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Geschrieben von wassermann63 am 31.10.2005, 15:57 Uhrzurück

Re: Zum Thema : Amonymes Denunziantentum und seine Anfänge!

Hallo,

Deine Familiensaga ist wirklich interessant - auch weil meine ähnlich ist (ein Familienzweig hatte den Nachnamen Cohen). Insofern kann ich natürlich nachvollziehen, woher deine Einstellung zum Denunziantentum rührt. Völlig verständlich.

Auf der anderen Seite frage ich mich, wie man sich als aktives Mitglied des sozialen Netzes verhalten soll. Die Dinge so lassen wie sie sind, weil man a) nicht denunzieren möchte oder b) selbst keine weiße Weste hat oder c) es einen völlig kalt lässt, was der andere treibt. Oder soll man a) unbehelligt anonym rumdenunzieren oder b) eine Art private Steuerdeliktdektei aufbauen? Oder soll man aktiv in die Politik gehen, um die Dinge irgendwie zu ändern oder womöglich sogar zu verbessern? Oder oder oder

In Italien und neuerdings auch hier in Deutschland gibt es ein zwar ungemütliches, aber seeehr wirksames Prinzip zur Vermeidung von Steuerhinterziehung: in Italien muss man die Quittung beispielsweise eines Café-Besuchs oder eines Einkaufs auf dem Wochenmarkt 300 m weit(mamaselio mag mich korrigieren, wenn sich die Lage in der Zwischenzeit geändert hat) bei sich behalten. Wird man ohne Quittung von der finanza angetroffen, zahlt man Strafe. In D gilt das für die Rechnungen von Dienstleistenden im Baugewerbe. Der Bauherr, der sich keine Freistellung vom Dienstleister geben lässt (also die Bescheinigung, dass dieser brav Steuern zahlt), muss im Falle der Steuerhinterziehung 15 % des Rechnungswerts an "Strafsteuer" ans Finanzamt entrichten.

Vielleicht kann man ja analoge Systeme auch auf andere Gebiete ausweiten, so nach dem Prinzip, dass nicht nur der Dieb bestraft wird, sondern auch derjenige, welcher wissentlich Hehlerware kauft..

Nur kann man dieses Prinzip wahrscheinlich nicht auf ALG- oder HartzIV-Bezieher anwenden. Und ich bin auch der Meinung, dass sich der Kontrollaufwand finanziell wahrscheinlich gar nicht lohnen würde. Vermutlich bringt's dem Staat mehr Geld ins Säckel, wenn er sich mal genauer in anderen Wirtschaftsbereichen umschaut, auf der Suche nach STeuersündern im großen Stil. Aber nicht beim kleinen Mann.

Tja, und diese Leute dann auf Verdacht anzuschwärzen, ich weiß nicht, das käme mir ehrlich gesagt nicht in den Sinn.

LG
JAcky

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