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Geschrieben von marit am 03.07.2004, 13:37 Uhrzurück

Re: @anett

Hallo Anett,

ich hab doch nirgends geschrieben, daß Krankenschwester ein "leichter" Beruf ist, sondern nur, daß man in diesem Beruf schon recht früh und in der Ausbildung Geld verdient, was bei Studenten nicht der Fall ist.

Über Arbeitszeiten brauchen wir uns nicht zu streiten, an den Unis hat man uns jetzt (reguläre Arbeitszeit 41 Stunden, tatsächliche eher 60 Stunden)eine zusätzliche Stunde Vorlesung die Woche aufgedrückt, was nochmal mindestens 4 Stunden Extraarbeit gleichkommt, denn die 11 Seiten, die man in einer Stunde im Schnitt vorliest, muß man ja auch irgendwann schreiben. Jetzt bin ich auch gerade im Büro, während der Mittagspause einer Tagung, die bis morgen abend geht, Montag läuft dann aber wieder die ganz normale Arbeitswoche - also auch kein Freizeitausgleich. Zwar ist meine Arbeit körperlich nicht so anstrengend (außer vielleicht für die Stimmbänder und die Augen), aber es ist auch hier kein Zuckelschlecken, den ganzen Tag unter Beobachtung zu sein, immer total aufpassen zu müssen, was du sagst (es könnte sich ja jemand darauf berufen oder dich gar zitieren), freiwillig 5 stündige Sprechstunden zu halten, weil man nach den eigentlich vorgesehenen 2 Stunden niemand, der so lange gewartet hat nachhause schicken möchte, Konferenzen zu organisieren (von der Geldbeschaffung bis zu den Hotelreservierungen), ständige seine Fremdsprachenkenntnisse neben der Arbeit frischzuhalten,Prüfungsmarathone von einer Woche täglich 10 Stunden, unterbrochen nur von den eigenen Lehrveranstaltungen zu überstehen und vieles mehr. Für die eigenen Forschungen bleibt nur während der vorlesungsfreien Zeit (neben Vorbereitungen fürs nächste Semester und Hausarbeitenkorrekturen) etwas Zeit - und da traut man sich dann nicht, mal in Urlaub zu fahren, weil das ja dann gerade die Zeit ist, wo man mit seinen eigenen Forschungen mal vorankommen könnte.

Ich geb dir recht, ich möchte mit dir nicht tauschen, aber bist du dir sicher, daß du mit mir tauschen möchtest?
Ich habe einen drei-Jahresvertrag und bin bloß Beamte auf Zeit. Für die Zeit danach bin ich also nicht mal arbeitslosenversichert - und alles, was ich neben dem Lebensnotwendigen verdiene, geht für die Schuldentilgung drauf.
Die wenigsten heute haben wirklich einen "sicheren" job. Meine Strategie gegen die Angst ist einfach, meine Ansprüche niedrig zu halten und keine Schulden zu machen, die ich nicht innerhalb meiner Zeitverträge abzahlen kann. Das heißt für mich (damit zwangsläufig auch für meinen Mann -arbeitsloser Akademiker- und Louise) z.B. Leben ohne Eigentumswohnung und Auto.

Die Umwandlung von Arbeitslosenhilfe in Sozialhilfe betrifft mich also insofern nicht, als ich nicht mal ArbeitslosenGELD bekommen würde und mein Mann eh keine Arbeitslosenhilfe bekommt, weil mein Einkommen angerechnet wird. Die drei Jahre, die ich auf Angestelltenbasis in die Sozialkasse eingezahlt habe, verfallen einfach.

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