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Geschrieben von marit am 04.10.2004, 12:20 Uhrzurück

Re: Warum die Quote überhaupt gefordert wird?

Also Schwoba, nenene...

also du sagst, es gibt sozusagen sowas wie ne neue Deutsche (alternative) Welle. Ok, sag ich ja auch - aber was ist damit gesagt? Offenbar, daß es doch (!)klappt. Natürlich ist Musik von Moden abhängig - und natürlich sind diese wiederum von Werbung abhängig - aber durch die Krise der Musikbranche schrumpfen doch gerade die Werbeetats der Riesen- ist doch ein prima Selbstregulativ.

Es mag ja sein, daß die "Deutschrocker" à la Westernhagen und Lindenberg demnächst wiederkommen (Herbert Grönemeyer scheint hier ein spezielles Phänomen zu sein), aber im Moment kommt das eben nicht so an. Daß der Prophet im eigenen Land nix gilt, das hättest du mir vor 10 Jahren sagen können, da hätte ichs unterschrieben, aber die neue Tendenz zu deutschen Texten ist doch keine Ausnahmeerscheinung mehr, das hören längst die breiten Massen

Es ist doch mit dem Musikmarkt auch nicht viel anders als mit dem Büchermarkt. Es gibt die Bestseller (die natürlich auch deshalb Bestseller werden, weil sie viel beworben werden), es gibt etwas für ein etwas intellektuelleres Nischenpublikum, es gibt Sparten für Interessengruppen und schließlich gibt es noch Autoren, die nie einen Verlag finden. Aber in beiden Branchen gibt es auch Leute, die den ganzen Tag nix anderes tun, als nach Talenten zu suchen. Außerdem gibt es so viele Menschen, die nicht nur nebenher etwas Musik nebenher dudeln lassen (bei denen ist doch eh egal, was sie hören), sondern sich wirklich dafür interessieren, was es neues gibt. Und die ENTDECKEN komischerweise auch jede Menge. Was nämlich in dieser Diskussion total vernachlässigt wird, ist die Rolle, die Dj´s und Clubs in der Musikszene spielen. Dj's wollen ja in der Regel gerade ZEIGEN, daß sie etwas besonderes zu bieten haben, was sonst niemand kennt. Und so setzten sich Stücke in den Clubs im Schneeballsystem durch, die im Radio noch lange nicht gespielt werden, die aber so schon zu einer Nischenpopularität kommen, durch die dann auch Plattenfirmen auf sie aufmerksam werden. Dazu gehören m.E. aber eben auch innovative Coverversionen . (siehe Frank Pop Ensemble). Davon haben eben die "deutschrocker" wenig, weil die da auch nicht gespielt werden - aber muß man das nicht auch mal aktzeptieren, daß man nicht über Jahrzenhte lang immer hip sein kann?

Ich kann dir sagen, wie man den Sinn für Qualität fördert, indem man jedem Kind ermöglicht, ein Instrument spielen zu lernen und indem man Kindern Geschichten vorliest und Bücher neäherbringt (und so den Sinn für Sprache schärft). Von einer Deutschquote würden aber vermutlich nur die großen Firmen in Deutschland profitieren - und das wär doch schade.

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