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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Antworten von Dr. Posth zum Stichwort: ADHS
Frage:   Unruhig

Sehr geehrter Dr. Posth!
Unser kleiner Schatz (genau 9 Mon.) ist seit einer Woche sehr unruhig, quengelig und findet tagsüber auch im Tragetuch sehr schwer in den Schlaf.Obwohl er sehr müde ist, dauert es sehr lang bis er eingeschlafen ist (manchmal eine Stunde) und er muß,obwohl er im Tragetuch ist immer wieder weinen.Davor ist er dort ganz ruhig innerhalb von ein paar Minuten eingeschlafen.Er ist diese woche tagsüber dann ein paarmal während des Stillens eingeschlafen, das war schon monatelang nicht mehr der Fall, und er hat großen Hunger(auf Brei etwas weniger, mehr auf Milch, wir haben bestimmt grad 3 Mahlzeiten mehr).Auf den Boden mag er auch nicht gern grad.Ich habe das Gefühl, dass er kurz vor dem Krabbeln ist (robbt seit 2 Mon.), er geht seit 9 Tagen immer wieder in den Vierfüßlerstand.Kann das der Grund für seine Unruhe+sein Verhalten sein?Und können wir ihm irgendwie helfen, außer ihm viel Nähe geben u. ihn viel tragen?Vielen Dank für Ihre Einschätzung und herzliche Grüße!!

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, wenn nicht Zahnen oder vielleicht Verdauungsprobleme die Unruhe und Quengeligkeit erklären können, und Ihr Sohn sonst gesund ist, könnte der statomotorische Fortschritt kurz vor dem Durchbruch tatsächlich eine erklärende Ursache für das momentane Verhalten sein. Weil das so ist, sprechen ja einige Autoren gerne von Wachstumsschritten als Auslöser für Unzufriedenheit. Das mag auch stimmen, nur sind diese Wachstumsschritte bei jedem Kind etwas unterschiedlich, was den Zeitraum angeht, und die meisten Säuglinge zeigen solche Problemphasen so gut wie überhaupt nicht. Wenn also sonst nichts besonderes auffällt, können Sie noch einige Tage abwarten und vielleicht beim Krabbelnlernen ein wenig hilfreich sein (s. gezielter Suchlauf unter "Krabbeln"). Viele Grüße

 
Frage:   Krabbeln

Sehr geehrter Dr. Posth!
Mein Sohn wird in 2 Wochen ein Jahr alt und krabbelt nicht, noch geht er in den "Vierfüßlerstand". Er robbt durch das Haus, hinsetzten kann er sich auch. Muß ich mir Sorgen machen?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Marion

Antwort

Stichwort: ADHS

Stichwort: Krabbeln
Liebe Marion, es gibt etwa 5% sogenannte Nichtkrabbler, die sich trotzdem statomotorisch ganz normal weiter entwickeln. Wenn also die Körperaufrichtungsfunktionen stimmen, gibt es keine Grund, im Sinne einer Behandlung aktiv zu werden. Sich aufrrichten bedeutet in diesem Alter das gestreckte Langsitz mit geradem Rücken, der Kniesitz und das Hochzeihen in den Stand mit Hilfe. Lassen Sie Ihren KiA/KiÄ diese Funktionen bei Ihrem Sohn noch einmal einmal prüfen. Im gezielten Suchlauf gibt es ein Stichwort "Krabbeln". Viele Grüße

 
Frage:   Hyperkinetisches Syndrom

Hallo Dr. Posth, ein Orthopäde diagnostizierte b. unserem Sohn (4,5) u.A. "hyperkin. Syndrom". Dies aufgr. folg. Faktoren: unruhiges Baby (kein Schreibaby), schlechter Schläfer(inzw. nicht mehr), früh gelaufen, aktiv, tobt viel, sehr sensibel. Kann man so u. in d. Alter diese Diagnose stellen? Klar ist er oft anstrengend, weil er viel Aufmerksamkeit braucht, viel tobt u. z.B. Telefonate oder Unterhaltungen stört. Aber er spielt auch toll m. seinem Bruder (1,5J.), spielt konzentriert allein, ist hilfsbereit, hat viel Fantasie u. fällt im Kindergarten gar nicht negativ auf, beim Vorlesen u. Geschichten erzählen ist er sehr konzentriert, fragt viel nach u. beschäftigt sich oft tagelang mit einem Thema.
M.E. liegt sein Verhalten an schlechter Loslösung u. Eifersucht, aber daran arbeiten wir.
Auch d. Großeltern halten ihn für hyperaktiv, deshalb bin ich etwas besorgt.

Was meinen Sie? Danke für Ihren Rat und fröhliche Weihnachtstage!!
Gruß, Anja

Antwort

Stichwort: ADHS

Liebe Anja, dass ein Orthopäde die Diagnose Hyperkinetisches Syndrom stellen kann, würde ich bezweifeln. Allenfalls kann er seine persönliche Meinung über ein Kind zum Ausdruck bringen. Ein etwas hyperaktives Kleinkind hat noch lange kein ADHS. Zu den Diagnosekriterien gehören neben der stetigen motorischen Unruhe (auch in Momenten, in denen andere Kinder ruhig werden) v.a. die hohe Impulsivität (d.h. die extreme Unbeherrschtheit mit allen sozialen Folgen) und das schwache Konzentrationsvermögen (Aufmerksamkeitsdefizit), das dazu führt, normalen Leistungsanforderungen bei ausreichender Intelligenz nicht mehr gerecht werden zu können. Gerade letzteres lässt sich erst in der Schule so richtig erkennen. Daher äußert man im Vorschulalter höchstens den V.a auf ein ADHS. Das, was Sie an positivem Verhalten von Ihrem Sohn schildern, spricht eher gegen ein ADHS. Viele Grüße und schöne Weihnachten

 
Frage:   Mein Sohn ist verträumt in er Schule was soll ich tun?

Mein sohn geht in die 1 kl. die lehrerin meint immer,er ist sehr verträumt,kommt mit den regeln nicht klar,sie fragt ob er nicht richtig hört,er hört sehr gut.aber sie sagt er versteht alles sehr gut,er ist sehr intelligent.ein beispiel:nach dem klingeln stellen sich alle kinder auf dem schulhof auf, aber meiner würde das klingeln nicht mitbekommen.sie gibt ihm ständig rote striche,das macht ihn sehr traurig.er ist sehr freundlich,haut niemand,sehr ruhig und schüchtern.bin so ratlos.was kann ich tun, er ist auch sehr langsam im unterricht,wir arbeiten zuhause viel nach.gibt es irgendetwas was sie mir empfehlen,eine sportart z.b. ? sonst ist er eigentlich ein sehr ausgeglichenes munteres kind.als baby war er auch sehr ruhig,sehr pflegeleicht,viel geschlafen, aber schlecht gegessen.ich habe ihn aber auch sehr verwöhnt, nie genug verantwortung gegeben.sein selbstvertrauen ist nicht stark ausgeprägt, kann sich nicht so gut verteidigen.dank

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, Verträumtheit, schlechtes Zuhören gehört in den Bereich der mangelnden Aufmerksamkeit. Die Kinder beschäftigen sich mehr mit sich selbst und ihren inneren Vorgängen als mit der Umgebung und der Wirklichkeit. Sie verfolgen lieber ihre Ideen, als dass sie das auszuführen gedenken, das ihnen durch andere vorgegeben wird. Das alles ist eine Charaktereigenschaft, die schwer zu beeinflussen ist. Solange die Kinder an ihrer Umwelt kommunikativ teilnehmen und gut in der Schule mitkommen, gibt es dagegen nichts zu unternehmen. Ist es aber anders und gelingt die Schule nicht, muss abgeklärt werden, ob nicht Leistungsschwäche oder Störungen in der Verarbeitung des Gehörten mit verursachend sind. Dazu schickt man die Kinder zuerst zum schulpsychologischen Dienst, der neben der Leistungsstärke auch die Konzentrationsfähigkeit überprüft. Vielleicht gehen Sie erst einmal diesen Weg. Viele Grüße

 
Frage:   Unruhe und sitzen

Hallo Herr Dr.
Mein Sohn ist 13 Monate und immer schon sehr unruhig und schnell überfordert mit allem. Die ersten Monate war er auch ein Schreibaby. Was mich aber ratlos macht ist, daß er noch nie auf dem Schoß sitzen wollte. Sobald man ihn auf den Schoß nimmt, weint er und wehrt sich und will nicht ruhig sitzen. Er kann keine Minute Ruhe ertragen. Wenn man ihn auf dem Arm hat und mit ihm rumgeht ist alles gut, aber auch hier darf man nicht länger stehen bleiben. Dann wird er ungehalten.Er ist sehr schmusig und braucht Körperkontakt, aber bitte immer mit Bewegung. Wenn ich andere Kinder sehe, sehe ich immer daß sie zumindest eine gewisse Zeit auf dem Schoß ruhig sitzen und sich mit etwas beschäftigen. Warum kann mein Sohn das nicht? Ist das Besorgnis erregend? Kann man etwas dagegen machen und legt sich das noch oder ist das schon eine Vorstufe zur Hyperaktivität?Meine KiÄ habe ich schon drauf angesprochen, aber sie nimmt es nicht ernst, geht nicht drauf ein.Danke
LG und vielen Dank!

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, die Wissenschaft nimmt heute an, daß es neben genetischen Voraussetzungen auch Umgangsfehler mit dem Verhalten des Säuglings im ersten Lebensjahr sein können, die zu einem späteren ADHS führen (in Kürze als Stichwort im gezielten Suchlauf). In beiden Fällen geht es um eine Störung in der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Stirnhirn (Frontalhirn) des Menschen (Dopamin-Rezeptoren). Diese Störung ist also entweder angeboren oder sie entsteht aufgrund eine zu hohen Stresspegels im ersten Lebensjahr. Der hohe Stresspegel in der Säuglingszeit wird ausgelöst durch anhaltendes, nicht adäquat im Umgang behandeltes Schreien. Natürlich kommt die Frage, schreit der Säugling nicht deswegen nur so anhaltend, weil er die angeborene Störung hat. Die gegenteilige Frage hierzu lautet dann aber: wird die angeborene Störung durch Schreien-lassen nicht erst manifest? (zumindest aber deutlich verstärkt?) Die Bücher hierzu sind noch nicht geschlossen.
Wie es in der Ursache auch ist, Sie haben nicht unrecht, wenn Sie die Auffälligkeiten bei Ihrem Sohn mit solchen Überlegungen in Verbindung bringen. Dennoch können Sie zu einem so frühen Zeitpunkt die Diagnose Hyperaktivität wegen ADHS nicht stellen. Zuviel ändert sich noch im Verhalten der Kinder im weiteren Verlauf der Entwicklung. Was Sie aber zur möglichen Verhütung jetzt schon machen können, ist sehr viel Geduld für Ihren Sohn aufbringen, ihn zur Ruhe auf dem elterlichen Schoß "verführen", ihm viel Klarheit und Struktur geben in dem, was man landläufig als soziales Verhalten bezeichnet. Dazu zählt v.a. auch ein kompetenter, elterlicher Umgang mit dem Trotzverhalten, das jetzt bald immer stärker einsetzen wird (s. mein Langtext, Teil 3, link oben links). Viele Grüße

 
Frage:   Zur Frage vom 17.01.2011/Einschulung

Hallo Herr Dr. Posth, die Fachleute sind der Spieltherapeut, die Familienhelferin, der Tester (auf Hochbegabung spezialisierter Sonderpädagoge vom Schulamt) & die Kiga-Erzieherin. Lehrerin & Rektor sind bereit den Weg mit uns zu gehen, da sie sein Potential sehen & die Probleme auch mit der Hochbegabung in Verbindung bringen. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass die Schwierigkeiten auch bei regulärer Einschulung aufgetreten wären. Lion ist sehr bemüht sein Verhalten zu ändern. Schule & ich arbeiten vermehrt mit positiven Verstärkern & engeren Grenzen. Der Kinderpsychiater (kennt ihn seit 2 ½ Jahren) hat nun angeraten, wegen diagnostiziertem ADHS Medikinet einzusetzen. Ein Versuch ist es wert, da er auch im Freizeitbereich (Sport) vermehrt aneckt. Ich weiß nicht, ob uns Erziehungsberatung hilft, da ich auf eigenen Wunsch seit 3 Jahren Familienhilfe vom Jugendamt habe. Haben Sie auf Grund der zusätzlichen Informationen noch eine Idee? Danke & Gruß, Kerstin

Antwort

Stichwort: ADHS

Liebe Kerstin, damit deckt sich ja, was ich an Bedenken vorgebracht habe. Und es zeigt, wie so oft, dass das emotionale und soziale Problem des Kindes nicht richtig gesehen wird und mit der kognitiven Leistungsfähigkeit einfach nur zugedeckt wird. Recht haben die Fachleute wohl darin zu sagen, dass die Probleme auch gekommen wären, wenn man Ihren Sohn erst 1 Jahr später eigenschult hätte. Denn in ihm scheint eine generelle Entwicklungsproblematik zu stecken. Therapien dahingehend laufen schon, haben aber offensichtlich noch nicht das ereichen können, was wünschenswert wäre.
Wenn die Schule Ihnen das Angebot macht, erst einmal unter den gegebenen Voraussetzungen ihren Sohn "mitzutragen", dann sollten Sie die pädagogische Einrichtung darauf auch verpflichten. Von der Behandlung mit Medikinet würde ich vorerst noch absehen. Wir haben ja dann genau das Konstrukt, das in solchen Fällen immer wieder bemüht wird und geradezu einen speziellen Diagnose-Boom auslöst : Schwieriges Kind (früher oft Schreibaby, extremes Trotzverhalten, aggrressiv-oppositionele Verhaltensweisen im Ki-ga und in der Schule dann Probleme mit der Aufmerksamkeit und der Disziplin. Diagnose ADHS und Gabe von Methylphenidat.Dieser Automatismus kann auch zur Falle für das Kind werden.
In der Schule mittragen eines solchen Kindes bedeutet umsichtiges und verständnisvolles Verhalten der Lehrer(in), gleichzeitig klare Ansagen im Unterricht und konsequentes Handeln bei Verstößen, enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule, individuelle Hausaufgabenbetreuung, Anbahnung sozialer Kontakte, wenn nötig. Den Freizeitbereich decken die angeleiteten Eltern ab, denen wenn nötig aufsuchende Hilfe gewährt wird (sozialpäd. Familienhilfe etc.). Dann bedarf es auch keiner zusätzlichen Erziehungsberatung. Bei großer Ungeschicklichkeit in der körperlichen Beherrschung wäre Ergotherapie das Mittel der Wahl.Viele Grüße .

 
Frage:   ADHS

Ich lese gerade Ihre Texte über die Säuglingsentwicklung und bin über ADHS und die Synapsenbildung beim Säugling gestolpert. Verstehe ich Sie da richtig, dass Sie die Meinung vertreten, dass ADHS durch eine Vernachlässigung bzw. ein Fehlverhalten der Betreuungsperson im Säuglingsalter verursacht wird? Die Entstehung der Synapsen und die "Kappung" der überflüssigen liest sich durchaus nachvollziehbar und verständlich. Allerdings erwähnen Sie in diesem Zusammenhang noch ADHS. Bei ADHS ist aber doch mehr der Transmitterhaushalt gestört (zu schnell, und Ritalin verlangsamt diesen, damit Informationen aufgenommen werden könnten) - das hat doch mit der Synapsenbildung selbst nichts zu tun? Befasse mich sehr intensiv mit diesem Thema und wüsste da vor allem als Mutter eines autistischen und eines ADHS-Kindes mit Autismus und einem gesunden Baby gerne Näheres dazu. Alle 3 Kinder habe ich im übrigen nie "Schreienlassen", was ich -ebenso wie Sie- als schwere Kindesmisshandlung ansehen würde.

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, Sie haben Recht mit Ihrer Anmerkung, daß man beim ADHS von einer Störung im Dopamin(3)-Tranportersystem ausgeht. Wie sich diese Störung allerdings im Detail im synaptischen Spalt auswirkt, ist derzeit noch Forschungsgegenstand. Methylphenidat erhöht nachweislich die Verfügbarkeit von Dopamin am postsynaptischen Spalt und verbessert damit die Signalübertragungsfrequenz. D.h. Mph "ersetzt" sozusagen den defekten Dopamintransporter und wirkt deshalb. So stellt man sich das jedenfalls neurophysiologisch vor. Und es scheint ja auch zu funktionieren.
Die entscheidende Frage ist aber etwas anders gelagert. Ist die DOP-Transporterstörung einzig das angeborene Phänomen einer gestörten Gen-Sequenz oder vielleicht doch (auch?) eine Folge mangelnder inhibitorischer Synapsen im Rahmen der unbedingt notwendigen Synapsen-Reduktion. Oder addiert sich beides einfach. Daß die negative Streßreaktion im Säuglingsalter bzw. bei fehlgeprägten Jungtieren solche Störungen in der Synapsenreduktion hervorrufen, ist hinlänglich bewiesen. Dazu kommt, daß bei extremem Streß auch die Gedächtnisfunktionen in der Amydala und dem Hippocampus beschädigt werden. Beide Strukturen sind im Gehirn von deprivierten Kindern verkleinert (fMRT-Untersuchungen).
Aber eines ist doch einfach nur logisch: Ein Säugling mit schwierigem Temperament und damit wahrscheinlich ADHS-gefährdet wird zusätzlich Schaden nehmen, wenn er im Säuglingsalter permanent gestreßt wird. Er wird wahrscheinlich noch viel leichter Schaden nehmen, als ein völlig unauffälliger Säugling, weil bei ihm ja das entsprechende System im Gehirn von Geburt an viel verletzlicher ist (erhöhte Vulnerabilität). Das müßte eigentlich dazu führen, daß mit Säuglingen, die ein schwieriges Temperment aufweisen, eher noch umsichtiger und einfühlsamer umgegegangen werden muß, als mit den Anderen. Das jedenfalls gebietet die Primärprävention. Genau das Gegenteil passiert aber meistens, und die Konditionierungsprogramme, die gerade für solche Säuglinge aufglegt werden und auch von vielen kinderpsychologisch tätigen Fachleuten vehement vertreten werden, sind streng genommen kontraindiziert. Viele Grüße

 
Frage:   Frage

Guten tag,

mein sohn ist bald 20 monate alt. unsere kinderärztin hat uns ins kinderpsychioseambulanz (weiss nicht genau wie das heisst) überwiesen. können sie mir sagen was man da für untersuchen macht? sie meinte er wäre zu agressiv und aufgedreht. er ist wirklich sehr anstrengend und keine minute still. kann sich mit nicht beschäftigen und braucht sehr viel aufmerksamkeit. schlägt, beisst und zieht an den haaren. ist auch sehr launisch und weint wirklich wegen jeder kleinigkeit. wenn zum beispiel das spielzeug nicht so will wie er es möchte, schmeisst er es auf den boden und legt sich gleich hin und schreit. ich bin etwas besorgt.

mit freundlichen grüßen
dina

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, Sie meinen wahrscheinlich eine kinderpsychologische Ambulanz. Allerdings gibt es eine solche auch nicht. Es gibt für die Kinder dieser Altersgruppe nur das Sozialpädiatrischen Zentrum. Das aber befasst sich fast ausschließlich mit neurologischen Entwicklungsstörungen. Psychologische und psychosoziale Probleme werden höchstens am Rande behandelt. Das setzt nämlich voraus, dass dort kindertherapeutisch geschulte Kräfte angestellt sind.
Gewöhnlich gehen Eltern mit ihren schwierigen Kindern, wenn sie nicht mehr weiter wissen, in eine Beratungsstelle für Erziehungsfragen. Das sind städtische oder kimmunlae Angebote, die für die Eltern kostenlos sind. Dort findet dann eine Elternschulung oder Elternberatung statt.
Aber genau das gibt es auch hier bei mir im Forum. Dazu haben ich zunächst einmal 3 Langtexte ins Form gestellt, die Sie über einen link, links oben auf meiner Seite erreichen. Dann können Sie im gezielten Suchlauf verschiedene Stichwort ansteuern, z.B. Aggressivität bei Kleinkindern oder erschwerte Loslösung, so dass Sie sich schon einmal orientieren können, worum es geht. Sie können sich dann gerne wieder an mich mit gezielten Fragen wenden. Viele Grüße

 
Frage:   Störungsbild ADHS

Störungsbild ADHS

ADHS ist das Akronym für AufmersamkeitsDefizit-Hyperkinetisches-Syndrom. Im Volksmund heißt das Störungsbild auch das Zappelphilipp-Syndrom. Betroffen sind Menschen vom Kleinkindalter bis zum Erwachsensein. Das bedeutet, dass sich die Störungen nicht immer in der Pubertät verlieren. Besonders auffällig werden die Kinder im Schulalter. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie überaus lebhaft und zappelig (also hypermotorisch) sind, nicht zuhören und sich schlecht konzentrieren können (aufmerksamkeitsgestört), sprunghaft in ihrem Denken und Handeln sind und stark impulsive Reaktionen zeigen (sich also nicht beherrschen können). Gleichzeitig sind sie stimmungslabil und oft missmutig.

Zum diesem nervösen, unruhigen und impulsiven Typ gibt es auch ein Gegenstück, den Träumer-Typ. Die Träumer (ADS) sind eher still, wie abwesend, hören nicht zu, sind unorganisiert, finden sich in der Umgebung nicht zurecht, trödeln und passen in der Schule schlecht auf. Wollte man auch für diese Kinder Heinrich Hoffmann mit seinem Struwwelpeter bemühen, dann käme für sie am besten der Hans-guck-in-die-Luft infrage. Der praktische Arzt H. Hoffmann war aber nur ein guter Beobachter von typisch kindlichen Verhaltensweisen und hatte damals mit seinem Buch lediglich allgemeine, pädagogische Hinweise für Eltern geben wollen. Die Frage, ob ADHS oder ADS in den letzten Jahren tatsächlich stark zugenommen haben oder nur sehr viel häufiger diagnostiziert werden, ist unbeantwortet. Solche kindlichen Verhaltensauffälligkeiten hat es aber, Hoffmann sei der Beweis, schon immer gegeben.

Beide relativ häufigen Störungsbilder im Kleinkind- und Schulalter spiegeln Verhaltensweisen wider, die in abgeschwächter Form auch bei völlig normalen Kindern vorkommen. Das macht die Diagnosestellung oft recht schwierig. Denn es gibt bis heute keine absolut sicheren, d.h. trennscharfen Unterscheidungskriterien zwischen „noch normal“ und „schon auffällig“.

Die Erforschung des Störungsbildes hat ergeben, dass wenigstens ein Teil der ADHS-auffälligen Kinder genetische, d.h. erbliche Anlagen für dieses Störungsbild besitzt. Diese genetisch bedingte Ursache betrifft spezielle Dopamin-Transporterstörungen im Stirnhirn, wo alle hochdifferenzierten geistigen, emotionalen und sozialen Prozesse gesteuert werden. Diskutiert werden derzeit aber auch erworbene Rezeptorstörungen im Dopaminsystem, die durch falschen Umgang mit unruhigen und viel schreienden Säuglingen verursacht worden sind. Hinweise aus Tierversuchen legen diese Entstehungsmöglichkeit nahe. Auch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und falscher Behandlung in der Säuglingszeit könnte als Ursache für das spätere Störungsbild infrage kommen.
Als nach heutigem Kenntnisstand sicher kann gelten, dass eine ungünstige psychosoziale Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes grundsätzlich ein höheres Risiko für eine spätere ADHS-Symptomatik darstellt, unabhängig davon, ob Anlagefaktoren vorhanden sind oder nicht. Die hieraus resultierende ADHS-Symptomatik ist regelmäßig mit problematischem Sozialverhalten gekoppelt. Dabei stehen aggressiv-oppositionelle Verhaltensweisen im Vordergrund. Medizinisch-psychologisch spricht man von einem Hyperkinetischen-Syndrom mit gestörtem Sozialverhalten.
Die Verhütung oder wenigstens Abmilderung von ADHS von Anbeginn spielt die entscheidende Rolle in der Behandlung (Primärprävention). Das bedeutet, dass bereits im Säuglingsalter auf verdächtige Verhaltensweisen zu achten ist. Als verdächtig gelten solche Säuglinge, die stark irritabel in ihrem Befindlichkeitszustand sind, d.h. schnell und ausdauernd schreien, schlecht schlafen, Fütterungsprobleme aufweisen und allgemein impulsive Reaktionen zeigen. In der Kinderheilkunde wurde für diese Verhaltensauffälligkeiten der Begriff Regulationsstörungen im frühen Kindesalter geschaffen. Ob das damit verbundene, vorgebliche Krankheitsbild auch tatsächlichen Krankheitswert besitzt, muß aber vorerst offen bleiben. Allzu schnell geraten auch etwas temperamentsschwierige Säuglinge in den Status krank zu sein. Immerhin ergibt sich aus solchen Beobachtungen eine Empfehlung für die Eltern, wie sie günstig mit ihrem schwierigen Säugling umgehen können.
Zur Basisdiagnostik des ADHS gehört ein Instrumentarium aus Direktbeobachtung des Kindes und Fragebögen an Eltern, Lehrer(innen) und ab 10 Jahren aufwärts auch an die Betroffenen selber. Aus oben genannten Gründen wird außerdem die genaue Anamnese immer wichtiger. Wegen der möglichen genetischen Komponente ist immer auch die genaue Familienanamnese unerlässlich. Bekannte Fragebögen sind z.B. der CBCL, TRF/YSR, FBB-HKS/SBB-HKS und neuerdings der SDQ für Eltern, Lehrer und Erzieher. Als Verlaufsbeobachtung und v.a. auch zur Einschätzung der Wirksamkeit der Therapie benutzt man die Conner-Skalen.

Die gesamte Diagnostik wird nicht nur durch den Graubereich zwischen noch normal und schon auffällig erschwert, sondern auch durch die möglichen psychischen und neurologischen Begleiterkrankungen. Ein ADHS ohne eine solche Begleiterkrankung ist die seltenere Variante. Sehr wichtig ist außerdem die exakte Abgrenzung gegen Verhaltensauffälligkeiten bei Intelligenzminderung und Wahrnehmungsstörungen (z.B. auditive Wahrnehmungsstörung). Bei schlechten Leistungen in der Schule ist immer an das Vorliegen von Teilleistungsstörungen zu denken, wie v.a. die Leserechtschreibschwäche (Legasthenie). Beim reinen ADS ist alternativ ein depressives Erscheinungsbild auszuschließen. Im neurologischen Bereich ist auf eine begleitende Tic-Störung zu achten.

Die Therapie ist häufig noch umstrittener als im Einzelfall die Diagnose selbst. Es konkurrieren miteinander die Verhaltenstherapie und die medikamentöse Therapie. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie spielt eine eher untergeordnete Rolle. Wirksamer ist hier noch die interventionelle Elterngesprächstherapie mit direkter Beeinflussung des familiären Systems.
Unter den Verhaltenstherapien hat sich das Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten, kurz THOPP, entwickelt von Prof. Döpfner an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Köln einen weithin bekannten Namen gemacht. Dagegen steht die rein medikamentöse Therapie mit Methylphenidat als der bekanntesten Substanz. Aber auch Amphetamin kommt (z.B. in den USA) zur Anwendung. Beides sind Substanzen aus dem Bereich der Psychostimulantien. Psychostimulantien wirken auf die Verfügbarkeit des Neurotransmitters Dopamin (s.o.) in der menschlichen Hirnrinde, insb. im Frontalhirn. Als ein weiteres wirkungsvolles Medikament hat sich in der letzten Zeit Atomoxetin erwiesen. Diese Substanz stammt aus dem pool der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und wirkt vornehmlich auf die Noradrenalin-Rezeptoren. Diese spielen eine besondere Rolle in der Aufmerksamkeitssteuerung des Gehirns. Auch der Antrieb wird positiv beeinflusst. Beide Substanzen besitzen nicht unerhebliche Nebenwirkungen, so dass die Nutzen-Risiko-Abwägung in jedem Behandlungsfall sorgfältig vorzunehmen ist. Andere Substanzen wie z.B. Pemolin sind hauptsächlich Ersatzmittel, die selten zur Anwendung gelangen.

In den Gesellschaften für Kinderheilkunde und Kinder- und Jugendpsychiatrie hat man sich in der Behandlung des ADHS inzwischen auf die generelle Empfehlung zur multimodalen Behandlung geeinigt. Multimodal heißt, dass alle Behandlungsformen in aufeinander abgestimmter Form zum Einsatz gelangen sollen. Das heißt im Speziellen, dass medikamentöse Therapie und Psychotherapie sich ergänzen müssen und nur gemeinsam ein Behandlungsoptimum erzielen können. Ist also die Diagnose zweifelsfrei gestellt und ist der Belastungsgrad für die Umwelt wie auch in rückwirkend für das Kind selbst zu groß, wird eine Art Therapievertrag geschlossen, in dem genau festgelegt wird, wie vorzugehen ist.

Es macht Sinn, die Wirksamkeit der Medikamente zunächst eine Zeitlang gegen ein Scheinmedikament zu testen. Es macht auch Sinn, die medikamentöse Therapie auf den jeweiligen Tagesbedarf abzustimmen und z.B. in klar als Freizeit definierten Zeiten abzusetzen. Die Wirkung der Therapie incl. der potenziellen Nebenwirkungen ist genau zu überwachen. Bei der Behandlung dürfen die psychischen Begleiterkrankungen nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere bei den das ADHS begleitenden aggressiv-oppositionellen Verhaltensstörungen (s.o., deutlich mehr als die Hälfte der Fälle) hat sich die Doppeltherapie von Medikament und Verhaltenstherapie der alleinigen medikamentösen Therapie als deutlich überlegen erwiesen.

Antwort

Stichwort: ADHS

Liebe Eltern, ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit die wichtigsten und bekanntesten Störungsbilder im Rahmen der geistig-seelischen Entwicklung des Kindes in kurzen Artikeln vorzustellen und zu besprechen. Dabei soll es mir nicht so sehr darauf ankommen, individuelle Verläufe zur Sprache zu bringen, als vielmehr den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den einzelnen Störungsbildern und die derzeitige Vorgehensweise in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wiederzugeben.
Das allgemeine Interesse für solche Informationen wird bei Ihnen sicher vorliegen, obwohl die allermeisten der hier im Form besprochenen Kinder, also Ihre Kinder, sicher nie mit der Disziplin der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu tun haben werden. Solche Verläufe zu verhindern, soweit mit interventionellen, d.h. beeinflussenden Elterngesprächen möglich, ist die Absicht dieses Forums. Dieses Vorgehen entspricht der Primärprävention. Selbstverständlich ist Ihnen wie mir klar, daß eine solche weitestgehend anonyme Beratung ohnehin nur ein erster, therapeutischer Ansatz für eine Verbesserung der als problematisch geschilderten Situation sein kann.
Aber hier und da klingt bei Ihren inzwischen in die Zigtausende gehenden Mails durch, daß sich eine Entwicklung im Einzelfall anbahnen könnte, die vielleicht doch einmal kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung notwendig werden lassen könnte. Dazu kommen die vielen Grenzfälle, von denen man jetzt oder vielleicht auch nie ganz genau weiß, ob irgendeine Form der Psychotherapien nötig ist oder nicht. Für alle diese Fälle ist die Serie gedacht, die einen möglichst objektiven Aufschluß über die einzelenen kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbilder geben soll.
Auf diesem Weg soll gleichzeitig auch für Verständnis dafür geworben werden, daß Kinder-und Jugendpsychiatrie keine medizinisch-psychologische Disziplin ist, um die grundsätzlich ein riesig großer Bogen zu machen ist und die es immer und unbedingt zu vermeiden gilt. Die geistig-seelische Behandlung von Kindern hat denselben Stellenwert wie die köperliche, vertreten durch die Kinderheilkunde. Aber ihr haftet wie der Psychiatrie überhaupt der Makel des Nutzlosen und der gesellschaftlich schlechten Beleumundung an. Diese Auffassung über die Psychiatrie gehört, streng genommen, ins vorletzte Jahrhundert und sollte heutzutage überwunden sein. Sie hängt noch mit der in der Gesellschaft verbreiteten dualistischen Vorstellung von Körper und Geist zusammen, wobei der Körper generell zugänglich, materiell und damit therapierbar ist, die Seele und der Geist aber unzugänglich, immateriell und letztlich unerreichbar. Dieses vor Jahrhunderten von Decartes in der Zeit der Aufklärung geschaffene Menschenbild muß heutzutage als überholt gelten. Zwar sind Seele und Geist auch mit den Methoden der modernen Wissenschaft weiterhin schwer zu fassende Phänomene des Erscheinungsbild Mensch, aber es ist inzwischen klar erwiesen, daß beide Instanzen menschlicher Erscheinung ihre Anker im Körper, genauer im Gehirn des Menschen liegen haben.
Die Neurowissenschaften erklären uns, wie man an diese Anker heran kommt und die Neuro-Psychiatrie zeigt uns, wie diese Anker günstig zu beeinflussen sind. Kein moderner Mensch sollte so "dumm" sein, diese Chance ungenutzt zu lassen, seine belasteten Seelen- und Geisteszustände mithilfe der aus diesen Erkenntnissen gewonnenen Methoden behandeln zu lassen. Dabei haben, genau genommen, die beeinflussende Psychotherapie und die medikamentöse Therapie heutzutage den gleichen Stellenwert, auch wenn hier verschiedene "Schulen" immer noch unterschiedliche Standpunkte vertreten.
Gerade an diesem Punkt kommt vielleicht meine persönliche Einstellung besonders zu Ausdruck, die sich um Vorurteilsfreiheit bemüht und einzig die Wirksamkeit einer Therapie als Kriterium für ihre Empfehlung ansieht. Hier im Internetforum bleiben mir natürlich nur geringe Möglichkeiten, solche Empfehlungen zu realisieren. Information und Beratung sind aber die Instrumente, die auch über ein Internetforum funktionieren, und Teil solcher Information sollen die Artikel über die kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbilder werden. Aber haben Sie bitte Geduld mit mir, das Unternehmen kann aus zeitlichen Gründen nur in kleinen Schritten voran kommen. Das ADHS/ADS hat nun den Anfang gemacht. Ihr R.Posth

 
Frage:   Stuhlverhalt

Hallo herr Dr. Posth,
ich weiß einfach nicht mehr weiter,wie ich meine Tochter(2,6 Jahre)aus dem Teufelskreis Stuhlverhalt herausbekommen soll.Das geht schon ca. 6 Monate so(ich habe dazu schon öfters geschrieben).Mit Lactulose kommen wir auch nicht mehr weiter.Wir haben auch schon alles ausprobiert,von Vorbild bis Belohnungssystem.Wir müssen nun fast wöchentlich ein Microklys verabreichen,weil sich nichts mehr tut.Vor 2-3 Monaten kam der Stuhlgang wenigstens noch alle 3-4 Tage.Nun ist es schon so ,das sie obwohl sie schon regelmäßig auf die Toilette zum Wasserlassen ging, wieder eine Windel haben möchte und wieder einnässt.Wir haben das Theme schon bei der Kinderärztin angesprochen,aber die hat auch keine Ideen,außer "Konsequenz".Komischerweise interessieren meine Tochter die ausscheidungen anderer Kinder und die Puppen werden auch gelobt.Nun weiss man ja nicht wie es in der KITA so diesbezüglich zugeht.Wenn wir das Klysma verabreicht haben,fühlt sie sich richtig wohl.Was nun? F.

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, vermutlich habe ich Ihnen schon gesagt, dass in solchen Fällen die letzte Rettung immer die Wiederanlegung der Windel ist, bis sich der Konflikt im Kind einigermaßen gelöst hat. War es denn, als Ihre Tochter noch die Windel trug, normal mit dem Stuhlgang? Andernfalls muss man auch immer an organische Störungen denken.
Wie hat es mit dem Sauberwerden überhaupt angefangen? Was hat die Kita damit zu tun? Wenn Ihre Tochter schon 6 Monate diese Obstiptation zeigt, die man übrigens -organische Befunde ausgeschlossen- habituelle Obstipation nennt, dann wurde sie recht früh sauber. Wurde sie das aus freien Stücken? Oder gab es Auflagen aus der Kita? Das wäre sträflich, denn zur Kleinkindbetreuung in einer Kita gehört das Windelwechseln dazu. auf keine Fall darf men ein Kind zu früh dazu anhalten, sauber zu werden, damit man es selbst bequemer hat. Schreiben Sie mir noch einmal die Zusammenhänge. Viele Grüße

 
Frage:   Asperger-Tourette 3

Http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/Asperger-Tourette-2_49803.htm
Lieber Dr. Posth!
Mein Sohn bekommt die Medikamente in dieser Dosierung seit einem Jahr. Manchmal ist er sehr aufmerksam, dann fällt es ihm wieder schwer sich zu konzentrieren. Dieser Wechsel der Aufmerksamkeit geschieht oft innerhalb von Minuten, je nach dem wie hoch seine Motivation ist.
Würde Ihrer Ansicht nach Ritalin eine starke Verschlechterung seiner Ticks bewirken?
Er geht wöchentlich zu einer Spielgruppentherapie, 14tägig zur Einzelstunde. Dabei werden vor allem Entspannungsübungen, progressive Muskelrelaxation gemacht.
Vielen Dank,
Birgit

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, zumindest in das Risiko diesbezüglich mit einzukalkulieren. Es stimmt ja, was Sie sagen, dass das Aufmerksamkeitsproblem ganz stark über die Motivation zu regulieren ist. Je höher die Motivation, desto größer die Aufmerksamkeit, desto geringer die übrige ADHS-Symptomatik. Und desto gringer natürlich auch die Notwendigkeit einer Ritalin, resp. Methylphenidat-Gabe. Tis´s sind aber eine Nebenwirkung höherer Methylphnidat-Gaben. Alles ist also besser, was die medikamentöse Therapie reduziert. Viele Grüße

 
Frage:   5 Monate und motorisch sehr unruhig

Guten Tag,

mein Sohn ist nun etwas über 5 Monate alt und von Geburt an motorisch unruhig. Ich wurde im Krankenhaus bereits gefragt, ob ich rauchen würde. Natürlich nicht! Weder in der Schwangerschaft, noch vorher.
Er zappelt den ganzen Tag mit Armen und Beinen und quengelt sehr viel. Ignoriert man das Gequengel und Gejammer geht es in weinen über und das möchte ich nicht mehr ignorieren. Auf dem Fußboden spielen funktioniert nur relativ kurz und schon ensteht wieder der Anschein, als wäre ihm Langweilig. Grundsätzlich habe ich permanent das Gefühl er würde sich langweilen.
- Abends einschlafen klappt gut
- Auf dem Arm will er nur herumgetragen werden, darf nicht sitzen
- Überstreckt den Rücken wenn ihm eine Position nicht passt
- Isst sehr gut und problemlos
- Scheint permanent gelangweilt zu sein und kann sich nicht lange mit etwas beschäftigen (5 Minuten)

Habe etwas Angst, dass er jetzt schon ADHS haben könnte. Haben Sie eine Idee?

Beste Grüße!

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, der Begriff Langeweile auf einen Säugling angewandt ist schwierig. Die Langeweile ist ein geistig-kognitiv existenzielles Empfinden sinnlos verstreichender Lebenszeit mit der Angst, keine Tätigkeit zu finden, die dieses unangenehme Gefühl beseitigt. Das alles kann ein Säugling noch gar nicht warhnehmen und empfinden. Der Säugling erlebt noch nicht einmal sich selbst alleine ohne die Spiegelung in seiner primären Bezugsperson und/oder einer akzeptierten Ersatzbezugsperson (Mutter-Kind-Dyade). Insofern treibt ihn nur eine Angst um, die, von seiner Bezugsperson verlassen zu sein oder zu werden. Das nenne ich die Urangst.
Mit einem halben Jahr gelingt es nun einem Säugling das erste Mal, seinen Geist überhaupt mit einer Beschäftigung zu "füttern" und zu unterhalten. Da er aber keine Vorstellung davon hat, was er eigentlich tun soll und mit den vorgefundenen Dingen anfangen soll, dazu also erst einmal "Pläne" entwickeln muss, ist er darauf angewiesen, unterhalten oder beschäftigt zu werden. Und dafür braucht er wieder seine Bezugsperon(en).
Nun kommt der Einwand, es gibt aber schon Säuglinge, die sich geduldig mit dem Begreifen einer Spielsache oder dem Betrachten eines Gegenstandes beschäftigen. Das ist richtig, aber ob das ein Säugling kann und tut oder nicht, hängt hauptsächlich mit seinem Temperament zusammen und seinen "Begabungen", nicht aber mit einer rationalen Erwägung. Ist das Temperament nun ungeduldig, impulsiv, motorisch lebhaft, nähebedürftig und nervös, dann fallen die eben genannten Fähigkeiten erst einmal weg und das ständige Quengeln und Unzufriedensein macht auch dem Säugling selbst den Alltag schwer. Er kann sich nur im Zusammenhang mit seinen Bezugspersonen zur Ruhe bringen und selbst das gelingt beim schwierigen Temperament nicht richtig. Ein bisschen davon hat Ihr Sohn offenbar auch. Aber mit ADHS hat das überhaupt nichts zu tun. Noch haben Sie die ganze Kindheit von ihm vor sich und die Chance, Beziehungs- und Bindungsstörungen zu verhindern und ddamit auch die Entwicklung zum ADHS. Viele Grüße

 
Frage:   Schreien

Lieber Herr Posth

Vielen Dank für Ihre Antwort bezüglich schreien lassen. Was passiert denn im Gehirn genau beim schreien lassen? Was zerstört es da? Und welche Zusammenhänge gibt es zwischen ferbern und späterem ADHS und Agressivität? Ich kenne geferbte Kinder und auf mich wirkten sie eher als ob sie sich der Situation angepasst hätten. Kommt das später zum Vorschein? Eines kenne ich, welches nun immer überall davonläuft und nicht nach der Mutter schaut, auch in der Spielgruppe hat es ihn keineswegs interessiert ob die Mutter beim ersten Mal noch da war oder nicht. Unser Kleiner, 16 Monate, hat gerade gelernt auf die Dinge zu zeigen, wenn er etwas will. Ebenso wenn er stillen will. Ich stille nach Bedarf (nebst Familienkost) und will es nicht auf zu Hause beschränken, da er auch auswärts fast nur so einschläft. Aber wie kann ich ihm nun zunehmend erklären, wenn ich in einer bestimmten Situation nicht stillen möchte (Einkaufen, Krabbelgruppe,usw.)? Was versteht er?

Antwort

Stichwort: ADHS

Hallo, es gibt inzwischen verschiedene Studien, die belegen können, dass spätere ADHS-Kinder unruhige und viel schreiende Säuglinge gewesen sind. Über die ADHS-Seiten im Internet können Sie Zitate finden. Es ist tatsächlich so, dass diese Verhaltensstörungen sich erst später herausstellen, wobei sich aber schon sehr viel früher Anzeichen ausmachen lassen. Ich versuche in meinem 2. Buch "Gefühle regieren den Alltag" diese frühen Anzeichen als Beziehungsstörungen zu identifizieren. Denn hat man das Problem erkannt und steuert rechtzeitig und richtig dagegen, lässt sich viel verhindern.
Ständig davon laufende Kinder und scheinbar sehr selbstständige sind häufig solche, die Vemeidungsstrategien erlernt haben, und die vermeidende Bindung gilt als ein Risikofaktor für ADHS.
Es ist zu kompliziert und führt zu weit zu erklären, was sich da alles im Gehirn des Kindes zuträgt. Nur eins ist relativ einfach und das ist die schlechte synaptische Verschaltung der Neuronen im so genannten Belohnungssystem. Ursache ist (neben einer vermuteten Veranlagung und ungünstigen intrauterinen Einflüssen) der negative Stress. Folglich wirken später Ritalin und Methylphenidatpräparate stark verbessernd, weil sie die synaptische Verschaltung optimieren. Das gilt im Übrigen auch für psychisch gesunde Menschen, die das Präparat zur Leistungssteigerung benutzen können.
Zum Stillen: noch versteht Ihr Sohn nicht, warum Sie ihn plötzlich, d.h. in aller Öffentlichkeit, nicht stillen wollen oder können. Entweder finden Sie dann ein stilles Eckchen, wo es doch geht oder Sie müssen die offensive Stillvariante wählen. Erst im Laufe des 3. Lebensjahres, also nach dem 2. Geburtstag, kann er ein Regelprinzip langsam verstehen und auch ohne all zu großen Protest akzeptieren. Viele Grüße

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