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Geschrieben von fiammetta am 29.11.2005, 15:16 Uhrzurück

Re: Service in Deutschland ( lang )

Hi,

ich bin mittlerweile weit davon entfernt, mir alles duckmäuserisch gefallen zu lassen, d.h. wer`s braucht, der bekommt Kontra, allerdings höflich, aber in unmißverständlich deutlichem Ton und ich argumentiere ihn erbarmungslos tot. Ich schrecke auch nicht davor zurück, mir den Abteilungsleiter kommen zu lassen, wenn der Verkäufer desinteressiert ist oder sich verbal völlig danebenbenimmt. Allerdings lasse ich jedem die Chance, eine Stufe zurückzuschalten und sich doch noch kooperativ zu zeigen.

Folglich hätte ich mir die Arzthelferin so gekauft, daß sie nur noch winseln würde, wenn sie mich wieder sieht. In so einem Fall hilft nur, sich sofort zum Chef durchstellen zu lassen oder ihn direkt in der Praxis heimzusuchen. Natürlich muß man ihm einen Erklärungsspielraum lassen, vielleicht weiß er ja auch nicht, welches Regiment seine Sprechstundenhilfen führen. Allerdings erkundige ich mich bei solchen Aktionen immer und grundsätzlich voher, welchen rechtlichen Spielraum ich habe und notiere mir den entsprechenden Paragraphen. Der Witz ist nämlich, wenn man gut vorbereitet ist und auch bereit wäre, einer Diskussion nicht aus dem Wege zu gehen, stecken die meisten von Vornherein zurück (Ausstrahlung!) und Gesetze (hier über die KK zu erfahren) schocken dann. Sich an die Ärztekammer zu wenden hilft überhaupt nichts. Die KKs unterhalten Rechtsabteilungen, denen Du kostenlos solche Fälle nach schriftlicher Schilderung überlassen kannst. Dann werden auch übermütige Arzthelferinnen normal. Nur ein Beispiel: Mir wurde über drei Jahre hinweg die Herausgabe meiner Krankenakte im Krankenhaus mit 100 fadenscheinigen Argumenten verweigert (muß schon viel Arbeit sein, seinen Hintern bis ins Archiv zu schaffen...), bis ich dann auf das entsprechende Gesetz verweisen konnte. Und, schwupps!, war ich im Besitz meiner Unterlagen. Plötzlich konnte man auch ordentlich und höflich mit mir kommunizieren... Ich habe es mir dann gegönnt, den Chefarzt, mit dem ich eh` eine Besprechung hatte, über diese Machenschaften aufzuklären, was ihn sehr entsetzt hat. Dies also dazu.
Ansonsten, falls Du Konfrontation nicht scheust: Frag die Tussi doch, ob sie Dein Kunde ist oder umgekehrt und wovon sie ihrer Ansicht nach bezahlt wird. Erklär Ihr, daß Du Dir ihren anmaßenden Ton nicht bieten läßt - das reicht meistens, da solche Leute nicht mit Widerstand rechnen. Und merk Dir eines: Mit frechen Menschen wird man nur fertig, wenn man a, besser informiert ist, b, ihnen deutlichen Widerstand entgegensetzt, c, ihnen verbal überlegen ist, d, in einem regelrecht widerlichen Maße höflich und ruhig bleibt (Lächeln = Zähne zeigen) und e, gegebenenfalls noch frecher ist, aber eben auf einer anderen Ebene.

Hinsichtlich der Schuhe ist halt die Frage, in welchem Ton die Verkäuferin zu einem weiteren Schuhkauf geraten hat. Allerdings frage ich mich schon, ob der Schuster von der Schwangerschaft seiner Frau wirklich im letzten Moment überrascht worden ist - wohl eher nicht... Man hätte Dir also auch vorher sagen können, daß es hier möglicherweise zu Verzögerungen kommt, was bei dem Wetter eher übel ist. Außerdem hätte man Dir anbieten können, zum Wert der Stiefel eben ein neues Paar zu bekommen. Lausiger Service also und das würde ich dem Schuster höflich, aber bestimmt verklickern, denn Du kannst mit Sicherheit in Zukunft auch ein anderes Geschäft beehren.

Ansonsten muß ich sagen, ist es mit dem Service halt so eine Sache. Einerseits will man ihn nicht zahlen, ärgert ich aber, wenn man ihn nicht bekommt. Andererseits ist`s wie immer im Leben: 100 Leute sind nett, hilfsbereit, anständig und der 101. versaut wieder alles und fällt nicht nur negativ auf, sondern zieht auch die Guten in seinen Morast hinein.

Also, Kopf hoch und arbeite an Deiner Ausstrahlung, denn die meisten wissen sehr genau, mit wem sie`s machen können und mit wem nicht. Ansonsten lasse ich mir grundsätzlich sofort von jedem den Namen geben. Die Guten sind dann meine persönlichen Helferlein und freuen sich, mit Namen abgesprochen zu werden und werden auch ob ihres Service hinreichend gelobt, die "Bösen" überlegen sich rechtzeitig, wie weit sie ihr Spielchen treiben wollen.

LG,

Fiammetta

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