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Geschrieben von sasu am 01.04.2003, 13:30 Uhrzurück

und hier noch ein kleiner denkanstoss.......mt

DIE SB-WELTORDUNG
10.04.02


Eine Welt, oder besser: Welt der EINEN
Noch nicht einmal 15 Jahre ist es her, da herrschte auf unserem Globus ein
Machtverhältnis welches auf zwei "Supermächten" beruhte. Doch ging es bei
diesen nicht nur um zwei Staaten, sondern vor allem um zwei Weltanschauungen.
Mit Ende des Kalten Krieges musste das Experiment Kommunismus sein vor-
läufiges Scheitern eingestehen und die einstige Weltmacht UdSSR zerbrach
in viele einzelne Staaten.
Übrig blieben die USA als Mono-Pol sowie verschiedene Mechanismen und
Verhältnismäßigkeiten, die sich über die Jahrzehnte der Bi-Polaren Welt ein-
geschliffen haben, wie z.B. NATO, UNO und WTO. Als nun mit der Wende die
Waage der Macht kippte, versäumten es die Amerikaner das Gleichgewicht wie-
der herzustellen und Verantwortung abzugeben. Im Gegenteil, die Rolle des
"Lonely Cowboys" schien Ihnen geradezu zu gefallen. Sie behielten ihr umfang-
reiches internationales militärisches und politisches "Engagement" bei und
verdichteten das Netz der Stützpunkte kontinuierlich.

-------- DER FALL IRAK --------

Doch schon im Golfkrieg unter Bush-Senior hätten sie aus Ihrer Vergangenheit
lernen müssen. Der Irak, ein Land welches während des 8-jährigen Iran/ Irak
Krieges als westlicher Kampfschauplatz instrumentalisiert und hochgerüstet
wurde (auch damals schon unter Saddam Hussein), verwandelte sich urplötzlich
vom Paulus zum Saulus. Wirklich urplötzlich? Es mutete schon seltsam an, dass
über Jahrzehnte hinweg das Elend des Kurdischen Volkes keinen Blick der Welt
wert war, auch dann nicht, als Saddam sogar mit Giftgas gegen Dieses vorging.
Und auch die schlagartige Angst vor Massenvernichtungswaffen erklang in mei-
nen Ohren wie Hohn, wenn man sich vorstellte wie diese noch Jahre zuvor von
unseren zivilisierten Staaten hineintransportiert wurden. Doch schließlich ging
es ja im Golfkrieg um höhere Werte als die der dortigen Bevölkerung: Um Erdöl
wenn man es denn betiteln wollte. Als dieser WERT gerettet war überließ man
das irakische Volk sehr schnell wieder sich selbst. Nein, ich vergaß fast, noch
viel besser: Bevor man abzog wurde das Volk noch geschickt aufgestachelt den
Diktator zu stürzen. Was für ein Glück, dass man diesen gescheiterten Versuch
nicht mit anschauen musste, weil man sich schließlich in die Ausführung nicht
mehr mit einmischen wollte. Stattdessen wurde dem Land ein Embargo aufge-
drückt und das Volk blutete -und blutet- aus, stets einen Verantwortlichen vor
Augen, der keineswegs Saddam Hussein hieß.
Es fällt schwer sich in die Lage eines irakischen Familienvaters zu versetzen, der
auf der einen Seite weder Nahrung noch Medikamente für sein Kind herbekommt,
auf der anderen Seite jedoch die Siegesparade der amerkanischen Streitkräfte
durch New York auf den Bildschirmen flimmern sieht. Doch eines fällt leicht nach-
zuvollzuziehen: Radikalität fängt nicht in einer vergeistigten Religion, sondern im
direkten persönlichen Umfeld an. Und Moral kann sich nur der erlauben, der ge-
nügend Nahrung für sich und seine Familie vorweisen kann.

Auch nach diesem Konflikt versäumten es die Amerikaner jenes oben beschrie-
bene Ungleichgewicht aufzufangen. Stattdessen griffen sie mal hier, mal dort ein,
gerade wo es ihnen in ihren politischen und vor allem wirtschaftlichen Kram passte.
Und Dank ihres alleinigen "Herrschaftsanspruches" konnten -und können- sie sich
auch noch Schmankerl leisten wie z.B.:

der größte Schuldner der Vereinten Nationen zu sein

internationale Vereinbarungen wie das Kioto-Protokoll und Abrüstungsverträge
aufzukündigen.

andere Verträge und Konventionen wie die UN-Kinderrechtskonvention oder das
Biowaffenabkommen gar nicht erst zu ratifizieren

die Forderungen nach einem internationalen Strafgerichtshof zu unterwandern, da
ja damit vielleicht auch amerikanische Soldaten Probleme bekommen könnten

gegen die Genfer Konventionen und geltendes humanitäres Völkerrecht schlichtweg
zu verstoßen

oder einfacher gesagt: Die USA vermag es Kraft ihrer Macht eine gewisse
Siegerjustiz-Mentalität zu pflegen.

Wenn es die USA nicht schaffen sollten, sich von diesem Denken zu distanzieren,
und falls es andere Staaten nicht schaffen sollten sich zu emanzipieren (siehe EU),
dann sehe ich persönlich schwarz auf der Weltpolitischen Bühne. Denn die ameri-
kanische Variante der l`etat c`est moi Ideologie wird in eine absehbare Sackgasse
führen. Und so viele Feinde, wie sich diese Politik damit schafft, so viele Regierungen
ist auch ein Herr Bush nicht fähig zu stürzen.

quelle: http://www.achse-des-boesen.de/

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