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Geschrieben von Moneypenny77* am 29.08.2005, 10:25 Uhrzurück

Re: Seht ihr es geht schon wieder los.

Steuern haben nichts mit Sozialabgaben zu tun! Ich habe auch nicht gesagt, daß NIE eingezahlt wurde, sondern kaum ODER nie. Natürlich haben auch sehr viele Ostdeutsche "durchgearbeitet" und somit 15 Jahre in die Sozialkassen eingezahlt. Aber: wer jetzt in Rente geht hat nunmal weniger eingezahlt, als er beziehen wird. Sehr viele haben aber aufgrund der Strukurschwäche (an der durchaus mangelhaft gearbeitet wurde), keinen Job in dieser Zeit, ergo auch nie Sozialabgaben geleistet, sind aber dennoch voll sozialversichert. Das ist auch absolut in Ordnung, aber: es kostet nunmal Geld, da beißt die Maus keinen Faden ab und in einer solchen Situation muß sich jeder erstmal an die eigene Nase fassen und sich mal fragen, was er für den Staat tun kann und nicht immer nur umgekehrt!

Keine Frage: die Ostdeutschen hatten nur bedingt Einfluss darauf. Ich denke aber auch, daß sie, letztlich überfordert mit plötzlicher Demokratie, Reisefreieit, Konsum etc., "leichte Opfer" waren. Verständlicherweise hat man sich gedacht, die im Westen werden schon wissen, was sie tun ;-)

Du sagst sehr richtig: nicht nur schimpfen! Mir persönlich hat die Wiedervereinigung zwar nichts gebracht, weil mich die Gegend weder kulturell noch landschaftlich interessiert (eine Klassenfahrt 1989 nach Weimar, bei der wir in einem Kuhdorf mit Steinen beschmissen wurden, und die Eltern, bei denen wir wohnten - es war ein Schüleraustausch, erst war die Klasse bei uns, dann wir bei ihnen. Gekommen sind alle, kurz vorher sprangen viele Gasteltern ab, weil ihnen gedroht wurde, die Wessis aufzunehmen - übelst beschmipft wurde), aber ich halte sie nach wie vor für eine große Errungenschaft für die Ostdeutschen, denen sie eben die von Dir erwähnte Meinungsfreiheit sowie Reise- und Wahlfreiheit gebracht hat. Ich finde es nur schade, daß davon nie die Rede ist, sondern immer nur davon, was "zu DDR-Zeiten alles besser" war.

Zum Thema Behinderte: eine Bekannte von uns hat in der DDR ein behindertes Kind bekommen. Schon nach der Entbindung kam eine Schwester, die das Kind in ein Heim bringen wollte, man gab der Kleinen 1 Jahr (höchstens). Sie brauche sich nicht weiter kümmern, sie bekäme dann beizeiten den Totenschein. Sie nahm sie mit nach Hause und zog sie ohne jede Hilfe vom Staat, der ihr mehr noch Steine in den Weg legte (ihr Mann trennte sich von ihr, weil er kein behindertes Kind wollte, zahlen mußte er nie, weil man ihm "Recht" gab). Förderung gab es nicht! Durch die Wiedervereinigung gab es plötzlich integrative Kindergärten etc und sie war sooooooo happy: endlich konnte Nadine ein schönes Leben trotz ihrer Kindheit haben. So geschehen in Ost-Berlin. Übrigens: heute schimpft sie auch über die Wiedervereinigung und will mit uns nichts mehr zu tun haben. Sie wollte ein Haus bauen und ist mit dem Bauunternehmer untergegangen (wie tausende "Wessis" auch), Klage sinnlos, Schuld: die Wessis... Haus gebaut mir Fördergeldern, die es früher nie gegeben hätte!

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