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Geschrieben von fusel am 05.04.2003, 15:41 Uhrzurück

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Hi,

nein Sasu, ich kann dich nicht nicht leiden. Ganz bewußte doppelte Verneinung. Mir ist nur spontan der Hut hochgegangen, weil der Autor eben gewisse Fakten unterschlagen hat, damit das Gesamtkonzept stimmt. Bei mir kam es nur im ersten Moment so rüber, ja schwer zu beschreiben, Propaganda, das oft benutzte Wort ist mit Sicherheit zu hart.
Ich habe auch gelesen das du versuchst dich politisch zu bilden und das verdient Anerkennung, ganz ehrlich. Ich wollte mich auch noch entschuldigen gestern, nachdem ich den Rechner runtergefahren habe, aber nunja, war eben spät und Sohnemann hat dann auch bald auf der Matte gestanden... Hier also nochmal eine seltenes Licht: Entschuldigung.
Das mit dem Spiegellesen war auch nicht als Witz gemeint, ich lese den seit 10 Jahren und habe ihn seit 3 im Abo und ich fühle mich dadurch in der Gesamtbetrachtung gut informiert. Ich kann mich mit Sicherheit nicht an alles erinnern was ich dort gelesen habe aber mit weiteren seriösen Nachrichtenquellen wabert dann noch soviel im Hinterkopf das ich aufmerken kann: Oha, da fehlt doch aber noch was. Und dann gehe ich auch im Internet gucken ob ich das recht in Erinnerung habe. Und meistens hat eine Medaille eben die 2. Seite die ich vermutet habe.
Der Clou ist alles zu hinterfragen was man liest, das geht nicht von heute auf morgen, aber irgendwann platzt der Knoten.

Das man sich als Mutter in diesem Zeiten schlecht fühlt steht ganz außer Frage. Ich habe letzte Woche das Bild von dem Kind mit dem zerschmetterten Kopf gesehen und Tränen in den Augen. Wenn ich verletzte Kinder sehe im Fernsehen, die auch noch ziemlich dünn und verhungert aussehen, denke ich auch immer an meinen Sohn: Wie wäre es wenn er dort liegt? Irgendwie sehen sie ihm alle ähnlich.
Und das schlimmste was ihm passiert ist in seinen kleinen 6 Monaten ist 10cm von einer Matratze zu plumpsen, was hat er gebrüllt vor Schreck und er tat mir so leid. Er hat nicht Zeit seines Lebens die Narbe einer dilettantisch geflickten Bauchdecke, wie müssen sich diese Mütter fühlen?

Dieses Wandern zwischen den Welten kenne ich auch, und es kann manchmal sehr frustrierend sein, aber wenn man es schafft das ganze miteinander zu vereinbaren, kann man sich wirklich als weltoffenen Menschen bezeichnen. Dann fehlt es auch schwerer mit dem Finger auf dieses Volk, diese Religion etc. zu zeigen. Du lieber Himmel de facto kann ich sogar nachvollziehen, wie ein Neonazi zu seinem verqueren Gedankengut kommt, was nicht heißt das ich es toll finde. Von denen dürfte ich mir bei meinen letzten Besuch Ostdeutschland auch dumme Kommentare anhören, den westdeutschen würde hingegen bald der Mund abfallen wenn sie jeden Ausländer kommentieren müßte - hier gibt es einfach mehr. Nur mal so am Rande.

Dann ist es auch Aufgabe von uns Müttern unsere Kinder an die Hand zu nehmen und zu sagen, dieses und jenes ist passiert, aber nicht diese ganze Gruppe ist schuldig. Es gibt überall gute Menschen die dagegen waren und sind. Es mag zwar nicht viel bringen, wenn nur wenige das vermitteln, das heißt aber nicht das man selbst damit aus der Verantwortung entlassen ist.
Gerade Kinder die das nicht von klein auf gelernt haben, sondern von ihren Eltern Vorurteile reingeklopft bekommen, werden nie wirklich Toleranz zeigen können da bin ich absolut sicher, das habe ich so in meinen Freundeskreis gelernt.

grüße

fusel

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