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Geschrieben von Brandi am 24.03.2003, 7:14 Uhrzurück

Re: Wie glaubhaft sind

Handgreifliche Demonstranten sind in der Unterzahl und keineswegs an der Sache interessiert, daher finde ich es nicht ok mit ihnen zu argumentieren, bzw. das auch noch zu verallgemeinern. Die wirklichen Kriegsgegener sind selbstverständlich keine Saddam-Befürworter, aber gegen ein Terror-regime in der Form zu protestieren (auch noch hier) bringt wesentlich weniger (gar nichts), als gegen eine demokratische Weltmacht (hoffe ich).
Der wichtigste Punkt ist aber: Das Regime Saddam ist in seiner Möglichwerdung nicht zu trennen von den USA und anderen Industrienationen (auch Deutschland). Saddam wurde hofiert, mit ihm wurde kräftig verdient, er wurde mit Waffen oder deren Elementen beliefert. Genauso verhält es sich mit allen anderen Diktaturen bei denen ressourcenmäßig was zu holen ist. Daher finde ich das Argument absolut müßig, wie wir denn Saddam erledigen würden. Dafür trägt die USA (und leider indirekt auch wir) genauso die Verantwortung wie für diesen Krieg. Man muss sich schon immer die ganze Geschichte vor Augen halten. Es hat hier genügend Links gegeben, die die ganze Verstrickung offenbaren und wer jetzt immer noch pro Krieg argumentiert, weil es angeblich nichts als ein Befreiungskrieg ist, der hat die Pflicht sich erst mal tiptop zu informieren, ehe er immer wieder stoisch die gleichen Plattitüden hier veröffentlicht.
Die USA erlebt seit 9/11 eine ungekannte Bedrohungssituation, die die Führung des Landes jetzt in ungerichteten Aktionismus versetzt. Stichwort Neo-Imperialismus. Damit wird sie genau das Gegenteil erreichen (siehe z.B. den Spiegel Artikel, den Anna verlinkt hat), falls sie nicht rechtzeitig zur Besinnung kommt.

Und: Auch wenn das nach Häme geklungen hat, mir tun die amerikanischen und britischen Opfer genauso leid. Ich war gestern am TV sehr schockiert von den Bildern *aller* Toten und Gefangenen. Gerade die Bilder der angstvollen jungen US-Soldaten macht einem wieder bewusst, dass da zwar ein Beruf gewählt wurde, aber das Krieg nunmal nicht zu simulieren ist.
Es ist nicht möglich, dort mal eben ein paar Menschen zu töten und in ein paar Wochen wieder im heimischen Garten den Sommer zu genießen und seinen Kindern beim Spielen zuzuschauen. (Dies sollten sich auch mal die Bellizisten hier vor Augen halten).
Das geht nicht ohne langfristige psychische Folgen.
Neben der Eigenverantwortlichkeit jedes Soldaten (logo), mache ich hier auch den Kriegstreibern den Vorwurf an ihrem eigenen Volk schuldig zu werden.
Wie immer geht es um Macht, Geld und Ressourcen. Über die Klinge springen in aller Regel Menschen, die von dem Kuchen kaum was abbekommen.

LG
Brandi

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