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Geschrieben von Ralph am 02.09.2003, 14:49 Uhrzurück

USA, Atombomben... etc. (lang)

Hier scheinen so manche gewisse Dinge bewußt oder unbewußt durcheinander zu bringen. Deshalb werde ich mal meinen Senf dazugeben. :-)

1. Die Atombomben: Wenn es denn eine Rechtfertigung für die damalige Entscheidung gibt, dann die, daß zum einen ein grausamer Krieg zu beenden war, der meines Wissens noch sehr viel brutaler geführt wurde von den Japanern als der in Europa, und zum anderen, daß man sich über die genauen Folgen auch nicht im Klaren war. Warum ist der Pilot, der Little Boy abgeworfen hat, hinterher irre geworden?

Wenn aber die vielen japanischen Opfer, die im Laufe der Jahrzehnte zu beklagen sind, überhaupt einen Sinn haben, dann der, daß durch dieses Desaster es vielleicht verhindert wurde, daß jemand auf den berühmten roten Knopf gedrückt hat in Zeiten der Krise.
Denn eines ist auch unbestritten: Gegen das, was HEUTE an Kernwaffen zur Verfügung steht, wirken die beiden Atombomben von 1945 wie reinste Spielzeuge.

Es gab mal ein Buch "Ende", in dem der Abwurf EINER SS20 auf Frankfurt am Main angenommen wurde. Das Ganze wurde von A-Z durchgespielt. Ergebnis: Vollkommenes Chaos in ganz Europa, mangelnde Krankenhausbetten, Infrastrukturzusammenbruch in Deutschland (Flüchtlinge!!!), verseuchtes Wasser, usw. usw.

Weiterer Kommentar überflüssig...

2. Umwelt: In Europa haben viele Menschen inzwischen begriffen, was Umweltverschmutzung langfristig bedeutet, und die Politik mußte sich dementsprechend neu ausrichten. In Deutschland bedeutet dies z.,B. langfristiger Ausstieg aus der Kernenergie und Filtertechnik konventioneller Energieträger, Entsicklung verbrauchsamrmer Massenaggregate für Automobile.
Vom2 oder 3-Lizter-Auto träumt Amerika bloß.

Ich kann nicht beurteilen, was genau die USA intern veranstalten. Sicher ist aber, daß die Industrielobby dort moch sehr viel mächtiger ist als in Europa, Politiker käuflich zu erwerben sind, gerne auch Präsidenten, die dann entsprechende Beschlüsse umsetzen oder eben auch nicht umsetzen. George Bush ist ein leuchtendes Beispiel dafür.

3. Demokratie und Weltpolizist: Bei aller verständlicher Trauer um die Opfer des 11.09.2001... das berechtigt die USA international zu gar nichts! Ganz klarer Fall! Die Amerikaner haben in den letzten 12 Monaten viel viel Porzellan zertöppert, auch und grade in meiner Generation, die mit Coca-Cola und Wrigley in den Anfängen groß geworden ist. Wir haben in Amerika wirklich die Demokratie schlechthin gesehen, und jetzt muß man feststellen, daß sich Amerika Stück für Stück selbst seiner Demokratie-Werte beraubt.
Entlarvend, was im Vorfeld des letzten Irak-Feldzuges geäußert wurde.

Bush? Gar nicht gewählt, sondern aufgrund juristsicher Tricks und Winkelzüge an der Macht! Schon vergessen?
Die Uno? Nur kästig, und dabei ganz besonders "Old Europe", das alles besser weiß!

Amerika hat ein ganz großes Problem: Es hatte (vom Bürgerkrieg abgesehen)noch nie den Krieg im eigenen Land, sondern hat immer außerhalb des eigenen Kontinents gekämpft, und deshalb fehlt dieser Bevölkerung die Erfahrung, die u.a. die Europäer seit Jahrhunderten haben. Schon mal darüber nachgedacht, warum die Europäer deshalb im Grunde vom Krieg buchstäblich die Schnauze ein für alle mal voll haben?
Aber die USA, die wollen ja den Irak alleine befrieden, damit die amerikanischen Konzerne ungeniert dort sich die Rosinen herauspicken können.
Tja, und nun erlebt Mr.Rumsfeld sein amerikanisch-irakisches Waterloo: Es klappt nicht. Nix mit freudiger Erwartung der Iraker gegenüber den GIs, nix ist's mit schnellem Aufbau.
Im Gegenteil: Chaos regiert dieses Land, auf dem besten Wege zur Anarchie und zum Bürgerkrieg, und das ganze unter den Augen einer völlig überforderten US-Army, achja, ein paarhundert Polen sind da ja auch als neue starke Verbündete.

Dabei hab ich es kommen sehen: Die Amerikaner haben, genau wie 1991, wieder keinen Plan gehabt, wie es nach einem militärischen erfolg auch nur ansatzweise im Irak weitergehen könnte. Dafür habe ich Verständnis, ich habe nämlich auch keinen, aber dann, Herrschaften, liebe Ameikaner, dann lasse ich die Finger von solch einem Pulverfaß, Saddam Hussein hin, 11.09.2001 her, die Welt gehört nunmal nicht den USA, auch wenn ich immer den Eindruck haben, daß sie es so empfinden (die Republikaner).

Nein, die USA haben sich auf so vielen Gebieten so völlig verrant, laufen in ein gigantisches Schuldenloch (was las ich die Tage? 5,8 Billionen $ in den nächsten Jahren!!!).
Herzlichen Glückwunsch, Mr.Bush, sie werden in die geschichte der USA eingehen, ganz gewiß!

Und nun? Nun soll es "Old Europe" richten... danke, nein! Erstmal sind da wohl ein paar berechtigte Fragen unter Freunden zu klären! :-)
Es geht nicht an, auch nicht bei den hoihwpohlgeborenen USA, daß erst alle Einwände in den Wind geschlagen werden, diejenigen (Frankreich und Deutschland) in ausfallender Weise auf breiter Ebene beleidigt werden, und dann, wenn das Kind in den brunnen gefallen ist, um das Seil zum Hochziehen gebeten wird, weil man selbst es vergessen hat mitzunehmen.

Und was mir Freunde, die in den USA waren, berichteten: Es gibt scheinbar kaum noch Presse- und Meinungsvielfalt, alles scheinbar auf Bush-Kurs, alle Amerikaner damit seiner Meinung. KAnn ich kaum glauben.
Wo also bleibt die Opposition in diesem Lande? Nicht vorhanden? Gar unterdrückt? Traut sich niemand, gegen Bush zu argumentieren? Sind CIA, FBI und Army so mächtig?
Land der unbegrenzten (Un-)Möglichkeiten...

So, jetzt könnt Ihr mich steinigen... :o)

In diesem Sinne liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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