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Geschrieben von Moni + Dana am 06.07.2003, 11:15 Uhrzurück

Und noch eine schöne Nachricht

Sonntag 6. Juli 2003, 04:56 Uhr
Ex-US-Botschafter: Irak-Geheimdienstbericht wurde übertrieben

New York (Reuters) - Die USA haben einem ehemaligen Botschafter des Landes zufolge einen Geheimdienstbericht zum Irak übertrieben, um die Bedrohung durch das Land hochzuspielen.


Ex-Botschafter Joseph Wilson berief sich bei seinem am Sonntag in der US-Zeitung "New York Times" geäußerten Vorwurf auf seine Überprüfung eines Berichts über den Ankauf von Uran durch den Irak im Februar 2002. Er habe damals eine Woche lang für den US-Geheimdienst im afrikanischen Niger recherchiert und mit Vertretern
der Regierung und aus dem Atomgeschäft gesprochen. "Es hat nicht lange gedauert festzustellen, dass es in hohem Maße zweifelhaft war, dass ein solcher Handel jemals stattgefunden hat", schrieb Wilson.


Im Januar 2003 habe US-Präsident George W. Bush jedoch "die Vorwürfe wiederholt, der Irak habe sich in Afrika um den Kauf von Uran bemüht", schrieb Wilson weiter. "Falls der Präsident damit auf Niger Bezug nahm, dann basierte die Schlussfolgerung nicht auf den Fakten, die ich kannte." Wenn die Bush-Regierung seine in Niger gesammelten Informationen ignoriert habe, "weil sie nicht in bestimmte Vorstellungen vom Irak passten, dann kann berechtigterweise gesagt werden, dass wir unter falschen Voraussetzungen in den Krieg gezogen sind", folgerte Wilson.


In den USA und in Großbritannien haben sich Kritik und Zweifel an den Darstellungen der Regierungen einer Bedrohung durch den Irak in den vergangenen Wochen verschärft. Beide Staaten hatten sich unter anderem auf den Geheimdienstbericht zum versuchten Uran-Kauf berufen. Wilson zufolge basierte er auf gefälschten Briefen, die der italienische Geheimdienst von einem afrikanischen Diplomat erhalten habe. Die Vorwürfe seien dann offenbar an den britischen Geheimdienst und dann an die CIA weitergereicht worden. Der Bericht war auch von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) als falsch zurückgewiesen worden.


Wilson war von 1992 bis 1995 Botschafter der USA im afrikanischen Gabun und war unter Bushs Vorgänger Bill Clinton im Nationalen Sicherheitsrat der USA mit für die Afrika-Politik zuständig.

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