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Geschrieben von marit am 09.07.2004, 18:38 Uhrzurück

Re: Sehr viel müßte sich ändern...

Hallo Ralph,

ich denke die Flexibilisierung der Kitas würde sich selbst tragen. Denn wenn mehr Eltern beide Vollzeit arbeiten könnten, würden sich die am Einkommen bemessenen Beiträge ja automatisch erhöhen (es würden also weniger bloß den Mindestbeitrag zahlen). Ich habe nicht gemeint, daß sie gar nicht erhöht werden dürfen, sondern nur daß sie für die nicht erhöht werden dürfen, die nicht zugleich mehr Geld verdienen. Und natürlich Stelle ich mir das von der Betreuungssituation her dann auch im 2-Schicht-Betrieb vor (übrigens auch im Einzelhandel).Im übrigen würde so ein Zwei-Schicht-System auch die Flexibilität in den entsprechenden Familien erhöhen.

Du hast schon recht, derzeit gibt es für die meisten Arbeiten Kernzeiten. Aber es ist doch ein Unterschied, ob ein Kind von 7 bis 17 Uhr untergebracht werden müßte, oder ob die Mutter es um 9 hinbringen und der Vater es um 16 Uhr abholen kann, denn daß wirklich beide exakt in denselben Zeiträumen arbeiten müssen, ist doch eher selten.

Ich glaube ja auch nicht dran, daß durch Mehrarbeit wirklich direkt und im selben Unternehmen(!)mehr Stellen entstehen, aber deshalb ist noch lange nicht der Umkehrschluß richtig, daß durch Wenigerarbeit mehr Stellen entstünden. Wenn sich durch Mehrarbeit die Unternehmensgewinne erhöhen, wirkt sich das doch auf die Steuern aus und auf die Preise der Produkte und natürlich auch auf den Standortfaktor. Deshalb halte ich im Übrigen auch das Argument für bekloppt, daß wir Deutschen Kinder kriegen sollen um unsere Rentner später ernähren zu können; einfach lächerlich. Heutzutage ist doch die Produktivkraft jedes Einzelnen viel höher als vor 50 Jahren - natürlich kann einer mit seiner ARBEIT heute mehr Menschen ernähren, er kann es nur nicht unbedingt von seinem EINKOMMEN. Das ist aber dann eher eine Frage der Verteilung als eine Frage der Geburtenstatistik.

Daß in Deutschland alles teurer ist stimmt doch auch nicht mehr so unbedingt. Da gibt es eher ein Stadt-Land-Gefälle. Und die Mieten in London, Paris, Mailand, Rom, Barcelona, Marseille (einmal ganz zu schweigen von New York oder gar Tokyo)überbieten locker sogar Münchner Verhältnisse. Auch Kleidung ist in Frankreich, Italien und Spanien inzwischen teurer als hier. Es ist doch auch wirklich nicht war, daß "alles" immer teurer wird... so wie ich das sehe, gilt das vor allem für die Gastronomie sowie ausgewählte Lebensmittel. Viele andere Lebensmittel sind heute preislich immer noch auf dem Stand von vor 20 Jahren, Telefonieren ist viel billiger geworden (erinnere mich noch mit Grauen an meine Telefonrechnungen in den 90ern),Computer und Reisen sind eindeutig billiger geworden und selbst die Mieten sind inzwischen ein wenig im Sinken begriffen.

Sicher ist nicht alles gut, was im Ausland normal ist, aber die ständige Nörgelei über die ach so furchtbare Arbeit finde ich auch übertrieben, zumal man hier in Deutschland nicht gezwungen wird, einen bestimmten Beruf ausuüben.

Und wie gesagt (nicht daß du denkst ich stünde auf Seiten der Unternehmer): eine klar festgelegte und unüberschreitbare Obergrenze (!)eines Arbeitnehmers pro Tag in einem Betrieb würde viel mehr bringen als dieses Hickhakck um 2 Stunden mehr oder weniger im Vertrag. Das würde im Übrigen auch dazu führen, daß dem Unternehmer oder der Unternehmerin gar nix anderes übrig bliebe, als neu einzustellen statt Überstunden inoffiziell zum Standard zu machen.

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