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Geschrieben von sasu am 15.06.2003, 21:40 Uhrzurück

und vermutlich kostet die nachkriegszeit noch mehr menschen das leben...: Irakischer Widerstand formiert sich

Der IslamOnline-Korrespondent in Baghdad, Ali Halani, berichtete am Donnerstag von seiner Begegnung mit einer irakischen Widerstandsgruppe.

Nachdem er in einem Restaurant eine Zeitlang beobachtet worden war, wurde er nach Verlassen des Restaurants von einem Mann angesprochen, der sich Nader Allawy nannte und ihn aufforderte, am nächsten Tag zur selben Zeit wieder dort zu sein, falls er Informationen über den irakischen Widerstand erhalten wolle.

Am nächsten Tag wurde er dort von einem anderen Mann abgeholt und aufgefordert, in ein Auto zu steigen. Nach einer zweistündigen Fahrt kreuz und quer durch Baghdad, bei der er komplett die Orientierung verloren hatte, wurde er aufgefordert, das Auto zu verlassen. Nach kurzer Zeit wurde er von einem anderen Fahrzeug abgeholt und zu seinem Bestimmungsort gebracht.

In dem Haus erwarteten ihn vier Männer, alle zwischen 20 und 40 Jahre alt. Drei von ihnen waren modern gekleidet und einer, der als Abu Rifaa vorgestellt wurde, trug traditionelle irakische Kleidung.

Nach Rifaas Aussage hat seine Gruppe bisher 11 Operationen ausgeführt, die teilweise zu großen Schäden und Verlusten bei den US-Streitkräften geführt haben, so den Abschuß eines amerikanischen Hubschraubers am 27. Mai in Fallujah und ein Angriff auf einen amerikanischen Panzer am 30. Mai, bei dem ein US-Soldat getötet worden war.

Er übernahm auch die Verantwortung für einen Angriff auf amerikanische Soldaten am 4. Mai im Baghdader Stadtteil Mansour, wobei er klar machte, daß dabei ein hochrangiger Amerikaner das Ziel war. Paul Bremer habe zu der Zeit dort im al-Saa-Restaurant gegessen.

Da das Land mittlerweile voll von "US-Geheimdienstlern und ihren Kollaborateuren" sei, ziehe es seine Gruppe vor, möglichst geheim zu bleiben und unterhält nur wenig Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen.

Ehemalige irakische Soldaten - die irakische Armee wurde durch die amerikanische Verwaltung aufgelöst - seinen ebenso Mitglieder der Gruppe wie einfache junge Männer, die bereit seien, ihre Leben zu opfern, sagte Rifaa.

Er leugnete aber die Behauptung der USA, daß es sich bei den Widerstandskämpfern um ehemalige Mitglieder der Baath-Partei handele.

Bei FreeArabVoice findet sich ebenfalls ein Bericht, über die Bildung irakischer Widerstandsgruppen. Es gäbe eine "Gnadenfrist" bis zum 17. Juni 2003, nach deren Ablauf alle Ausländer, die aus Ländern kommen, die den Angriff auf den Irak direkt oder indirekt unterstützt haben, als Ziele betrachtet werden.

Ein weiterer Text auf der Seite listet sehr detailliert eine ganze Reihe von "erfolgreichen" Anschlägen auf US-Soldaten auf. Sollten die Berichte zutreffen, wären die amerikanischen Verluste durch solche Angriffe wesentlich höher, als dies offiziell zugegeben wird und die Entwicklung des Irak zu einem "amerikanischen Afghanistan" nicht mehr von der Hand zu weisen.

Am Donnerstag ist ein amerikanischer Apache-Kampfhubschrauber abgeschossen worden und ein F16-Kampfjet "aus bisher unbekannten Gründen" abgestürzt. Alle Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.

Ob die Berichte im einzelnen stimmen, ist schwer zu überprüfen, Sicher scheint auf jeden Fall auch angesichts der US-Angaben, daß Angriffe auf amerikanische Soldaten stark zugenommen haben. Ob diese durch eine Kontrollinstanz geleitet werden oder voneinander unabhängige Angriffe von Einzeltätern sind, dürfte zweitrangig sein. Offensichtlich führen sie jedenfalls zu einer ernsthaften Verunsicherung der amerikanischen Streitkräfte.

Seit mehreren Tagen gehen die USA in den größten Kampfhandlungen seit offizieller Beendigung des Krieges mit mehreren tausend Soldaten gegen den irakischen Widerstand vor. Fast 400 Iraker sind bisher festgenommen und dutzende getötet worden. Die Kämpfe hatten auf einer Tigris-Halbinsel 150 Kilometer nordöstlich der irakischen Hauptstadt Bagdad begonnen, sollen jetzt aber nach US-Angaben auf andere Teile des Iraks ausgeweitet werden.

Da die Operation noch nicht beendet sei, ist das amerikanische Central Command nicht gewillt, präzise Informationen herauszugeben.

Derweil hat der UN-Sicherheitsrat in einer Abstimmung - bei Abwesenheit von Frankreich, Syrien und Deutschland - einstimmig beschlossen, die Regel, daß amerikanische Soldaten nicht wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt werden können, um ein Jahr zu verlängern.

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