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Geschrieben von marit am 25.11.2004, 10:53 Uhrzurück

wer behauptet eigentlich...

daß Spielen und Bildung etwas Verschiedenes ist??? Das ist doch wohl selbstverständlich, daß Kleinkinder Bildung ausschließlich "als Spiel" erleben und erfahren. Insofern widersprechen sich "Spielen lassen" und Bildungsauftrag doch überhaupt nicht. Natürlich ist es auch wichtig, daß Kindern viel Zeit für "freies" spiel zugestanden werden soll - so lernen sie doch erst, sich als soziale Wesen zu orientieren (wer darf unter welchen Bedingunen mitspielen), selbstgemachte Regeln einzuhalten, sich in eine selbsterschaffene Welt zu vertiefen. Das alles sollte aber von den Erzieherinnen eben auch wachsam beobachtet werden: damit Anregungen gegeben werden können, damit nicht immer dasselbe Kind ausgegrenzt wird, damit man eben -im Idealfall selbst spielerisch, ohne also die Versenkung ins Spiel der Kinder zu unterbrechen- auch mal leicht lenkend eingreifen kann. In Louises Kindergarten hatten die Erzieherinnen die "freie Spielzeit" aber leider zu oft als willkommene Kaffeepause genutzt. ein Mädchen, das mit Louise befreundet ist, Karlotta, hat aufgrund eines Gendefektes eine leichte geistige und motorische Einschränkung. Das Mädchen ist IMMER fröhlich und lieb, ein Kind das keine Probleme macht- das aber eben viel Hilfe braucht, ohne sie selbst einfordern zu können. Sie kam in diesem Kindergarten IMMER zu kurz, weil die Erzieherinnen nicht einsehen wollten, daß sie dem Kind einfach mehr Vorschläge machen müssen, was es tun oder spielen könnte. Sie hat sich z.B. auch nicht getraut, einfach so ohne vorher die Erzieherinnen zu fragen, Spielgeräte zu benutzen und hat nicht kapiert, daß sie, wenn sie die Reihe verließ um die Erzieherin zu fragen, die anderen Kinder erwarteten, daß sie sich dann wieder ganz hinten anstellen müsse. Wir Eltern mußten diese Situation irgendwann man mit den Kindern klären - die Erzieherinnen haben bis zum Schluß auch nach mehreren Hinweisen nicht kapiert, welches soziales Mißverständnis sich da Tag für Tag abspielte. Weil Karlotta sich nie beschwerte, daß sie den ganzen Tag an der Wippe nur anstand ung nie an der Reihe war, hat sich auch niemand darum gekümmert... Wenn man Karlotta auf die Schaukel setzte, schaukelte sie stundenlang -einfach weil sie nicht "wußte", daß sie auch noch etwas anderes tun "darf", ohne daß jemand sie abholt und einen Vorschlag macht.

Ich sehe da schon ein Problem, was die Ausbildung der Erzieherinnen in Deutschland angeht. Ich finde sie zu kurz und zu "leicht" für eine so verantwortungsvolle Aufgabe. Es gibt bestimmt super Erzieher und Erzieherinnen (zu denen du,talerchen, sicher gehörst), die aber eben auch mit einer anspruchsvolleren Ausbildung keine Probleme gehabt hätten. Es gibt aber eben auch sehr viele, die anfangs einfach sehr diffus "Kinder süß" finden, keinen besonders tollen Schulabschluß haben und nach einer nicht sehr langen Ausbildung dann auf einmal einen Realitätschock bekommen.

Erzieherin zu sein, ist doch eigentlich eine der wichtigsten Aufgaben in der Gesellschaft überhaupt!!! Ich finde, da sollten auch nur die landen, die für diese Aufgabe auch tatsächlich am besten geeignet sind. Wenn man in DIESEM Job etwas falsch macht, hat das ebenso schlimme Auswirkungen, wie z.B. bei Ärzten. Ebenso zwingend sollten darum ständige Fortbildungen und Leistungskontrollen sein, ebenso gut sollte allerdings auch die Bezahlung sein.

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