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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: ADHS im Kleinkindalter
Frage:   Konzentration / Aufmerksamkeit

Hallo Herr Dr. Posth,
wie lange sollte sich ein knapp 1,5 Jahre altes Kind schon konzentrieren können? Unsere Tochter ist ein sehr aktives Kind, es kann ihr nicht wild genug zugehen. Wir gehen auch viel mit ihr raus, toben etc. Trotzdem verliert sie schnell das Interesse. Will zuerst Rutschen, dann direkt Schaukel, wieder Rutschen, Rumlaufen etc.
Sie kommt auch oft mit Bilderbüchern zu mir und wenn ich ihr dann anfange vorzulesen, holt sie direkt ein neues usw. Auch spielt sie sehr wenig alleine. Vielleicht höchstens 10-15 Minuten am Tag insgesamt. Braucht sehr viel Aufmerksamkeit und uns dabei, wenn sie spielt, was wir ihr auch immer geben. Ich habe nur ein wenig Angst wg. ADHS (ich weiß ja, dass es noch zu früh ist).
Kann ich ihre Konzentration irgendwie fördern?

Vielen Dank und viele Grüße,
Daniela

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Liebe Daniela, mit 1 1/2 Jahren ist das Kontrationsvermögen eine Kindes zeitlich noch sehr begrenzt. Normen vorzugeben bringt aber nicht viel, da sich die Kinder auch jetzt schon sehr unterschiedlich verhalten. Das hat aber mehr mit ihren verschiedenen Charakteren zu tun, als mit mit messbaren Fähigkeiten.
Quirlige, unruhige Kinder profitieren davon, wenn ihre Eltern sich von der Unruhe und Sprungshaftigkeit nicht beeindrucken lassen und ihren Kindern ein gleichbleibend ruhiges Gegenangebot machen. Sie müssen Ihre Kinder dann aus der Getriebenheit herausholen und sie mit ihrer eigenen Ruhe beeindrucken. Der Fehler ist oft, dass die Eltern selbst ganz nervös werden, ihre Kinder sich selbst überlassen und der Unruhe dann noch durch ständig wechselnde Angebote Vorschub leisten. Solche Kinder sollten auch möglichst spät mit den Medien in Berührung kommen. Viele Grüße

 
Frage:   Hyperaktivität

Ich wollte mal wissen, wie sich ein hyperaktives Baby verhält? Ich habe mal gelesen, dass hyperaktive Kinder schon als Baby auffällig sind.
Vilen Dank für Ihre Antwort.

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, das ist sicher ein Mißverständnis, wenn es so da gestanden hat, wie Sie es jetzt schreiben. Niemand kann bei den Bewegungsvorgängen oder dem Verhalten eines Säuglings auf Hyperaktivität schlißen. Allenfalls ginge das im Rückschluß bei hyperaktiven Kindern im Schulalter. Aber meistens erinnern sich die Eltern gar nicht mehr genau daran, wie ihr Kind als Säugling gewesen ist.
Richtig zu verstehen wäre es folgendermaßen. Kinder mit Risiko, ein ADHS zu entwickeln, fallen in ihrer Säuglingszeit durch große Unruhe, Irritierbarkeit und Impulsivität auf. Sie schreien schneller und anhaltender und sie sind nicht so leicht zufrieden zu stellen, wie andere Säuglinge. Das hat die Forschung auf die Spur gebracht, einen Defekt oder eine Erschwernis im Transporter-System des Neurotransmitters Dopamin zu vermuten. Denn dieses Dopamin braucht das Gehirn, um Regulationen in der Affektivtät zu erzeugen. Anders ausgedrückt, die Balance zwischen aufregenden Faktoren und beruhigenden in der Hirnaktivität stimmt nicht zu Lasten der beruhigenden Faktoren. Daher sind diese Säugling sehr stark auf beruhigende Maßnahmen durch ihre Bezugspersonen angewiesen. Den Bedürfnisbefriedigung, Zuwendung und Einfühlsamkeit stimulieren im menschlichen Gehirn nicht nur Dopamin, sondern auch Serotonin und v.a.a auch Endorphine.
Leider wird immer wieder den ELtern genau das Gegenteil bei solchen Kindern empfohlen, was eigentlich unverständlich ist, denn auch diese Fachleute berufen sich auf die Hirnforschung. Es heißt dann, das Kind braucht einen festen Rahmen und einen beständigen Rhythmus, der durch Verhaltenskonditionierung zu erreichen sei. Das aber geht ganz und gar nicht, denn die Bezugspersonen müssen auf die Signale des Säuglings reagieren und nicht den Säugling dahingehend erzieherisch zu beeinflussen versuchen, die Signale nicht mehr oder nur in dem für sie gewünschten Rahmen auszusenden. Nur durch die prompte und kindgerechte Zufriedenstellung des Säuglings stellt sich dieser Rahmen, dieser Rhythmus mit der Zeit von selbst ein und nur so wird das Kind verträglicher demgegenüber, was momentane Versagung von Bedürfnisbefriedigung angeht. Es ist also wieder einmal genau umgekehrt als vielfach propagiert. Viele Grüße

 
Frage:   Verhalten 41/2 jaehriger

SgHDrPosth,
ich habe nochmal eine frage bzgl des verhaltens meines sohnes, 41/2 jahre (selber betreff letzte woche). er ist wie gesagt defensiv und schuechtern, geht in die vorschule (oblig., leben in der ch) und reagiert sicher auf versch. dinge sicher regressiv, agressiv aufgrund von ueberforderung wie sie bereits beschrieben haben. wir versuchen sehr sein selbstbewusstsein zu staerken, papa unternimmt am we dinge mit ihm alleine...sind sehr liebevoll..aber wie soll wir in solchen stressituationen mit ihm umgehen (er schreit, wird sauer, haut uns, seine schwester..). sollen wir versuchen auf ihn einzugehen, die situation entschaerfen, nachgeben etc oder muss auch in solchen momenten auf das benehmen eingegangen werden (darf nicht hauen, kaputtmachen...) und er muss die "regeln befolgen", die sonst auch gelten?
auch interessiert mich noch folgendes, ich hatte eine psychisch extrem anstrengende schwangerschaft, meinen sie das uebertraegt sich auf das ungeborene? und wenn inwiefern?
dan

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, der Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und frühkindlichem Verhalten ist ein Thema der Forschung. Es gibt bislang keine abschließenden Ergebnisse. Ich meine aber, dass der Mutter-(Vater-)Kind Beziehung nach der Geburt eine ungleich höheren Bedeutungsgrad auf das kindliche Verhalten hat als vor der Geburt.
Ein Kind über 4 Jahre sollte es schon gelernt haben, Regeln zu beachten und zu starke Selbstbegrenzungen verbal auszuhandeln und nicht mehr körperlich auszutragen. Auch sollte jetzt schon das Prinzip der Induktion (s. gezielter Suchlauf) gegriffen haben, das heißt Übergriffe gegen die Eltern werden sofort durch Wiedergutmachung ausgeglichen, um die Bindungsgrundlagen zu erhalten. Ja mehr noch, das Kind sollte jetzt spüren, dass es durch Empathie in die Lage versetzt ist, sich schon vorher ausmalen zu können, was verwerflich daran ist, seine Eltern zu attackieren. Offenbar aber ist das bisher nicht gelungen und jetzt müssen Sie diese körperlichen Attacken schon anmahnen und durch ernergisches Reden begrenzen. Aber auch hier gilt das Prinzip "Regelkonzept kontra Grenzsetzung", s. gezielter Suchlauf. Viele Grüße

 
Frage:   Nein sagen und "gehorchen"

Hallo Herr Dr. Posth,

unsere Tochter ist letzte Woche 2 Jahre alt geworden und ein wunderbares kleines Mädchen. Ich nehme an, dass ihre meuen Verhaltensweisen altersgemäß sind, wüsste aber trotzdem gerne, wie wir am besten damit umgehen. Es geht um Folgendes:

1. Seit einigen Tagen sagt sie zum allem "nein", auch bei Dingen, die sie eigentlich doch möchte. (Beispiel: Möchtest du einen Apfel? Nein. Möchtest du eine Banane? Nein. Was möchtest du essen? Nein. Sie isst dann aber doch z.B. die Banane).

2. Wie sieht es in diesem Alter mit "gehorchen" aus (ich meine das jetzt nicht autoritär, mir fällt nur kein "sanftes" Wort ein :-))? Wenn wir unsere Tochter z. B. bitten, zu kommen oder die Schuhe auszuziehen oder irgendetwas anderes zu tun, tut sie es zunehmend nicht. Oft wirkt es wie ein Spiel, denn sie lacht auch dabei. Wahrscheinlich ist das Grenzentesten, oder? Wie geht man am besten damit um?

Vielen Dank für Ihre tolle Arbeit hier und viele Grüße Sabin

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Liebe Sabine (?), am besten wäre es, Sie läsen erst einmal die von mir hier auf Seite gestellten Langtexte über die frühkindliche Entwicklung, das Widerstandsverhalten und den Trotz. S. "emotionales Bewusstsein", insb. Teil 3 link oben links. Auch in meinem gezielten Suchlauf gibt es zum Thema Trotz und Widerstand bei Einjährigen viele Erklärungen.
Der Weg dahin, bis ein Kind "gehorcht", ist relativ kompliziert, aber jetzt bei Ihrer Tochter noch gar nicht das Thema. Auch will sie keine Grenzen testen, wie in der gewöhnlichen Psychologie immer behauptet wird, sondern sie will sich durchsetzen, um Selbstbestimmung zu üben. Da das nicht immer geht, müssen Sie jetzt langsam anfangen, Regeln aufzustellen, die dann von Ihrer Tochter aber auch von den Eltern einzuhalten sind. Viele Grüße

 
Frage:   Schlaf

Guten tag

meine beiden kinder benötigen echt wenig schlaf. die grosse hat bereits mit 15 monaten aufgehört tagsüber zu schlafen. die kleine ist jetzt elf monate alt und schläft wenns hochkommt max. eine stunde am tag. nachts schlafen beide ca. 12 stunden. sie sind beide ausgeglichen, putzmunter und in der entwicklung eher voraus. meine frage: bei meinem mann wurde im erwachsenenalter adhs diagnostiziert. er wird medikamentös behandelt und der familientalltag ist seitdem viel ruhiger und ausgeglichener. soviel ich weiss, wird adhs ja vererbt?!? gibt es einen zusammenhang zwischen adhs und wenig schlaf? ist das ev. ein zeichen? ich weiss, vor dem schulalter kann man kein ad(h)s diagnostizieren, aber es interessiert mich halt, ob es bereits anhaltspunkte im kleinkindalter gibt, die für die diagnose sprechen.

danke für ihre antwort

veralynn

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, ADHS ist zunächst einmal nur eine Veranlagung mit einer Schwierigkeit im Gehirn, eine ausgeglichene Bilanz von bestimmten Botenstoffen herzustellen. Das führt zu allgemeiner Unruhe, Nervosität, Unduldsamkeit, Unausgeglichenheit und dem hohen Bedürfnis der Säuglinge und Kleinkinder, durch günstige Eingriffe der Bezugspersonen innere Beruhigung zu erreichen. Sprich diese Kinder sind anstrengender, weil bedürftiger. Mit dem Schlafverhalten hat das zunächst nichts zu tun. Die Schlafschwierigkeiten später rühren von zunehmenden Spannungszuständen her und z.T. auch von den Medikamenten, die sie bekommen. Die Veranlagung zu ADHS aber früh überhaupt schon diagnostizieren zu können, ist nahezu unmöglich (selbst wenn ein Elternteil davon betroffen ist), weil die "Grauzone" zum Normalverhalten weit in die Auffälligkeit hineinreicht. Die klassischen Symptome wie Aufmerksamkeitsdefizit, Hypermotorik und Impulsivität kristallisieren sich erst im Laufe der Kindheit heruas. Viele Grüße

 
Frage:   4jähriger ADHS oder nur lebhaft?

Guten Morgen,unser 4jähriger ist sehr lebhaft,kann nicht stillsitzen,steht beim Essen auf,geht nicht sondern rennt,stolpert viel,an Regeln halten fällt schwer,tobt zu Hause ständig (an Türklinken hängen,über die Couch hüpfen/rennen,Türen auf-/zuschlagen),hört oft nicht zu,lässt sich leicht ablenken,"träumt",ist schnell frustriert (schneiden klappt schlecht).
Andererseits kann er sich 2 Std. allein beschäftigen (Puzzle 100 Teile,malen,Bügelperlen stecken),hat viele Freunde,spielt auch mit anderen (fremden) Kindern,ist sehr verschmust.Hat als Baby viel geschrien,konnte nicht stillen,habe ihn oft getragen,war aber auch oft überfordert/ungeduldig,habe ihn wenige Male einfach schreien lassen,sonst immer sehr liebevoll.Auch heute schimpfe/ermahne ich oft (ist sehr anstrengend),lobe aber auch sehr viel,viel Körperkontakt,sage oft "hab´Dich lieb".Mein Mann ebenso (schimpft weniger).Käme ADHS in Frage?Oder für sein Alter "normal"?Was können/sollen wir tun?

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, die Diagnose ADHS lässt sich genau genommen erst zu Beginn des Schulalters stellen. Das hat folgenden Grund: Im Alter von 3-5 Jahren entwickeln sich im Kind Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, sein Verhalten immer besser auf die Ansprüche seiner Umwelt einzustellen. Dabei spielen Empathie, Verständnis der Gedankenwelt des Anderen und die Gewissensbildung einen entscheidende Rolle. Man spricht bei den ersten beiden Schritte auch von dem Perspektivwechsel. Über das Gewissen gelangt das Kind auch endlich zum dem, was wir Menschen Vernunft nennen. Vernünftig im Handeln ist das, was in uns ein gutes Gewissen erzeugen kann. Das geht aber nur mit einer günstigen Abstimmung auf die Ansprüche der Gemeinschaft und schließlich der ganzen Gesellschaft, deren Normen, Sitten und Gesetze man allerdings auch anerkennen muss.
ADHS-Kinder erreichen diese Schritte nur mangelhaft. Daher ihr störendes, gesellschaftlich schwieriges und insgesamt auffälliges Verhalten. Ob das jetzt einer Veranlagungn entsricht oder aus Fehlern in der frühkindlichen Erziehung (im weistensten Sinne) herrührt, ist gar nicht mehr so wichtig, denn was nachher an Störungsverhalten resultiert ist ohne ein Gemeisnchaftspridukt von beidem, abgebildet im Gehirn des Kindes. Aber daraus wird auch ersichtlich, wie wichtig die richtige pädagogische Behandlung des Kleinkindes ist. Dazu zählt z.B. auch ein dem Kind verständliches Regelkonzept. Im gezielten Suchlauf gibt es dazu ein Stichwort. lesen Sie vielleicht da erst noch einmal nach. Viele Grüße

 
Frage:   Beine und Arme stets in Bewegung

Hallo, mein Sohn, Anfang 5, hat noch immer ständig seine Hände oder Arme in Bewegung. Wenn er sitzt, pendeln die Beinchen hin und her, wenn er essen soll, nimmt er ständig etwas, das noch am Tisch liegt, in die Hände.

Ich habe Angst vor ADHS, aber mir scheint seine Aufmerksamkeit dafür zu gut zu sein und vor allem sein Gefühl für Details. Er bekommt jedes Detail mit und hat ein gutes Gedächtnis. Nur die motorische Unruhe (zusammen mit einer Tendenz zu Trotz, leichter Reizbarkeit und Opposition, die aber - nicht zuletzt aufgrund Ihrer Erziehungstipps - eher abnimmt) macht mir Sorgen.

Können Sie mir sagen, ob dieses Gezappel mit den Gliedmaßen auch ohne ADHS vorkommt und wie lange sich ein Kind Anfang 5 konzentrieren können sollte?

Vielen Dank für Ihre Hilfe und Ihre gute Arbeit hier in diesem Forum!

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, gar nicht so leicht zu beantworten, was Sie fragen. Die Hypermotorik gehört zum ADHS dazu, ist aber nicht das absolute Kernsymptom. Es gibt ja auch das Gegenstück zu den Zappelphilippen, die eher vor sich hin träumen und eben auch nicht bei der Sache beleiben können. Insofern darf man aus Hypermotorik nicht gleich auf ADHS schließen. Das Kernsymptom ist wahrscheinlich die Unkonzentriertheit und die mangelhafte Steuerung der Aufmerksamkeit. Die Impulsivität ist auch ein Grundsymptom, läßt sich aber ganz schwer von den entwicklungspsychologischen Gründen für trotzig-oppositionelles Verhalten trennen, zumal sich hier beide Anteile mit der Zeit (meist durch negative Erziehungseinflüsse) kräftig mischen. Noch eine Schwierigkeit kommt dazu. Für das ADHS ist gefodert, daß alle Symptome sich unter Leistungsdruck deutlich verstärken. ADHS ist streng genommen eine Diagnose des Schulalters. Bei 4- oder 5-jährigen ist also die Lage im Ki-ga immer heranzuziehen. Vielleicht ist Ihr Sohn ja wirklich nur ein besonders unruhiges und "nervöses" Kind, das seine Handlungsimpulse in ständigen Tätigkeiten auflösen muß. Da man nicht immer etwas Sinnvolles und Nützliches tun kann, wird eben "rumgefummelt". Viele Grüße

 
Frage:   Anzeichen von ADS.Wie kann ich meinen Sohn unterstützen?

Hallo Dr. Posth

Ich habe von meinem KA gesagt bekommen das mein Sohn 3J anzeichen von ADHS hat.
Er ist in der Gruppe sehr wild,meistens bei Geburtstagen,Feiern usw,und "rastet" dann sozusagen voll aus.Ich fürchte, mich deshalb immer mehr zu isoliern, weil ich leider oft auf Unverständnis bei anderen Müttern stoße.
Bei uns zu Hause klappt es z.Zt ganz gut.Es gibt halt feste Regeln und Tagesabläufe und ich "bestrafe" mit der Auszeit...was Nils gut annimmt.
Wie kann ich meinen Sohn noch unterstützen?Wir machen immer zwischendurch ruhige Minuten(Buch lesen).Unsere Sportgruppe meide ich,weil dort in den ersten 15min nicht getobt werden darf.Die Kinder machen dann Spiele,die Nils absolut nicht mitmachen will,und ich wg seines Temperaments dann Ärger mit der Kursleiterin hatte...die dann meinte wir müssten zuschauen!schade!

Wie kann ich meinen Sohn fördern?Denn ich weiß auch das man Kinder auch zur hyperaktivität "erziehen" kann...

Danke
Katja

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Liebe Katja, Anzeichen von ADHS heißt ja nicht, dieses Störungsbild tatsächlich auch zu haben. Das Fatale des ADHS ist, daß es bis heute keine sichere Abgrenzung zum Normalverhalten gibt. Daher hat man sich in der Fachwelt auf verschiedene Kriterien geeinigt, die dazu dienen sollten, ein tatsächliches ADHS-Störungsbild von ungestümem Normalverhalten zu unterscheiden. Zu diesen Kriterien gehört auch eine Altersgrenze. Die liegt bei etwa 6 Jahren. Vorher ist also keine klare Diagnose zu stellen.
Ihr Sohn ist Ihren Schilderungen nach also recht impulsiv und temperamentvoll und neigt zu Hypermotorik und Unstrukturiertheit. Man kann solchen Verhaltensweisen zunächst einmal nur erzieherisch begegnen, in dem man Auslöser und Anlässe für ein solches Verhalten reduziert, und in dem man Strukturen und Regeln im alltäglichen Ablauf erkennbar werden läßt und einhält, bzw. auf Einhaltung achtet und drängt. Ansonsten sind alle Wirkungen einer günstigen emotionalen Integration (das Programm, das hier vertreten wird) wichtig und erfolgversprechend.
Bleibt dann im Grundschulalter noch eine schwerwiegende Symptomatik zurück, wird man sich damit abfinden müssen, daß offenbar eine erbliche Komponente dem Ganzen zugrunde liegt. Hierfür gibt es dann andere Behandlungsstrategien, die von Psychotherapie bis medikamentöser Behandlung reichen. Viele Grüße

 
Frage:   Anzeichen für ev. zappelphilip?

Hallo,
ich habe eine sehr dringende frage:
mein sohn ist jetzt im neunten lebensmonat und sehr gut drauf. er ist sehr neugierig, robbt überall hin, möchte alles anfassen und in den mund stecken. mir wurde von einigen freunden gesagt,man müßte beobachten, ob er ein zappelkind später wird. Grund: er kann ganz selten ruhig sein, dh. wenn er auf dem schoß ist, dann guckt er überall hin, will runter etc.schmusestunden gibt es fast gar nicht, weil er immer nur auf entdeckungstour geht. zuerst habe ich gedacht, das dies normal ist, denn viele kinder sind nun sehr neugierig, doch durch das viele gerede bin ich nun ein wenig verunsichert.
kann man denn jetzt schon überhaupt feststellen, ob er zappelig ist? falls ja, was kann man dagegen tun?
vilen dank, für ihren rat.

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, es gibt bis heute keine Möglichkeit die Anlagen für ein ADHS (Zappelphilipp) im Säuglings- und Kleinkindalter von einem lebhaften Temperament zu unterscheiden. Im Übrigen sind die Übergänge hier auch fließend. Also machen Sie sich keine Sorgen und die größte Chance, die Entwicklung zu einem ADHS zu unterbinden, besteht in einer ausgewogenen Erziehung. Viele Grüße

 
Frage:   Psychologe notwendig?

Sehr geehrter Dr. Posth,

es geht um meine fast 6 Jährige Tochter.

Sie ist was ihr Verhalten angeht mehr als auffällig, d.h. es ähnelt wohl dem Verhalten von Kindern mit ADHS. Die meisten Symptome sind identisch...

Allerdings muss ich dazu sagen, dass sie sehr viel schon erleben musste: Schwierige Schwangerschaft mit ihrem bruder (2) bei der ich nur liegen musste, ihr bruder ist leicht behindert und von behinderungen bedroht aufgrund der SS udn benötigt vielaufmerksamkeit (ich versuche aber Physio udn frühförderung zu machen wen sie im kiga ist, weil es mit ihr unmöglich ist).
Dann kommt dazu dass ich mich habe scheiden lassen und ihr vater hat ne neue Partnerin und ein neues Kind.
Wir sind umgezogen weil ich einen Arbeitsvertrag hatte.
Mittlerweile ist ihr verhalten so extrem dass es massiv Ausflüge etc. Familienalltag stört...zusammenleben!

Was kann ich für die Maus tun? VBin mit meinem Latein am ende....

Wäre dankbar für ihren kompetenten Rat!

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, die Problematik der Diagnose ADHS besteht darin, dass es allzu viel normale Kinder gibt, die "ein bisschen hyperkinetisch" erscheinen. D.h. die Abgrenzung zwischen leicht überdrehten normalen Kindern und echten ADHS-Kindern ist kaum zu ziehen. Dazu kommt, dass ADHS durch die Umwelt, in der das veranlagte Kind groß wird, einiges zu Diagnose beiträgt. So weiß man bis heute nicht genau, ob die feststellbaren Stoffwechselveränderungen im Gehirn Ursache oder Folge des Störungsverhalten sind. Also sind schlechte Startbedingungen im Leben eines Menschen, angefangen bei der Schwangerschaft und endend in der frühen Kindheit mit häufiger Traumatisierung mitentscheidend bei der falschen Entwicklung dieser Kinder. Insofern ist Psychotherapie immer angesegt und wird auch im sog. Konsensus-Papier zur ADHS gefordet. suchen Sie dazu am besten einen Arzt/Ärztin für Kinder- und Jungendpsychiatrie aus. Viele Grüße

 
Frage:   Früherkennung AD(H)S 3,5 Jahre?

Alleinerziehend, Langzeitstillen, seit 18 Mon KITA, seit 2,5 Jahre 7,5 Std/ tägl. Eingewöhnung schwierig. Von Geburt unrhig, "Quengelkind". Schwieriger SChlaf. Habe den Eindruck, dass Sohn chronisch überreizt ist. Ohne Mittagsschlaf 20.15-5.30/ 6 Uhr, mit 1 Std Mittagsschlaf 21.30 -5.30/ 6 Uhr. Problem: scheint gereizt, müde, schmeisst dann Spielzeug, haut mich. Im KIGA unauffällig, aber bei näheren Bezugsp. besagtes Verhalten, VOR ALLEN DINGEN mit zunehm. Müdigkeit. Wie mehr Schlaf fördern und wie mit gelegentlichem Hauen umgehen? DAnke für Ihre Arbeit

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, mit 3 1/2 Jahren wird niemand ernsthaft schon von ADHS sprechen wollen. Und nur in der Rückschau auf die ersten Lebensjahre, wenn um den Schuleintritt die Diagnose gestellt wird, zeigt sich das Bild eines schwierigen Kindes mit problematischen Entwicklungsvoraussetzungen. Aber dann lässt sich schwer sagen, ob die Lebensumstände zur Verhaltensproblematik beigetragen haben, oder das ganze ein angeborenes Störungsbild ist. Das Wissen um Genetik und Epigenetik macht die Entscheidung noch schwieriger.
Daher ist Prävention immer das A und O. 9 bis 10 Stunden Gesamtschlafzeit ist knapp, aber bei manchen Kindern normal. Um aber überhaupt über das Schlafen zu reden, müsste ich viel mehr über den Schlafmodus wissen. Also wie einschlafen, wo schlafen, durchschlafen ja oder nein usw. Dss Kinder im übermüdenten Zustand nahezu sämtliche Möglichkeiten zur Selbstbeherrschung verlieren, ist landläufig bekannt. Rechtzeitig die Müdigkeitszeichen seines Kindes erkennen und das begleitete Einschlafen dann möglich machen, gehört zu den Grundprinzipien des Kindergroßziehens.
Die aggressiven Tendenzen der Kinder in diesem Alter gehören zur Entwicklung, allerdings nur bis zu einem gewissen Grad und auch nur, um Empathie einzustudieren. Im gezielten Suchlauf gibt es dazu das Stichwort "Induktion". Sie können sich gerne noch einmal wieder melden. Viele Grüße

 
Frage:   Ich weiss nicht mehr weiter

Meine Tochter ist 4 Jahre alt und seit Geburt Hyperaktiv.Sie schrie als Baby durchschnittlich 16 Stunden im ersten Lebensjahr.Auch heute ist sie noch sehr schnell am heulen und sehr agressiv.Sobald was nicht läuft wie sie es will schlägt und zerstört sie.Sie hat kaum Spielsachen, weil sie alles innerhalb weniger Tage kaputt macht.Sie schlägt auf dem Spielplatz andere Kinder,auch fremde Erwachsene.Sie hat keinen Respekt von niemandem.Ihre grosse Schwester leidet sehr unter ihr,weil sie und ihre Spielsachen und drunter kommen, bzw den ganzen Tag dreht sich alles um die 4 Jährige.Ich bin nur damit beschäftigt ihr nach zu rennen und mich überall zu entschuldigen.Es klappt einfach kein einziger Tag normal.Wir waren bei Psychologen und sozial pädagogen.Die meinten sie hätte shr wahrscheinlich Adhs.Aber das könne man erst im Alter von 6-8 diagnostizieren und Ritalin verschreiben.Ich versuche ihr viel Liebe zu geben, aber ich kann nicht mehr.Ich habe Angst mich nicht unter Kontrolle zu haben

Antwort

Stichwort: ADHS im Kleinkindalter

Hallo, besonders Ihre letzte Beemerkung erfüllt mich mit Sorge. Sie sollten sich unbedingt effektive und professionelle Hilfe suchen. Es stimmt zwar, dass man ADHS erst mit Beginn des Schulalters diagnostizieren sollte, es stimmt aber auch, dass alle so genannten ADHS-Kinder auch in der Säuglings- und Kleinkindzeit schon schwierige Kinder gewesen sind. Das sagt allerdings zunächst einmal nichts über die Ursache der ADHS aus. Es sagt nur etwas darüber aus, dass schwierige Veranlagungen und Umweltbedingungen nicht gut zueinander passen.
Man sollte aber jetzt nicht einfach tatenlos zusehen, wie sich ein Kind in seinen Lebensbedingungen zu einer ADHS entwickelt, um dann zu resignieren und ihm Methylphenidat (Ritalin u.a.) zu verordnen, weil angeblich sonst nichts mehr hilft. Das ist genau der falsche Ansatz. Nein, es kommt darauf, schon jetzt und am besten noch viel früher das Lebensumfeld des Kindes so vorzubereiten und zu gestalten, dass ein Zusammenpassen zwischen Familie, Umwelt und Kind besser gelingt. Das Kind ändert sich nur im Zuge dessen, wie sich die Umwelt um es herum verändert. Dafür müssen Eltern und Erzieher(innen) gezielt beraten und allgemein mit Rat und Tat begleitet werden. Manchmal kommt man um eine vorübergehende kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung nicht drumherum. Diese sollte im Wesentlichen kinderpsychotherapeutische Maßnahmen beinhalten. In den Fachkliniken gibt es dafür Mutter-Kind-Einheiten. Ihr Kinder- und Jugendarzt sollte Sie dorthin einweisen. Das kann er, und es ist auch seine Pflicht es zu tun, wie er auch Kinder mit schwerwiegenden organischen Krankheiten, die nicht mehr ambulant zu behandeln sind, einweisen muss. sonst gefährdet er die Gesundheit des Kindes. Es werden sich auch Möglichkeiten finden, die große Schwester mitzuversorgen. Aber Sie dürfen es so nicht weiter laufen lassen. Viele Grüße

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