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Geschrieben von Moneypenny77* am 21.11.2005, 20:53 Uhrzurück

Re: @jovi66, cheese & alle anderen, die mir Mut zusprechen wollen...

Also, das, was Du erzählst erinnert mich sehr stark an meine Mutter!

Sie ist Einzelkind und ihr Vater eine Mischung aus Adolf Hitler und Alfred Tetzlaff. Als erstes war schon schlimm genug, daß meine Mutter ein Mädchen ist (quasi ihr erster begangener Fehler), aber was konnte er auch von einer Frau erwarten, die schon von Geburt an kränklich war, wohl kaum, daß die Jungs auf die Welt bringen konnte.

Um es kurz zu machen: meine Mum war natürlich zu allem zu blöd und zu dumm, gerade gut genug für eine Sparkassenlehre, mußte natürlich den größten Versager heiraten, den sie finden konnte und um ihr das quasi monatlich vor Augen zu halten, "unterstützte" man uns immer finanziell, um meiner Mutter das Versagen meines Vaters eine Familie zu ernähren vor Augen zu führen. Sie hätte, als ich im KiGa war, als Filialleiterin wieder einsteigen können, was man ihre ausredete, dazu sei sie zu blöd und es sei Aufgabe meines Vater zu arbeiten und ihre, sich für das, was ihre Eltern für sie getan haben, dankbar zu zeigen, in dem sie für sie und ihren Haushalt da ist.

Wir wohnten immer nebenan, so daß ich auch unter diesem reizenden Einfluß aufwuchs. Auch ich war faul und wertlos, kam halt auf meinen nichtsnutzigen Vater (by the way: der Nichtsnutz hat sich neben seiner normalen Arbeit noch mit 3 weiteren Jobs den Arsch für uns aufgerissen) und gäbe nur sinnlose Widerworte (eigene Meinung = Widerworte, das bekam wieder meine Mutter ab, daß sie mir beibringen soll, meinen Mund zu halten).

Meine Mutter steht bis heute unter der Fuchtel meines Großvaters, mein Daddy nimmt es hin und hofft wahrscheinlich, daß es besser wird, wenn der endlich mal den Löffel abgibt. Aber bei mir hat er zum Glück noch die Reißleine gezogen! Zwar hat es nicht mehr gereicht um zu verhindern, daß ich in der Schule kein Bein auf den Boden bekam und immer gehänselt wurde, aber mit meiner Ausbildung, neuen Leuten etc. konnte ich neu starten.

Meine Mutter lebt in ihrem Schneckenhaus, hat Angst vor anderen Menschen und glaubt grundsätzlich, niemand könne sei leiden und alle würde über sie lachen.

Bei mir ist das drin, aber ich schmeiße mich immer wieder selbst ins kalte Wasser, in dem ich mich zwinge, mich ALLEIN mit fremden Menschen zu konfrontieren. Spielgruppen, VHS-Kurse o.ä.: vor dem ersten Mal sterbe ich, habe Durchfall und möchte im nächsten Mauseloch verschwinden. Ich frage mich, wieso ich mich angemeldet habe und will mich drücken. Dann gehe ich aber doch hin und wenn ich aufgetaut bin stelle ich fest, daß ich sooooo schrecklich nicht sein kann, denn ich finde schnell Kontakt.

Mit der Zeit sind die negativen Erlebnisse meiner Schulzeit, die zu großer Angst vor der Boshaftigkeit anderer führte, positiven Erlebnissen gewichen und mit der Zeit wird man dadurch selbstbewußter, glaub' mir!

Wenn andere Dich klein gemacht haben, dann nicht, weil Du kleiner bist, sondern weil sie so klein waren, daß sie jemanden kleiner machen mußten, um selbst größer zu werden und Du warst leider ein leichtes Opfer!

Pack' Dich an den Haaren und sag' Dir, daß Du kein Opfer mehr sein willst, in dem Du Dich mit kleinen Schritten in die Welt wagst!

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