ich in der nähe rennt er zu mir und erzählt mir davon), aber er geht nicht hin und nimmt sich etwas zurück. wir sind unsicher, wie wir in solchen momenten reagieren sollen. er selbst ist sehr sozial, teilt gerne und viel, und hat bisher keinerlei "meins" anwandlungen. er weicht auch automatisch zurück, wenn ein v.a. grösseres kind auf ihn zukommt: er macht lieber schon vorher platz als es auf einen streit ankommen zu lassen. ansonsten ist er fröhlich und offen, findet schnell kontakt zu anderen kindern, spielt gerne mit anderen.
inwiefern können/ sollten wir ihn unterstützen, auch einmal etwas für sich zu beanspruchen/ sich etwas wiederzu holen.

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Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, ein Teil der Kinder ist eher defensiv veranlagt. Hier werden Temperamentsveranlagungen schon zu Charaktereigenschaften. Und diese Eigenschaften lassen sich schwer beeinflussen und verändern. Man sollte es auch möglichst gar nicht groß versuchen, denn die Kinder spüren, dass sie etwas anderes sein sollen, als sie wirklich sind. Das tut ihrem Selbstbewusstsein nicht gut.
Defensivität ist kein Mangel, das muss man immer wieder betonen. Allerdings schneiden diese Kinder in den ersten, noch egozentrischen Lebensjahren, etwas schlechter ab. Aber sie entwickeln mit der Zeit und Erfahrung (ausreichende Intelligenz vorausgesetzt) Techniken, mit denen sie zum dem selben Ziel gelangen wie die anderen, aber ohne immer gleich die Ellenbogen einzusetzen. Solche Menschen sind sehr wichtig in der Gesellschaft, denn sie sind eines Tages diejenigen, die Ruhe und Verständigung in die Gemeinschaft bringen und das aggressive Potenzial vieler anderer Menschen neutralisieren. Man muss mit solchen Kindern also immer ein bisher weiter in die Zukunft blicken. Viele Grüße

 
Frage:   Verhalten bei Überggriffen

Hallo Herr Dr. Posth,
mal wieder wende ich mich mit zwei Fragen an Sie. Mein Sohn ist Forumsgerecht erzogen. Sehr willensstark und jetzt mit 26 Mo zu Hause sehr anstrengend. Seine Gefühlsausbrüche kosten mich viel Kraft und richten sich meist gegen mich. Vater steht zur LL kaum zur Verfügung , möchte das auch nicht ändern. Denkt ich übertreibe mit dem Kind in jeder Hinsicht und streng erzogene Kinder werden doch auch toll! Bzw sind einfacher zu haben. Schläft im eigenen Zimmer (möchte das so für ungestörten Abend alleine), Sohn bei mir. Was kann ich tun?
2. Mein Sohn ist ein liebes, sensibles Kind. Er teilt mit anderen (fast alles) und wehrt sich nicht wenn etwas weggenommen wird oder er (in einem speziellen Fall wiederholt) gekniffen wird wenn er nicht gleich hergibt was er hat. Er ruft mich dann zur Hilfe. Ist das so gut. Vater meint ich soll im beibringen sich zu wehren. Ich denke immer Gewalt ist keine Lösung. Wie kann ich ihm hier helfen. Vielen Dank für Ihre tolle Arbeit!

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Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, da prallen bei Ihnen zu Hause unglücklicherweise zwei Welten oder sagen wir besser Weltanschauungen aufeinander. Zunächst einmal ist es nach all meinen Beobachtungen und Ausführungen folgerichtig, dass eine erschwerte Loslösung, weil der Vater nicht mitzieht, den Trotz verstärkt und die Kinder bis in die oppositionelle Haltung treibt. Die aufkommenden Aggressionen werden, weil zunächst kein anderer Adressat Sinn macht, dann an der Mutter ausgelassen. Insofern sorgt der Vater mit seinem Verhalten mit dafür, wie aggressiv sich ein Kind in der Trotzzeit gebärdet.
In Wahrheit scheint Ihr Sohn aber ein eher defensives und in diesem Zusammenhang auch nachgiebiges Kind zu sein, dass in sich zunächst gar keine Veranlassung spürt, um das, was es haben willl, hart zu kämpfen. Das ist eine Charaktereigenschaft, die so ohne Weiteres nicht zu ändern ist. Damit ein solches Kind nun nicht ständig Nachteile in Kauf nehmen muss, da Kleinkinder noch nicht wirklich empathisch denken, ist es richtig. dass die Eltern als Bindungspersonen ihnen helfen. Diese Hilfe sollte geschickt verborgen ablaufen und bedeutet nicht, dass man das offensive Kind lautstark in Schranken weist. Sie sollte darauf hinauslaufen, dass das eigene, scheinbar unterlegene Kind das Gefühl behält, auch selbst an seinem Erfolg mitgewirkt zu haben. Damit erreicht man viel mehr, als mit der schlichten Aufforderung sich zu wehren. Denn mit diesem Auftrag kann ein solches Kind wenig anfangen und wird versagen. Das aber untergräbt sein entstehendes Selbstbewusstsein. Viele Grüße und danke für Ihr Lob.

 
Frage:   Anderes Verhalten im Kindergarten

Hallo Herr Dr. Posth,
unser Sohn 3J10M, "forumsgemäß" erzogen: Mit 2 Jahren nach sanfter Ablösung 3 Tage die Woche für 3 Stunden im Kindergarten. Seit er 3 ist, geht er jeden Vormittag. Klappt alles in allem gut. Sicher gibt es das Übliche auf und ab. Mal kanns gar nicht schnell genug hingehen und nicht lang genug dorbleiben, mal will er früh abgeholt werden und trödelt morgens endlos. Wir versuchen, darauf soweit wie möglich einzugehen. Da er Einzelkind ist, vermuten wir, dass er "soziale Strukturen" unter Kindern erst noch lernen muß und dass Ihn das schon anstrengt.
Was mich wundert: Die Erzieherinnen erzählen, er sei ein er introvertierter Typ, sozial, würde viel beobachten. Ist das mein Kind? Zu Hause verhält er sich total anders. Er ist super wild, sehr beharrlich und bestimmend. Es ist nicht so, dass uns die Beschreibung der Erzieherinnen nicht gefallen würden. Wir wundern uns nur, wie ein Kind so unterschiedlich sein kann?? Woran kann das liegen?

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Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, das ist bekannt und auch leicht erklärbar, dass sich Kinder zu Hause und "draußen" in anderen sozialen Zusammenhängen sehr unterschiedlich verhalten können. Zu Hause bei den Bindungspersonen fühlen sich die Kinder, wenn die Bindung stimmt, sicher und testen alles aus, was sie für eine soziale Errungenschaft halten. Daher müssen Eltern auch für böse Ausdrücke, kleine Hauattacken und demonstrative Ablehnung herhalten. Die Kinder probieren damit aus, wie lange es gut geht, bis für sie ein Risiko droht. In der Sicherheit der Bindung können sie sich das leisten.
Aber außerhalb von zu Hause ist die Welt ohnehin schon ziemlich bedrohlich, und da wird man auch als Kind vorsichtiger. Denn es lässt sich nicht abschätzen, wie weit man gehen darf, bis es zur harten Gegenreaktion kommt. Nun sind draufgängerische, offensiv-extrovertierte Kinder auch damit nicht so zimperlich und sind bereit auch einmal etwas "einzukassieren". Defensiv-introvertierte Kinder lassen da schon viel mehr Vorsicht walten. Ein solcher "Typ" scheint Ihr Sohn zu sein. Viele Grüße

 
Frage:   Defensive Verhaltensstrategien

Hallo Dr Posth, T, 2,5 J, sensibel, nähebedürftig, defensiv, ängstlich. gem Forum. Können Sie mir ein paar Anleitungen zu defensiven Verhaltensstrategien geben? Habe Stichwort gelesen. Ich bin selbst offensiv und tue mir schwer mit entsprechender Begleitung. Mein Mann ist defensiv. Ich sehe, dass er oft mehr Erfolg hat in der Umsetzung seiner Ziele als ich mit meiner Hau-Drauf-Taktik, daher würde ich T die Werkzeuge auch gerne in die Hand dafür geben.
Streitet sich T zB mit anderen Kindern um ein Spielzeug, hält es wohl eine zeitlang fest, aber lässt es dann aus und rennt weinend zu mir. Bisher sage ich, dann warten wir eben, bis das andere Kind mit dem Spielzeug fertig gespielt hat und nehmen es dann wieder. Manchmal, wenn sie sich zu viel streiten, schreite ich ein und sage, dass das Spielzeug zuerst meine T hatte und fordere das andere Kind zur Herausgabe auf (ist das sinnvoll?) Ansonsten sage ich T, sie solle etwas zum Tausch anbieten, aber das funktioniert leider nicht gut.

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Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, es ist natürlich schwierig, ein Kind in seiner eigene Art Ratschläge zu geben. Denn Sie fühlen in der entsprechenden Situation ja nur ihren eigenen Impuls und nicht den Ihrer Tochter. Und da Sie sich mit Ihrer Strategie als erfolgreich betrachten, fällt Ihnen zu einem anderen Vorgehen spontan nicht so viel ein. Am besten, Sie lassen Ihre Tochter so weit ganz alleine agieren, als Sie den Eindruck haben, dass sie mit dem Ergebnis zufrieden ist. Erst wenn sie anfängt zu leiden, können Sie mit ihr eine Taktik ausarbeiten, wie sie sich von diesem Leid oder der Enttäuschung befreien kann. Am besten ist es immer, dass sie dabei selbst auf das Ergebnis kommt und sie nur mit offenem Ergebnis erklären. So ist z.B. ein abwartendes Verhalten mit Beobachtung der Fortgangs der Ereignisse und dann das eigene Bedürfnis im richtigen durchsetzen eine richtige Strategie, auf die die Kinder meist schon allein kommen. Der Tausch ist eine andere Methode, auf die man tatsächlich erzieherisch etwas einwirken kann. Dabei ist bei eine 2 1/2-jährigen Kind aber wichtig zu erklären, warum dieser Tausch überhaupt vorteilhaft ist. Also der eingetauschte Gegenstand muss nutzbringend herausgestellt werden, sonst funktioniert das noch nicht. Ein anderes Kind als Mutter oder Vater zur Hergabe von Spielzeug zu überreden, um damit dann das eigene Kind zufriedenzustellen, ist zwar solidarisch dem Kind gegenüber, aber hat wenig Lerneffekt. Viele Grüße

 
Frage:   Defensives Kleinkind

Hallo, To, April 4. Außer, dass sie eine ganz normale Entwicklung durchläuft, sie kann manche Sachen besser, manche Sachen nicht so gut wie Gleichaltrige, fällt mir auf, dass sie anscheinend besonders defensiv veranlagt ist oder auch sehr rücksichtsvoll. Bemerke ich immer wieder, dass Kinder im gleichen Alter oder älter, nichts von hinten anstellen oder zumindest weniger "von auf gegenseitig rücksicht nehmen" halten, macht sie das eigentlich immer und würde nie jemanden, sei das Kind auch noch so klein absichtlich ausschließen. Natürlich zieht sie dadurch auch oft den kürzeren, gesteht ihren "besten Freundinnen" das Kommando zu, kommt nicht so oft zum Rutschen, usw,.. Sie beschwert sich dann bei mir schon ab und zu, dass das und das nicht möglich wäre, aber sie würde sich eben nie zu wichtig nehmen. Ich weiß nicht, ob diese Entwicklung gesund ist, wird sie dadurch nicht immer automatisch an zweiter Stelle sein? Wie kann ich entgegenwirken? Danke

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Stichwort: defensives und offensives Verhalten

Hallo, defensives Verhalten als Charaktereigenschaft ist bis zu einem gewissen Grade angeboren. Wollte man diesen Wesenszug bei einem Kind unbedingt verändern, hieße es, ihm Gewalt anzutun. eine solches Kind würde spüren, dass das, was seine Eltern oder Erzieherinnen von ihm erwarten nicht wirklich zu ihm passt. Andererseits würde es zu dem Schlus kommen, dass es so, wie es geartet ist, nicht gemocht wird. Mit anderen Worten, wenn man ein Kind "verbiegt", weil man es anders haben will als es ist, auch wenn man damit nur seine Bestes für später erreichen will, dann schadet man dem Selbstbewusstsein seines Kindes und erreicht das Gegenteil.
Es gibt nur die Möglichkeit, einem Kind gut zureden, sich selbst einmal durchzusetzen oder in Wettbewerb mit einem anderen Kind zu treten. Denn nur so könne es wissen, was noch alles in ihm steckt. Das beste aber ist, sein Kind bei Misserfolgen zu trösten und bei Erfolgen zu loben und dabei auf die eigene Entwicklung zu warten. Man ist später überrascht, was für soziale Fertigkeiten ein Kind ganz von alleine entwickelt, um erfolgreich zu sein. Viele Grüße

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