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Geschrieben von maleja am 21.02.2006, 17:25 Uhrzurück

Vogelgrippe, die 100.ste (WM gefährdet?)

Vogelgrippe-Experten bringen WM-Absage ins Gespräch

Berlin/Schwerin - Die Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn, hat für den Fall einer Vogelgrippe-Pandemie die Absage der Fußball-Weltmeisterschaft ins Gespräch gebracht. "Sagen wir mal, das Virus ist da, und es gibt so Riesenveranstaltungen, dann wäre ich schon dafür zu sagen, lasst uns überlegen, die ausfallen zu lassen", sagte die Grünen-Politikerin im TV-Sender N24. Das wäre eher Vorsicht als Mut, meinte sie.

Der Leiter des Influenza-Programmes der Weltgesundheitsorganisation, Klaus Stöhr, pflichtete Höhn bei. Dies sei "keine Schwarzmalerei". Sollte während der Fußball-WM in Deutschland eine Pandemie ausbrechen, bei der die derzeit nur bei Tieren grassierende Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen wird, "muss man sich ganz genau überlegen, was man tut", erklärte Stöhr. "Wenn die Seuche zu der Zeit nach Europa komme, brauche es jemanden, der sehr, sehr großen Mut habe, die Meisterschaft nicht abzusagen.

Unterdessen nehmen die Vogelgrippefälle in Mecklenburg-Vorpommern zu: Das gefährliche Virus H5N1 ist inzwischen bei insgesamt 103 Wildvögeln nachgewiesen worden. Das Riemser Institut für Tiergesundheit stellte das tödliche Virus bei weiteren 18 Schwänen, 3 Kanadagänsen sowie einem Mäusebussard fest. Alle neuen Befunde stammen von der Insel Rügen, die meisten aus dem Bereich der Wittower Fähre. Unterdessen wurde das Virus H5N1 erstmals auch in Ungarn entdeckt. Damit ist die gefährliche Vogelgrippe in sieben EU-Ländern aufgetreten. Der Agrarausschuss des Bundestages kommt am Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammen.

Seehofer optimistisch

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hofft trotz der weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe an der Ostsee auf einen Erfolg im Kampf gegen die Tierseuche in Deutschland. "Wenn wir rigoros in der Tierseuchenbekämpfung vorgehen, werden wir es in absehbarer Zeit durchaus in den Griff bekommen können", sagte Seehofer in Berlin. Die zentrale Frage sei dabei, ob ein Übergreifen der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel verhindert werden könne.

Tornados sollen helfen

Die gesamte Küste Mecklenburg-Vorpommerns wurde zur Überwachungszone erklärt, an der Küste Vorpommerns gilt weiter Katastrophenalarm. Tornado-Flugzeuge der Bundeswehr sollen an der 1600 Kilometer langen Küste ein genaues Bild weiterer Fundorte toter Vögel liefern. Der erste Flug wurde allerdings wegen schlechter Sicht abgebrochen. Die Bundeswehr stockte ihre Kräfte auf Rügen auf etwa 300 auf, in Nord- und Ostvorpommern ist sie derzeit nicht im Einsatz.

Beginn auf Rügen Zufall?

Nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts ist Rügen zufällig zum Einfallstor für die Vogelgrippe in Deutschland geworden. "Wir favorisieren die Hypothese, dass das Virus von infizierten Singschwänen einer nordrussischen Population nach Westen getragen wurde. Es fehlen aber Befunde positiv getesteter Tiere aus dem Baltikum und aus Polen", sagte der Institutspräsident Thomas Mettenleiter. Vermutlich seien die Schwäne wegen der extremen Kälte im Osten in Richtung Westen ausgewichen.

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