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Die GINI-Studie: Allergievorsorge ist möglich!

Die GINI-Studie

Etwa jedes dritte Kind ist heute bereits von Allergien betroffen, Tendenz steigend. Die GINI-Studie ist die weltweit größte und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie zur Untersuchung von Allergien.

Die befasst sich mit dem Einfluss der Ernährung auf das Auftreten von allergischen Erkrankungen. Die Studie wurde1996 initiiert und hat inzwischen auch Ergebnisse zur Langzeit-Allergieprävention geliefert. Eine wichtige Erkenntnis ist: Die richtige Säuglings­nahrung beugt der Entwicklung von Allergien bei Kindern vor. Und zwar nicht nur in den ersten Lebensjahren, sondern langfristig!

Was ist GINI

Die Kurzform GINI steht für "German Infant Nutritional Intervention Study", was so viel bedeutet wie "Deutsche Studie zur Erforschung des Einflusses der Ernährung bei Kindern".

Die GINI-Studie ist eine Langzeitbeobachtung zur Allergie-Prävention. Sie wurde im Jahr 1996 mit 2252 Teilnehmern begonnen. Seitdem wurden die Probanden zu verschiedenen Zeitpunkten nachuntersucht. Die kürzlich abgeschlossene 15-Jahres-Untersuchung bestätigte die langfristige Wirksamkeit der Gabe einer geeigneten Hydrolysatnahrung auf das Auftreten von Neurodermitis.

Das wichtigste Ergebnis nach über 15 Jahren ist: Allergievorsorge ist möglich!

Empfehlungen der GINI-Studie hinsichtlich Säuglingsernährung

Entscheidende Erkenntnisse der Wissenschaftler beziehen sich auf die Ernährung von allergiegefährdeten Kindern in den ersten Lebensmonaten und bestätigen: Mit der richtigen Ernährung kann man das Risiko von Allergien deutlich senken. Säuglinge, die mindestens vier Monate voll gestillt werden, oder eine geeignete Hydrolysatnahrung erhalten, entwickeln deutlich weniger Neurodermitis.

Nicht gestillte Kinder sollten in den ersten Monaten mit einer HA-Nahrung (hydrolysierte Säuglingsnahrung) ernährt werden. Das senkt das Risiko, im ersten Lebensjahr an Neurodermitis zu erkranken, um über 50 Prozent! Bei HA-Säuglingsnahrungen (HA ist die Abkürzung von hypoallergen) wird das Milcheiweiß der Kuhmilch in einem speziellen Verfahren bearbeitet. Das Milcheiweiß wird aufgespalten (hydrolysiert), sodass die körpereigene Abwehr es nicht mehr als Fremdeiweiß erkennt.

Risiko für Heuschnupfen und Neurodermitis auch nach 15 Jahren deutlich niedriger mit geeigneter HA-Nahrung

Die aktuelle Auswertung der Langzeitergebnisse der GINI-Studie nach 15 Jahren hat noch einmal neue Einsichten vor allem hinsichtlich langfristiger Vorbeugung geliefert: Kinder, die mit einer HA-Nahrung gefüttert wurden, haben ein deutlich niedrigeres Risiko, an einer Allergie zu erkranken, als diejenigen, die eine normale Säuglingsnahrung bekamen. Bei Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist der Unterschied besonders signifikant: Mit einer HA-Nahrung reduziert sich das Risiko bis zum Alter von 15 Jahren um 42 Prozent. Aber auch für die Entwicklung von Heuschnupfen (allergische Rhinitis) zeigten die 15-Jahres Ergebnisse erste positive Signale. Das Risiko für Heuschnupfen war in der Gruppe der 11- bis 15-Jährigen um 33 Prozent niedriger.

Vergleich nach 15 Jahren: Ernährung allergiegefährdeter Babys

 
mit Standard-Säuglingsmilch
 
mit Säuglingsmilch mit partiell hydrolysiertem Molkenprotein
 

Auftreten von atopischer Dermatitis bis zum Alter von 15 Jahren

 
 

Risikosenkung

- 42 %

Nicht alle HA-Nahrung sind gleichermaßen wirksam

In der GINI Studie wurde die Wirksamkeit verschiedener Säuglingsnahrungen analysiert. Alle Teilnehmer erhielten in den ersten vier Lebensmonaten entweder Muttermilch oder, wenn das nicht möglich war, eine von vier HA-Säuglingsnahrungen.

Es zeigte sich, dass dass unterschiedliche HA-Nahrungen unterschiedlich gut vor Allergien gegen Kuhmilch-Eiweiß schützen. Es kommt nicht darauf an, das Molkeneiweiß möglichst stark aufzuspalten. Wichtiger für die allergievorbeugende Wirkung sind offensichtlich die Qualität des eingesetzten Proteins und der Verarbeitungsprozess. Deshalb gilt die wissenschaftliche Empfehlung, eine HA-Nahrung zu verwenden, deren Wirksamkeit bestätigt ist - so die European Academy of Allergology and Clinical Immunology (EAACI) und die Europäische Behörde "efsa". Entsprechend raten Mediziner wie Prof. Dr. med. Michael Radke, Leiter der Universitäts-Kinderklinik in Potsdam, eine in der GINI-Studie geprüfte HA-Nahrung zu verwenden.

Eltern, deren Kind ein erhöhtes Allergierisiko trägt und nicht gestillt werden kann, lassen sich am besten von ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt bezüglich einer passenden HA-Nahrung beraten.

Zuletzt überarbeitet: Juni 2016

   

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