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Geschrieben von lilke am 18.09.2017, 22:49 Uhrzurück

Re: Frauen - wenn wir alles wollen...

Hallo!

Ich kenne das Gefühl. Ich wollte in meinem Beruf noch Karriere machen, war vor und nach dem ersten Kind da schnell weit gekommen. Dann kam Kind Zwei und ich hatte vor da weiter zu machen. Dann kam meine Firma daher und hat mir gezeigt, dass sie nichts von dem, was ich auch mit Kind Eins geleistet und geschafft hatte in irgend einer Weise honorieren würden. Ich rede da nicht mal nur vom finanziellen, sondern schlichtweg auch vom menschlichen und persönlichen Faktor.

Jetzt kam bei uns dazu, dass ich nicht die finanzielle Last trage und mein Mann bei gleicher Stundenzahl nur geringfügig mehr verdient hat. Wir verdienen beide sehr gut, es wäre jede Kombination von Stunden denkbar gewesen.

Das meine Firma null Anerkennung gezeigt hat, hat mir die Entscheidung unheimlich erleichtert. Ich arbeite nur noch 30h in EZ von Kind2 und habe die Chance zum einen etwas kehr Zeit mit den Kindern zu verbringen und zum anderen mich neu zu orientieren.

Mir ist meine Karriere jetzt mit zwei Kindern nicht mehr wichtig. Ich verdiene gut, meine Firma ist gut situiert und wird nicht so schnell pleite gehen, ich bin eine der langjährigsten Mitarbeiter - mein Job ist sicher, locker, gut bezahlt. Warum mich noch groß anstrengen? Ds feht mir gerade jeder Anreiz. Meine Jungs sind noch so klein, da sind 70h Familienarbeitszeit eh schon viel.

Wir sparen auch um evtl. in ein paar Jahren ein Haus zu kaufen - nicht zwangsläufig hier, wird sich zeigen. So lange arbeite ich mindestens 30h, wenn ich im Homeoffice aufstocken kann auch mehr. Allerdings nur noch um Geld zu generieren, nicht weil ich müsste oder es mir so viel Aussichten auf Karriere macht.

Du bist in der "unglücklichen" Situation in die Mama-Falle gelaufen zu sein. Du finanzierst die Familie, willst aber eigentlich mehr für eben jene da sein.

Das ist blöd und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man da so alternativlos rauskommen soll. Besteht die Möglichkeit des Homeoffice in Teilen? Klang jetzt nicht so, wenn du mit Menschen arbeitest. Das wäre sonst vielleicht noch eine Möglichkeit. Mein Mann hat zB gerade durchgesetzt, dass er nur noch 6 der 8h im Büro ist, die ubrigen Zwei arbeitet er jeden Tag daheim. Vorteil: er kann die Stunden ableisten wenn die Kinder schlafen bzw während ich sie fertig mache für die KiTa. Er hat effektiv also mehr Zeit mit den Kindern.

Ein schlechtes Gewissen brauchst und solltest du nicht haben. Es klingt jetzt blöd, aber haben Väter in der gleichen Situation ein schlechtes Gewissen? Bzw lassen sie sich davon überrennen? Nein, denn das dürfen sie auch gar nicht. Kinder brauchen Papa und Mama. Ja, manche Kinder den einen oder anderen mehr. Ich habe zwei totale Mamakinder, obwohl mein Mann bei beiden sehr lange in Elternzeit war und sich sehr liebevoll um sie kümmert. Wenn ich arbeiten gehen müsste, weil ich mehr verdiene und mein Mann nicht könnte, dann gäbe es da keine Alternative. Dann wäre das so.

Du kannst genauso wie jeder Vollzeit arbeitende Papa stolz auf dich sein, weil du alles tust, damit deine Kinder finanziell abgesichert sind mit einem Lebensstandard, den du möchtest.

Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, auch nicht von dir selbst.

Versuche die Zeit mit deinem Kind so intensiv wie möglich zu nutzen, auch wenn das schwer ist wenn man müde nach Hause kommt.

Und vielleicht kommen wieder andere Zeiten - Zeiten in denen dein Mann wieder besser verdienen kann und in denen du dann für die Kinder da sein kannst. Mama bist du aber so oder so und das nicht schlechter nur weil du arbeitest.

Alles Gute
LG Lilly

 

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