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Geschrieben von marit am 30.10.2003, 15:23 Uhrzurück

Re: @moni und irulan: Hab Euch unten laaaang Contra gegeben... (warm anziehen...*gg*)... :-) o.T.

Hi Ralph,

Du schreibst selbst, daß du deine Schlüsse über den Islam ziehst, wenn du dir die Reden einiger Fanatiker anhörst. *Räusper* Ich glaube im Gegenzug kaum, daß du, wenn du menschenfeindliche Äußerungen von fanatischen Christen hörst, das dann mit "dem Christentum" allgemein verbindest. Warum mißt du da mit zweierlei Maß? Das Christentum hat eine um vieles gewalttätigere und auf jeden Fall auch antidemokratische Geschichte als der Islam. Mag sein, daß es sich gerade in einer Phase relativer Beruhigung befindet (wenn wir mal Nordirland ausblenden), während in islamischen Ländern derzeit Kämpfe toben, aber deshalb kann man doch nicht einfach andere Religionen so sehr verurteilen. Mir fehlt hier wirklich die historische Komponente. Es ist noch keine 45 Jahre her, da mußten evangelische und katholische Schüler unterschiedliche toiletten besuchen und konnten nur unter großen Schwierigkeiten einander heiraten, bekamen Selbstmörder kein reguläres Begräbnis etc. Auch haben nur sehr wenige Christen etwas gegen die Ausrottung der Juden unternommen. Daß es jetzt gerade mal seit ein paar Jahren sich für uns so darstellt, daß der Islamismus (wohlgemerkt nicht der Islam) die gewalttätigeren Auswirkungen hat, muß uns nicht überheblich werden lassen. Das unterliegt sicher auch zyklischen Schwankungen. Ich finde es einfach gefährlich, Fundamentalismus gleichzusetzen mit Religiosität. Und das Problem ist in ALLEN Religionskämpfen der Fundamentalismus, nicht die Religion, auf die er sich beruft. Es ist auch einfach nicht war, daß in islamischen Ländern die Menschen nicht für ihre Rechte oder gegen Menschenrechtsverletzungen kämfen würden, du solltest vielleicht mal die Jahresberichte von amnesty international lesen. Wahr ist aber auch, daß das für diese Menschen mit einem hohen Risiko verbunden ist.

Daß Demos gegen Atomkraft, Rassismus etc. vor allem christliche Veranstaltungen waren ist mir neu; habe ich doch -obwohl konfessionslos - schon oft an solchen Veranstaltungen teilgenommen und durchaus dort auch Menschen unterschiedlicher Nationalität gesichtet. Du baust eine bestimmte Opposition auf, und besetzt sie dann total assymmetrisch.

Christen sind für dich anscheinend alle Menschen mit weiträumig okzidentalem Hintergrund (Fanatiker auf dieser Seite werden vernachlässigt), Moslems sind für dich vor allem Fanatiker (friedliche Koranleser, die ansonsten ihre Ruhe haben wollen oder auch säkularisierte Moslems gibt es in deiner Vorstellung gar nicht).

Stehst du auf der Straße nach einem IRA-Attentat in Belfast? Nein, du fühlst dich dafür nicht zuständig, OBWOHL du Christ bist (nehme ich mal an). Genauso weit weg mag für einen Moslem aus Somalia ein palästinensisches attentat auf einen Israelischen Bus sein...

Die Demonstrationskultur der westlichen Industrieländer hat ja auch etwas damit zu tun, daß Demos außer einem Ordnungsgeld ab und an keinerlei Konsequenzen haben. Wenn man aber als friedfertiger Islam-Anhänger dafür von einem Fundamentalisten umgebracht werden kann, demonstriert es sich schon ein wenig schlechter...

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