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Geschrieben von Tina007 am 27.12.2004, 22:36 Uhrzurück

Was ist eine Mutter eigentlich wert??? (lang)

Hallo,

ich bin 36, 2 Kinder (5 + 2) und möchte mir als Ehefrau, Hausfrau und Mutter mal ein bisschen Luft machen, vielleicht auch weil ich momentan „leicht“ überfordert bin!?
Ich wusste auch nicht, in welches Forum ich meinen Schrieb stellen soll, ich habe mich jetzt einfach mal für dieses entschieden.

Meine Tochter ist entwicklungsverzögert (Sprachprobleme, Wahrnehmungsstörungen..) und ich renne mit ihr 3x die Woche zum Ergotherapeuten und Logopäden. Das alles nun schon seit über zwei Jahren und immer vormittags. D.h. um spätestens 10 Uhr müssen wir in irgendeiner Therapie sitzen. Mein Sohn (2), sprachlich für sein Alter sehr fit, muss da halt auch immer mit. Kann ihn ja nicht zu hause sitzen lassen.
Um halb eins geht die Große dann in den Kindergarten. Während der letzten 2 Monate war ich zusätzlich mit ihr 2x wöchentlich nachmittags im Schwimmkurs. Daneben gebe ich nachmittags 1-2x Nachhilfe in Englisch, mache ab und zu mal kleine Webseiten und Übersetzungen und bin Haus-und Hof-Fotograf im Kindergarten. Das alle mache ich sehr gern und es erfüllt mich auch, wenn es auch manchmal stressig ist. Es versteht sich natürlich von selbst, dass, ich zwischendrin noch putze, koche, einkaufe, wasche, Weihnachtsvorbereitungen treffe und sonst auch alles schön zusammenhalte
Soweit zu meinem Tagesablauf.

Nun zu meinem Problem.
Ich habe absolut keinerlei Verständnis dafür, es mir ständig von Leuten anhören zu müssen, die weder verheiratet sind, geschweige denn Kinder haben, die sich weder mit Erziehungs- noch mit Entwicklungsproblemen herumschlagen müssen und die keine Familie zusammenhalten müssen, dass ich als MUTTER das große Los gezogen habe und eh nichts machen brauche außer den ganzen Tag blöd nach den Kindern gucken.
Versteht jemand was ich meine? Es hört sich jetzt an, als hätte ich den riesen Frust, ja ich habe ihn momentan auch. Ich habe es satt, mittlerweile als „Nichtstuer“ abgestempelt zu werden.
Klar, die Kinder erziehen sich von selbst, der Staubsauger rollt von selber los, ebenso das Bügeleisen und die Waschmaschine, um mich herum springen drei Erziehungstanten und ich sitz im Sessel und schnipp nur mit dem Finger.

Ich war lange Zeit richtig stolz auf mein Mutter Dasein. Das ist mir ziemlich vergangen.
Ich komme mir manchmal richtig minderwertig und nutzlos vor. Ich streng mein Hirn nicht mehr an, also bist du nichts mehr wert. Was ist es schon wert, wenn man „nur“ auf die Kinder und die Familie schauen muss. Heutzutage ist geistige Höchstleistung gefragt…tja, da kann ich als Mutter natürlich nicht mithalten.
Wundert es da, dass die dt. Ehefrau nur noch 1,2 Kinder im Durchschnitt hat? Unsere Arbeit – wenn man es als solche überhaupt bezeichnen darf – ist meiner Meinung nicht mehr viel wert. Selbst mein Mann meint oft: „So gut wie du möchte ich es auch haben, beim dritten Kind tauschen wir dann..."

Ich habe mir seit einigen Wochen eine Putzfrau zur Hilfe geholt, die alle 2 Wochen kommt. Meine Schwester (nicht verheiratet und kinderlos, dafür arbeitswütig) und auch meine Mutter (man höre und staune!) meinten daraufhin, warum ich so eine brauche, ich sitz doch eh nur rum und brauch nichts machen. Das war zuviel für mich, ehrlich.
Natürlich bin ich froh, dass meine Mutter nur 10 km entfernt wohnt und ich sie rufen kann und kommen kann, wann immer ich sie brauche, aber ändert es was dran, dass ich es bin, die eine Familie mit Kindern hat, und mit allem klar kommen muss?

Der Frust überträgt sich momentan natürlich auch auf meine Kinder. Kennt ihr das? Man ist furchtbar angenervt, wird ungerecht und weiß eigentlich selbst nicht, wo man im Leben steht. Wie auch, es gibt null Unterstützung. Am wenigsten von den Leuten, von denen man es sich eigentlich am meisten erwartet.

So, und nun bin ich fertig und habe mir so einiges, das mich schon lange drückt, von der Seele geschrieben.
Vielleicht geht es einigen von euch ja auch so. Es würde mich sehr interessieren. Vorallem aber würde es mich freuen, wenn mir jemand vom Gegenteil berichtet, damit ich wieder an das Gute und Gerechte im Leben glauben kann.

Viele Grüße von Tina

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