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Geschrieben von Nicole-Mami am 08.11.2005, 10:25 Uhrzurück

Re: Weil wir im Zusammenhang mit PISA und ...

Also ich finde es auch sehr schwierig, das richtige Mass zu finden zwischen Überbehütung und Begleitung in die Selbständigkeit. Andersherum finde ich, dass Selbständigkeit schon viel viel früher als mit dem Schulalter anfängt - nämlich beim Baby, das sich robbend oder krabbelnd von den Eltern entfernt.

Kinder sind nicht PLÖTZLICH selbständig, sie werden es Stück für Stück, Monat für Monat. Manches Kind ist dann eben mit 7 schon an dem Punkt angelangt, um alleine zur Schule / zum Sport etc. zu gehen und manches eben nicht. Man sollte den Kindern auch in punkto Ablösung die Zeit zur Entwicklung geben, die sie brauchen und das nicht starr an einer Altersgrenze festmachen. NATÜRLICH müssen die Eltern auch gewillt sein, los zu lassen. Die Gratwanderung dazwischen finde ich persönlich extrem schwierig, denn - trotzdem das Medienmache ist - ich habe schon Angst, dass meinem Kind etwas passieren könnte.

Ich würde ihn vielleicht allein zur Schule gehen lassen, würde ihm aber vermutlich heimlich hinterher schleichen - zumindest, bis ich ein paar Mal gesehen habe, dass er wirklich an der Strasse aufpasst etc.

Zum Thema Playstation etc. ist es sicher Fehler der Eltern, wenn die Kinderzimmer bereits im Kleinkindalter mit all der heutigen Technik vollgestopft sind.

Andersherum finde ich nicht, dass Kinder heute die gleichen Möglichkeiten des Spielens haben. Früher waren die Kinder noch auf der Strasse, man ist runtergegangen und wenn es dunkel wurde, musste man wieder zu Hause sein. Heute ist die Strassse, auf der wir damals Ball gespielt haben, eine Durchgangsstrasse und man könnte keinen einzigen Ballwechsel spielen.

Auch gibt es heute keine Kinder mehr auf den Strassen - sie sind im KiGa oder im Hort ganztags betreut, weil viele Eltern sich mit nur einem Verdienst heutzutage nicht mehr über Wasser halten können.

Unser Sohn wurde erst mit 3,5 in den KiGa gebracht - die Spielplätze, auf denen wir waren, waren leer - bis auf Babys, manchmal...

Früher und heute kann man also wirklich nicht 1:1 vergleichen. Auch finde ich die Art der Streiche völlig aus den Fugen geraten. Früher haben wir Klingelstreiche gemacht oder mal (aus Versehen!!!!) eine Fensterscheibe eingeworfen. Heute werden Fahrräder vor Züge geworfen, Autos mit Schlüsseln zerkratzt etc. Das geht über Dummejungenstreiche doch deutlich hinaus.

WIr haben uns früher auch nicht gelangweilt, es gab immer zu tun. WIr hatten noch Fantasie. Das ist heute vielen Kindern abhanden gekommen. Wenn wirklich mal nichts in der Glotze läuft (eigentlich läuft doch gar nichts interessantes mehr dort), die Playstation auch fertig gespielt ist, dann machen die Kinder heutzutage vor lauter Langeweile richtig dämlichen Unsinn.

Manches mag möglicherweise auch mit der Perspektivlosigkeit für die Zukunft zusammen hängen. Früher wussten viele Kinder schon lange vor der Beendigung der Schule, was sie werden wollten. Heute kann man Jugendliche fragen, die fertig sind mit der Schule und falls man was anderes als "öööhh, weiss ich noch nicht" bekommt, kann man sicher sein, dass es nächste Woche schon wieder ein anderer Berufswunsch ist.

Vieles davon ist natürlich auf die Erziehung der Eltern zurückzuführen, aber einiges (z.B. die Tatsache, dass oft beide Elternteile arbeiten müssen und es einfach auch mehr Alleinerziehende gibt), macht es nicht unbedingt leichter. Nichtsdestotrotz denke ich, dass man als Elternteil - wenn man will und sich Mühe gibt - auch heutzutage noch ganz passable Menschen groß ziehen kann. Meiner Meinung nach geht das aber tatsächlich nicht bei Kindern, die den ganzen Tag sich selbst überlassen sind. Das hat für mich auch nichts mit Selbständigkeit zu tun.

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