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Geschrieben von Nina H. am 09.04.2003, 18:02 Uhrzurück

Vielleicht ist es ja nur "Propaganda" (für die Opfer ist das zu hoffen!)

Ein zerstörtes Gebäude in Basra, in dem Saddams Geheimpolizei angeblich gefoltert haben soll. Ob es sich dabei um die traurige Wahrheit oder um Gräuelpropaganda handelt, muss vorerst offen bleiben.


Hamid Fattil in einer Zelle des Gefängnisses, in dem er, wie er behauptet, nach der Niederschlagung des schiitischen Aufstandes 1991 acht Monate eingesperrt war.



Mittwoch, 9. April 2003
"Ort des Grauens"
In Saddams Folterkammer
Einwohner von Basra haben Journalisten am Mittwoch zu einem Gefängnis der Geheimpolizei von Saddam Hussein geführt, in dem das Regime jahrzehntelang gefoltert haben soll. Das weiße Steingefängnis, das "Weißer Löwe" genannt wurde, war am Dienstag teilweise niedergebrannt und zerstört worden. Menschen, die einmal in dem Sandsteinbau verschwanden, seien in der Regel nicht mehr herausgekommen, sagten die Einwohner.

Hunderte Iraker sahen sich das nun leere Gefängnis an. Angehörige von vermissten Insassen suchten auf handgeschriebenen Listen, die in der Ruine gefunden wurden, nach bekannten Namen. "Es war ein Ort des Grauens", sagte Hamed Fattil einem britischen Reporter. Er sei zusammen mit zwei Brüdern 1991 in einen Kerker gesperrt worden. Er wurde nach acht Monaten frei gelassen, seine Brüder verschwanden.

"Sie haben undenkbare Foltermethoden angewandt", sagte Fattil. "Sie hängten uns an Lederschlaufen um Kopf, Füße und Arme einen Meter über dem Boden auf. Dann schlugen sie zu." Er berichtete von Elektroschocks, von Säurebädern. Manchen Gefangenen seien Fuß- und Fingernägel gezogen worden.

Im Keller des Gefängnisses gab es ein regelrechtes Zellenlabyrinth. Der Boden war mit Gasmasken und Flaschen bedeckt, die von Insekten befallen waren.

Fattil führte Reporter in einen Hof, in dem Zellen mit Stacheldraht gesichert waren. In einigen Zellen mit roten Türen seien Frauen und Kinder eingesperrt gewesen, sagte er. Hundert Männer seien in einer wohnraumgroßen Zelle mit einem rostigen Fenster gepfercht gewesen.

Zwischen Frauen- und Männertrakt habe es einen lang gestreckten Maschendrahtkäfig gegeben. Fattil sagte: "Hier wurden die Gefangenen gegen den Zaun gedrückt und mit siedendem Wasser übergossen oder mit glühenden Eisenstangen malträtiert. Vor den Augen der anderen Häftlinge."

Von AP-Korrespondentin Tini Tran

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