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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: Einkoten
Frage:   Einkoten bei Vierjährigem

Sohn, 4 J + 2 Monate, kotet seit 3 Wochen beinahe tägl. ein. Er sagt "Ich muss ganz dringend Kacka" und dann ist bereits ein Bisschen Kot in der U-Hose. Zwei, dreimal war es auch eine große Menge. Stuhl ist sehr weich. Auch Pipi geht oft in die Hose. Er sagt, er habe schon gemerkt dass er muss, habe aber erst sein Spiel zuende spielen wollen. Ich habe Ihr Buch gelesen. Liegt ein Drei-Mächte-Konflikt vor? Erschwerte Loslösung? . Teilw. sehr provokantes Verhalten, Schimpfwörter ("Kackmama", Scheißpapa". Papa kümmert sich schon sehr viel um ihn!!!!" Kleine Schwester ist nun 10 Monate alt. Sehr große Eifersucht..Was kann ich noch tun? Habe einen Termin beim Hausarzt ausgemacht, z. Abklärung organ. Ursachen.
Intellektuell ist er schon ziemlich weit. Rechnet, kennt alle Buchstaben, liest einfache Wörter. Mein Mann hat eine Klasse übersprungen und ist wahrscheinlich hochbegabt (wurde nicht getestet).
hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Besten Dank! Gruß,

Antwort

Stichwort: Einkoten

Hallo, wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind, kann es sich nur um einen 2- oder 3-Mächtekonflikt handeln. Der 3-Mächtekonflikt entsteht ja nur dann, wenn die Eltern mit der Natur eine Allianz eingehen, also das Kind zwingen, dann seine Ausscheidungen zu verrichten, wann sie meinen, dass es soweit ist. Dafür benutzen viele Eltern noch spezifische Druckmittel wie bestimmte Verbote oder regelrechte Strafen.
Zunächst gilt es immer, den erzieherischen Druck wegzunehmen und nicht etwa noch zu erhöhen, wie manche Psychologen oder Ki- u. Jugendpsychiater empfehlen. Gleichzeitg stuft man bewusst das Kind zurück, bringt es also in die Regression, und gibt ihm seine Windel zurück mit den Worten: Du darfst jetzt dann "machen", wenn es kommt. Alternativ zur Windel bei Ablehnung gibt es die Windelunterhöschen
Das Kind soll und muss vergessen, dass ihm die Weigerung, rechtzeitig auf Toilette zu gehen, zur Selbstaufwertung dient und zugleich den Gegendruck auf die Eltern erhöht. Man nimmt dem Puffer also seinen Prellbock. Dann regelt man erst einmal die anderen Beziehungsprobleme, vielleicht mit Hilfe einer Beratungsstelle für Erziehungsfragen. Es wird eine Zeitlang dauern, aber irgendwann besinnt sich das Kind und möchte wieder zurück in die richtige Spur der sozialen Reifung. Viele Grüße.

 
Frage:   Enkopresis?

Hallo Herr Dr. Posth,
nun habe ich noch eine Frage, die meinen fünfjährigen Sohn betrifft.
Ab wann spricht man von Enkopresis?
Wenn täglich das gesamte große Geschäft in die Hose gemacht wird?
Wenn gelegentlich 2 mal pro Woche "Bremsspuren" in der Unterhose sind?
Wo ist die Abgrenzung zu Verstopfung mit dem Vorbeilaufen von weicherem Stuhl?
Wann kann man zur Selbsthilfe -Laktulose oder Babylax - greifen?
Wann ist der Gang zum Arzt dringend nötig?
Kann auch eine Verstopfung psychische Ursachen haben (z.B. Angst davor im Kiga auf Toilette zu gehen, weil andere Kinder hinterhergehen oder grundsätzlich Streitereien der Kinder untereinander im Kiga?
Oder ein traumatisches Erlebnis?
Danke
Ulli

Antwort

Stichwort: Einkoten

Liebe Ulli, man muß recht sorgfältig unterscheiden, ob es sich beim Kind um ein habituelle Obstipation handelt oder um eine echte Enkopresis. Die hab. Obstip. ist quasi noch das Vorstadium, in dem das Kind im Konflikt mit seinen Willensäußerungen liegt. Es kann nicht "nachgeben" und den Stuhl herauslassen, wenn es "muß". Dadurch wird der Stuhl immer härter im Enddarm und bildet sog. Skybala. Diese dichten den Analverschluß nicht mehr sicher ab durch ihre Knollige Struktur und weicherer Stuhl darüber fließt jetzt vorbei und "schmiert". Die berühmten "Bremsspuren". Die kann das Kind dann nicht verhindern. Die Unterhose stinkt natürlich.
Beim Einkoten entlädt sich ein aggressiver Impuls im Kind, der etwas mit nicht günstig gelösten Trotzproblemen zu tun hat. Manche Kinder benutzen den Stuhl dann regelrecht, um provokativ handeln zu können, d.h. sie halten ein, um "eine Ladung" immer parat zu haben. Die Objekte der Provokation werden bewußt und gezielt ausgewählt.
Wenn es soweit gekommen ist, braucht man als Eltern eigentlich immer fachkompetente Hilfe. Entweder findet man einen geeigneten Kindertherapeute(i)n oder man wendet sich erst einmal an eine Beratungsstelle für Erziehungsfragen. Der Konfikt im Kind ist regelmäßig sehr groß! Es opfert praktisch seine soziale Integration dem Ausleben seines inneren Konflikts. Viele Grüße

 
Frage:   Einnässen und Einkoten

Hallo Herr Dr. Posth,
ich hatte ihnen schon einmal vor längerem geschrieben bezgl. des Problems unserer mittlerweile 4-jährigen Tochter, die plötzlich wieder anfing einzunässen und einzukoten. Das Problem besteht nun schon seit 10 Monaten und nimmt kein Ende. Mittlerweile sind wir in einer Frühförderstelle in Behandlung. Die meinen Alina würde so ihre innere Anspannung loslassen, wie ein Ventil sozusagen. Sie ist tatsächlich ein Kind, das immer unter starker Spannung steht! Ist das möglich? Sie ist auch schon immer sehr zickig gewesen, flippt aus von null auf Hundert, lässt sich nichts erklären...Bei uns zu Hause ist es eher ruhiger geworden. Mein Mann hat mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis zu ihr (was ja vorher gar nicht war, sie lehnte ihn ab) und unsere zweite Tochter (1J.) wird nun oft von ihr ins Spiel miteinbezogen!
Kann es an ihrer Anspannung liegen? Wenn ja, können wir noch etwas tun um ihr zu helfen (Entspannungsübungen?) Ich massiere sie jetzt abends immer!
Vielen Dank

Antwort

Stichwort: Einkoten

Hallo, Wiedereinnässen und Einkoten, das hatte ich Ihnen sicher auch damals schon erklärt, hat etwas mit nicht gelingender Loslösung zu tun. Dass sich Ihr Mann jetzt verstärkt um seine Tochter bemüht ist also der richtige Schritt, denn der Vater sorgt im Regelfall für die Loslösung. Daneben hat das Wiedereinnässen und Einkoten häufig auch etwas mit zu früh begonnener Sauberkeitserziehung zu tun, was dazu führt, dass das Kind seine Ausscheidungen zum Trotzen und zum oppositionellen Verhalten "zweckentfremdet" (s. mein Langtext über das emotionale Bewusstsein, Teil 3).
Daher kann man versuchen, dem Kind in die Regression zu verhelfen, indem man ihm die Windel wieder anträgt, notfalls auch ein Windelunterhöschen. Da darf das Kind dann seine Ausscheidungen "reinmachen", wie ein junges Kleinkind. Ist der innere Konflikt auf diese Weise ausgelebt, wird das Kind von sich aus wieder auf diese Hilfmaßnahme verzichten wollen und jetzt bereitwillig trocken und sauber sein. Viele Grüße

 
Frage:   Immer noch nicht trocken

Hallo,

es geht um unsere 5 jährige Tochter, die immer noch nicht Trocken ist! Sie hat scheinbar ein großes Problem zur Toilette zu gehen, sei es zum pullern als auch für das große Geschäft! Sie versucht den Urin bzw. den Stuhl so lange wie möglich zurückzuhalten, so lange bis sie es kaum noch schafft rechtzeitig zur Toilette zu gehen! Dadurch haben wir sehr oft nasse Hosen! Seit kurzem kommt noch hinzu, dass sie wieder in die Hose kotet, nicht absichtlich, sondern auch eher, weil sie es nicht rechtzeitig schafft! Nachts hingegen ist sie zuverlässig trocken und geht sogar selber zur Toilette! Es scheint so, als sei sie so sehr ins Spiel vertieft, dass sie nicht daran denkt bzw. denken will! Wenn wir sie aber auffordern zu gehen, diskutiert sie bis aufs Letzte, dass sie nicht muss! Kurze Zeit später ist die Hose nass! Woran kann es tagsüber liegen? Und wie können wir verfahren, ihr das beizubringen? Ab wann müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen?

Liebe Grüße

Antwort

Stichwort: Einkoten

Hallo, Einnässen und Einkoten bei einem Kind, das schon Blase und Mastdarm beherrschen kann, ist immer ein emotionales Problem. Man nennt das, was Ihre Tochter zeigt Miktionsaufschub (Miktion heißt Wasserlassen) mit Dranginkontinenz, wenn die Blase nicht mehr (zu)gehalten werden kann. Und habituelle Obstipation (Angewöhnung von Verstopfung) mit Kotschmieren und schließlich Einkoten zur falschen Zeit und am falschen Ort. Das Vermeiden des rechtzeitigen Toilettengang ist bei diesen Kindern Prinzip geworden zur scheinbaren macht über die natürlichen Funktionen. Das ist dem Kind natürlich nicht bewusst. In meinen Langtexten über das emotionale Bewusstsein steht im Teil ganz viel zu dieser Problematik. Aber auch im gezielten Suchlauf gibt es zu beiden Themen ein Stichwort.
Ganz allein bekommen Sie das nicht in den Griff. Sie müssen sich jetzt schon um professionelle Hilfe bemühen. Der einfachte Weg ist der zur Beratungsstelle für Erziehungsfragen. Etwas komplizierter, aber u.U. notwendig ist der Gang zum/r Kinder- und Jugendpsychiater(in). Zwar werden Sie dort keine Aussagen über die zugrundeliegende tiefenpsychologische Situation bekommen (wie hier), aber wenigstens verhaltenstherapeutische Hilfe. Über das Internet lässt sich in diesen Fällen leider nicht viel machen außer Erklärungen abgeben und Elternberatung machen. Viele Grüße

 
Frage:   5jährige Tocher macht wieder in die Hose

Guten Tag Herr Dr Posth,
wir haben 2 Töchter, 5 und 7 Jahre. Die jüngere war eigentlich seit 2.5 Jahren windelfrei tagsüber, seit ihrem 4. geburtstag auch nachts. Jetzt macht sie seit Anfang des Jahres wieder in die Hose - sowohl Pippi wie auch das grosse Geschäft. Manchmal geht es einen Tag sehr gut, dann wieder gar nicht. Sie will einfach nicht auf das WC- sie hätte keine Zeit, will einfach nicht ... In der Schule klappt es fast immer (wir wohnen in Frankreich, sie geht hier in die ecole maternelle). Woher kann das kommen? In der Familie gibt es keine Probleme. Was sie vielleicht belastet ist, dass nächstes Jahr alle ihre Freunde in die Grundschule kommen, sie aber nicht.Sie ist kurz NACH dem Stichtag geboren. Intellektuell könnte sie ev schon in der Grundschule mîthalten, bei der Reife weiss ich eben nicht. Daher haben wir bisher eine frühere Einschulung nicht in Betracht gezogen. Könnte das Problem aber damit zusammenhängen? Oder was könnte es sonst sein? Vielen Dank! LG Austelle

Antwort

Stichwort: Einkoten

LIebe Austelle, das Wiedereinnässen oder Einkoten weist eigentlich immer auf ein psychosoziales Problem hin. Es müsste sich schon um eine sehr komplexe neurologische Störung oder Erkrankung handeln, die sich so am Anfang äußern würde. Das heißt aber, dass solche Kinder auch immer andere neurologische Symptome haben.
Das psychische Problem ist ein Machtkonflikt, den die Kinder in sich selbst austragen. Was sie in sozialer Hinsicht an Selbstbestimmung und Bestimmungsmacht einbüßen, kompensieren sie mit dem Versuch, Macht gegen die eigene Natur zu entwickeln (s. mein Langtext über das Emotionale Bewusstsein, Teil 3 hier auf dieser Seite). Der soziale Anspruch auf Trockensein und Sauberkeit wird dabei über Bord geworfen. Der Machtgewinn wiegt schwerer als der soziale Verlust. Aber den Kindern ist das überhaupt nicht bewusst. Das heißt, mit einfachen Erklärungen bekommen Sie das Problem nicht gelöst.
So hilft als erstes die Beseitigung des Ohnmachtsgefühls beim Kind, das man aber nur tiefenpsychologisch erkennt. Also Kinder- und Jungendlichentherapeut. Verhaltenstherapeutisch kann man versuchen, dem Kind klarzumachen, dass der hygienische und soziale Nachteil ohne Gesichtsverlust für das Kind mit einer Höschenwindel aus der Welt zu schaffen ist. Das Kind muss auf nichts dabei verzichten, braucht aber vorläufig sich nicht dem Diktat der Natur unterwerfen. Das einzige, zu dem es sich bereit erklären müsste, ware das sich säubern lassen beim großen Geschäft. Das akzeptieren die allermeisten Kinder. Mit der Zeit regelt der Gewinn an Bestimmungsmacht das psychosoziale Problem und das Kind gibt das Symptom auf. Das kann aber Monate dauern. viele Grüße nach Frankreich

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