Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von Schwoba-Papa am 11.08.2005, 10:26 Uhrzurück

zu Pfeiffer

Christian Pfeiffer (* 20. Februar 1944 in Frankfurt (Oder)) ist ein deutscher Kriminologe, ehemaliger Justizminister des Landes Niedersachsen, SPD-Mitglied und Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).

Christian Pfeiffer studierte von 1965 bis 1971 Rechtswissenschaften und Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der London School of Economics and Political Science (LSE).

Er promovierte 1984 mit dem Thema "Kriminalprävention im Jugendgerichtsverfahren". Von 1985 war er stellvertretender Direktor, ab 1988 Direktor des KFN. Im Jahr 1985 wurde er zudem auf eine Professur für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht an der Universität Hannover berufen.

Von 1985 bis 1997 war Christian Pfeiffer Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen.

Von Dezember 2000 bis zum Februar 2003 war Pfeiffer, der seit 1969 SPD-Mitglied ist, Justizminister des Landes Niedersachsen. Er löste Wolf Weber (SPD) ab. Mit dem Regierungswechsel wurde Christian Pfeiffer durch Elisabeth Heister-Neumann (CDU) abgelöst.

Pfeiffer engagierte sich bereits frühzeitig für den Täter-Opfer-Ausgleich als außergerichtliche Streitbeilegung. Weitere Forschungsschwerpunkte waren Viktimisierungserfahrungen, soziale Kontrolltheorien und Medienverwahrlosung.

Er geriet in das Zentrum einer erbitterten Debatte, nachdem die Magdeburger Volksstimme am 17. Februar 1999 ein Interview mit ihm veröffentlichte, in dem er einen Zusammenhang zwischen der seiner Auffassung nach autoritären Erziehung in den Kindergärten der DDR und den in Ostdeutschland um ein Vielfaches häufigeren ausländerfeindlichen Gewalttaten herstellte.

Im Jahre 2000 beförderte ein Gutachten Pfeiffers maßgeblich den sog. "Joseph-Fall" um den Tod des achtjährigen Joseph Abdulla in der sächsischen Kleinstadt Sebnitz. Pfeiffer attestierte die Glaubhaftigkeit der Aussage der Mutter, die bis zu diesem Zeitpunkt kein Gehör gefunden hatte. Nach dieser Aussage, hätten über 200 Einwohner der Stadt zugesehen, als Joseph von rechtsradikalen Jugendlichen im örtlichen Freibad im Rahmen einer so bezeichneten "Hinrichtung" ertränkt worden sei. In den nächsten Tagen übernahmen zuvörderst die Bildzeitung, aber auch viele andere seriöse Tageszeiten das Gutachten ohne weitere Prüfung und spannen eine Geschichte von "Lynchjustiz in Sachsen" um den Todesfall. Erst nach einer Woche stellte sich heraus, dass der kleine Joseph in Wahrheit verunglückte. Pfeiffers Gutachten hatte bis dahin aber weltweite publizistische Resonanz gefunden.

Christian Pfeiffer ist Inhaber eines Lehrstuhls für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug an der Juristischen Fakultät der Universität Hannover. Wegen seiner Tätigkeit als Direktor des KFN ist er in dieser Funktion beurlaubt.

Grüßle

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten