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Geschrieben von fiammetta am 03.12.2005, 20:13 Uhrzurück

@Zrinade

Hi,

die schönste Erziehung und die beste Einschätzung helfen Dir im Extremfall absolut nichts. Beispiel: Ich stamme aus einem bürgerlichen Elternhaus, in dem auf Bildung und Kultur äußerst Wert gelegt wurde. Die Erziehung war mitunter etwas antiquiert, aber weitgehend liberal. Das Kind konnte sich relativ frei entwickeln. Beste Basis also, um nie auch nur den Gedanken an etwas Böses zu fassen. Dann ehelichte ich meinen Mann, zog zu ihm und seiner Familie, kannte niemanden, wagte es mich, mein Studium zu beenden und schwanger zu werden obwohl ich als Haustrottel und tretbares Pflegepersonal (keine eigene Familie als Schutz vor Ort, Vater tot, Bruder weit weg, Mann dauerunterdrückt) vorgesehen war und war daraufhin einer Familie, in der überdurchschnittlich viele psychisch Kranke herumhüpfen ausgeliefert. Mein Schwiegervater war eine Bestie, die KEINE Grenzen kannte und, angefeuert durch meine Schwägerin, die vier Fachärzte für psychiatriewürdig halten, aber mangels tätlicher Übergriffe nicht einweisen können, so lange terrorisiert, tyrannisiert, auf jeder erdenklichen Ebene v.a. durch Psychoterror gequält, daß ich ein gesundes (!) Kind im sechsten Monat bei einer Horrorgeburt verloren habe. Die beiden Bestien hätten am liebsten ein Feuerwerk abgefackelt vor Freude... Es gab eine Situation, in der ich ihn hätte töten können und hätte dann wahrscheinlich sogar nur eine Verurteilung wegen Tötung im Affekt bekommen. Allerdings waren die Krücken meines Mannes nur aus leichtem Alu. Ich habe ihm auch angedroht, ihm die Wahl zwischen Baseballschläger und Axt zu lassen - danach war ENDLICH Ruhe. Hätte er das nicht akzeptiert, säße ich jetzt vermutlich in Straubing und würde die nächsten Jahre Teppiche knüpfen. Folglich maße ich es mir nicht an, jemanden per se zu verurteilen ohne zu wissen, was für ein Mensch das wirklich ist und wie die Situation war, die zur Tat geführt hat. Und ich maße es mir auch nicht an, Menschen von vornherein heilig zu sprechen.

Jetzt ist er übrigens tot und meine Rache (ja!) war es, ihn, der immer sooo stark und toll war, genüßlich entmündigen und in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Außerdem habe ich es ihm ermöglicht, zu Hause zu sterben. Seinem ehemaligen Opfer, das man ja sooo lustig fertig machen konnte, selbst auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein und ihm dann auch noch dankbar sein zu müssen, ist ausgesprochen übel.
Ich bin übrigens 36.

LG,

Fiammetta

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