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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: Angst vor anderen Kindern
Frage:   Angst vor gleichaltr. Kindern

Hallo Dr. Posth,

meine T.(18M.) scheint irgendwie ein Problem mit anderen (hpts.gleichaltrigen) Kindern zu haben.Beim Kontakt mit anderen Kindern,die ihr zu nah (ganz nah) kommen,bzw.an "ihr" Spielzeug wollen,fängt sie an zu jammern und sagt "Nein,Nein",manchmal weint sie auch.Spielen die Kinder nur so nebenher und nicht mit "ihren" Spielsachen ist die Welt für sie in Ordnung.Dabei ist es egal ob wir bei uns zu Hause oder zu Besuch sind.Ist sie von Haus aus an diesem Tag schlecht gelaunt zeigt sie auch "Fluchtimpulse",d.h.sie nimmt mich an der Hand und zieht mich in einen anderen Raum.Auf dem Spielplatz wiederum geht sie oft auf Kinder zu (vor allem ältere) und will etwas hergeben oder lacht sie an.Meine Frage an Sie ist nun,ist dieses Verhalten normal?Sollte ich Treffen mit gleichaltr.K. vorerst vermeiden?Oder wie mich in solchen Sit. verhalten?
Meine T. ist ansonsten ein fröhliches,kontaktfreudiges Kind.In Fremdelphasen wurde sie geschützt.

LG
Jasmin

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Hallo, das Bedürfnis von Kleinkindern unter 2 Jahre nach Kontakt zu gleichaltrigen Kindern wird häufig überschätzt. Junge Kleinkinder empfinden sich, nachdem sie gerade ihr Selbst entdeckt haben, untereinander wie starke Rivalen. Da sie noch nicht konstruktiv miteinander spielen können und nur nebeneinander her spielen, lassen die Bedrohungsgefühle auch nicht im Kontakt miteinander abbauen. Das geschieht erst langsam und mit der Zeit. Sehr ängstliche Kinder sind folgerichtig in dieser Phase sozial benachteiligt. Sie flüchten sich am liebsten noch zu ihren Bezugspersonen, wenn es auf den Parcour geht. Kinder anzuhalten oder gar zu zwingen, sich der sozialen Auseinandersetzung zu stellen, ist ganz falsch und kann spätere Sozialangst hervorrufen. Besser ist es, man gesellt sich zu seinem Kind und unterstützt es ein wenig in seinen ja doch bestehendem Wunsch nach Sozialkontakt. spielen mit älteren Kindern geht sehr viel besser. Das haben ja auch Sie schon bemerkt. Viele Grüße und s.a. gezielter Suchlauf

 
Frage:   Angst vor anderen Kindern

Meine Tochter Marlene wurde im Juni 3 Jahre und hat derzeit extrem Angst vor anderen Kindern. Sie war immer eher zurückhaltend und schüchtern, z.B. auf dem Spielplatz. Mit Kindern, die sie lange und gut kennt, spielt sie ganz normal. Bei fremden Kindern jedoch und bei Gruppen hat sie richtig Angst. Ich habe mit ihr eine Krabbelgruppe besucht, seit sie 4 Monate alt war. Sie ist immer sehr gerne hingegangen, auch wenn sie kaum mit den anderen Kindern gespielt hat. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es dort dann einige dumme Zwischenfälle: Einer ihrer Krabbelgruppenkollegen hatte ein Geschwisterchen bekommen und ließ seine dadurch entstandenen Agressionen an den anderen Kindern aus. Zwei- oder dreimal schubste er Marlene völlig ohne Vorwarnung, so dass sie hinfiel und sich einmal die Finger in der Tür einklemmte. Seitdem war "der Ofen aus". Wenn sich ihr unterwegs, beim Einkaufen oder auf dem Spielplatz ein anderes Kind näherte oder sie gar ansprach, hängte sie sich an mein Hosenbein (oder bei Papa, Oma, etc.) und war durch nichts dazu zu bewegen, sich mit dem Kind zu befassen.

Seit Mitte September geht sie nun in eine Spielgruppe (ohne Mütter), 2x die Woche für 3 Stunden. Es sind ca. 15 Kinder zwischen 2,5 und 3,5 Jahren. Einen KiGa-Platz hätte sie auch bekommen, den habe ich aber abgesagt, weil ich sicher bin, dass sie das nicht geschafft hätte bzw. ihr das auch noch nicht zumuten wollte.
Anfangs war sie der Spielgruppe gegenüber sogar sehr positiv eingestellt und freute sich darauf. Inzwischen sagt sie dauernd, dass sie nicht in die Spielgruppe will. Wenn ich sie hinbringe, weint sie herzzerreißend, hört dann aber auf, wenn ich weggehe. Sie malt zwar dann ein bisschen oder macht Puzzles, spielt aber nicht mit den anderen, will dort nichts essen und auch nicht aufs Klo gehen. Sie war jetzt ein paarmal stark erkältet und konnte nicht hingehen, aber ab morgen sollte sie eigentlich wieder hin. Ich glaube, sie würde es an sich schon schön finden dort, die ganzen Spielsachen gefallen ihr durchaus, und auch die Tatsache, dass gebastelt und gesungen wird etc. Sie weint auch nicht mal deswegen, weil ich weggehe, sondern weil sie mit den vielen Kindern nicht zurechtkommt (glaube ich).

Ich hoffe, sie akklimatisiert sich noch und legt ihre Schüchternheit ab. Ich habe mir auch fest vorgenommen, hart zu bleiben und sie weiterhin zur Spielgruppe zu bringen. Ist das der richtige Weg??? Was kann ich tun, um es ihr zu erleichtern? Ich hoffe, dass sie durch die Spielgruppe ihr soziales Verhalten soweit verbessert, dass sie nächstes Jahr im Kindergarten keine allzu großen Probleme mehr haben wird.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Marlene im Mai ein Brüderchen bekommen hat.

Wie beurteilen Sie ihr Verhalten?

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort!

Anja

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Liebe Anja, die Geschichte Ihrer Tochter ist ein gutes Beispiel dafür, daß der Drang vieler Eltern, ihre Kinder früh an Gruppengemeinsamkeit zu gewöhnen, nur in der Theorie gut klingt. Auf die Rivalität und die aggressiven Elemente in den Kleinkindgruppen gehe ich übrigens in meinem nächsten Kapitel des Langtextes über das emotionale Bewußtsein ausführlich ein.
Ihre Tochter Marlene ist nun ein Opfer dieser natürlichen Auseinandersetzungen unter Kindern geworden, und sie besitzt offenbar auch noch wenig Selbstvertrauen, damit fertig zu werden. Wenn Sie sie jetzt weiter in die Spielgruppe zwingen, um "hart" zu bleiben, begehen Sie denselben Fehler wie bei der frühen Gewöhnung an die Gruppe. Sie erwarten ein Verhalten Ihrer Tochter zu einem Zeitpunkt, an dem sie dieses noch nicht erbringen kann. Sie selbst spürt das und reagiert mit Rückzug, Angst und demonstrativem Weinen.
Viel besser wäre es, Sie ließen Ihre Tochter erst einmal wieder zu Hause und dort neues Selbstvertrauen sammeln, z.B. in der Kompetenz ihrem kleinen Brüderchen gegenüber. Erst wenn das eigenen Bedürfnis auf die Spielgruppe wieder so stark angewachsen ist, daß sie nicht anders können, als sie dahin zu geben, ist der richtige Zeitpunkt da. Dann sollte Sie sie noch eine Zeitlang dabei begleiten, bis sie ihre Position in der Gruppe gefunden hat. Viele Grüße

 
Frage:   Sohn hat Angst vor anderen Kindern

Guten Abend Herr Dr. Posth,

unser 14 Monate alter Sohn fängt fürchterlich an zu weinen, wenn ihn ein anderes fremdes Kind berührt (streichelt oder Küßchen gibt). Wir dachten immer Kinder fremdeln nicht bei Kindern. Unser Sohn hat bisher nur leicht bei Erwachsenen gefremdelt. Er ist sehr kontaktfreudig und neugierung auf andere Menschen. Auch andere Kinder (in seinem Alter) findet er interessant und geht auf sie zu. Aber sobald ein Kind Körperkontakt durch berühren, streicheln usw. aufnimmt, was meistens innerhalb der ersten Minute während des Kennenlernens passiert, weint unser Sohn ganz ängstlich, auch wenn ich ihn z.B. auf dem Arm trage. Können Sie uns erklären, warum das so ist. Ab August soll unser Sohn in die Kita gehen und wir machen uns jetzt auch deshalb große Sorgen, ob das überhaupt für ihn möglich ist.

Vielen Dank für Ihre hoffentlich hilfreiche Antwort.

Herzliche Grüße von Kathrin

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Liebe Kathrin, ein solches Verhalten würde man nicht mehr als Fremdeln bezeichnen. Eher handelt es sich um Furcht, Furcht vor dem direkten Auftreten gleichaltriger Kinder und Furcht v.a. vor deren Impulsivität. Gleichaltrige andere Kinder sind immer gewissermaßen Rivalen für sich selbst. Ist das eigene Selbst stabil geworden, gibt es vonseiten des eigenen Selbst keine Bedenken bzgl. eines Gleichaltrigen mehr, im Gegenteil, er wird sogar gerne herausgefordert und es mit ihm konkurriert.
Aber 14 Monate alte Kinder besitzen noch kein eigenständiges Selbst und sind somit schnell ängstlich, was den Rivalen anbelangt. Selbst wenn dieser in friedlicher Absicht kommt, kann er Angst verbreiten. Sie haben dann allerdings auch ein eher defensiv eingestelltes Kind, das noch große Anhänglichkeit zeigt. Sorgen Sie in Ihrem Erziehungsverhalten dafür, daß er zu einem guten und stabilen Selbst gelangt. Alle in diesem Forum gemachten Empfehlungen gehen in diese Richtung! Viele Grüße

 
Frage:   Angst vor anderen Kindern

Unsere Tochter Vanessa ist 20 Monate alt und entwickelt sich körperlich und geistig sehr gut. Leider ist sie anderen Kindern und fremden Menschen gegenüber sehr scheu. Sobald sie von einem anderen Kind berührt, oder zum Spielen aufgefordert wird, ruft sie "Mama, Mama" und klammert sich panisch an mein Hosenbein. Auch mit Kindern im selben Alter, die sie schon einige Monate kennt und regelmäßig sieht, möchte sie nicht spielen. Wenn ich mit ihr befreundete Mütter und deren Kinder treffe, hängt sie nur auf meinem Schoß herum.
Kürzlich wollte sie im Kinderturnen nicht mehr weitermachen, weil die Turnlehrerin ihr bei einem Purzelbaum Hilfestellung leisten wollte.
Ist dieses Verhalten normal? Wie verhalte ich mich richtig, damit diese Scheu sich bald wieder legt?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

MfG

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Legen sich Fremdeln und Anhänglichkeit nicht mit 2 bis 2einhalb Jahren sollte man von Scheu oder Schüchternheit sprechen. Man hat es jetzt mit einer anderen emotionalen Kategorie zu tun. Das Kind hat jetzt nämlich sein ureigenes Ich gefunden, sich also von der primären Bezugsperson innerlich abgelöst und baut nun sein Selbst auf, mit dem es sich allen Anderen gegenüber letztlich für die Dauer seines Lebens repräsentieren muß. Je nach bereits erworbener emotionaler Grundausstattung und abhängig von seinen Chrakteranlagen empfindet das Kind seine aufkommende Persönlichkeit als mehr oder weniger unzulänglich. Davon abhängig getraut es sich, sich selbst zu präsentieren oder eben noch nicht. D.h. das eine Kind tritt forsch und selbstbewußt auf, das andere zaghaft, scheu und schüchtern. Das kann soweit gehen, daß selbst andere Kinder, die vielleicht nur ein bißchen größer und weiter erscheinen, diese "Präsentationsangst" auslösen.
Am besten geht man als Mutter mit dem Kind auf die anderen Kinder zu und steht ein Weilchen dem eigenen Kind zur Seite. Stück für Stück kann man sich dann wieder davonstehlen, wenn man merkt, daß das eigene Kind Sicherheit im Umgang mit den anderen entwickelt. Viele Grüße

 
Frage:   Angst

Hallo Herr Dr. Posth,

unser Leonard (14 M.) ist ein richtiger Sonnenschein - immer fröhlich und freundlich. Er spricht schon 2-Wortsätze, läuft frei, ... NUR: er hat seit einiger Zeit Angst vor anderen, gleichaltrigen Kindern - auch vor denen, die er schon länger kennt. Besonders, wenn diese sich ihm forsch nähern, will er sofort weg und auf meinen Arm. Von der Ferne ist alles ok und auch wenn er sich unbemerkt nähern kann.
Ein ähnliches Problem haben wir mit unserem KiA: seit Jahresanfang heult er sofort, wenn er ihn sieht, obwohl nie etwas vorgefallen ist. Der KiA ist ein freundlicher, aber auch recht forscher Typ - er schüttelt ihm z.B. sofort die Hand zur Begrüßung. Das würde mich eigentlich nicht weiter stören, aber der KiA kann ihn z.B. nicht mehr richtig abhören. Gibt sich das wieder, oder liegt ihm dieser Typ Mensch einfach nicht?
Leonard hat eine sehr enge Bindung an Mama und Papa und auch zu Oma und Opa.
Danke und LG
Alexandra

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Liebe Alexandra, die Angst vor gleichaltrigen Kindern am Anfang des zweiten Lebensjahres ist ein häufig anzutreffendes Phänomen. Erstens hat zu diesem Zeitpunkt ein Kind noch nicht sein eigenes Selbst gefunden, kann sich demzufolge auch noch nicht gezielt verteidigen. Zweitens empfinden kleine Kleinkinder sich gegenseitig als unberechenbar und möglicherweise auch potentiell feindselig. Dieser Standpunkt wird aber im zweiten Halbjahr des zweiten Lebensjahres in aller Regel zugunsten eines sozial ausgerichteten Verhaltens mit Spielwunsch aufgegeben. Als Eltern sollte man diese Sorge und Vorsicht vor anderen Kinders bei seinem eigenen Kind respektieren.
Das aktuelle Kinderarztproblem kann ich nicht beurteilen. Das fällt natürlich in die Sparte Ängstlichkeit vor fremden Erwachsenen, zumal wenn diese sich aus was für Gründen auch immer einem Kind eindringlich nähern. Die natürliche Distanzschwelle wird dabei überschritten und das reklamiert das Kind in diesem Alter noch lauthals. Außerdem befindet sich Ihr Sohn jetzt im Alter des Widerstandes und da widersteht es unliebsamen, ärztlichen Untersuchungen mit doppelter Kraft. Es ist die Aufgabe unserer Zunft, das Vertrauen des Kindes zu erwerben und freundschaft mit unseren Patienten zu schließen. Und das, obwohl wir impfen und gelegentlich auch Blut abnehmen müssen. Viele Grüße

 
Frage:   Angst vor anderen kindern

Hallo dr. posth,

unser sohn, 23 monate alt, hat seit jeher (panische) angst vor anderen kindern, vor allem vor denen, die jünger oder ungefähr gleich alt sind wie er. das geht so weit, dass er sich gelegentlich bitterlich weinend auf den boden wirft, wenn ein kind auf ihn zugeht oder er um jeden preis von der rutsche will - notfalls kopfüber -, wenn ein anderes kind auf, neben oder unter der rutsche auftaucht. nimmt ein anderes kind sein spielzeug, sitzt oder steht (fluchtweg kürzer) er wie erstarrt da. meistens flüchtet er sich aber in erster linie mal zu uns.

uns ist kein ausgeprochen dramatisches ereignis in erinnerung, das dieses verhalten verursacht haben könnte. er hat auch schon mit 1 jahr so reagiert, als wir es mit einer eltern-kind-gruppe versucht haben. sein verhalten wurde dabei von mal zu mal unsicherer, klammernder und weinerlicher, nach ca. fünf besuchen haben wir aufgehört damit.

seine beziehung zu uns, seinen eltern, ist sehr eng und zu erwachsenen ist er sehr offen. wir dürfen uns oft anhören, wie freundlich er ist und wie gut erzogen, dass er es sicher "faustdick hinter den ohren habe", er viel lacht usw. seine kinderärzte beurteilen ihn seit jeher als "in sich ruhend", zufrieden u.ä.

wir selber haben mit ihm sonst auch keine gröberen probleme, seine entwicklung scheint ansonsten normal zu sein - bis auf dieses verhalten anderen kindern gegenüber.

eine befreundete psychologin hat nun angedeutet, dass dieses verhalten nicht mehr im rahmen liegt. wie denken sie darüber?

und wie sollen wir damit umgehen? ihn unter kinder zu bringen, heißt, ihn regelrecht zu quälen, da er wirklich angst vor ihnen zu haben scheint. ihn nicht unter kinder zu bringen, heißt, dass er keinerlei soziale fähigkeiten gegenüber gleichaltrigen erlernt...

danke für ihre hilfe!
miri

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Hallo, wenn ein Kleinkind eine solche Furcht vor Altersgenossen zeigt, fühlt es sich mit seinem bisher entwickelten Selbst nicht stark genug, um mit deren Willensausdruck, Behauptungsstärke und Impulsivität umgehen zu können. Im Umgang mit Erwachsenen fühlen sich solche Kinder sicherer, weil sie auf deren Nachsichtigkeit bauen. Das aber auch nur, wenn sie auf Grund ihrer bisherigen Erlebnisse auch das dafür notwendige Vertrauen zu Erwachsenen erwerben konnten.
die beste Methode ist die, sich mit seinem Kind zusammen anderen Kindern zu nähern und ihm dabei den Rücken zu stärken. Notfalls spricht man erst einmal selbst ein anderes Kind an und leitet eine Spielsituation her, in die sich das eigene Kind frei nach Belieben einschalten kann. Es darf kein Drängen geben, weder vebal noch handlungsmäßig. Die soziale Kompetenz, die das eigene Kind im Gelingen dieser Kontaktanbahnung erwirbt, stärkt dann sein noch schwaches Selbst. Viele Grüße

 
Frage:   Angst

Hallo Hr. Dr. Posth,
mein Sohn ist gerade zwei geworden. Er ist insgesamt ein sensibles Kind. Seit einiger Zeit sagt er in bestimmten Situationen "Angst", wenn ihm etwas unbehaglich ist. Wie soll ich damit umgehen?
In diesem Zusammenhang hat er auch anscheinend großen Respekt vor anderen Kindern. Wenn er auf dem Spielplatz z.B. gerade rutschen möchte und es kommt ein anderes Kind, will er meistens wieder runter und möchte auch nicht mehr rutschen.
Wie sollen wir uns verhalten?
Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße,
Mimi
P.S. Vor ein paar Tagen habe ich Ihr Buch erhalten und bin schon sehr gespannt, es zu lesen.

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Hallo, das Thema Angst wird in meinem Buch sehr umfangreich abgehandelt. Sie werden es merken. Der Grund: Angst spielt im Kinderalter eine immense Rolle, und es gibt nur wenige Kinder, die nahezu angstfrei erscheinen. Die sind dann aber stärker gefährdet, denn Angst ist in gewisser Weise auch ein Schutzinstinkt.
Im zweiten Lebensjahr weiten sich die Ängste auf betimmte Situationen aus oder auch auf besondere Objekte, die schwer kakulierbar sind, die großen Lärm machen oder die bedrohlich wirken. Mit 2-3 Jahren können die Kinder das Gefühl bei sich identifizieren und mit dem Wort Angst belegen, wobei es allerdings den Anschein hat, als bezeichneten sie alles Unangenehme als Angst. Das hängt auch damit zusammen, daß das Wort Angst bei den Eltern eine prompte und auch erwünschte Wirkung entfaltet. Insofern ist es wichtig, die Kinder ein wenig zu korrigieren und ihnen klar zu machen, daß manche Dinge eben gar nichts mit Angst zu tun haben.
So ist das fremde Kind auf der Rutsche zwar ein Konkurrent, dem "man" besser aus dem Weg geht, aber mit Angst hat das nichts zu tun. Am besten, man begleitet sein Kind dann ein paar Mal zur Rutsche und "schützt" es. Wenn es dann merklt, daß gar nichts Schlimmes passiert, geht es auch ganz von alleine auf das Spielgerät. Viele Grüße

 
Frage:   Angst vor gleichaltrigen Kindern

Hallo Dr.Posth,

wir haben eine Frage zur Angst unseres Sohnes im Umgang mit gleichaltrigen Kindern. Unser Sohn ist jetzt 2 Jahre und 4 Monate alt und hat ständig Angst im Umgang mit gleichaltrigen oder auch kleineren Kindern.

Jedes mal wenn wir Besuch haben oder auf den Spielplatz gehen, bekommt unser Sohn Angst wenn sich ihm ein gleichaltriges Kind nähert.
Er reagiert dann panisch auf Berührungen oder laute Schreie der anderen Kinder und flüchtet sofort zu Mama und Papa und will schnellstmöglich das Feld räumen.

Mit großen Kindern (z.B. 10 Jahre) und Erwachsenen hat er absolut keine Probleme.

Müssen wir uns Sorgen machen bzw. was können wir tun?

Liebe Grüße
C.Hausenblas

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Hallo, Kleinkinder ganz am Anfang ihrer sozialen Karriere haben sehr häufig Probleme mit ihres(Alters-)gleichen. Da sie noch völlig ungeübt sind im sozialen Umgang, machen sich mehr die eigenen Veranlagungen in der Gruppe bemerkbar, als das Bedürfnis nach Sozialkontakt. Ängstlich-defensiv veranlagte Kinder nehmen dann schon mal Reisaus, wenn sich stürmische andere Kinder ihnen nähern. Intuitiv wissen sie aber, dass ältere Kinder sich besser auf sie selbst einstellen können und haben zu denen dann auf einmal Vertrauen.
Je enger die Kinder vom Alter und von den Chraktereigenschaften her sind, desto größer ist auch das Konkurrenzpotential. Auch das spüren die Kinder sehr genau und meiden dann lieber den Kontakt, als sich gleich auseinanderzusetzen. Von der Elternseite her ist es gut, wenn man sich mit seinem Kind erst einmal zusammen in die Gruppe begibt und das Verhalten des eigenen Kindes ein wenig unterstützt, aber ohne die anderen Kinder ständig in ihre Schranken zu weisen. Viele Grüße

 
Frage:   Fremdeln und sichere Bindung?

Hallo Dr. Posth,
mit gr. Interesse verfolge ich Ihr Forum, habe ihr Buch gel. Unser kleiner ist 17 Mon. Ist ein lieber, verschmuster aber fordernes Baby. In ersten Mon ein Schreib., wir haben ihn nie schreiengel., viel getragen, auf der Brust schlafen gel., nach Bedarf gestillt, leider gab es Sit., da wir es nicht geschafft haben, ihn zu beruhigen, Familienbett, immer prompte Bedürfnisbefr. , wird in den Schlaf gestillt. Er hat früh (5. monat), aber nie gegenüber Vater und Familie gefr. Zwischen 8.-12. Monat weniger stark gefr.. Seit 4-5 Mon ist Fremdeln wieder stärker und hat vor manchen Sachen Angst. Wir nehmen ihn sofort auf Arm und beruhigen ihn. Bei regelm. Tr. mit anderen Kindern, Krabbelgr. etc. extrem anhänglich, aber nach ca 10 min fängt er an zu erkunden und mag es sehr. Mit 15mon sehr papabez. , der liebevoll präsent ist, jetzt mamabez., anhänglich.Ich mache mir große Sorgen aufgr. schreiverg. Wir haben alles gegeben, hat es für sichere Bind. gereicht? Warum Fremdeln? LG

Antwort

Stichwort: Angst vor anderen Kindern

Hallo, es ist wichtig hier eine Unterschied zu machen zwischen dem eigentlichen Fremdeln, das ja ein Bindungszeichen ist und nur im 1. Lebensjahr stattfindet, und der Fremdenscheu oder -angst, die ein soziales Phänomen ist. Dazu passt die allgemeine Angst bei Ihrem Sohn, die man als Entwicklungsangst bezeichnet. Solche Entwicklungsängste haben etwas mit dem mangelnden Verständnis des Kindes von physikalischen oder sozialen Phänomenen zu tun. Sie vergehen mit zunehmnder Reife fast automatisch. Allerdings muss man sich als Eltern auch richtig verhalten. Das heißt, man darf diese Ängst nicht schüren z.B. durch eigenes ängstliches Verhalten, durch schlichtes Negieren oder aus erziehrischen Gründen.
Soziale Ängste zeigen viele Kinder im 2. und 3. Lebensjahr, wenn sie sich noch nicht reif für die Gruppe fühlen. Also setzt man sie nicht einfach der Angst bereitenden Situation aus, damit sie sich daran gewöhnen, sondern man begleitet sie bei der Aufnahme von sozialem Kontakt und ermutigt sie. Ersteres führt häufig zu anhaltenden sozialen Ängsten, letzteres fördert die Reife und lässt das Kind sein Problem überwinden. Der momentane Rückzug Ihres Sohnes zur Mutter hat wahrscheinlich etwas mit der Wiederannäherungskrise zu tun (s. gezielter Suchlauf). Viele Grüße und danke für Ihre anerkennenden Worte

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