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Kinderarzt Dr. Posth

Dr. Rüdiger Posth - Entwicklung von Babys und Kleinkindern

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Bestimmungsmacht

Lieber Dr. Posth, ich sah einen anderen Beitrag, in d. geschildert wurde, d. Kleinkinder keine Bestimmungsmacht über Bezugsperson sondern nur über sich selbst haben soll (z.B. Mutter soll nicht essen o. nicht ins Bad wenn Kind spielen will), da dies dann zum übersteigerten Selbstbewusstsein führen könnte. Bin nun unsicher, ob wir es "falsch" gemacht haben. Ich dusche z.B. extra abends, wenn Tochter schläft (20 Mo, forumsgerecht, schläft neben mir) o. esse schneller wenn sie quengelig ist. Sie ist schon in d. Kita (durch Ihre Tipps super geklappt, 3-Mo-sanfte Ablösung ohne Weinen, geht gern hin, fragt morgens lachend an Tür "Kita?", freut sich beim abholen u. zeigt mir Spielzeug dort). Daher wollt ich die Zeit am Nachmittag gezielt für sie nutzen, ohne Haushalt & nehm mich zurück. Zählt dies zur neg. Bestimmungsmacht über Bezugsperson? lg & DANK an Ihre WERTVOLLE Hilfe.

von Pier am 13.05.2013

*Antwort:

Re: Bestimmungsmacht

Hallo, das haben Sie sicher nicht bei mir gelesen. Bestimmungsmacht über sich selbst ist zunächst einmal nur ein Naturrecht des Menschen und insbesondere auch des Kindes, das keine besondere hohe Attribution (Selbstzuschreibung) erzeugt. Naturrechte nimmt sich der Mensch automatisch und gerät nur dann in Konflikt, wenn ein anderer sie ihm direkt beschneidet. Dafür muss man aber auch erst einmal wissen, welche Freiheiten einem in der Selbstbestimmung zustehen. All das kann das Kleinkind nicht erkennen, und de facto wird ihm das Naturrecht ja auch schon erheblich beschnitten.
Positive Attribution erhält das Kleinkind hauptsächlich dadurch, dass es Abläufe im Alltagsgeschehen oder Spielsequenzen in der Auseinandersetzung oder Kommunikation mit seinen Bezugspersonen bestimmen kann. Das Kind darf also scdurchaus sagen: Mama/Papa, du spielst jetzt denjenigen oder einen anderen oder du sollst jetzt das tun, während ich dieses mache usw. Sie als Erwachsener haben dann die Wahl, dem nachzugeben oder sich darüber hinwegzusetzen. Letzteres kann einen Trotzanfall hervorrufen. Die Entscheidungsmacht haben aber immer die Eltern, weil nur sie ermessen können, was für Folgen aus dem einen oder anderen Geschehen ergeben können.
Die Gefahr eines übersteigerten Selbstbewusstseins ergibt sich nur dann, wenn Eltern ständig nachgeben und auch gegen das eigene Interesse sich nichts durchzusetzen getrauen. Die Machtverhältnisse innerhalb der Familie müssen also gut ausbalanciert sein, und es dürfen zwei Dinge nicht geschehen: erstens die Umkehr der Hierarchie zwischen Eltern und Kind (auch Teil der Parentfizierung) und die ängstlich Rückbindung durch einen Elternteil oder gar beider, um die Liebe des Kindes um seiner selbst willen zu erzwingen. Ansonsten sollte man vielmehr aufpassen, durch die übermäßige Beschränkung der Bestimmungsmacht des Kindes nicht versteckt ein autoritäres Erziehungsprinzip zu verwirklichen. Viele Grüße

Antwort von Dr. Rüdiger Posth am 15.05.2013
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