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Geschrieben von Ralph am 31.10.2003, 20:11 Uhrzurück

@marit und irulan: Ewig lang, letzter Versuch... *aberamEndehoffentlicheineFriedenspfeifeliegt*... :o))

@ marit:

Ich fange mit Deinem letzten Absatz an. Wo bitte habe auch nur mit einer einzigen Silbe gesagt, daß Amerikaner mehr bedauert werden müßten als Irakis? Nirgends! Es ging am Anfang unserer Debatte um den Anschlag auf das Gebäude des Internationalen Roten Kreuzes. Ich hoffe doch wohl, daß wir beide darin übereinstimmen, daß dort Menschen tätig sind, die an den Kampfhandlungen nicht beteiligt sind, sondern versuchen, irgend eine humanitäre Hilfe aufzuziehen. Ich hoffe weiter, daß wir darin übereinstimmen, daß das IRK nicht (nur) aus Amerikanern besteht.
Solltest Du hier nicht zustimmen können, brauchen wir uns nicht weiter zu unterhalten, dann haben wir keinerlei Gesprächsgrundlage.

So, darum ging es also!! Ich habe den Angriff auf solche hilfsbereite Menschen als verwerflich bezeichnet. Politiker und Organisationen der "westlichen" hemisphäre haben auch ihre Bewertung darüber abgegeben, das IRK erwägt den Abzug seiner Leute vor Ort. Und ich finde es weder überzogen, noch zuviel verlangt, wenn ich von islamischer Seite auch eindeutige, unmißverständliche Stellungnahmen erwarte.
Ich erwarte es nicht von Menschen, die unmittelbar in den Ländern mit Bürgerkrieg, Diktatur usw. betroffen sind, aber ich erwarte es z.B. vom Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime in Deutschland, der noch vor Monatsfrist ganz wunderbar sich über Kopftücher auslassen konnte, Demokratie einforderte usw. Ich erwarte es z.B. von anderen organisationen in unserem Land. Ich will es ja gar nicht ununterbrochen, aber mir ist noch nie eine ernstzunehmende Stimmerhebung diesbezüglich zu Ohren gekommen.

Ich werfe nicht einer Religion schlechthin vor, an einem bestimmten Reifepunkt zu stehen, ich werfe Menschen vor, dahgegen nichts zu sagen, wenn es möglich wäre.

Das bedeutet eben nicht jeden Tag Demos. Aber wenn wir uns z.B. über Nordirland unterhalten würden (tun wir jetzt nicht und will ich auch jetzt nicht), dann wirst Du von mir eindeutige Stellungnahmen hören, bei der beide Seiten sicherlich nicht gut wegkommen.
Wenn Amerika meint, neue Kreuzzüge im Namen der Christenheit führen zu müssen, werde ich das geißeln, sooft sich mir dazu Gelegenheit bietet, z.B. bei Diskussionen, aber auch bei Demos, wenn möglich.

Das sind nun nur zwei Beispiele, es ist doch mit anderen Themen ähnlich.

Dein Argument, daß Menschen auch hier bedroht werden können, lasse ich nicht gelten. Wenn wir das zum prinzip machen, können wir den Laden dichtmachen, am besten gleich dieses Forum. :-)

Nächster Punkt: Inquisition, Kreuzzüge, 30jähriger Krieg, darüber gibt es einhellige meinungen heute, und wenn erforderlich bekräftige ich das. Ich habe diese Dinge mit keiner islamischen Historie gleichgesetzt.
Es zeigt mir aber, daß man durchaus Fehler seines Glaubens, sei er nun religiös, politisch oder philosophisch, eingestehen kann, ohne diesem untreu zu werden.

Ein Zitat aus Deinem Posting:
"Entweder du sagst, islamische Fundamentalisten richten einen Flurschaden an, wie christliche zuletzt während des 30 jährigen Krieges; ok; dann kannst du aber nicht zugleich erwarten, daß jemand dieser Religion die Gefahr auf sich nimmt, sich in sich auf der anderen Seite öffentlich dagegen zu stellen (denn terroristische Gewaltakte sind ja gerade nicht auf Landesgrenzen beschrenkt)."

Ja, Fundamentalisten richten Flurschaden an, indem die gefahr besteht, daß sie als einzige "wahre Vertreter" des Islam angesehen werden könnten. Um das zu verhindern wird es Zeit, das die friedfertige Fraktion sich endlich meldet. Wenn sie nur eine Minderheit darstellt, dann wäre doch die langfristige Einschätzung des Islams klar, oder?

Wenn sich diese Leute aber bereits jetzt bedroht fühlen und deshalb sich a) nicht kritsich äußern und b) aus Angst andere verbal angreifen... dann hat es wenig Sinn sich zumindest hier weiter zu unterhalten. Sorry, meine Meinung.
Bedenklich finde ich das alles schon.

Noch ein Zitat:
"ODER aber du sagst, wir leben heute in einer globalisierten Welt, da diskreditiert man sich allein schon durch solche regionalen Streitigkeiten; dann verkennst du ein wenig die Realität. DU kannst dir mit orientalischen Gewürzen den Speicher vollmachen, wenn du magst. Ein muslimischer Nomade aus Somalia oder ein Palästinenser kann sich hingegen nicht in derselben Zeit gute deutsche Butter besorgen. "

Haha, und Du sagst mir, ich vermische so vieles.
Mit dem gewürzbeispiel habe ich darauf angespielt, das die Welt de facto nicht mehr so regional ist. Daß sich der Nomade aus Somalia und der Palästinenser die Butter aus europa nicht kaufen können, ist ein ganz anderes Problem (es ist ja eines, da hast Du recht, hat nur mit UNSEREM Thema nur über drei Ecken zu tun).

Zu guter letzt: *friedenspfeiferüberreich*:
Ich habe beim Lesen Deines Postings das Gefühl, daß wir gar nicht so weit auseinander liegen. Ich glaube auch nicht, daß wir uns im Kreis drehen, wir reden aneinander vorbei. In der PC-Sprache wär's wohl so, daß wir beide eine richtige Datei haben, aber der andere jeweils das Programm dafür nicht! :-)
Konverter, bitte antreten! :o)

@inrulan

Endlich! Endlich!! Genau das wollte ich die ganze zeit hören!!! :o))
Deinen Ausführungen im ersten Teil stimme ich größtenteils zu (zu der einzigen Einschränkung komme ich gleich!).
Du hast vollkommen recht, wenn Du Dich mit den Situationen mitauseinadersetzt. Erst der Kontext macht viele Verhaltensweisen nachvollziehbar. Das mache ich auch, nur so kommt man voran. Meine Einschränkung gilt nur der einen

Ich würde solchen Menschen immer sagen: "Ich verstehe Dich, ich verstehe Deine Trauer, Deine Verzweiflung, ich verstehe Deine Mutlosigkeit! Aber ich kann trotzdem Deine Gewalt gegen die Menschen nicht gutheißen, die zum Helfen zu Dir gekommen sind." Auch wenn ich versuche, mich in die entsprechenden Situationen heineinzuversetzen... die wenigen Grundaxiome meiner moralisch-ethnischen Grundüberzeugung darf ich auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Damit meine ich jetzt nicht Kopftuchtragen und Schuhe in der Moschee aus ja oder nein ofrt Zölibat, ja oder nein, ich meine da die grundlegensten Forderungen wie z.B. keine Gewalt, keine Vergewaltigungen, keine Folter.
Mir ist klar, daß ich damit nicht durchdringe bei meinem gegenüber, aber ich kann im gespräch doch durchblicken lassen, daß ich diese Verhaltensweisen nicht billige, auch wenn ich sie nicht beeinflussen oder gar abstellen kann.

In dem Kontext (Aufmerksamkeiterregung) verstehe ich auch Dein Posting hinsichtlich einer neuen Gewaltqualität. Ich kann es nachvollziehen, die Gewalt aber nicht unterstützen. Genau das hast Du aber ja nun auch deutlich gemacht.

Die Sache mit Afrika, Liberia usw., daß das ja Staaten in Afrika sind... ja, Du hast recht, dreh mir doch da nicht das Wort im Munde um... :-)
Die Staaten, die ich beispielhaft nannte, bezogen sich auf UStatten, indem es mehr oder weniger ungesund ist, seine meinung zu äußern. An dieser Stelle meines Postings war der Kontext grade nicht der Islam, ich habe nur etwas verdeutlichen wollen. :-)

Daß aber Afrika mehr oder weniger im Kriegs- und/oder terrorsumpf versinkt, ist aber doch ein offenes Geheimnis. Die Staaten, die wirklich friedlich leben, kannst Du doch an einer Hand abzählen (gibt es die überhaupt?). Ich bin auch der Auffassung, daß die reichen Industrienationen da am meisten dran beteiligt sind, auf allen Ebenen (Außenhandelsgerechtigkeit, WAffenhandel), aber ich willd as jetzt um Himmels willen nicht vertiefen!!! :-)

Zum Beispiel des krimkrieges: Ich denke, wir sind uns einig, daß die damals benutzen Waffen im Vergleich zu heute Spielzeuge sind.
Von daher war klar, ein Krieg auf der krim wird in Westeuropa nicht große Verwerfungen erzeugen, erst recht nicht in Amerika oder Ostasien und Australien.
Heute würde schon allein der Abwurf einer modernen strategischen Atombombe mit Mehrfachsprengstoff verheerende Auswirkungen für die ganze Welt (uökologisch).
Kriegsberichterstattung, da gebe ich Dir auch im Grundsatz recht, denke aber, daß schon in irgendeiner Form berichtet worden wäre. Ich meine die Meldung schlechthin, über die Qualität sagt das nichts aus, schon gar nicht über die Aktualität (damals).

Und Irulan, als ich vor langer zeit in meinem jugendlichen Leichtsinn in meiner an sich recht progressiven Kirchenjugendgruppe die These aufstellte, Islam und Christentum hätten verdammt viele gemeinsamkeiten, wurde ich angeschaut als einer vom anderen Stern. Leider fehlte mir die genaueren kenntnisse, um das standfest zu begründen, es war ja mehr so ein gefühl. Schön zu hören, daß es offenbar nicht so ganz der falsche Ansatz war (damals bin ich ziemlich eingeknickt, glaube ich!). :-)

In diesem Sinne ein schönes Wochenende...

Können wir die Friedenspfeife rauchen, oder haben wir alle drei nur die Pfeife und niemand Tabak und Feuer mitgebracht?? ;-)

Liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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