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| Geschrieben von Katrin am 11.09.2012 |
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Re: Weinen im Schlaf
Liebe Kathrin,
folgende Erläuterung über die generellen Schlafphasen bei einem Erwachsenen bzw. einem Säugling können helfen, um das Weinen Deines Kindes besser zu verstehen. Tagsüber steht Dein Kind u.U. kurz vor dem Aufwachen, wenn es weint. Dann fällt es wieder in den tieferen Schlaf zurück. Nachts dagegen sind die Tiefschlafphasen einfach tiefer und besser. D.h. schlussendlich auch, dass Dein Kind schon einen sehr ausgeprägten Rhythmus für Tag/Nachtstimmungen hat.
Die Schlafphasen
Der Schlaf lässt sich in zwei Phasen unterteilen: den aktiven (REM-) Schlaf und den Tiefschlaf (Non-REM-Schlaf). REM ist eine Abkürzung für rapid eye movement. In dieser Schlafphase finden die Träume statt. Sie ist durch eine schnelle Bewegung der Augen gekennzeichnet. Der Non-REM-Schlaf wird in vier Stufen unterteilt, wobei der Schlaf in der dritten und vierten Stufe am tiefsten ist.
Wenn der Mensch einschläft, befindet er sich zunächst im Non-REM-Schlaf. In dieser Tiefschlafphase tritt er bis in die dritte und vierte Stufe ein. Nach etwa 90 bis 110 Minuten wird der Schlaf wieder leichter, und die erste Periode des REM-Schlafs beginnt. Diese dauert etwa zehn Minuten.
Daraufhin kehrt der Schlafende wieder in einen immer tieferen Non-REM-Schlaf zurück. An diese Phase schließt sich wieder der aktive Schlaf an. Im Verlauf der Nacht werden die Phasen des aktiven Schlafs immer länger und erreichen mit der Zeit eine Dauer von etwa einer Stunde. Gegen Ende des Schlafs sind die Perioden des aktiven und des tiefen Schlafs nahezu gleich.
Anhand von Versuchen konnte man feststellen, dass der REM-Schlaf offensichtlich lebensnotwendig ist. Schlafforscher vermuten darin eine geistige Übung. Je höher entwickelt ein Lebewesen ist, desto besser ist der Teil des Gehirns ausgebildet, der für den aktiven Schlaf zuständig ist. Einige Schlafforscher stellten die Theorie auf, dass der REM-Schlaf möglicherweise die Voraussetzung für die Entwicklung des Gehirns sein könnte.
Der kindliche Schlaf
Man hat festgestellt, dass der Anteil an REM-Schlaf bei jüngeren Lebewesen höher ist. Beim Fötus im Frühstadium beträgt er nahezu 100 Prozent. Einige Forscher vermuten, dass der aktive Schlaf eine Stimulierung von innen darstellt, die die geistige Entwicklung fördert. So kann auch das Sehsystem ausreichend ausgebildet werden, obwohl es in der Gebärmutter kaum beansprucht wird.
Wenn das Kind heranwächst, erhält es immer mehr Anregung für die Sinne von außen und benötigt so immer weniger REM-Schlaf. Neugeborene verfügen über einen Anteil von 50 Prozent aktiven Schlaf, bei Erwachsenen sind es noch etwa 20 Prozent.
Im Gegensatz zu Erwachsenen, die nach dem Einschlafen sehr schnell in den tiefen Schlaf eintreten, verbringen Babys zunächst etwa 20 Minuten im aktiven Schlaf. In dieser empfindlichen Periode wachen sie leicht wieder auf. Erst mit zunehmendem Alter können sie vom wachen Zustand direkt in einen tiefen Schlaf eintreten.
Die Schlafzyklen eines Babys sind, verglichen mit denen eines Erwachsenen, kürzer. Ein Erwachsener erlebt nachts etwa vier REM-Phasen, und die Phasen des tiefen Schlafs dauern durchschnittlich 90 Minuten, während der kindliche Zyklus nur eine knappe Stunde umfasst. Bei Babys treten in der Nacht etwa doppelt soviele REM-Phasen auf, in denen sie erwachen können. Das hat Vorteile für Überleben und Entwicklung, denn der leichte Schlaf ermöglicht es einem kleinen Kind, sein Bedürfnis wahrzunehmen und davon zu erwachen.
Die meisten Neugeborenen schlafen nicht länger als drei bis vier Stunden am Stück. Erst mit etwa vier Monaten beginnen Babys, nachts etwas länger zu schlafen. Allerdings können auch ältere Kinder noch öfter in der Nacht aufwachen, etwa, wenn sie zahnen oder krank sind, oder Ereignisse vom Tag verarbeiten.
Viele Grüße von Katrin |

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