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Geschrieben von irulan am 26.09.2003, 12:52 Uhrzurück

Re: @irulan wg. Einwanderungsland, Türken der 4.Generation usw.

Hallo Ralph,

danke für Dein ausführliches Statement. Kann Dich jetzt besser verstehen. Zu den türkischen Jugendlichen: Ich habe mal ein Seminar besucht, da ging es um Identitätsfindung bei Jugendlichen und da wurden Feldversuche mit türkischen Jugendbanden gemacht (in Vgl zu schwarzen Jugendbanden in den Staaten). Diese Jugendlichen machen zusätzlich zu den pubertären Entwicklungsschwierigkeiten noch kulturelle Wiedersprüche zu schaffen. Die türkische und die deutsche Mentalität sind sehr verschieden und die türkischen Eltern machen es ihnen vielfach auch nicht einfacher. Einerseits sollen sie den türkischen Gepflogenheiten gehorchen, andererseits sehen sie auch wie deutsche Jugendliche aufwachsen. Dazu kommt die (non) verbale Ablehnung in der restlichen Bevölkerung (Taschen werden festgehalten usw.). Ich will ihr Verhalten nicht entschuldigen. Mir hilft es immer, wenn ich etwas nicht verstehe, mich in die Lage der entsprechenden Person zu versetzen und die Gesamtsituation aus ihrem Blickwinkel zu betrachten.
Es ist noch viel zu tun, um die Menschen einander nähr zu bringen. Johanna hat schon den richtigen Ansatz genannt. Es gibt z.B tolle Stadtteilprojekte, in denen es genau darum geht. Seinen ausländ. bzw. deutschen Nachbar besser kennen zu lernen. Wenn man nämlich weiß wie der andere tickt (welche Sorgen, Ängste, Nöte er hat oder was besonders toll an seiner Lebensweise ist oder wo gibt es Parallelen in den Lebensweisen), kann man seine Ängste abbauen, denn dann ist dieser Mensch nicht mehr fremd.
Ich wohne in Frankfurt und habe Freunde aus den verschiedensten Nationen. Ich sehe es als Bereicherung. Nicht nur, dass es bei Festen immer tolles Essen gibt, es sind die verschiedenen Sichtweisen auf das Leben von denen wir alle profitieren.
Das Problem mit den fehlenden Arbeitskräften ist natürlich sehr komplex. Qualifizierte Fachkräfte ins Land holen oder universitäre Bildung verbessern? Deutschland hat nach PISA einen schweren Stand und viel aufzuholen. Deshalb finde es auch schade, warum nicht in der Öffentlichkeit (mit solch einer Brisanz) über das Problm Qualität in öffentlichen Schulen und Hochschulen diskutiert wird. Das ist mindestens genau so wichtig wie die Kopftuch-Story!

LG
Irulan

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