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Geschrieben von Elisabeth mit Fumi & Temi am 09.01.2006, 16:31 Uhrzurück

Re: @tinai

Deiner Chefin wäre genau gar nichts passiert, solange sie das nicht der örtlichen Presse meldet oder im KiGa ans schwarze Brett hängt.

Wir hatten so einen Fall in Fumis Hort, wo die Mutter der Tochter mit dem Absatz eines Stöckelschuhs IM FLUR DES HORTES über den Kopf geschlagen hat. Da war das JA aber schon längst von der Hortleitung eingeschaltet. Ich habe das nur gewußt, weil ich im Elternbeirat war - und auch wir durften das offiziell gar nicht wissen. Die Hortleiterin hatte es uns nur gesagt, damit wir die empörten Zeugen etwas beruhigen konnten.

Ich bilde mir ja immer ein, daß ich Wut- oder Trotzschreie von Angst- oder Schmerzensschreien unterscheiden kann. Aber ob das im Ernstfall so ist.....??? Wer weiß das schon.

Ich denke, die beste Prophylaxe ist, wenn Kinder "öffentlich" gemacht werden. In Deutschland ist man ja irgendwie der Meinung, daß ein Kind mit mehr als einer Bezugsperson dauerhaften seelischen Schaden nimmt. Ich teile diese Ansicht nicht. Im Gegenteil - mein Lieblings-Erziehungssatz ist immer noch: "It takes a village to raise a child!". Sobald also ein Kind nicht nur Mama und Papa hat, sondern auch Babysitter und Kinderarzt und Kindergärtnerin und Mutter-von-bestem-Spielkamerad, ist doch eine ganz normale soziale Kontrolle möglich. Und das heißt ja nicht, daß irgendjemand von denen beim ersten "Rabäh" zum JA rennt. Zunächst sollte man einfach mit den Eltern sprechen, Hilfe anbieten, Trost spenden. Denn die allerwenigsten schlagenden Eltern sind bösartig oder grausam, die meisten sind schlicht überfordert (auch vom gesellschaftlichen Anspruch, daß Mütter 24 h am Tag für ihre Kinder da zu sein haben, keine eigenen Bedürfnisse haben sollen und das Mutter-Gen - das immer noch keiner gefunden hat - sie automatisch zum ständigen richtigen Handeln befähigt, man Kinder aber bitte im Haus und auf der Straße am Besten weder sehen noch hören möchte).

Kindesmißhandlung gab es immer. Früher wurde sie nur anders aufgefangen. Wenn ein Kind von vielen Leuten "betreut" wurde, fiel es doch kaum ins Gewicht, wenn eine/r davon öfter mal überfordert war. Wir - die Gesellschaft - machen uns diese dramatischen Fälle doch selber, wenn wir unausgesprochen, aber sehr deutlich, von Müttern die dauernde Perfektion bei gleichzeitiger Alleinverantwortung erwarten.

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