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Geschrieben von fusel am 31.10.2005, 0:38 Uhrzurück

@horrend: Die Schmarotzer

Hi nochmal,

hier siehst du mich (o:

Der Punkt ist ja z.B. der: ich kenne einige Leute die sehr viel Geld verdienen. Genaues weiß man natürlich nicht, weil über Geld redet man ja eigentlich nicht. Aber gut, wenn man weiß das bestimmte Personen bspw. in deutsche Automobilfirmen arbeiten und dort die Entwicklung von Fahrwerken oder die Crashtest leiten, einige fesche Werbekampagnen führend entwerfen und ihre lächelnde Gesichtern im "Manager-Magazin" abgelichtet werden. Und sich 6 Zimmer in der Prinzregentenstrasse gönnen oder eine Haus zur Miete für 2000,-€, das alles neben der 3-Parteien Mietsvilla, der ETW am Chiemssee und den 2 Leasingauto (SUV für den Herrn, EdelCompact für die Dame) plus wenigstens 2 Fernreisen, 2 Wellnessurlaube pro Jahr, 1 Bildungsreise - ja, dann weiß man eben, das die Leute nicht arm sind. Die verdienen vermutlich im Monat das Mehrfache von dem was ein ALG2-Empfänger im Jahr kostet.

Der 2. Witz an der Sache ist folgender: Ich habe noch nie von solchen Leute (übrigens sehr, sehr nette) irgendwelche HartzIV-Hetze gehört. Woran liegt das? Das sie keine Bild-Zeitung lesen *gg*? Vermutlich.
Ich glaube es liegt ein Stück weit auch daran das es solchen Leuten eben im Gegensatz zu dem was uns die Politiker erzählen wollen, doch ganz gut gelingt ihre Beiträge für die Allgemeinheit zu drücken. Warum sich dann beklagen?
Da spreche ich übrigens auch aus eigener Erfahrung. Soviel Geld wie die Herren habe ich nie verdient, werde ich auch nie, trotzdem habe ich es mehr als einmal geschafft fast garnichts zu zahlen, z.B. über die Absetzung von Weiterbildungskosten. Das hat mir der Staat ermöglicht, ganz legal.
Und wo liegt jetzt der Unterschied ob der ALG2-Empfänger mich 1000,- € im Monat kostet oder der Abteilungsleiter 1000,- € (und mehr) in irgendwelche Immobilien oder Fonds versteckelt?
Der Effekt ist derselbe: Zahlen muß der Mittelstand. Trotzdem schießt sich dieser eben doch lieber auf die da unten ein.
Hier z.B. heute im Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,382257,00.html
"Alle sollen sparen - aber deutsche Top-Manager sind sogar von den Rentenbeiträgen befreit. [...] Wie alle seine ehemaligen Vorstandskollegen hatte der Banker von einer Spezialregel profitiert, die Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft in Deutschland von jeder Beitragspflicht freistellt. Das bizarre Privileg findet sich in Paragraf 1 des Sechsten Sozialgesetzbuches. Und es zählt mit Sicherheit zu den größten Absonderlichkeiten des deutschen Sozialsystems, um dessen Zukunft die Unterhändler in den Koalitionsgesprächen derzeit ringen. Während Union und SPD-Politiker wie Sozialministerin Ulla Schmidt darüber nachdenken, die Riester-Rente zur Pflicht zu erklären oder die Rente erst ab 67 auszuzahlen, ist es ausgerechnet den Arbeitnehmern mit den höchsten Einkommen gestattet, sich aus der Solidargemeinschaft weitgehend zu verabschieden. [...]"

Mal schauen ob darüber morgen was in der Bild steht...
Ehrlich gesagt, es ist strenggenommen nicht lustig, sondern beängstigend, wie leicht beeinflußbar der Allgemeinbürger doch ist. Das hat man schon schön an den Wahlkampgnen gesehen. Die SPD sagt: Die Krankenschwester bekommt weniger Geld und jeder glaubts. Einschließlich der Krankenschwester - und das war eine glatte Lüge.

Während man der Oberschicht und höher so mehr nach dem Wahlspruch geht: "Die Krähe pickt der anderen keine Auge aus." da käme keiner auf die Idee den Nachbarn bei der Steuerfahndung anzuschwärzen, scheint sich die Mittel-, bis Unterschicht in eine Art Haifischbecken zu verwandeln. Ein Tröppel Blut und die Fleischfetzen fliegen.

LG

fusel

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